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Teresa Crawford Cabral: eine Malerin aus Dortmund auf den Weg zum Kunststar

Ihr Atelier im Dortmunder Kreuzviertel ist eigentlich viel zu klein. Denn die Bilder von Teresa Crawford Cabral brauchen Platz. Bis zu Zwei mal Drei Meter groß sind ihre Gemälde. Und mittlerweile international begehrt. Einer der wichtigsten Kunstsammler der Welt hat 2008 ihr bis dahin geschaffenes Werk komplett gekauft.

Im selben Jahre fand noch eine 8-monatig Einzellausstellung in einem der schönsten und wichtigsten Museen Madeiras, dem Art Centre Casa das Mudas statt. Es folgte im Herbst 2010 eine weitere Einzelausstellung im Sintra Museu de Arte Moderna in Lissabon die noch bis zum 20. März dieses Jahres andauert. http://mirror.berardocollection.com/?TopLevelID=41&lang=en

Nachdem Teresa sich viele Jahre im Ruhrgebiet und später auch in Berlin vergeblich um gebührende Aufmerksamkeit bzw. um einen Galleristen für ihre Arbeiten bemühte, wurde der international aktive Sammler José Manuel Rodrigues Berardo durch ein von ihr selbst entworfenes und finanziertes Werkbuch auf sie gestoßen. Joe Berardo, wie er kurz und knapp auch genannt wird, bekam es mehr oder weniger durch Zufall in die Hände. Die Folge: 176 Bilder und Zeichnungen wechselten ihren Besitzer. Ein Glücksfall, wie er in der Kunstszene nur selten vorkommt.

Berardos Kunststiftung , die  Berardo Collection organisierte die bisherigen Ausstellungen und hat offensichtlich noch Großes mit ihr vor. Wer eines ihrer Bilder einmal direkt vor seinen Augen hatte versteht das intuitiv. Aber auch eine Galerie hat sich mittlerweile gefunden. Mitten im Zentrum von Lissabon werden noch vor dem Ende der großen Ausstellung in Sintra, einem der nobelsten Vororte der portugiesischen Hauptstadt, von dem Teile zum Weltkulturerbe der Unesco zählen, die neuen Bilder und Zeichnungen der Dortmunder Malerin zu sehen sein.

In der Kunstszene Portugals wird Teresa Crawford Cabral, wenn man den dortigen Bloggern glauben darf, schon als die große Neuentdeckung gefeiert. Sie wurde 1959 in Portugal geboren, zog als kleines Kind  in die damals portugiesische Kolonie Angola, wo ihr Vater als Zoologe forschte. Später studierte sie an der Universität Lissabon Philosophie und an der ebenfalls dort beheimateten renommierten Kunstschule Ar.co die Malerei.

Nach Dortmund zog sie vor 25 Jahren der Liebe wegen und studierte dort an der FH Kommunikationsdesign. Im Ruhrgebiet waren ihre Bilder aber noch nie ausgestellt. Wer die Werke der Künstlerin sehen will, muss also zu Zeit noch nach Portugal fahren. Oder sie in ihrem Atelier im Kreuzviertel besuchen. Alle ihre bis 2008 gemalten Bilder sind aber auch virtuell auf der Website der Berardo Collection zu sehen.

Zu Zeit nimmt Teresa Crawford Cabral an einem internationalen Kunst Wettbewerb teil dessen Gewinner in der nächsten Scope Art New York, im Lincoln Center ausgestellt wird. Die Abstimmung ist öffentlich durch die Kunstwebsite von Saatchi organisiert. Dort kann man seine Stimme bis zum 7 Februar für die Malerin abgeben, sofern man ihren Wettbewerbsbeitrag entsprechend gut findet.

Allerdings muss man dafür entweder schon bei Faceboock aktiv sein oder sich bei Saatchi selbst registrieren lassen. Da es sich dabei aber um einer der größten Kunstwebsites der Welt überhaupt handelt, muss man sich darüber wohl keine Sorgen machen.

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46 Kommentare zu “Teresa Crawford Cabral: eine Malerin aus Dortmund auf den Weg zum Kunststar

  • #1
    Bernd Berke

    Also, wenn ich nach dem oben reproduzierten Gemälde urteilen müsste, dann… aber lassen wir das.
    Ich hab’s ja nicht im Original gesehen.

  • #2
    A.L.

    @ Bernd Berke

    pass auf, das hier findest du bestimmt grossartig, und es ist das Original:

    „Tag am Meer“

    http://www.ruhrbarone.de/tag-am-meer/

  • #3
    Helmut Junge

    Das Bild erinnert mich entfernt an ein Bild Tiepolos,
    wobei dessen Freimuetigkeit gemeint ist.

