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Ruhr-Uni Prof vs. Antifa: „Vorbildliches staatsbürgerliches Verhalten“?

800px-AudimaxRUBNachdem Antifaschisten einen Neonazi-Aktivisten in einer Jura-Vorlesung an der Ruhr-Uni Bochum „geoutet“ haben, erhebt die Universitätsleitung schwere Vorwürfe. Der anwesende Professor soll von einem Unbekannten ins Gesicht geschlagen worden sein. Auf einem Video der Aktion entsteht nun allerdings der Eindruck, dass der Professor zuerst handgreiflich geworden sein könnte.

„Jedwede Form der Gewaltanwendung ist absolut indiskutabel. Wir können es nicht dulden, dass Mitglieder unserer Universität so massiv angegangen werden. Das verletzt die Persönlichkeitsrechte des Einzelnen und ist nicht hinnehmbar“, sagt Rektor Elmar Weiler in einer aktuellen Stellungnahme der Ruhr-Uni Bochum. Zwar möge man auch keine Neonazis, „aber unsere Methode in der Auseinandersetzung damit ist der Diskurs und nicht Menschenhetze oder Gewalt“. Das folgende auf Facebook veröffentlichte Video zeigt die Aktion in bewegten Bildern.

Ab Minute 00:25 sieht man einen Mann, offensichtlich der besagte Professor Georg Borges, wie er zielstrebig auf einen der Aktivisten zuläuft – und augenscheinlich ein Handgemenge anfängt. Im weiteren Verlauf gehen auch seine Hände in Richtung Gesicht eines Störers, er nimmt einen als Weihnachtsmann verkleideten Mann in den Schwitzkasten. Ist das der „Diskurs“, den die Uni als ihre Strategie ausgibt? Dass das Rektorat Prof. Borges Verhalten dann auch noch als „vorbildliches staatsbürgerliches Verhalten“ bezeichnet, wirkt angesichts dieser Bilder recht merkwürdig.

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67 Kommentare zu “Ruhr-Uni Prof vs. Antifa: „Vorbildliches staatsbürgerliches Verhalten“?

  • #1
    Chris

    Sieh an… es ist einfach so ein unglaublicher Rotz, was sich die Schmierpresse bei DerWesten usw. liefern. Vom Rektorat der RUB mal ganz zu schweigen!

  • #2
  • #3
    Zupfel

    Peinlich, peinlich für die WAZ, die heute einen krassen Artikel veröffentlicht hat, indem sie den Professor als Opfer und nicht als Täter darstellt.

    Ich bin gespannt, ob eine ehrliche Richtigstellung folgt, oder ob die WAZ versucht, zu vertuschen, dass sie mit vorurteilsbeladener Berichterstattung (wenn es ein Tumult zwischen einem Prof. und Nazi-Gegnern gibt, müssen natürlich die Nazi-Gegner mit der Gewalt angefangen haben) die Stimmung unverantwortlich angeheizt hat.

  • #4
    Hunter

    Krass, es war anscheinend wirklich der Prof, der auf Worte mit Gewalt reagiert und eine sehr ruhig wirkende Situation eskaliert. Habs mir mehrfach angesehen, der greift eine Person aus dem Weihnachtsmann-Flashmob ziemlich eindeutig an. Ich hoffe, der Rektor nimmt seine eigenen Worte ernst, dass „jedwede Form der Gewaltanwendung ist absolut indiskutabel“ ist und leitet disziplinarische Maßnahmen gegen den Prügel-Prof ein.

  • #5
    Chris

    @Hunter und Zupfel: Das glaubst ihr doch selber nicht, Richtigstellung, Disziplinarmaßnahmen… Wir leben immer noch in Deutschland ^^

  • #6
    der, der auszog

    Da betreten ein paar maskierte und vermutlich auch bewaffnete (es ist in den Zeitungsartikeln von Baseballschlägern die Rede) Gestalten einen Hörsaal, begehen offensichtlich Hausfriedensbruch und verstoßen zudem noch gegen das Vermummungsverbot und der für den Hausfrieden verantwortliche Professor versucht diese Leute relativ unfreundlich aus dem Saal zu drängen, nachdem er sie vorher aufgefordert hat den Saal zu verlassen.

    So schlecht sieht das für den Professor meiner Meinung nach nicht aus. Aber das soll letztendlich ein Gericht entscheiden, dafür sind Gerichte ja da.

  • #7
    JoS

    In Sachen WAZ muss ich da eindeutig zustimmen. Wenn die so richtig ins Klo gegriffen haben hören sie zumeist einfach auf zu berichten. Haben wir an der UDE erst kürzlich erleben müssen.

  • #8
    Hulk

    Vermummungsverbot gilt nur bei Demonstrationen, nicht bei Flasmobs. Und basies? Was soll das für eine Zeitung sein? bild?

  • #9
    Britta W.

    Langsam, Leute, keine Vorverurteilungen. Auf dem Video ist zwar ziemlich eindeutig zu sehen, daß die Gewalt von einem Mann ausging, der einen der Weihnachtsmänner (die nur rumstehen) angreift. So weit stimme ich zu. Aber woher wollt ihr wissen, daß das Professor Borges ist? Das halte ich noch für unbelegt. Bis das geklärt ist, sollte man meiner Meinung nach auf Begriffe wie Prügel-Prof verzichten. Denn daß ein Professor in seiner Vorlesung gewalttätig wird und eine Schlägerei vom Zaun bricht, nur weil ein Weihnachtsmann-Flashmob seine Veranstaltung unterbricht, das ist ja schon ein ziemlich heftiger Vorwurf.

  • #10
    Frank Meyer

    Wenn die Antifa schlau ist, sollte sie Anzeige gegen den Prof. Borges stellen.

    Ein weiteres Video, das die Hetze der WAZ widerlegt gibt es bei SAT1:
    http://www.sat1nrw.de/Aktuell/Tumult-an-der-Uni/42d10473/

    Das Video von RTL zeigt sogar einen Faustschlag gegen die „Vermummenten“ (= antifaschistischen Weihnachtsmänner) durch Jura-Stundenten (Minute 1:39):
    http://www.rtl-west.de/nachrichten/randale-der-weihnachtsmaenner.html

    Die Antifa wollte hier aufklären und hat dazu vorrübergehend den Vorlesungsbetrieb unterbrochen. Man kann zu der Aktion stehen wie man will, aber die Eskalation geht eindeutig von Prof. Borges aus. Er hat zu verantworten, dass sich die ganze Diskussion um den angeblichen „Angriff auf einen Professor“ dreht und nicht darum, inwieweit an einer wissenschaftlichen Einrichtung Platz für einen Neonazi-Kader ist.

