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„Schirme gegen rechts“ mit kreativer Spenden-Aktion in Herne

Das haben sich die "besorgten Bürger" in Herne wohl anders vorgestellt: Ab sofort finanzieren sie mit ihren Aufmärschen die Integrationsarbeit. Foto: Schirme gegen rechts

Das haben sich die „besorgten Bürger“ in Herne wohl anders vorgestellt: Ab sofort finanzieren sie mit ihren Aufmärschen die Integrationsarbeit. Foto: Schirme gegen rechts

Sogenannte „besorgte Bürger“, die Woche für Woche auf die Straße gehen und rechte Parolen grölen, kennt man nicht nur in Herne. Die dortigen Aufmärsche, bei denen u.a. die Steeler Jungs und die Bruderschaft Deutschland mit von der Partie sind, laufen aber ganz offiziell unter diesem Label und das bereits seit vielen Monaten.

Dass es sich dabei um eine verharmlosende Selbstbeschreibung handelt, liegt auf der Hand. So ermittelte die Polizei zuletzt aufgrund eines Übergriffs im Rahmen eines Aufmarschs der „Besorgten“ – eine Anhängerin des Gegenprotests hatte Filmaufnahmen gemacht, woraufhin ihr das Handy aus der Hand geschlagen wurde. Die Bruderschaft Deutschland war kurz vor Silvester auch vor dem Kölner WDR dabei, als Rechtsextreme gegen dessen „Umweltsau“-Satire protestierten. Dort kam es zu Jagdszenen auf Gegendemonstranten.

Nun kann man ja auf vielfältige Weise Protest gegen rechts auf die Straße bringen. Die „Schirme gegen rechts“ haben sich jetzt etwas neues überlegt: Sie riefen eine Art unfreiwilligen Spendenlauf ins Leben – jedes Mal, wenn die „Besorgten“ demonstrieren, spenden sie indirekt an die Gesellschaft zur Förderung der Integrationsarbeit in Herne.

Das läuft so ab, dass die Teilnehmer der rechten Demos gezählt werden und pro Person 1,50 Euro in einen Spendentopf gezahlt wird (Die Höhe der Spende pro Teilnehmer kann variieren). Unterstützt wird die Aktion durch den Herner Eishockeyverein, den Druckdienstleister A. Budde und das Bündnis Herne. Für das Banner mit der Aufschrift „Stark für Herne spendet gerne!“ stellte der Cartoonist Martin Perscheid seine Zeichnung von einem Nazi zur Verfügung.

Am gestrigen Donnerstag wurde die Aktion zum ersten Mal durchgeführt. Den 40 „Besorgten“ standen ca. 400 Gegendemonstranten gegenüber, die sie lautstark anfeuerten – schließlich ging es ja um den guten Zweck.

Damit angesichts der mickrigen Teilnehmerzahlen der rechten Demos auch etwas dabei rumkommt, wurden Möglichkeiten geschaffen, die Aktion zusätzlich zu unterstützen. So werden z.B. in verschiedenen Herner Geschäften Spendendosen aufgestellt. Außerdem wurde ein Spendenkonto eingerichtet, das man auf der Facebook-Seite der „Schirme gegen rechts“ findet.

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