28

Silvester: Kölnverbot für Nicht-Weiße

Foto: Sebastian Weiermann

Foto: Sebastian Weiermann

Nachdem die Kölner Polizei den Straftaten in der Silvesternacht 2015 nahezu tatenlos zugesehen hatte, trat sie dieses Mal in ganzer Stärke auf. Am Hauptbahnhof und am Deutzer Bahnhof wurden hunderte Passanten kontrolliert, gefilmt, festgehalten und mit Platzverweisen für das Kölner Stadtgebiet belegt. Getroffen hat es Menschen dunkler Haar- und Hautfarbe, die sich vorher weder straf- noch sonst wie auffällig verhalten hatten. 

Wolfgang Wurm von der Bundespolizei sagte am Sonntag, mindestens 1.000 „fahndungsrelevante Personen“ seien nach Köln gereist. Eine verwirrende Aussage – heißt das, die Polizei konnte bei ihren Kontrollen 1000 zur Fahndung ausgeschriebene Personen feststellen? Das wäre ein riesiger Erfolg, wirft aber die Frage auf, warum es im Zuge der Maßnahmen nur sechs Festnahmen gegeben hat. Das mag polemisch formuliert sein, zeigt aber: Es handelt sich entweder um einen merkwürdigen Versprecher der Behörde, oder um eine Falschbehauptung in manipulativer Absicht. Vielleicht ist für die Bundespolizei aber auch schlicht jeder „fahndungsrelevant“, der kein offensichtlicher Deutscher ist. Das diese Aussage an Neujahr bereitwillig von einer ganzen Reihe wichtiger Medien übernommen wurde, deutet darauf hin, dass nach den grässlichen Verbrechen der vorherigen Silvesternacht alles erlaubt ist.

Auch die Selektion nach Hautfarbe, die von der Polizei am Ausgang des Kölner Hauptbahnhofs veranstaltet wurde: Weiße durch die linke Tür in Richtung Partys, von der Polizei als „Nafris“ (Nordafrikaner) identifizierte durch die rechte Tür – direkt in einen Kessel. In dem wurden im Laufe des Abends an die 1700 Personen bis zu drei Stunden lang festgehalten. „Es wird keiner zu früh gehen“, sagte Polizeipräsident Mathies noch in der Nacht voller Stolz. Vorgeworfen wurde ihnen nichts, außer das sie äußerlich dem „Klientel“ des vergangenen Jahres entsprochen haben sollen. Ohne das es zu Straftaten gekommen wäre, filmte die Polizei mit mehreren Kameras die Menschenmenge. Das ist bei Versammlungen eigentlich nicht erlaubt und auch ein mehrstündiger anlassloser Freiheitsentzug (in den meisten Fällen mit anschließendem Platzverweis für die Innenstadt) dürfte vor Gericht kaum standhalten.

Was ist Racial Profiling?

„Am Hauptbahnhof haben wir mehrere Hundert Personen, die augenscheinlich aus Afrika stammen, festgestellt.“ Polizei Köln um 00:15 bei Facebook

Noch in der Nacht war in sozialen Medien von „Racial Profiling“ die Rede. Damit ist freilich nicht gemeint, dass die Polizei bei der Beobachtung der Lage die Erfahrungen und Erkenntnisse im Zusammenhang mit den mutmaßlichen Tätern des vorherigen Jahres hätte ignorieren sollen. Problematisch wird es aber, wenn polizeiliche Maßnahmen gegen Passanten ausschließlich aufgrund der angenommenen ethnischen Zugehörigkeit vorgenommen werden, ohne das diese sich irgendwie auffällig verhalten hätten – abgesehen von ihrer Hautfarbe. Genau dass ist jetzt in Köln passiert, und damit liegt zumindest der Verdacht der rassistischen Diskriminierung durch die Polizei nahe. Die Polizei kann sich zwar auf Regelungen nach dem BPolG sowie PolDVG berufen, wenn sie kurzzeitige verdachtsunabhängige Kontrollen durchführt (das heißt anhalten, Ausweis verlangen), aber die Maßnahmen in Köln gingen weit darüber hinaus.

Das es auf die Ereignisse des vorherigen Jahres entschlossener Reaktionen bedurfte, wird niemand bestreiten. Die misogyne Gewalt der Täter musste (und muss nach wie vor) kritisiert werden. Auch im Hinblick auf den offensichtlichen Zusammenhang mit einer islamisch geprägten Sozialisation. So eine Debatte hätte insbesondere in der muslimischen Community stattfinden müssen – nach Außen wahrnehmbar ist das nicht passiert. Gleichzeitig mussten die massiven Versäumnisse der Polizei beim Schutz der Feiernden aufgearbeitet werden, damit sie sich nicht wiederholen.