    Und nochmal zum Mitschreiben: Michael Brück aus Dortmund ist kein Mitläufer rechts der CDU. Er meldet regelmäßig die Aufmärsche der NRW Nazi-Szene an und betreibt den „Antisemit“ Internetversand (Musik und Waffen, Name siehe Impressum). Außerdem beteiligt er sich an Überfällen gegen und Andersdenkende (zuletzt im Oktober auf antirassitische Fußballfans in Duisburg). Das er Jura studiert ist sicher auch Kalkül: seine Partei „Die Rechte“ steht kurz vor einem Verbot: http://www.aachener-nachrichten.de/news/politik/nrw-prueft-erneut-verbot-der-rechten-1.674279 (Brück ist hier Vize-Vorsitzender). Nochmal: gewalttätiger Neonazi, würde gerne Juden/Migraten/Homosexuelle/Andersdenkende im KZ sehen. Kein Mitläufer.

  • #11
    Linkprovider

    Falls jemand das Video speichern möchte, bekommt er hier die Gelegenheit: https://anonfiles.com/file/feef3bf934aceadf2f3afbde3d0819be

    (auch zur Sicherhiet, falls Facebook löscht o.ä.)

    Ich finde, es wird schon ziemlich deutlich, dass der Prof offensiv Stress sucht…

  • #12
    Paul

    Hört euch an, was in dem Video seitens der Antifa-Leute gesagt wird. Da wird gesagt, dass sie gleich wieder gehen würden. Es bestand keinerlei Anlass zu einer solchen Tat. Auch wenn man dem Professor die Drucksituation zu Gute halten muss!

    Ich sehe da beim besten Willen weder Schlagstöcke noch Baseballschläger.

  • #13
    D.E.

    Vor Beginn der physischen Eskalation bei 0:29 ist aber auch schon ab 0:04 ein Handgemenge zu sehen, da schwankt die Kamera aber nur wild umher. Wer da der Hauptinitiator ist, ist also unklar … auch wenn ich die Aktion dem Inhalt nach richtig finde und momentan definitiv zuviel Gleichgültigkeit bezüglich Michael Brück gezeigt wird, sieht man bei den Akteuren wieder einmal das völlige Fehlen jeglicher Selbstreflexion bezüglich der angewandten Methoden, was sich in der überzogenen Entrüstung und völligen Verständnislosigkeit gegenüber der Tatsache äußert, dass es Personen gibt, die eine solche Aktion für nicht zielführend halten. Dennoch ist die Tatsache, dass Brück nun vollends gedeckt wird, mehr als beunruhigend.

  • #14
    Ricardo

    Witzig: Beim SAT-Video ist genau da der Schnitt, wo der Prof auf die Weihnachtsmänner trifft. Aber der Inhalt ist ja aus anderen Mitschnitten bekannt.

    Ansonsten sieht man nur Gewaltätigkeiten von Jurastudenten. Vielleicht sollten da wirklich mal Anzeigen gestellt werden: gegen den Prof die beteiligten Studenten!

  • #15
    paule t.

    Auf dem Video sieht es nun tatsächlich so aus – sehr deutlich finde ich es aber nicht -, als ob der Prof zuerst körperlich aggressiv wird. Wobei das Stören einer Vorlesung in einer größeren, maskierten Gruppe mMn auch schon aggressiv ist … ich würde mich dabei sehr unwohl fühlen, wenn ich derjenige wäre, der vorne steht und damit umgehen muss.

    Es bleibt dennoch die Frage, warum die Antifa zu solchen Aktionsformen greift, die absehbar sehr leicht eskalieren können, statt sich einfach mit Flugblättern und Transparenten vor den Vorlesungssaal zu stellen. Der aufklärerische Effekt wäre doch wohl genauso groß gewesen.

  • #16
    Nathan der Weise

    @Britta W: Per Google-Suche und auch auf der Hamepage der Ruhr-Universität finden sich eine Reihe von Fotos von Prof. Georg Borges. Vergleicht man diese Bilder mit dem gewalttätigen Mann im Video, wird ziemlich klar, dass es Borges ist. Daher finde ich die Bezeichnung Prügel-Prof schon angemessen.

    @Der, der Auszog: Wenn das die gleichen Zeitungen sind, die auf ihren Internetseiten noch immer behaupten, Prof. Borges sei angegriffen wirden und habe sich dann nur verteidigt, dann glaube ich sicherheitshalber erstmal kein Wort mehr davon. Denn dass der erste Teil der Geschichte eine Lüge ist, das ist mit diesem Video ja jetzt bewiesen. Und by the way: Es gibt ein Vermummungsverbot für Demonstrationen unter freiem Himmel, aber natürlich keins, dass es einem Flashmob verbieten würde, als Weihnachtsmänner verkleidet in einen Unihöraal zu gehen und dort friedlich ein paar Worte sagen zu wollen. Also immer die Kirche schön im Dorf lassen. Losgeprügelt hat augenscheinlich der Prügel-Prof.

  • #17
    Markus

    Etwas off-topic, aber zum Thema Umgang der RUB mit dem Naziproblem:

    Die Uni-Leitung hat quasi über Nacht ein privates Reinigungsunternehmen beauftragt, sämtliche Plakate mit Hinweisen auf den Neonazi entfernen (auch wenn diese an AStA- oder Fachschafts-Flächen angebracht waren). Die „weltoffene“ RUB scheint die Sache leider eher unter den Teppich kehren zu wollen, anstatt sich damit ernsthaft außeinanderzusetzen :/

  • #18
  • #19
    D. E.

    Bezüglich des Verhaltens des Professors ist aber auch anzumerken, dass er zum Zeitpunkt der Aktion höchstwahrscheinlich nicht wusste, ob die von den Akteuren verbreiteten Informationen der Wahrheit entsprechen (inzwischen sollte allgemein klar sein, dass die Informationen stimmen). In dem Fall galt dann aber die Unschuldsvermutung, d.h. der Professor hatte durchaus einen Grund, die Aktion zu unterbrechen. Wie die Universitätsverwaltung nun damit umgeht, ist jedoch skandalös.

  • #20
    Britta W.