  • #4
    Arnold Voss

    Hallo Helmut, bei einem Aufenthalt in der Stadt Lissabon habe ich mir die Austellung angeschaut. Ich war auch immer wieder an große alte Maler erinnert. Nicht an einzelne Bilder sondern an die Art des Malens. Kunst ist für Laien wie mich letztlich Geschmacksache. Ich kann nur sagen, dass ich tief beeindruckt war. Man wird in die Bilder geradezu hineingezogen, wenn man sie näher betrachtet. Die Fotos im Internet können das leider nicht wiederspiegeln.

  • #5
    Helmut Junge

    Hallo Arnold,
    sehe ich auch so. Lissabon ist sicher auch die richtige Umgebung um eine gute Ausstellung zu sehen.

  • #6
    Bernd Berke

    Ich sehe schon: Die Dame hat ihren Fanclub.
    Doch ich bin ziemlich sicher, dass hier die Maßstäbe verrutscht sind.

  • #7
    Zweitausendeins

    Erst wollte ich das Ganze einfach so stehen lassen. Aber der Vergleich mit Tiepolo und anderen alten Meistern ist erscheint mir dann aber doch zu hanebüchen.

    Kunststar wird man nicht dadurch, dass ein Sammler das ganze Werk aufkauft! Aber das Werk, über dessen Qualität ich schweigen möchte, ist wohl eher wegen der Herkunft von Teresa Crawford Cabral angekauft worden. (Ein Teil der Berardo Museum Collection ist der Portugiesischen Kunst gewidmet)

    Es sei ihr gegönnt. Aber ein Kunststar ist man deswegen noch lange nicht. Es würde sich dann auch noch die Frage stellen, ob es überhaupt erstrebenswert ist einer zu werden?

    Und wenn dann zum Ende des Artikels der Name Saatchi auftaucht, kommen mir Spekulationsankäufe von jungen britischen Künstlern ins Gedächtnis. Das wurde vor einigen Jahren kritisch diskutiert.

  • #8
    Arnold Voss

    @ Bernd Berke

    Bernd, die Maßstäbe sollten wir der professionellen Kunstwelt überlassen. Wenn man allerdings schaut was sonst so an Malern in der Berardo Collection vereinigt ist, dann gehört das mehrheitlich zur fachlich anerkannten Weltklasse.

    Wie gesagt, ich bin Kunstlaie, aber dieser Sammler und seine Berater werden zumindest sie selbst überzeugende Gründe gehabt haben, nicht nur ein paar Bilder sondern das gesamte bisherige Werk dieser Künstlerin in diese hochkarätige Sammlung aufzunehmen.

  • #9
    Arnold Voss

    @ Zweitausendeins

    Natürlich wird man nicht dadurch zum Kunststar, dass ein Sammler das Werk kauft. Und in der Überschrift steht ja auch nicht, dass die Dame einer ist. Aber uns Ruhrbaronen war das auf jeden Fall eine Nachricht wert, denn es kommt im Ruhrgebiet nicht alle Tage vor, dass das einer hier lebenden Künstlerin wiederfährt.

    Was ich allerdings nicht verstehe ist, was das Portugiesischsein der Künstlerin mit der Qualität der Bilder zu tun haben soll. Ich kann mir bei dieser Sammlung nicht vorstellen, dass Berardo das Werk nur deswegen gekauft hat weil es sich um eine Landsmännin handelt. Sie ist auch nicht in dem Teil der Sammlung sortiert, der der portugiesischen Kunst gewidmet ist. Im übrigen würde ihre Argumentation bedeuten, dass z.B. ein deutscher Maler der von einem deutschen Sammler gekauft wird, schon deswegen mit künstlerischer Skepsis zu betrachten sei.

    Aber natürlich kann man ganz unterschiedlicher Meinung sein, was die Qualität der Bilder jenseits der Staatsbürgerschaft der Malerin ausmacht. Man kann auch dazu vielsagend schweigen. Ich kann nur empfehlen sich ihr Werk nicht nur im Internet anzuschauen. Und Lissabon ist auch ohne die oben erwähnte Ausstellung eine wunderschöne Stadt. Ach ja und das Ruhrgebiet ist nun mal voller kreativer Einwanderer und die Bilder sind offensichtlich in Dortmund entstanden und haben deutsche Titel.