PR-Show der Polizei

Zu Silvester gab es nun aber bloße Symbolpolitik von Stadt und Polizei. Am Dom fand eine inspirierende Lichtinstallation statt, während ein multikulturell besetzter Chor „We Are The World“ vortrug. Einige Meter weiter, am Hauptbahnhof, zeigte die Polizei eine bombastische politische PR-Show. Und die begann schon Wochen vorher. Zum Beispiel wurden Medienvertreter eingeladen, der Anlieferung von tausenden, für den Einsatz vorgesehenen Wasserflaschen beizuwohnen. Jetzt brüsten sie sich damit, den Kölner Silvesterabend „sicher“ gemacht zu haben. Es wäre ein Fehler dieser Einschätzung zu folgen. Denn die Nacht wurde überschattet von massenhaften rassistisch motivierten Rechtsbrüchen.

RuhrBarone-Logo

28 Kommentare zu “Silvester: Kölnverbot für Nicht-Weiße

  • #1
    KE

    Es stellt sich die Frage, wie die Polizei reagieren soll, wenn es Muster gibt, die dem vom Vorjahr ähnelt.
    Warum treffen sich viele 100 Personen (Ausschliesslich Männer?) Aus vielen Landesteilen in der Nacht in einer Stadt, die zur Hochsicherheitszone ausgebaut wurde? Hier muss die Polizei eagieren!

    Feiern macht in einer Polizeistadt keinen Spass.

    Mein Dank gilt den Polizisten, die wieder viele Stunden in der Kälte standen und dann in einigen Städten auch noch mit Böllern angegriffen wurden.

    Die Kommunikation der Polizei trägt leider wieder zur Verwirrung bei. Warum wird nicht klarer formuliert.
    Die Polizei sollte auch ihre Social Media Aktivitäten überdenken. Polizei soll Sicherheit produzieren und nicht auf Social Media Rankings schauen.

  • #2
    toddererste

    "Nafris" steht, laut Polizei, für "Nordafrikanische Intensivstraftäter" und nicht für Nordafrikaner.

  • #3
    JR

    Abgesehen davon, dass laut Polizei die betroffenen Personen sich durchaus auffällig verhalten haben: Wie hätten denn die "entschlossenen Reaktionen" aussehen sollen?

    Natürlich ist es schlimm für unbescholtene irgendwie migrantisch aussehende Bürger. Aber wie bescheuert muss man denn eigentlich sein, nach Silvester 2016 ausgerechnet in Köln feiern zu wollen, wenn man optisch ins Täterraster fällt?

  • Pingback: "Nafris" in Köln: ein Land voller Bundestrainer | Ruhrbarone

  • #5
    Klaus Lohmann

    Wie man seitens der Kölner Polizei mit "knackigen" Begriffen umgeht und welch simple Denkmechanismen dort greifen, wird im SPON schön beschrieben:

    "In öffentlichen Mitteilungen, wie einer Polizeimeldung, werde man einen Begriff wie "Nafri" auch nicht finden, sagte der Sprecher. "Auf Twitter wurde er nur benutzt, um Zeichen zu sparen."

    "Dieser Begriff ist frei jeder Wertung", sagte der Sprecher. Er beschreibe auch nur generell "Menschen eines bestimmten Phänotyps", wobei in der Gruppe der "Nafris" auch Intensivtäter vorkommen würden. Die Bezeichnung würde aber explizit nicht nur Straftäter, sondern generell Menschen dieser bestimmten Abstammung beschreiben.

    Was genau einen Menschen zum potenziellen "Nafri" macht, ob es die Hautfarbe, Frisur oder Kleidung sei, das wollte der Sprecher nicht sagen, ergänzte jedoch: "Wie ein Nordafrikaner grundsätzlich aussieht, das weiß man."" (http://www.spiegel.de/panorama/justiz/silvester-kontrollen-in-koeln-was-bitteschoen-ist-ein-nafri-a-1128172.html)

    Twitter ist also nicht öffentlich bzw. kein Mitteilungsmedium und Nordafrikaner aufgrund ihrer gesamten, umfassend charakterisierenden Merkmale "Intensivstraftäter", weil "man" ja seine Pappenheimer kennt? Nunja, vor gut 2 Jahren war der Kölner Polizei der "Phänotyp" Nazi-Hooligan derart schnuppe, dass man offene Gewalt und auch im Vorfeld "hochaggressives" Auftreten ohne jegliche Anwendung geltender Gesetze lange Zeit gewähren ließ.