    @Nathan: Ok, ich habe Bilder von Prof. Borges gegoogelt und bin mir schon ziemlich sicher, ihn wieder zu erkennen. Da wird die Uni wohl um ein Disziplinarverfahren gegen Borgea nicht drumrum kommen, um den Fall drumrum kommen. Denn ein Mensch, der gleich gewalttätig wird, nur weil ein paar als Weihnachtsmänner verkleidete Leute (Studenten?) seine Vorlesung unterbrechen, ist nicht für den Job eines Hochschullehrers geeignet. Wie der Rektor bereits gesagt hat: Jedwede Form von Gewaltanwendung ist indiskutabel. Und damit anzufangen erst recht. Und wenn man gerade als Professor (=Beamter) im Dienst ist, gleich dreifach.

  • #21
    Sören

    Dieses Video vermittelt tatsächlich eine ganz andere Situation. Die Antifaaktivisten machen einen Weihnachtsman Flashmob. bewegen sich ruhig und am Anfang wird noch beschwichtigt „wir sind auch gleich wieder weg“.
    Dann geht der prof auf sie los schubst, schlägt nach ihnen und nimmt dann einen in den Schwitzkasten.
    Andere Jura Studis stehen auf und schlagen gezielt mit Fäusten nach den Weihnachtsmännern.

    Wie ekelhaft ist das denn. Wohlgemerkt es ging hier ganz offensichtlich um ein als völlig friedlich geplantes antifa-outing. Niemand (dem nazi eingeschlossen) sollte irgend was passieren. einzig der prof und ein paar durchgeknallte jura Studis haben die sache eskaliert.
    Kein wunder das die Polizei irritiert war weil solche outing aktionen der antifa normalerweise friedlich ablaufen. Normalerweise fangen ja auch nciht umstehende an die Leute zu verprügeln die einen vor einem Nazi warnen wollen.

    Mit etwas glück taucht ja noch mehr videomaterial auf.
    Der Prügel Prof könnte juristisch in Probleme geraten. Zwar wird der kanzler als Inhaber des Hausrechts ihm vermutlich zugestehen leute rauszuwerfen, das berechtigt ihn aber nicht nach nur 30sekunden handgreiflich zu werden.

  • #22
    Ricardo

    Krass ist ja auch, dass die Vorlesung weiter durchgezogen wurde. Erstmal Störer rausprügeln und dann, äh, wo waren wir noch mal stehengeblieben, ach ja, beim bürgerlichen Recht.

    Sass da der Brück dann noch mit drin?

  • #23
    Klaus Lohmann

    Komischerweise tauchen hier und jetzt keine der „Studenten/innen“ mehr auf, die drüben im ersten Borges-Thread noch komplett anwesend waren, als der „pöse Mop“ den Professor angeblich mit Teleskop-Schlagstöcken überfiel. Ich hoffe, Stefan verlangt bei Uni-Artikeln demnächst den Studentenausweis, bevor kommentiert werden darf…

    (Quatsch, war nur Spassss;-);-))

  • #24
    der, der auszog

    @Nathan

    Die Provokation ging von der Gruppe und nicht vom Professor aus. Bevor er erklären muss, warum er sich wie verhalten hat, werden erst einmal diejenigen, die die Veranstaltung stürmten, erklären müssen, warum sie das taten. Die Anwesenheit eines bekannten Rechtsradikalen reicht da als Begründung sicherlich nicht aus, denn das Hausrecht an der Uni Bochum hat nicht die Antifa, das hat der Rektor einer Universität und dieses Recht wird in der Regel auf die Lehrenden für ihre Veranstaltungen und die jeweiligen Veranstaltungsorte weiter delegiert. Der Professor kann also entscheiden, ob die Antifa den Raum unverzüglich verlassen muss. Dem ist sie nicht nachgekommen, womit der Straftatbestand des Hausfriedensbruchs erfüllt ist. (§123. §124 StGB)

    In unserer Strafprozessordnung gibt es dann noch den §127, das sogenannte „Jedermann-Festnahmerecht“, welches – wie der Name sagt – jedermann berechtigt, einen Menschen festzunehmen bzw. festzuhalten, wenn dieser auf frischer Tat ertappt wurde, sich noch am Tatort befindet, die Tat zeitlich unmittelbar stattfand und seine Identität nicht eindeutig geklärt werden kann. Bei vermummten Weihnachtsmännern dürfte sich die Diskussion über die Identität erübrigt haben. Wenn es also zu Gewalttaten seitens des Professors gegenüber einem vermummten Antifaaktivisten gekommen ist, dann könnten diese durchaus so gewertet werden, dass der Professor jemanden bis zum Eintreffen der Polizei an seiner Flucht, die zweifelsfrei zur Verschleierung der Identität beigetragen hätte, hindern wollte. Ob er ihn dafür in den Schwitzkasten nimmt, zu Fall bringt, den Arm auf den Rücken dreht, ist dabei völlig egal. Soweit ich den Medienberichten entnehmen konnte, war zu diesem Zeitpunkt die Polizei bereits verständigt und hier geht es, wie gesagt um Hausfriedensbruch.

    Ob die Leser hier die Reaktionen des Professors angemessen finden oder nicht, dürfte für diejenigen, die darüber urteilen werden, völlig unerheblich sein. Ich gehe davon aus, dass Anzeige erstattet wurde, die Sache also ein juristisches Nachspiel haben wird, immerhin sind Personen bei der Aktion verletzt worden. Die Tatsache, dass sich ein Rechtsradikaler im Hörsaal befand, mag in einem solchen Zusammenhang zwar als Motiv interessant sein, aber für die rechtliche Beurteilung wird dieser Umstand keine Rolle spielen. Wo kämen wir auch hin, wenn jeder in Deutschland wegen der Nazispinner nach Herzenslust ausflippen dürfte?