    Und ehrlich gesagt ZWEITAUSENDEINS, es ist mir piepegal ob diese Frau ein Kunststar ist oder wird oder beides nicht oder doch und erst recht ob sie einer werden will oder nicht. Die Kunstwelt hat halt ihre eigenen Gesetze. Ich lasse mir dadurch aber nicht die Begeisterung für ihre Bilder nehmen. Und schon gar nicht, wenn sie andere Kunstlaien oder Profis vielleicht nicht so beeindruckend finden wie ich. Ok?

    Leute, das wars dann auch aus der Fankurve.

  • #10
    Bernd Berke

    @Zweitausendeins
    Danke. Ich vernehme da eine Stimme der Vernunft.
    @Arnold Voss
    Die Maßstäbe der professionellen Kunstwelt überlassen? Soso. Ich bespreche seit fast 30 Jahren Kunstausstellungen und finde mich notdürftig zurecht.

  • #11
    Zweitausendeins

    @ Arnold Voss

    Gerne können Sie sich an den Bildern erfreuen. Und dass sie in Lissabon waren, darüber können Sie sich auch freuen.

    Hatte mir die Homepage der Sammlung angeschaut und die 22 Seiten des Werkes angeschaut.
    Und so wie Sie es sich nicht vorstellen können, dass Berardo das Werk nur deswegen gekauft hat weil es sich um eine Landsmännin handelt, so kann ich mir das durchaus vorstellen.

    Und in meinem Schlusssatz zu Saatchi hatte ich auch eine zweite mögliche Motivation des Ankaufs angedeutet.

    „Ach ja und das Ruhrgebiet ist nun mal voller kreativer Einwanderer und die Bilder haben deutsche Titel.“ Was mir aber dieser Satz mitteilen soll ist mir schleierhaft? Da ich selber im Ruhrgebiet lebe und auch mit anderssprachlichen Titeln kein Problem habe, verstehe ich Ihre dünnhäutige Erwiderung nicht wirklich.

  • #12
    Zweitausendeins

    @ Arnold Voss

    Aus der Schärfe und Gereiztheit ihrer Antwort meine ich herauslesen zu können, dass fundierte Beiträge hier wohl eher unerwünscht sind!?

    Als jemand der sich seit 20 Jahren professionell mit Kunst auseinandersetzt, kann ich auch von Webmaterial abstrahieren, mir ein eigenständiges Urteil bilden und muss mich Ihrer Meinung nicht anschliessen.

    Und wenn es „uns Ruhrbaronen“ eine Nachricht wert war, so darf doch diese Nachricht hoffentlich kritisch kommentiert werden? Ok?

  • #13
    Arnold Voss

    Zweitausendeins, aber sicher doch. Aber dieser kritische Kommentar darf dann doch auch wieder kritisch kommentiert werden, oder?

    Und wieso schreiben sie , der sie sich seit 20 Jahren professionell mit Kunst beschäftigen, hier nicht unter ihrem richtigen Namen wenn sie sich zu einer Künstlerin und ihrem Sammler äußern? Professionell ist das für mich nicht.

  • #14
    Zweitausendeins

    @ Arnold Voss

    Gerne können Sie sich an den Bildern erfreuen. Und dass sie in Lissabon waren, darüber können Sie sich auch freuen.

    Hatte mir die Homepage der Sammlung angeschaut und die 22 Seiten des Werkes angeschaut.
    Und so wie Sie es sich nicht vorstellen können, dass Berardo das Werk nur deswegen gekauft hat weil es sich um eine Landsmännin handelt, so kann ich mir das durchaus vorstellen.

    Und in meinem Schlusssatz zu Saatchi hatte ich auch eine zweite mögliche Motivation des Ankaufs angedeutet.

    “Ach ja und das Ruhrgebiet ist nun mal voller kreativer Einwanderer und die Bilder haben deutsche Titel.” Was mir aber dieser Satz mitteilen soll ist mir schleierhaft? Da ich selber im Ruhrgebiet lebe und auch mit anderssprachlichen Titeln kein Problem habe, verstehe ich Ihre dünnhäutige Erwiderung nicht wirklich.

  • #15
    Zweitausendeins

    @ Arnold Voss

    Die Ruhrbarone halten (sachliche) Kommentare von mir zurück und ergänzen die ihren nach Gusto und dann kommen Sie mir mit Professionalität.

    Wenn das kein Witz ist!!

  • #16
    Andreas Lichte

    @ Bernd Berke, #10

    du schreibst: „Die Maßstäbe der professionellen Kunstwelt überlassen? Soso. Ich bespreche seit fast 30 Jahren Kunstausstellungen und finde mich notdürftig zurecht.“

    was sagst du dann dazu:

    http://www.youtube.com/watch?v=kfFvzGOvZFo

    Pier Paolo Pasolini – „La Ricotta“ – Orson Welles

  • #17
    Zweitausendeins

    @Arnold Voss

    In ihren (alten) Kommentaren tauchen ständig Ergänzungen auf!!!