  • #6
    Felix Christians Beitragsautor

    @KE Männer (und Frauen) von überall her reisen zum Feiern nach Köln, schon an normalen Wochenenden nichts ungewöhnliches – an Silvester schon gar nicht. Das alleine kann kein Anlass für die Polizei sein so heftig "reagieren" zu müssen.

    @toddererste "Die Bezeichnung würde aber explizit nicht nur Straftäter, sondern generell Menschen dieser bestimmten Abstammung beschreiben." http://www.spiegel.de/panorama/justiz/silvester-kontrollen-in-koeln-was-bitteschoen-ist-ein-nafri-a-1128172.html

    @JR Starke Präsenz, Begleitung von möglichen Stratätern (von mir aus auch nach optischen Anhaltspunkten) und niedrige Eingreifschwelle bei tatsächlichen Straftaten – so wäre 2015 viel weniger passiert, und das wäre auch dieses Mal richtig gewesen. In anderen Großstädten wurde es auch durchaus so gemacht, siehe: https://www.waz.de/staedte/essen/polizei-begleitet-450-auffaellig-feiernde-in-der-essener-city-id209138761.html

  • #7
    der, der auszog

    Kurz vor Weihnachten war ich In den Niederlanden um einzukaufen. Da ich gebürtig aus Gronau, einer Grenzstadt im Westmünsterland stamme, und in dem Zusammenhang noch Familienangehörige besuchte, bin ich über die B54 gefahren, einer der am stärksten frequentierten Grenzübergänge in NRW. Auf der Rückreise nach Deutschland hatten sich in der Zwischenzeit Zoll und Bundespolizei aufgebaut und unzählige Autos herausgewunken. Was die Beamten suchten wurde unmissverständlich nach der Aufforderung, auszusteigen mitgeteilt: Drogen, Waffen, Asylanten.

    Ich stand mit meinem Auto bestimmt eine halbe Stunde mit einer Menge anderer Menschen aus BOT, RE, GE, DO, WES und anderen Ruhrgebietsstädten in dieser Kontrolle, mußte anschauen, wie ein sabbernder Drogenhund durch meinen Wagen hüpfte und die Sitze mit seinen dreckigen Tatzen beschmutzte. Anschließend durfte ich meine Tasche, die lieblos geleert wurden, indem man ihren Inhalt einfach in den Kofferraum kippte, wieder mühevoll zusammenpacken.

    Man könnte sich natürlich darüber aufregen, dass man durch diese Kontrolle eine halbe Stunde verloren hat, die man teilweise frierend neben seinem Fahrzeug stehen musste.
    Man könnte sich darüber aufregen, dass man trotz Schengen-Abkommen überhaupt an der Grenze kontrolliert wurde.
    Man könnte sich Gedanken darüber machen, wieso keine Fahrzeuge mit BOR (Borken) oder AH (Ahaus) als Kennzeichen kontrolliert wurden, denn scheinbar machen sich Menschen, die nicht als Anrainer gelten, besonders verdächtig, wenn sie aus den Niederlanden einreisen.
    Man hätte sich über den Dreck beschweren können, den der Drogenhund im Wagen hinterlassen hat und über den schroffen Ton des Beamten, der einen immer wieder aufforderte, die Hände gefälligst aus der Hosentasche zu nehmen, wenn diese wegen der kalte instinktiv in selbige hineinstecken wollte,

    Wäre ich Mitglied der Partei Die Linke oder Mitarbeiter des Westdeutschen Rundfunks hätte ich das wahrscheinlich auch getan.

    Stattdessen bin ich einfach zurück nach Gelsenkirchen gefahren und habe mich während der Fahrt gefragt, ob es in Deutschland geordneter zugehen würde, hätte man in den letzten 18 Monaten jeden Einreisenden so gründlich kontrolliert, wie es kurz vor Weihnachten von Enschede nach Gronau der Fall war.

  • #8
    Nadine Schneider

    @ JR: "Abgesehen davon, dass laut Polizei die betroffenen Personen sich durchaus auffällig verhalten haben"
    – Sagt die Polizei. Journalisten die vor Ort waren konnten zumindest im Kessel keine "hochaggressive Stimmung" (Polizeipräsident) feststellen.