    Die Anwesenheit von Michael Brück spielt auch in den Berichten, die ich darüber gelesen habe, nur eine untergeordnete Rolle. Da Du mich danach gefragt hast, wie ich mir zu dem Thema bislang eine Meldung gebildet habe:

    Focus:
    http://www.focus.de/regional/bochum/kriminalitaet-handgemenge-im-hoersaal-linke-weihnachtsmaenner-stoeren-vorlesung_id_3451212.html
    WDR:
    http://www1.wdr.de/themen/panorama/unibochum104.html
    Welt:
    http://www.welt.de/regionales/duesseldorf/article122515913/Linke-Weihnachtsmaenner-stoeren-Vorlesung.html

    Bevor jetzt der Eindruck entsteht, ich würde hier mit Brück und seinem Gesocks in irgendeiner Weise smypathisieren, verweise ich auf meinen Kommentar unter dem ersten Artikel hier bei den Ruhrbaronen zum Thema. Ich will das nicht alles doppelt schreiben:
    http://www.ruhrbarone.de/protest-gegen-nazi-kader-michael-brueck-an-der-ruhr-uni/comment-page-3/#comment-630939

    Gute Nacht

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  • #26
    JoS

    Nun, eigentlich hat der, der auszog Recht. In Deutschland ist es immerhin nur üblich, dass diejenigen, die sich gegen die radikale Rechte engagieren, verprügelt werden. Warum sollte ein Juraprof nicht tun, was durch die Exekutive gemacht und die Judikative gedeckt wird? Das ganze wird dann noch Legalistisch begründet und, wie ebenfalls festgestellt wurde, der Nazi wird gut geschützt, die Debatte verlagert sich nach links. Klassische Taktik.

  • #27
    Björn Wilmsmann

    @JoS: Das sind diese selbstgerechten Kämpfer gegen den Faschismus aber leider selber Schuld. Wer sich in seinen Methoden derart angreifbar macht wie die Antifa erweist denjenigen, die sich ehrlich gegen Faschismus engagieren, einen Bärendienst.

    Warum kann man nicht über Flugblätter, öffentliche Aktionen oder ähnliches auf Nazis an der Ruhr-Uni hinweisen? Der Effekt, den Nazi bloß zu stellen, wäre in dem Fall doch der gleiche gewesen. Ganz einfach: Das ist der Antifa zu bürgerlich, zu wenig Action, zu wenig Thrill. Nein, es muss ja immer gleich dieses martialische Gebaren sein, damit man sich groß, stark und wichtig vorkommen kann.

    Wie das in dem konkreten Fall war, lässt sich anhand der bisher verfügbaren Videos nicht wirklich feststellen, weil die Videos erst mitten im Geschehen einsetzen. Das Verhalten des Professors wirkt in der Tat recht unrühmlich. Ich frage mich nur, wie die Situation derart eskalieren konnte. Gegen einen witzig gemachten Flash Mob hat glaube ich niemand etwas und es ist eigentlich eine Eigenschaft von Flash Mobs, dass sie schnell genug vorbei sind, als dass so eine Situation überhaupt erst entstehen kann.

  • #28
    Nansy

    @JoS #26:

    Unglaublich, da gibt es doch Leute, die sich am Gesetz orientieren (Le­ga­lis­tisch – Bedeutung: starr an Paragrafen und Vorschriften festhaltend)! Wie hätten Sie es denn gerne? Die Paragrafen – wenn es um Rechte geht – etwas „flexibler“ auslegen? Wer sich auch beim Kampf gegen Rechts an Gesetze hält, wird lächerlich gemacht, er muss sich für seine Haltung rechtfertigen. Klassische Taktik.
    Habe ich das so richtig verstanden?

  • #29
    Hulk

    @Der, der Auszog: man sollte Paragraphenreiten nie mit Bullshit verhinden, denn das Jedermann-Festnahmerecht legitimiert keine derartige Gewalt, denn wenn die angewandten Mittel nicht im Verhältnis zur angeblichen Tat stehen, sind sie nicht erlaubt. Außerdem reicht die bloße Maskierung als Weihnachtsmann nicht aus, um die Identität nicht feststellen zu können, dies geschieht noch immer per Ausweis.

  • #30
    duygu

    Ich habe das Video gedreht, es ist PROF BORGES der ihn angreift, auch ich war schockiert und es passierte ziemlich unerwartet. Vor den Aufnahmen gab es keine Konflikte/Gewalt. Alles was im Video zu sehen ist, ist genug um sich eine Meinung zu bilden. Schlagstöcke mit denen gedroht worden sei ist ebenfalls ein Gerücht. Habe nichts davon gesehen oder mitbekommen.

  • #31
    68er

    Mich würde interessieren, welche Aussage Herr Prof. Dr. Borges gegenüber der Polizei gemacht hat. Wenn er sich so geäußert haben sollte, wie die WAZ seine Sicht wiedergibt, könnte man darüber nachdenken, gegen ihn ein Ermittlungsverfahren wegen falscher Verdächtigung zu eröffnen.

    P.S.: Bei meinem letzten Post hatte ich in der Eile ProNRW mit der AfD vertauscht.

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  • #33
    68er

    Mal schauen, wie die Uni-Leitung, der Asta und die Jura-Fachschaft das Problem mit Herrn Brück diskursiv löst.

    Vielleicht veranstalten die Ruhrbarone zum Thema eine Podiumsdiskussion?

    Oder alle, die es interessiert, schauen am nächsten Montag mal im „alten Stadtbad“ vorbei um sich ein eigenes Bild von diesen Jura-Erstsemestern zu machen. Vielleicht kommt ja auch Prof. Dr. Weiler, um mit den Studenten über das Geschehene zu sprechen.

  • #34
    Ricardo

    Damit Herr Brück nicht so in Vergessenheit gerät: morgen will sein Verein eine Kundgebung in der Dortmunder Nordstadt machen.

    http://aa170.noblogs.org/post/2013/12/02/nazikundgebung-am-5-dezember/

  • #35
    der, der auszog

    @JoS

    Rechtsextremismus lässt sich nicht mit Linksextremismus bekämpfen. Mögen beide Formen auch eine unterschiedliche Intention haben, aber in der Art, sich über bestehende Gesetze und geltendes Recht hinwegzusetzen, ähneln sie sich ungemein und das macht beide so gefährlich.

    Die einzige Staatsform, die in der Lage ist, sich sowohl gegen das eine, als auch das andere Extrem zu behaupten, ist die Demokratie, denn nur die Demokratie schützt alle Bürger gleichermaßen (zumindest theoretisch), was den für viele schwer nachzuvollziehenden Nebeneffekt hat, dass sie auch Menschen mit extremen Tendenzen (siehe Michael Brück) schützen muss.

