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Sexworker-Deutschland: “Appell für Prostitution”

Foto: Barbara Underberg

Foto: Barbara Underberg

Mit einem “Appell für Prostitution”  hat der Prostituierten-Verband Sexworker-Deutschland auf die Aktion der EMMA-Chefin Alice Schwarzer reagiert, in der das Verbot der Prostitution gefordert wird.

In dem Appell, dem im Gegensatz zu dem von Alice Schwarzer die prominenten Erstunterzeichner fehlen, fordert der Verband Sexworker-Deutschland:

“Prostitution ist keine Sklaverei. Prostitution ist eine berufliche Tätigkeit, bei der sexuelle Dienstleistungen gegen Entgelt angeboten werden.”

Im Appell-Text wird bestritten, das ein Verbot  der Prostitution den  Menschenhandel zurückgehen lassen würde:

Entgegen vieler Behauptungen ist das Prostitutionsgesetz nicht für den Menschenhandel in Deutschland verantwortlich. Wie aus dem Lagebericht “Menschenhandel” des BKAs hervorgeht, hat die Zahl der identifizierten Opfer seit seiner Einführung sogar abgenommen. Auch in Neuseeland, wo Prostitution seit 2003 als Arbeit anerkannt ist, ist keine Zunahme des Menschenhandels zu verzeichnen.

Zu den Faktoren, die Menschenhandel begünstigen, zählen globale Ungleichheiten, restriktive Migrationsgesetze sowie die Rechtlosigkeit der Betroffenen. Eine erfolgreiche Bekämpfung von Menschenhandel erfordert umfassende strukturelle Reformen auf globaler Ebene und einen menschenrechtsbasierten Ansatz.

Die Unterzeichner fordern unter anderem “Bleiberechte, Entschädigungen und umfassende Unterstützung für  Betroffene von Menschenhandel” sowie  Aufklärung statt Zwang und Verbot, staatlich geförderte Weiterbildungsangebote für Sexarbeiter

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4 Kommentare zu “Sexworker-Deutschland: “Appell für Prostitution”

  • #1
    KuKu

    Frau Schwarzer hat ja schon mit Anzeigen für die Bildzeitung geworben und auch als Gerichtsreporterin dort gearbeitet. Sie könnte doch ihren Einfluss dort geltend machen, damit die diversen Kleinanzeigen in dieser Zeitung nicht mehr veröffentlicht werden. Das wäre ja schon mal ein erster Schritt und sie könnte in ihrem persönlichen Arbeitsumfeld etwas gegen die Prostitution tun.

  • #2
    Klaus Lohmann

    Menschenhändlern ist es völlig Latte, ob sie ihre Opfer auf den Strich oder z.B. in Groß-Schlachtereien oder zu kleinen Autozulieferern schicken, um Kohle zu generieren. Insofern ist die Schwarzer’sche Begründung ihres Moralkampfs ziemlicher Schwachsinn und sprachlich leicht auseinandernehmbar.

    Den Initiatoren der Prostituierten-Gesetzgebung in Deutschland direkte Nähe zu Menschenhändlern und Frauenfeinden zu unterstellen, ist überdies die allerunterste Schublade einer gescheiterten Populistin, die noch nicht mal ins Dschungelcamp eingeladen wird. Sollte sich das etwa mit ihrem “Appel” ändern müssen?

  • #3
    discipulussenecae

    Prostitution hat es immer gegeben und es wird sie immer geben. Nicht umsonst wird sie als ‘Das älteste Gewerbe der Welt’ beschrieben – älter also noch als Diebstahl oder Körperverletzung. Ob das wirklich im einzelnen so ist, mag dahin gestellt bleiben. Aber es sei an die Folgen der Prohibition in den USA erinnert: Gesoffen wurde weiterhin, aber die Mafia konnte sich endgültig etablieren. Ebenso würde ein Verbot der Prostitution diese wiederum zurück in die Halbwelt drängen und somit erst recht der modernen Sklaverei die Türen öffnen.

    Anstatt also darauf zu drängen, die Prostitution zu verbieten, sollten für die im Gewerbe tätigen Frauen faire und sozial abgesicherte Arbeitsverhältnisse geschaffen werden.

    Aber einerlei, ob es ums Rauchen, Trinken, Essen, Faulenzen, Sprache oder eben auch um Sex geht: Den puritanischen Verbotsfetischisten fallen immer wieder dieselben Sachen ein, um moralisch besser dazustehen.

    Das ist zwar und gerade bei den RUHRBARONEN schon vielfach gesagt worden, kann aber nicht oft genug wiederholt werden. Denn: Die Wiederholung ist die Mutter aller Bemühungen (Cicero).

  • #4
    keineEigenverantwortung

    Dass ein Verbot der Prostitution gefordert wird, ist weltfremd. Wichtig ist aber, dass das Gewerbe – wie andere Gewerbe – auch, in geeigneten Räumen ggfs. mit Genehmigungen etc. stattfindet.

    Dass Menschenhändler Prostitution als Möglichkeit des “Schuldenabarbeitens” einplanen, wurde zu oft bewiesen. Die Legalisierung unterstützt also auch den Menschenhandel, da die Möglichkeiten des Geldverdienens in Deutschland für viele Betroffene deutlich schwieriger wäre, wenn Prostitution nicht mehr legal wäre.

    Warum gibt es eigentlich diese Forderungen für Sexarbeiter? Weiterbildung ist doch wohl für alle wichtig, aber durchaus auch privat zu organisieren.

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