    Laut Polizei war in Düsseldorf eine Gruppe von 800 jungen Männern mit nordafrikanischen Hintergrund unterwegs. Das Polizeiaufgebot war dort wesentlich kleiner, es gab offenbar keine Kessel und Massenüberprüfungen. Trotzdem scheint es aus dieser Gruppe heraus nicht zu Straftaten oder sexuellen Belästigungen gekommen zu sein.
    Furchtbarer Verdacht: Vielleicht sind selbst junge nordafrikanische Männer in großen Gruppen garnicht scharf auf sexualisierte Gewalt und Taschendiebstähle. Vielleicht wollen viele einfach nur in größeren Gruppen friedlich feiern. Verrückt, oder?

  • #9
    Arnold Voss

    Profiling ist Tätertypisierung. Entweder man lässt es, oder man macht es. Wenn es aber gemacht wird, kann man denen die es machen nicht einen Strick daraus drehen, dass dabei eine bestimmte Gruppe unter besondere Kontrolle gerät, denn das ist der Sinn der Übung. Wenn diese laut den Erfahrungen des letzten Jahres eine weit überdurchschnittliche ethnische Korreleation entält, dann ist das Ergebnis eine ethnische Typisierung. Racial Profiling ist dagegen eine absichtlich und unabhängig von bestimmten Vorfallanalysen vorgenomme ethnische General-Typisierung und sich daraus ergebende besondere Kontrollen. Das genau ist aber in Köln nicht passiert.

  • #10
    Davbub

    @ Autor:
    Vor jedem "Derby werden weiß-blaue von schwarz-gelben Fans "selektiert" (die billige Wortwahl spricht für sich).
    Vor einer AfD- Demo werden sehr viele Bürger wg. ihres Aussehens (Glatze, Springerstiefel, Wegbier in Dosen…) kontrolliert und ggf. an der Teilnahme gehindert.
    Bei den links-rechten Paartänzen von rechter Demo/Gegendemo werden die Bürger wg. ihres "phänotypischen" Erscheinungsbildes ( Rastalocken, Haschischduft, lila Halstuch versus s.o.) kontrolliert, gegängelt, eingekesselt etc.
    Wenn Sie um 10.30 morgens im Mantel längere Zeit auf einer Parkbank des Spielplatzes "Gluckenland" oder der Kita aufhalten, werden Sie allein wg. Ihres Geschlechts mit Sicherheit irgendwann der polizeilichen Aufmerksamkeit zu Teil werden.
    Und wenn das nicht reicht, besuchen sie doch einmal die Moschee in Marxloh als großer, blonder Bürger.
    Wieso sind "Generalverdacht" und profilorientierte Überprüfungen immer nur dann der Rede wert, wenn es Ausländer betrifft?

    " Getroffen hat es Menschen dunkler Haar- und Hautfarbe, die sich vorher weder straf- noch sonst wie auffällig verhalten hatten"
    Woher wissen Sie das? Herr Hilgers im WDR, den ich nicht als ausländerfeindlichen Hetzer kenne, hat die Situation anders erlebt. Er war allerdings auch vor Ort. Sie auch?

  • #11
    Arnold Voss

    Das Problem dahinter, Davbub, ist der positive Rassismus, der da lautet: Der farbige Mensch ist das Opfer des weißen Rassismus und kann deswegen kein rassistischer Täter sein. Schon der Verdacht, dass er trotzdem einer sein könnte, wird dann selbst zum (negativen) Rassismus. Auf so eine Idee kann allerdings nur der kommen, der Multikulti toll findet aber nicht lebt, sprich nicht alltäglich mit farbigen Menschen zu tun hat. Erst recht nicht mit denen von ihnen, denen der soziale Aufstieg nicht gelungen ist.

  • #12
    Nansy

    Das erinnert mich irgendwie an die siebziger Jahre – damals wurden ich und andere PKW-Fahrer meines Alters zum Teil mehrmals am Abend von der Polizei an Strassensperren herausgewunken und konrolliert, weil wir männlich, um die zwanzig unnd weiß waren (und damit ins Fahnungsraster bezüglich der RAF passten. Warum junge Frauen weniger betroffen waren, ist mir bis heute nicht ersichtlich).
    Ältere Autofahrer und Familien mit Kindern wurden gleich durchgewunken.