    Leider neigt ein Teil der Bevölkerung in Deutschland dazu, hinsichtlich extremistischer Bestrebungen gerne mal ein Auge zuzudrücken, was ich mir persönlich damit erklären kann, dass wir uns unser demokratisches System nicht selber aussuchen durften. Die Demokratie ist uns nach dem Krieg von den Amerikanern (Morgenthauplan) förmlich ‚aufs Auge‘ gedrückt worden, um uns vor zweierlei zu schützen, nämlich vor einem Wiedererstarken des rechtsextremen Nationalsozialismus und vor einem linksextremen kommunistischen System, wie es die Sowjets zu etablieren versuchten und dies in einem Teil Deutschlands ja auch erfolgreich geschafft haben. Leider können wir diese Blindheit in weiten Teilen der Bevölkerung bis heute beobachten.

    Schaut man sich beispielsweise die Vorgehensweise Deutscher Behörden im Rahmen des NSU Terrornetzwerkes an, dann kann man nur zu dem Entschluss kommen, dass sie auf dem rechten Auge blind waren, bzw. sind.

    Schaut man sich auf der anderen Seite beispielsweise Deine Kommentare zu dem Vorfall an der Ruhr Uni an, dann wird man zu dem Schluss kommen müssen, dass ein Teil der intellektuellen Linken auf dem linken Auge blind ist, denn so wie Du ticken ja recht viele. Was die Antifa da im Hörsaal veranstaltet hat, war nicht nur ein Angriff auf Michael Brück, sondern auch ein Angriff auf die Demokratie, was man so allerdings nicht wird sehen können, wenn man auf dem linken Auge blind ist.

  • #36
    Klaus Lohmann

    @#24 | der, der auszog: Nun, eine Erklärung, *warum* sie die Vorlesung unterbrachen, hatten die Antifa-Leute ja mittels Rede und Plakate mit Brücks Konterfei direkt beim Auflauf im Saal gegeben. Lt. RuhrNachrichten waren Anwesende auch erst der Ansicht, dass es sich um einen Scherz, z.B. eine Partyeinladung, gehandelt hätte. Mit Party darf man dem gemeinen Jurastudenten heute doch gerne kommen, ohne dass er sich im Lernen massiv behindert fühlt – was allerdings überhaupt keine strafbare Handlung wäre, die Ihren 127er auch nur im Ansatz rechtfertigen könnte.

    Ob der Rektor die komplette Ausübung des RUB-Hausrechts auf Professoren oder andere Lehrbeauftragte übertragen hat – z.B. im Anstellungsvertrag – , bleibt zu klären und ist soooo regelhaft nun wieder nicht.

  • #37
    der, der auszog

    @Hulk

    Ich schrieb bereits, dass es sich bei meiner Beurteilung um meine persönliche Meinung handelt, der Sachverhalt letztendlich allerdings von einem Richter beurteilt werden muss. Wenn Du das trotzdem alles besser weißt, dann studier doch Jura und werd Richter.

  • #38
  • #39
    Klaus Lohmann

    @#35 | der, der auszog: Nur damit wir hier über das Gleiche diskutieren: Welche „Straftaten“ haben denn jetzt die Antifa-Leute begangen und welche davon sind in über 64 Jahren bundesrepublikanischer Uni-Geschichte noch nie vorgekommen, so dass man sich darüber gepflegt sein Maul zerreißen muss?

  • #40
    Ricardo

    @auszog: dieses ganze extremismus-rumgehuber hat null erkenntniswert. sie VERHARMLOSEN und VERZERREN damit die realen verbrechen des stalinismus. denn wie schon in anderem kommentar gesagt: die antifas wären im stalinismus als „kinderkrankheit“ im gulag gelandet. ihre gleichsetzerei und arithmetik hält sie davon ab, das wesen der terrorherrschaft zu erfassen.

    ein bemerkenswerten beitrag zur aktuellen kommunismus-debatte der undogmatischen linken findet sich hier: http://www.unrast-verlag.de/gesamtprogramm/allgemeines-programm/politik-gesellschaft/gestern-morgen-257-detail

    was das nun alles allerdings mit dem misslungenen und am ende dann doch sehr gelungenen outing zu tun hat, erschliesst sich mir nicht.

    mal sehen, mit wem herr brück dann in der nächsten vorlesung so rumsitzt.

  • #41
    #35

    Wie kann mensch so sehr die Extremismustheorie des Verfassungsschutzes verinnerlichen?

    Zur Methode der Antifas: Nix anderes als Standard bei Protesten. Und so alt wie beim ersten Mal als vom „Muff unter den Talaren“ gesprochen wurde.

    Ich weiß wirklich nicht, was daran so schwer zu verstehen ist? Michael Brück ist ein führender Kopp bei der Partei „die Rechte“. Tja und es wird geschwiegen von so viele Studis und akzeptiert nach wie vor … . Hauptsache ihr Tagesryhtmus wird nicht unterbrochen … .

    Sarkasmus an:
    Aber wen wundert es, es ist schließlich dir Ruhr-Uni – da kann der Muff ja auch noch in 50 Jahre hängen, ein wunderschönes Beispiel für die „Weltoffenheit“ in der Geschichte der RUB ist Theodor Schmidt-Kaler. Dieser Herr war vom 8. Juli 1966 bis zu seiner Emeritierung am 1. Oktober 1995 ordentlicher Professor und Direktor des Astronomischen Instituts in Bochum bleiben trotz oder gerade wegen seiner Unterschreibung des „Heidelberger Manifests“.

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  • #43
    Bockbuster

    #39 | Klaus Lohmann sagt am 4. Dezember 2013 um 14:26

    (!) Unglaublich was Du und einige Schreiben und jetzt passt mal auf 😉 Ich kläre Euch nun mal auf, da hier wohl wirklich nur fröhliche Erstis sind oder garnicht an der Fakultät sind etc.:

    1. §§Um mal einen Vergleich zu machen. Wenn die Truppe in Dein Haus bewaffnet und vermummt kommt, Deine Familie bedroht, und Du sagst, raus sonst wird geschossen; denkst DU dann dann allen ernstes noch, die Typen sind in Deinem Haus in Recht und der Richter verurteilt Dich, wenn DU in Notwehr schießen musst um Deine Familie zu schützen? Wohl kaum.

    2.Seit mal alle froh, dass die Truppe keine Jura-Vorlesung im 6. Semester gestürmt haben. Da sind die dann schon so genervt von Jura, Rep. etc., wenn es noch nicht mal von der eigenen Fachschaft ist und um die JuraParty geht, die machen die Spinner einfach nur noch fertig, wenn sie nicht sofort abhauen.

