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Stellungnahme der Jüdischen Gemeinde Dortmund zur DGB Veranstaltung “Israel, Palästina und die Grenzen des Sagbaren“

Andreas Zumach Foto: Heinrich-Böll-Stiftung Lizenz: CC BY-SA 2.0

Gemeinsam mit en Globalisierungsgegnern von Attac und dem Leserkreis der obskuren Nachdenkseiten veranstaltet der DGB Dortmund einen Vortrag zum Thema „Israel, Palästina und die Grenzen des Sagbaren“. Der DGB scheint ein Problem damit zu haben, dass die antisemitische BDS-Kampagne, deren Zeil die Vernichtung Israels ist, als antisemitisch bezeichnet werden wird. Gerade so als ob in Dortmund, einer Stadt, in der Neonazis mit antisemitischen Parolen durch die Straßen ziehen, Zurückhaltung in Sachen Antisemitismus ein ganz besonders drängendes Problem wäre- Referent ist Andreas Zumach, der betont, selbst kein BDS-Anhänger zu sein, aber den BDS nicht für antisemitisch hält. Zu der am 11. Dezember geplanten DGB-Veranstaltung hat die Jüdische Gemeinde nun eine Stellungnahme veröffentlicht:

„Populistische Sprüche wie “ das wird man ja wohl noch sagen dürfen“ kannten wir bisher nur von den Rechten ( „Israel ist unser Unglück“). Nun hat also auch der DGB Dortmund das dringende Bedürfnis , die angebliche Tabuisierung von Kritik an der Politik Israels zu thematisieren. Dabei sind „die Grenzen des Sagbaren“ längst überschritten.
Dies hat- ausgerechnet – ein  Gewerkschaftler  vor wenigen Tagen auf seiner Facebook Seite in erschreckend eindrucksvoller Weise belegt.

Wir zitieren:

„Eine gute Entscheidung des EuGH für mehr Transparenz .Der zionistische Terrorstaat verwechselt Ursache und Wirkung: Diskriminierend ist alleine die völkerrechtswidrige Besetzung der palästinensischen Gebiete und die Vertreibung ihrer Bewohner, damit die „jüdischen Herrenmenschen“ dort ihren Anbau treiben können!!! P.S.das ist nicht antisemitisch, sondern  völkerrechtswidrig und muss deshalb auch so gekennzeichnet werden, damit möglichst niemand diese Waren kauft.“

Hier zeigt sich lehrbuchmässig, was häufig hinter sog.“Israelkritik“ steckt, nämlich lupenreiner, israelbezogener Antisemitismus!

In der Veranstaltungsankündigung  des DGB heißt es, es handele sich um eine „Bildungsveranstaltung“ mit einer „differenzierten Diskussion“.
Aus den bisherigen Auftritten des alleinigen Referenten Andreas Zumach ist aber hinlänglich bekannt, dass es ihm allein darum geht, die antisemitische Boykottbewegung BDS vom Vorwurf des Antisemitismus rein zu waschen. Wir Dortmunder Juden werden uns diese tendenziöse Veranstaltung nicht antun.

Gleichzeitig fragen wir uns, warum  der Deutsche Gewerkschaftsbund Dortmund nicht gesellschaftlich relevantere Themen aufgreift, wie beispielsweise: „Die gesellschaftliche Entgrenzung des antisemitischen Ressentiments „.

Für alle linken Genossen, die sich über die Komplexität des Nahostkonflikts und die wahren Ziele von BDS informieren wollen, empfehlen wir ein Blick in die wohl unverdächtige „TAZ“, zum Beispiel hier oder hier
Jüdische Gemeinde Dortmund
Zwi Rappoport
Vorstandsmitglied“

Mehr zu dem Thema:

BDS: Der DGB-Dortmund diskutiert über das Recht, Israel zu boykottieren

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3 Kommentare zu “Stellungnahme der Jüdischen Gemeinde Dortmund zur DGB Veranstaltung “Israel, Palästina und die Grenzen des Sagbaren“

  • #1
    Gerd

    Ich hab die mal gefragt, wer der Referent ist, der in der "differenzierten Diskussion über die Bewegung im Rahmen einer Bildungsveranstaltung" die Position vertritt, dass BDS sehr wohl antisemitisch ist.

    Bin mal gespannt wie die sich da rausreden. 🙂 🙂

  • #2
    Thomas Weigle

    "Der zionistische Terrorstaat," meine Güte, was für A….löcher. Diese geschichtsvergessenen Gewerkschaftler sollten besser die Frage stellen, warum die EU die sog. paläst. Autonomiebehörde finanziert, die pro Monat jedem inhaftierten Terroristen 800 Euro zahlt und jeder Familie eines Selbstmordterroristen über 1000 Euro. Aus unseren Steuergeldern. Die Forderung diese Summen von der monatlichen Unterstützungszahlungen der EU abzuziehen, verweigert die EU, weil man sonst den Zusammenbruch der Autonomiebehörde befürchtet. Aus dem selben Grund stundet der "zionistische Terrorstaat" der PA die Zahlungen für Gas-und Wasserlieferungen.

    Dass die terroristische Hamas und die nicht wirklich friedfertige Fatah seit 2100 den fälschlicherweise Palästinenser genannten Bewohnern der Autonomiegebiete die fälligen Wahlen verweigert, interessiert die israelfeindlichen Gewerkschaftler nicht wirklich.

    "Der Antisemitismus ist der Sozialismus der dummen Kerls" hat August Bebel mal gesagt. Der Dortmunder DGB beweist einmal mehr diese Feststellung des Mitbegründers der SPD!

  • #3
    Gerd

    @2:

    Der ist die längste Zeit funktionär beim DGB gewesen. Viel schlimmer finde ich die Webseit der Veranstaltung, auf der gleich zweimal verkündet wird, die Politik Israels wäre nicht nur völkerrechts-, sondern auch und menschenrechtswidrig.

    Nicht sehr differenziert und in seiner Absolutheit kaum offen für eine Diskussion.

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