    War das nun sexistisch, altersdiskriminierend oder umgekehrter Rassismus (weil weiße junge Männer um die zwanzig betroffen waren) ?
    Bei mir hat das bis heute auch einen bleibenden Eindruck hinterlassen, weil wir jedesmal in den Lauf von Maschinenpistolen schauen durften, die von Polizisten mit nervösen Zeigefingern gehalten wurden.

  • #13
    toddererste

    https://www.welt.de/politik/deutschland/article160771061/Jung-und-aggressiv-Was-hinter-dem-Wort-Nafri-steckt.html
    "Im vergangenen Jahr registrierten Kölner Ermittler unter dem Begriff „Nafri“, verwendet für „Nordafrikanische Intensivtäter“, mehr als 18.000 registrierte Tatverdächtige aus den Maghrebstaaten und erfassten fast 22.000 Straftaten. "

  • #14
    Helmut Junge

    @Nansy (12) ich habe das auch so erlebt. etliche male sogar. Finger immer am Abzug der MP . Ich sah wohl so aus wie die Gesuchten. Hab ich mich übrigens auch über das Verhalten der Polizei geärgert. Aber mit mir konnte keine Partei ihr Süppchen kochen. Damals nicht und heute auch nicht. Hat auch keine Partei interessiert.
    Damals hat die Polizei alle durchgelassen, die einen offensichtlichen Migrationshintergrund hatten.
    Nur wer ins Schema der Fahnder reinpaßte wurde kontrolliert. Und das ist heute auch so.

  • #15
    Nansy

    @Helmut Junge (14) später habe ich (auch im Rückblick auf die Ereignisse der siebziger Jahre) die Grünen gewählt – wie man sich irren kann! Übrig geblieben von der (wie ich damals meinte) linken Protestpartei ist heute nur noch Ideologie und Spießertum. Jeder macht mal Fehler…..

  • #16
    thomas weigle

    1.November 77 Fahrt im gelben Bully von BI nach HB via Minden. Kontrolle Auffahrt BI, Kontrolle Raststätte HF, Kontrolle Abfahrt Porta. Der zarte Hinweis, wir seien schon zweimal, half nicht weiter. Dabei waren wir bis zum Vortag im Beamtenverhältnis(Vorbereitungsdienst) gewesen, aber langhaarig und noch relativ jung.

  • #17
    Gerd

    Köln Verbot für nicht weiße? Schwarzafrikaner und Asiaten mussten draussen bleiben? Ne, hat nur die Gruppe getroffen, die letztes Jahr unangenehm aufgefallen ist und scheinbar dieses Jahr genau so weiter machen wollte.

    Gut gemacht von der Polizei nur ein Jahr zu spät.

  • #18
    Barbara

    …für Nicht Weiße ? Ist das die alternative Bild – oder wie kommt ihr zu solch stark verzerrend verallgemeinernden Ausdrucksweisen —BÄMM – Nichtweiße, hört sich ja echt reißerisch an.

  • #19
    abraxasrgb

    2017 oder doch 1984? @Autor (vermuteter Traumberuf: Redakteur im Wahrheitsministerium) 😉

  • #20
    Klaus Lohmann

    Und als Ergänzung zu meiner #5 hat sich die Kölner Polizei nun selbst einer simplifizierenden Denk- und Ermittlungsweise bezichtigt:

    http://www.spiegel.de/panorama/justiz/silvester-in-koeln-polizei-korrigiert-eigene-angaben-ueber-kontrollierte-a-1129870.html "Polizei relativiert Angaben zu Nordafrikanern"
    "Insgesamt ermittelte die Polizei die Identität von 674 Personen. Davon konnte bisher bei 425 Personen die Nationalität festgestellt werden. Von diesen 425 waren 99 Iraker, 94 Syrer, 48 Afghanen und 46 Deutsche; 17 waren Marokkaner und 13 Algerier."

    U.a. 46 Deutsche, die lt. Kölner Polizei "grundsätzlich wie Nordafrikaner aussehen", gibt’s das?

  • #21
    kE

    @20:
    Wenn man glaubt, dass es peinlicher nicht mehr geht, kommt so eine Aussage/Statistik.

    Was ist nur von unseren Beamten zu halten, wenn sie solche Schwierigkeiten haben, Regionen zu unterscheiden, Identitäten festzustellen, …
    Nachdem immer wieder über den Einsatz berichtet wurde, muss doch nach 1-2 Tagen ein Polizist gemerkt haben, dass viele Personen, die kontrolliert wurden, nicht aus Nordafrika stammen.