    3.Auch wage ich mal eine Prognose wegen irgendwelcher Aufarbeitung oder was weiss ich, was ihr denkt, was die Jura Fakultät bald macht…

    Niemand wird ernsthaft erwarten, dass die in der Fachschaft irgendwas ernstes gegen Michael machen oder gar eine Infoveranstaltung mit Wolters machen.

    Erst einmal werden die meisten denken, die in der Fachschaft machen die geilen Fahrten und die JuraParty und sonst sind die oben und pimmeln ab; trinken Kaffee und verkaufen die KlausurenDVD und streiten sich den ganzen Tag wegen irgendwas, was keine Sau weiss und interessiert und dennoch irgendwie doch lustig ist, wenn man von hört…

    Das ist einfach nur absurd, dass einige denken über sowas wird noch groß geredet, das Pack ist weg und hat Prügel bekommen, richtig so Borges und fertig.
    Den Rest wird der Richter bald machen: mind. 200 Jahre wegen Landfriedensbruch, versuchten Mordes an Borges und irgendwas noch werden die sich denken. Ganze Leben haben die sich nun versaut, die Blödmänner und was soll das denn?

    4.Das zeigt mir nur, die meisten Studieren doch garnicht an der Fakultät und wissen garnichts, wie das so ist im Studium etc.
    Die Clowns auch nicht und die wissen nicht wie frustrierend das in Jura ist und das man von so einem Scheiss nichts hören will, sonst würden die nicht so naiv in eine Veranstaltung gehen und wie gesagt, seit froh das die naiven und fröhlichen Erstis die Clowns noch gestreichelt haben wie die Lämmer und der große Nazianführer noch 10 Semester vor sich hat bis zum Examen…Ein paar Jahre später, hätte die Polizei die nicht mehr suchen müssen…Also erzählt mir keinen, von 60 Jahre Unigeschichte noch nicht passiert etc. Da war wahrscheinlich in 60 Jahren noch nie einer so bekloppt bei Jura reinzustürmen. Nimmt Sowi Nazis oder sowas und haut alle ab, wenn ihr keine Ahnung vom Jurastudium habt…

  • #44
    b

    Im Kontrast zu der trostlosen Verwendung von „der [Nachname]“ zur Adressierung von Akteuren ist so ein herzliches „Michael“ ja schon fast, als würden da gleich kleine ASCII-Herzchen aus der schnöden HTML-Hintergrundtapete sprießen. Ich bin gerührt.

  • #45
    Chris

    @Bockbuster: Bis du mit dem studieren beginnen kannst, ist’s aber hoffentlich noch etwas hin. Da kriegt man ja Augenkrebs, bei so vielen Rechtschreib-, Syntax- und Grammatikfehlern. Besonders ätzend: www.seitseid.de

    Vom Inhalt mal ganz zu schweigen ^^

  • #46
    Arnold Voss

    @ DDA

    Der Hörsaal wurde offensichtlich nicht in undemokratischer Absicht „gestürmt“. Es gab bis zu Beginn der tätlichen Auseinandersetzungen augenscheinlich auch keine Straftatbestände. Es gab aber ganz eindeutig einen sichtlich genervten Professor, der keinen Bock auf irgendwelche Diskussion hatte. Mir scheint, du baust hier ganz bewusst einen rechtlichen und politischen Popanz auf, um dann darauf einschlagen zu können.

  • #47
    Paul

    # 43

    Ich habe für diesen Beitrag große Sympathie. Ich kenne viele Leute, die durch ihr Jura-Studium einfach nur daher trotteten. AG, ZRS, Uni-Bib, Vorlesung, vielleicht eine halbe Stunde Mensa, dann Übung und so weiter. Getrieben von den ganzen Aufsätzen, die von den Professoren in der Vorlesung empfohlen werden und selbst auch nur von den Mitarbeitern gelesen wurden, die die Powerpoint-Präsentation erstellt haben.

    Professoren, die auf dem Erstsemesterabend sagen: „Von euch wird in einem Jahr nur noch die Hälfte übrig sein.“ Studierende, die Gutachtenstil pauken, bis ihnen der Griffel abfällt. Von Recht überhaupt keine Ahnung. Aber die punktebringenden „Sounds“ holt man sich im kostenpflichtigen Repetitorium. Die guten Professoren sind alle zwei Semester im Forschungssemester und bieten keine Veranstaltungen an. Und am Ende heißt es dann hopp oder topp. Die, die gut gelernt haben, können durchfallen. Die, die gar nichts getan haben, kommen vielleicht durch, wenn sie sich vorher drei oder vier wichtige Urteile anschauten. Aber die Jura-Elite tut nichts, um dieses Studium endlich zu versachlichen. Jeder Absolvent kann den Gutachtenstil und kennt möglicherweise die entscheidenden Fallkonstellationen auswendig. Ob er aber auch gut auslegen und unser Recht im Zweifel verteidigen kann? Die Diskussion in diesem und im vorherigen Artikel lassen mich schon zweifeln.

    Solange im Jura-Studium der Anschein erweckt wird, dass unser geltendes Recht kein politisches, sondern quasi naturgegebenes Recht ist, wird sich an der Situation der Studierenden nichts ändern. Solange die Anwaltskammer und andere Jura-Eliteclubs die Zügel in der Hand halten, gehen die Studierenden mit dem Druck durchs Studium, nach zehn Semestern einfach mal gar nichts in der Hand zu halten. Zwischenprüfung? Nichts wert. Die ganzen Scheine? Nichts wert. Schwerpunkt und damit den universitären Teil des Examens bestanden? Nichts wert. Woanders gibt es nach sechs Semestern und den entsprechenden Leistungen wenigstens einen Bachelor-Abschluss. Hier geht gar nichts.

    Und die Fachschaft? Die ist offenbar infiziert vom Elitewahn von Uni und Fakultät. Oder gab es mal von studentischer Seite mal Bestrebungen, hier und da Erleichterungen für ihre Studierenden herbeizuführen und Druck aus dem Studium zu nehmen? Nein, das Leistungsprinzip wird hier auch von studentischer Seite beibehalten.

