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Soll ausgerechnet der in Gladbach gescheiterte Dieter Hecking Schalke zukunftsfähig machen?

Dieter Hecking. Quelle: Wikipedia, Foto: Jan Heimerl, Lizenz: CC BY-SA 3.0

Bei Schalke 04 läuft es nicht. Der Vizemeister des Vorjahres befindet sich fünf Spieltage vor Saisonende in der Fußball-Bundesliga nur auf Rang 15. Der vor wenigen Monaten noch als Erfolgsbringer gefeierte Trainer Domenico Tedesco musste gehen. ‚Feuerwehrmann‘ Huub Stevens hat übernommen und kämpft aktuell darum mit dem völlig aus den Fugen geratenen Kader der Königsblauen zumindest den Klassenerhalt zu schaffen. Mehr ist in dieser Saison nicht mehr drin.

Die Probleme sind vielfältig. Mehrfach haben wir im Laufe der vergangenen Monate auch hier im Blog darüber diskutiert. Während Stevens mit der Gegenwart kämpft, richten sich die Augen der Planer naturgemäß in Richtung Zukunft. Für die neue Saison wird ein Trainer gesucht, der die Mannschaft zukunftsfähig macht, einen Neuaufbau begleitet und den Verein wieder dorthin führt, wo er sich selber sieht: An die Spitze der Bundesliga und ins Internationale Geschäft.

Heiß diskutiert wird in diesen Tagen der Name Dieter Hecking. Also ausgerechnet der Trainer, der sein Engagement in Mönchengladbach zum Saisonende beenden muss, da der dortige Manager Max Eberl ihm den entscheidenden Entwicklungsschritt mit der dortigen Borussia nicht zutraut.

Es gibt prominente Fürsprecher einer Hecking-Verpflichtung in Gelsenkirchen. So schreibt der frühere Chef des Funke-Sports (u.a. WAZ) , Pit Gottschalk, in seinem Newsletter ‚Fever Pit’ch‚ heute:

„Der 54-Jährige stabilisiert jede Mannschaft, fördert die Hierarchie durch eine Balance mit alten und jungen Spielern, lässt zeitweise, nicht immer, herrlichen Fußball spielen. Meister wurde er nie, nur Pokalsieger. Aber: Seinen Punkteschnitt von 1,6 erreichte kein Schalke-Trainer seit 2011.

Hecking muss Gladbach am Saisonende verlassen. Manager Max Eberl wollte lieber einen wie Marco Rose, der ein Versprechen auf die Zukunft abgibt. Schalke sollte schleunigst zuschlagen: Einen besseren als Hecking wird man für ihre Situation nicht mehr kriegen.“

Wirklich überzeugend klingt das nicht. Reicht es wirklich als Qualifikation für Schalke inzwischen schon aus, wenn ein Trainer dazu in der Lage ist eine Mannschaft zu stabilisieren, einen Punkteschnitt zu haben, der in Schalke der beste seit dem Jahre 2011 wäre?

Ich meine ‚Nein‘. Schalke muss sich selber und auch seinen Millionen Fans mehr wert sein als nur den ‚Resteverwerter‘ von Borussia Mönchengladbach zu geben. In Schalke muss man größer und ambitionierter denken, wenn es mit dem Verein auf Sicht wieder dorthin gehen soll, wo auch Gladbach gerne hin möchte, es Heckig aber offensichtlich nicht zutraut: An die nationale Spitze!

Klar, der neue Cheftrainer in Gelsenkirchen braucht Erfahrung. Das Experiment mit Trainertalent Tedesco ist krachend gescheitert. Und doch sollte es noch immer der Anspruch von Schalke sein mehr als nur Mittelmaß verpflichten zu wollen.

Zugegeben, der Trainermarkt ist in diesen Wochen kompliziert, und Namen die sich für so einen herausfordernden Job klar aufdrängen sind nur schwer zu finden. Zumal die Gelsenkirchener auch auf der Managementebene nach dem Abgang von Christian Heidel mitten im Umbau stecken. Das macht es nicht einfacher.

Aber Dieter Hecking als neuer Cheftrainer, das wäre wohl das offizielle Ende jeglicher Ambitionen der Königsblauen, und das bereitwillige Einreihen hinter Klubs wie Borussia Mönchengladbach. Dieses Signal an die Schalker Fans wirklich wäre fatal!

 

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10 Kommentare zu “Soll ausgerechnet der in Gladbach gescheiterte Dieter Hecking Schalke zukunftsfähig machen?

  • #1
    Robert Müser

    Es ist an der Zeit einen mutigen Schritt zu tun und den Trainer aller Trainer zu verpflichten:

    Lothar Matthäus

    falls er nicht greifbar sein sollte, ginge auch:

    Stefan Effenberg

    Beide bringen die richtige Expertise als "TV-"Experten mit, mehr Qualifikation könnte in dem angebotenen Job eher schaden als nützen.

    Einen Seiteneffekt sollte man noch erwähnen:
    Dies gibt endlich viel Spaß und Glamour in Gelsenkirchen! Da wird jede Tat außerhalb des Platzes in der Yellow Press ausgiebig gefeiert, die Ergebnisse auf dem Platz werden da zur Nebensache – garantiert.