    Dazu fällt mir nur ein:
    Mailand, Madrid, Hauptsache Nafri

  • #22
    Helmut Junge

    Daraus kann man lernen, daß Schuldzuweisungen gegenüber der Polizei sowieso verfrüht sind, wenn sie vor Ablauf von 2 Wochen ausgesprochen werden, weil bis dahin nicht mal die Polizei weiß, was sie getan hat. Also liebe grüne Damen, etwas mehr Zurückhaltung, bis so ein Fall überhaupt diskutierbar wird. Aber im Wahlkampffieber dürfte das wohl schwer fallen.

  • #23
    b

    30 Nordafrikaner… Wow. Obwohl die Bilder sowie Berichte das bereits erahnen ließen, folgt eine gefühlte Mehrheit lieber der Meinung von Beatrix von Storch oder arbeitet sich an den Grünen ab. Wenigstens haben, auch hier, mal alle Mal schön die Masken fallengelassen.

  • #24
    Arnold Voss

    @ b # 23
    Die Polizei hat auf Verdacht kontrolliert. Die Verdachtsauswahl hatte seinen Grund in einem ähnlichen Ereignis ein Jahr davor. Der Verdacht hat sich in diesem Fall jedoch nach der Kontrolle nicht bestätigt. Hätte sie deswegen gar nicht kontrollieren sollen?

    Rassismus ist per Defintion ein Generalverdacht. Der Verdacht auf Grund vorheriger Erfahrungen oder bestimmter Ereignisse ist aber das Gegenteil von einem Generalverdacht. Wenn er sich nicht bestätigt, was man nur durch Kontrolle herausbekommen kann, ist es immer noch kein Rassismus. Ansonsten siehe mein Kommentar #9.

  • #25
    Davbub

    zu 46 : Deutsche: Es soll ja eingebürgerte bzw. hier geboren Menschen aus dem Maghreb geben. Zudem wurde eine große gruppe "selektiert", in der sich ja auch durchaus "Bio-Deutsche" befunden haben können.
    Bei der "Feststellung der Identitäten" wurden diese oft nur auf dem Papier, das die Asylbewerber bei der Einreise wg. fehlender eigener Dokumente (die sind ja alle während der Flucht verlorengegangen) erhielten. Dort konnten die Einreisenden die Nationalität selbst ankreuzen. Daß sich gerade 2016/16 viele die syrische, afghanische oder irakische Nationalität ausgesucht haben, weil dies die Chancen im Asylverfahren erhöht, ist ein offenes Geheimnis. Interessant wird es werden, falls die Identitätsfeststellung in der notwendigen Tiefe und Sorgfalt weitergeführt wird. Das wird aber dann wahrscheinlich niemanden mehr interessieren.

  • #26
    Davbub

    Hatte keine Lesebrille an: Es soll natürlich Gruppe; "… auf dem Papier gesehen…" und 2015/16 heißen.

  • #27
    Klaus Lohmann

    "Wichtig sei allerdings, dass nach bisherigen Auswertungen kein ermittelter Tatverdächtiger aus der Silvesternacht 2015 und auch keine der 75 mit einem Bereichsbetretungsverbot belegten Personen in der Silvesternacht 2016 angetroffen worden seien, so der Polizeipräsident"
    http://www.presseportal.de/blaulicht/pm/12415/3534377

    Wie jetzt? Das soll dann der eigentlich Grund für die "verdachtsunabhängigen Personenkontrollen" gewesen sein, auf deren legal mögliche Durchführung sich die Kölner Polizei die ganze Zeit berufen hat? Verdachtsunabhängig Verdächtige suchen und festsetzen?
    Die sog. "Schleierfahndung", deren Methodik man seit der RAF in einigen Bundesländern legalisiert hat, ist in NRW – außer in einem von der EU 2006 erlaubten Bereich von 30km um die Schengen-Innengrenzen – nicht zugelassen. Afaik liegt Köln ’n bissken weiter weg von Benelux.

    Mein Gaga-Preis für den januar geht hiermit an die Kölner Polizei für ihre sinnfreien Kommunikationsbemühungen, die irgendwann hoffentlich doch noch zu einem nachvollziehbaren, nachhaltigen Bericht führen.

  • Pingback: LabourNet Germany » Auch nach Köln: Gegen Sexismus und Rassismus!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.