    Solange sich an der Grundeinstellung der Juristen nichts ändert, wird sich auch die Haltung dieser Leute nicht verändern. Insofern könnte man fast zum Schluss kommen, dass die Leute in den Weihnachtsmannkostümen den Leuten im Hörsaal einen Spiegel vorgehalten haben, den sie vielleicht öfter vorgezeigt bekommen sollten. Das Leben besteht nicht aus Paragraphen. Nicht jeder Sachverhalt ist vom geltenden Recht umfasst. Es gibt Alltagssituationen, in denen nicht das Recht, sondern Zivilcourage vor Schlimmerem schützt.

    Trotzdem: Ich glaube, dass man auch vor und nach der Veranstaltung hätte Flyer verteilen können.

  • #48
    der, der auszog

    @Arnold

    Das ist Deine Sicht der Dinge. Weder du noch ich sind bei dem Vorfall dabei gewesen, als das wir die Sache beurteilen könnten, ohne auf Informationen dritter angewiesen zu sein.

    Ich orientiere mich bei meiner Meinungsbildung an der Einschätzung des Rektorats der Universität Bochum, die an verschiedenen Stellen zu dem Vorfall Stellung genommen hat und ihn aufs schärfste verurteilt.

    Zum Schluss noch was persönliches:
    Neulich musste ich mir von Dir schon nachsagen lassen, ich hätte von verfassungsrechtlichen Zusammenhängen keine Ahnung, jetzt unterstellst Du mir, ich würde bewusst einen rechtlichen und politischen Popanz aufbauen. Sorry, aber Dein andere-für-dumm-verkaufen ist unter meinem Niveau und ein solches bin ich von Dir eigentlich auch nicht gewohnt. Ihr könnt zu dem Thema ab jetzt auch ohne mich weiter diskutieren, weil ich insbesondere Deiner Allwissenheit und Deinen Glauben an den antifaschistischen Weihnachtsmann nicht weiter widersprechen mag.

  • #49
    Klaus Lohmann

    @#47 | Paul: „Woanders gibt es nach sechs Semestern und den entsprechenden Leistungen wenigstens einen Bachelor-Abschluss. Hier geht gar nichts.“

    Ich würde mich für die verratenen Grundprinzipien universitär-wissenschaftlicher Ausbildung schämen, wenn solche „Ausfälle“ wie #43 sich irgendeinen Abschluss verdienen könnten oder ihn verdient hätten.

  • #50
    Arnold Voss

    @ DDA # 48

    Ich habe überhaupt nicht vor, dich für dumm zu verkaufen. Aber schon der Ausdruck „stürmen“, den nicht nur du hier immer wieder im Zusammenhang mit diesem Vorfall benutzt, hat nichts mit der Realität des Vorganges zu tun. Die Vorlesung wurde gestört, aber nicht gestürmt.Das ist ein wesentlicher Unterschied.

    Das ist strukturell-semantisch übrigens das gleiche, wie du im Zusammenhang mit dem Mitgliedervotum der SPD schreibst, dass die Mitglieder der SPD dabei die „Regierung wählen“. Auch das hat nicht gestimmt, bzw. nicht der Realität des Vorganges entsprochen.

    Ich versteh ja, dass es dir nicht passt, wenn du auf soetwas hingewiesen wirst. Im Fall des Mitgliedervotums der SPD ist aber jetzt schon klar, dass dabei juristisch alles korrekt ist. Im Fall des anstehenden Prozesses bei dem Vorfall an der RUB werden die Richter das noch klären.

    Auf keinen Fall aber werden sie von einer Stürmung sondern von einer Störung der Vorlesung ausgehen, bei der die Gewalt erst durch die Reaktion auf diese Störung entstanden ist. Um das zu wissen muss man nicht Jura studiert haben, geschweige denn allwissend sein.

    Und falls dem nicht so sein sollte, spende ich dir eine gute Flasche Wein, damit du dich dabei wieder etwas beruhigen kannst. 🙂 Obwohl, bis die soweit sind, werden wir beide diesen Vorgang wahrscheinlich schon wieder vergessen haben.

    Politisch finde ich eine solche Art des Outings allerdings nicht unproblematisch und habe mich hier an anderer Stelle zu einem anderen Vorfall auch schon entsprechen geäußert.

  • #51
    Helmut Junge

    Arnold, wenn Du die Flasche mit @der, der auszog köpfst, solltest Du gleich mehrere mitbringen. Eine stünde mir zu. Aber auch andere langjährige Diskutanten hätten einen Anspruch. Da müßtest Du eigentlich schnell zu überzeugen sein, denn Du hast doch kürzlich erst an Nansy in
    http://www.ruhrbarone.de/artikel-38-die-mitgliederbefragung-der-spd-ist-eine-degradierung-der-abgeordneten/
    geschrieben: „Im übrigen nehme ich mich selbst von solchen Erregungen nicht aus, wie sie an machen meiner eigenen Beiträge sicherlich schon festgestellt haben. Erregung kann nun mal echt Laune machen.“
    Also kauf mal gleich mehrere Flaschen. Den Termin und den Ort kannst Du natürlich selbst bestimmen. Ich freu mich schon drauf.

  • #52
    Arnold Voss

    Helmut, das kommt jetzt so rüber, als hätte ich euch Schmerzensgeld in Form von Weinflaschen zu bezahlen. Ist es wirklich so schlimm mit mir? 🙂

  • #53
    Helmut Junge

    Arnold, sag ich jetzt „nee, ist gar nicht so schlimm“, gibt es mit Sicherheit auch keinen Wein. Sag ich, dass Du das selbst entscheiden müßtest, gibt es auch keinen Wein (denk ich mal). Du wirst Wege finden, Dich vor Dir selbst zu rechtfertigen.
    So bin ich zu der diplomatischen Floskel gekommen, zu sagen: Arnold, wir alle empfänden es als eine nette Geste von Dir, wenn Du uns „reinen Wein“, aber diesmal als edle Füssigkeit, einschenken würdest.