    Dann klappt es endlich auch dem wahren Herzesprojekt dort: endlich mal Meister werden (wenn auch in der 2. Liga, aber egal Meister ist Meister) und Straßenbahnduelle gegen z.B. Bochum haben auch so ihre Reize …

    Ich denke, einer der beiden Herren wäre die richtige Wahl …

    😉

  • #2
    Thommy

    Schalke würde seit über einem halben Jahrhundert nicht mehr Deutscher Meister – ohne Hecking.

    Insofern-warum sollte Hecking das schaffen, was in dem letzten halben Jahrhundert keinem der wer weiß wie vielen Trainer n Schalke gelungen ist.?

    Insofern ist Hecking eine stabile Lösung -Gladbach hat er jedenfalls nicht schlechter gemacht und ob der Neue in Gladbach das wirklich besser acht, muss sich erst noch zeigen

    Wenn es nicht gelingt, muss man auch den Langweiler Eberl mal in Frage stellen.

  • #3
    Klaus Lohmann

    @Robert Müser: Ein Name fehlt: Pedda Neururer, der neben den gleichen Sachen für die anderen beiden noch den unschlagbaren Vorteil des passenden Lokalkolorit hat – und der würde mit wehenden Fahnen seinen Sportdirektorposten bei Wattenscheid 09 verlassen, falls Schalke wirklich so dumm wäre, ihn zu rufen:)

    Zu Hecking: Die einzige für einen meistertitel-orientierten BuLi-Club interessante Spitzenleistung ist das zweimalige Erreichen des CL-Viertelfinales mit Wolfsburg. Ansonsten ist er in den Ligen (bis auf den Regionalliga-Meister Lübeck anfang des Jahrtausends) wirklich sehr blass geblieben. Das kann kein umfassendes Argument für ein Engagement bei den Blauen sein.
    Der inzwischen gefestigte Ruf des Schalker Trainerpostens als "Schleudersitz" schreckt leider die meisten wirklich guten Trainer nur noch ab.

  • #4
    Robin Patzwaldt Beitragsautor

    Schon krass, wie schnell ein auf dem Papier so gut aufgestellter Verein wie Schalke innerhalb kurzer Zeit organisatorisch und sportlich so zurückfallen kann. Da kann der BVB froh sein, dass er die Nach-Klopp-Ära, trotz aller Probleme, bislang insgesamt so gut hinbekommen hat und immer unter den Top 4 der Liga geblieben ist., auch wenn es im Vorjahr knapp war 😉

  • #5
    thomas weigle

    Ich meine doch, dass vor nicht allzu langer Zeit, BMG erster Bay…ääähhhh, Dortmundverfolger war. Und viele, wenn nicht sogar alle haben sich vor Begeisterung über die Traumpaarung BMG-Hecking überschlagen. Außer mir natürlich. Forza SGE!!!

  • #6
    Thommy

    @1Herr Müder, Sie haben nur wirklich keine Ahnung vom Fussball und schon gar nicht von der Schalker Seele.😂
    Ihr Kommentar unterschlägt die einzig in Frage kommende Personalie-Thorsten Legat.

    Der steht zwar kurz vor einem Engagement beim viel versprechenden Dortmunder Vorort-Bezirksligisten TuS Bövinghausen, aberTönnies wird ihn aus dem sicher hoch dotierten Vertrag mit zehn Spanferkeln schon loseisen können.

    Dann würde Schalke goldenen Zeiten entgegensehen- möglicherweise wird das Modell des Spielertrainers dann diskutiert -"Legat-Machete" bildet dann die Einerkette, da traut sich j
    kein Stürmer auch nur in die Nähe des Schalker Strafraums-und er könnte noch seine beiden kickenden Söhne obendrein mitbringen.

    Sozusagen die Legatsche (K)om(p)lettlösung-"Legat total"

  • #7
    thomas weigle

    Warum nicht Loddar und Effe als Dreamduo? Ich denke schon, dass diese Personalie besser ist als die "Legatisierung" der Knappenelf.

  • #8
    Robert Müser

    @3 – Klaus Lohmann

    Klar, Peter Neururer ist eigentlich immer für hoffnungslose Trainerjobs aller Art zu gebrauchen, aber ihm fehlt doch ein wenig der Glamourfaktor von Matthäus oder Effenberg. Außerdem ist die Lage in Gelsenkirchen noch nicht so hoffnungslos, dass er da als Feuerwehrmann ran müsste.

    Seine Chance bekommt er in Gelsenkirchen bestimmt noch, wenn dort ein Retter vor dem drohenden Abstieg aus der 2. Liga gesucht wird, da kann er ja auf seine Erfahrungen aus den Jahren 1989/90 zurückgreifen und nahtlos weitermachen.

    @6 – Thommy

    Ne, ne, ne – der TuS Bövinghausen sollte mit seiner Trainerhoffnung höheren Zielen entgegenstreben, es sei denn, dass RTL eine Sonderstaffel seiner beliebten Serie "Ich bin ein Trainer, bringt mich dort hin" in Gelsenkirchen drehen möchte. Dann wäre der wahrscheinliche Demnächst-Trainer der Bövinghausener die Idealbesetzung für diesen Job.

    Bleibt dann aber die Frage ob er wg. seiner vormaligen Tätigkeiten in (Dortmund-)Bövinghausen je das Herz seiner Fans in den diversen Kurven in Gelsenkirchen erobern könnte? Bövinghausen ist schließlich auch Teil von Dortmund …

  • #9
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