Review: Tom White – Commemoratives

Tom White ist ein Londoner Künstler, der mit Videos und Installationen arbeitet und immer wieder auch als Musiker. 2016 kamen drei Alben heraus, sämtlich auf Kassette. Das bemerkenswerteste ist Commemoratives, erschienen im November.

Whites experimentelle Elektronik entsteht zu einem guten Teil an seiner modifizierten Bandmaschine. Die A-Seite ist eine collagenartige Improvisation aus Samples und schneidenden Flächen. Die Loops des seitenfüllenden Stückes Evoke a „Yes“ sind akrobatisch: Trotz häufiger Variationen entsteht ein Fluss, ein Strudel aus Bildern und Ideen – durchaus rhythmisch, dabei assoziativ und verschmitzt. Noise und Music Concrete die immer auch auf ihre Instrumente (Loops, Effekte, zweckentfremdete Werkzeuge und Körpergeräusche) reflektiert.

Auf der B-Seite befinden sich die Stücke Commemorative 1 und 2, die White ursprünglich für Performances in Manchester und Rom erstellt hatte. Aber statt eines Klangteppichs für Museumsräume finden wir auch hier – trotz wiederkehrender Motive – viele kleine Geschichten vor, ein Gebräu aus Windungen, Zahnrädern und Spaceships. Die ganze Kassette ist total unterhaltsam.

Kontakt für Reviews auf Ruhrbarone: felix.moeser[at]ruhrbarone.de

Dir gefällt vielleicht auch:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Werbung