  • #54
    Malimal

    Hey, also Hausfriedensbruch gabs schon öfter an der RUB. Die Senatsbesetzung, als es um die Abschaffung der Studiengebühren ging. Naja, das endete mit Polizeiaufgebot und der Androhung auf Anzeige seitens des Rektorats. Wie man uns da damals rausgetragen hat. Hehe

  • #55
    bockbuster

    @klaus lohmann

    ich lese wohl nicht richtig. mein kommentar ist also ein ausfall. du selbst ernannter experte für hochschulpolitik. ich bin nicht so blöd zu glauben, das am tag der rückkehr der lili rein zufällig beim borges die clown show veranstaltet wird…

    wenn ihr wirklich wissen wollt, was das soll. es gibt eine einfache regel in bochum. achtet mal im stupa wahlkampf auf die kriterien…aufmerksam machen, fertig machen und abkassieren…

    also erzählt mir alle keine märchen und ausgefallen ist nur einer, der borges, der keine ahnung von der stud. hochschulpolitik hat…

  • #56
    Arnold Voss

    @ Helmut Junge

    Ich schenke euch hier dauernd „reinen Wein“ ein. Zumindest aus meiner Sicht. Mag sein, das meine Argumente euch nicht immer „sauber“ erscheinen. Ich selbst bin in der Regel mit meiner Meinung jedoch im „Reinen“. Ich denke, dass das für euch selbst, bzw. für euer Verhältnis zu euren Argumenten genauso gilt.

    Das sollte erst recht ein Motiv sein, ein paar Flaschen realen Weins zusammen zu köpfen. 🙂

  • #57
    Klaus Lohmann

    Wurde das schon erwähnt?

    http://www.bo-alternativ.de/2013/12/06/borges-hatte-kein-hausrecht-brueck-darf-geoutet-werden-vermummung-ist-erlaubt/

    Nur mal so für die hier versammelte Law&Order-Truppe, die unserm lieben Borges ja gottgleiche Machtbefugnisse andichten wollte.

  • #58
    @ Klaus Lohmann

    Danke für den Link, Klaus! Der Gedanke, dass der Vorgang durch ein anderes Verhalten von Professor Borges einen ganz anderen Ausgang hätte nehmen können, kommt den meisten der Ordnungsapostel hier leider erst gar nicht. Er hätte nämlich ohne jede Probleme die Aktionisten wieder ziehen lassen können um danach den Geouteten zu fragen, ob das stimmt was die Antifaleute gesagt haben.

    Alles zusammen wäre eine wunderbare Gelegenheit gewesen mit den Studenten über die Rechtsproblematik dieses Vorfalls und vor allem darüber zu diskutieren, ob ein führender und militanter Neonazi das Recht hat, Recht zu studieren, obwohl er die Verfassung und die darauf basierende Rechtsordnung nicht nur ablehnt sondern aktiv bekämpft.

  • #59
    Jenni

    @#57 | Klaus Lohmann :

    http://de.wikipedia.org/wiki/Festnahme#Jedermann-Festnahme

    Noch Fragen ?

  • #60
    paule t.

    Ich habe meine Meinung zu dem Vorfall gründlich geändert, nachdem ich Videos gesehen habe und konkretere Infos zum Ablauf der Aktion gelesen habe. Das ganze lässt den Dozenten, der völlig unnötig und – da ohne Hausrecht – auch ohne Rechtsgrundlage gewalttätig wurde, ganz schlecht aussehen. Dito das Rektorat, das sich unkritisch hinter diesen stellt und den führenden und als solchen öffentlich bekannten Nazi-Aktivisten vor einer angeblichen Verletzung seines Persönlichkeitsrechts schützen will, die ja aber nur darin bestand, den Nazi einen Nazi zu nennen.

    Ich halte lediglich die gewählte Aktionsform weiter für ungeschickt. Vorlesung stören, dazu maskiert, ist nun mal sehr provokant bis bedrohlich wirkend und birgt die Gefahr der Eskalation schon stark in sich. Da hätte man sich besser einfach mit Flugblättern, Transparent etc. vor den Vorlesungssaal gestellt – damit hätte man ja auch alle Teilnehmer der Vorlesung erreicht. Dennoch ist die Kriminalisierung der Aktion hanebüchen. Denjenigen, denen jetzt Verfolgung droht, ist sehr anzuraten, Gegenazeige wegen Körperverletzung zu stellen.

  • #61
    paule t.

    @ #59 Jenni:
    Ja, Frage: Welche Straftat soll denn überhaupt begangen worden sein (bevor der Dozent gewalttätig wurde), die eine Festnahme begründen würde?
    In Frage käme ja höchstens Hausfriedensbruch; der ist bei einem öffentlich zugänglichen Gebäude wie einer Uni aber nur denkbar, wenn ein Hausverbot vorläge; das kann der Dozent aber ohne Hausrecht nicht aussprechen, auch wenn er noch so laut „Raus hier!“ schreit.
    Den Straftatbestand „Vorlesung stören“ gibt’s ja wohl noch nicht.

  • #62
    Klaus Lohmann

    @#59 | Jenni: Nein, bei dermaßen wenig juristischem Basiswissen sind Fragen an Sie nur vergeudete Lebenszeit.

  • Pingback: Nazis im Hörsaal – wie reagieren?

  • #64
    der, der auszog

    @Arnold, @Helmut

    ich habe hier eine Menge Schelte bekommen, weil ich die Meinung vertrat, dass die Aktion der Antifawichtel vor knapp 10 Monaten den Straftatbestand des Hausfriedensbruchs erfüllten und der Bochumer Professor Georg Borges meiner Meinung nach lediglich von seinem Hausrecht Gebrauch machte.

    Offensichtlich sind auch die beteiligten Wichtelmännchen der Antifa zu dieser Einsicht gelangt und leisten demnächst jeweils 100 Sozialstunden ab, weil die Oberstaatsanwalt Bochum ihnen so die Möglichkeit gibt, sich einer Verurteilung wegen Hausfriedensbruchs zu entziehen.

    Die Antifaweihnachtsmänner haben noch mal richtig Massel gehabt und ich eine Flasche Wein gewonnen 😎

    http://www.derwesten.de/staedte/bochum/sozialstunden-nach-outing-aktion-in-bochumer-jura-vorlesung-id9881453.html

  • #65
    Arnold Voss

    Völlig korrekt, mein Lieber. Ich bin zwar immer noch der Meinung, dass der Professor die Sache hätte abwarten und die „Wichtelmänner“ wieder hätte ziehen lassen können, aber in diesem Lande bestimmen aus guten Grund die Richter, was legal ist und was nicht. Ich bin ab dem 10 Oktober sehr wahrscheinlich wieder im Lande und im Ruhrgebiet.

  • #66
    Helmut Junge

    Arnold, du hattest in Kommentar 56 einen Vorschlag gemacht! Der ist zwar fast verjährt, aber ich frage noch eimal nach, ob er noch gilt. Damals hatte ich keine Zeit, aber jetzt würde es klappen.

  • #67

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