    Gerade stelle ich in ihrem Kommentar #9 folgende Hinzufügung fest: „Im übrigen würde ihre Argumentation bedeuten, dass z.B. ein deutscher Maler der von einem deutschen Sammler gekauft wird, schon deswegen mit künstlerischer Skepsis zu betrachten sei.“

    Dass mit der geforderten Freischaltung meines unterschlagenen Kommentars, ein weiterer kritischer Kommentar (#10) der meine Position teilt, sehr zeitverzögert auftaucht, hat sicherlich auch etwas mit der von Ihnen eingeforderten Professionalität zu tun!?

    Oder wie können Sie sich diese Mutationen erklären?

  • #18
    Arnold Voss

    @ 2001

    Wie sie sehen hält niemand ihre Kommentare zurück. Manchmal braucht es nur etwas Zeit bis sie frei geschaltet werden. Ok.

    Auch ändert hier niemand seine Kommentare nach Gusto, wenn sie schon beantwortet worden sind. Es kann aber passieren, dass Kommentare zeitlich parallel verlaufen, weil die Freischaltung nicht immer unmittelbar nach dem Schreiben erfolgt.

    Und jetzt wieder zu Sache. Sie bleiben auf der Ebene der Vermutung, was die Motive des Ankaufs betrifft. Das sollte sie erst recht dazu veranlassen, unter ihrem richtigen Namen zu schreiben. Warum sind sie da so gereizt, wenn man sie drauf anspricht?

    Und noch was zu dem Schleierhaften des von ihnen nicht verstandenen Satzes. Könnte es sein dass Jemand, der 25 Jahre in Deutschland lebt und dort auch malt bewusst seinen Bildern deutsche Titel gibt? Dass dahinter eine Binationalität steht, die sich eben nicht mehr klar einer Nation und ihrer sogenannten Mentalität zuordnen lässt?

    Deswegen halte ich auch ihre Vermutung, dass es sich beim Sammler und der Künstlerin um eine Art innerportugiesische Angelegenheit handelt für etwas gewagt.

  • #19
    Arnold Voss

    @ Bernd Berke

    Klasse Video!

    Neben dem Aspekt, dass hier die Ehrenamtlichkeit des Blogs als Unprofessionalität und/oder böse Absicht interpretiert wird, ist diese Diskussion inhaltich dann doch noch etwas spannend geworden. Dank ihnen und 2001.

    @ 2001

    Wer auch immer sie sind. Schreiben sie hier weiter. Es geht hier allerdings schon mal etwas heftiger zu und manchmal geht es auch etwas drunter und drüber. Sorry.

  • #20
    Bernd Berke

    @Arnold Voss
    Das Video habe ich nicht ‚reingestellt.
    Einfach noch mal drüberlesen und im Geiste neu zuordnen…

  • #21
    Arnold Voss

    @ Bernd Berke #20

    Sorry Bernd. Aber Andreas Lichte hat sich in seiner Zuordnung offensichtlich auch vertan. Der Satz den er ihnen zugeschrieben hat war von mir. Daher die Verwechselung. Ich denke jetzt habe ich alles wieder auf der Reihe.

    @ Andreas Lichte

    Trotzdem, klasse Video.

  • #22
    Bernd Berke

    @Arnold Voss
    Okay. Aber Andreas Lichte hat sich n i c h t vertan.
    Die Sätze “Die Maßstäbe der professionellen Kunstwelt überlassen? Soso. Ich bespreche seit fast 30 Jahren Kunstausstellungen und finde mich notdürftig zurecht.” habe ich in #10 wirklich höchst eigenhändig geschrieben.
    Halten zu Gnaden!

  • #23
    Arnold Voss

    Bernd, als Frage in Bezug auf meine diesbezüglich Feststellung davor. Daher meine Verwirrung, die jetzt hoffentlich endgültig aufgeklärt ist. Danke EUER Gnaden!

  • #24
    Arnold Voss

    @ ZWEITAUSENDEINS

    Jetzt wo wir das formale Kuddelmuddel geklärt haben nochmal zurück zum Inhalt des Diskussion und das mal losgelöst von der konkreten Künstlerin. Ich find nachwievor die folgenden Dinge an dem Wie und Was ihren Aussagen kritikwürdig:

    1)Sie vermengen zu sehr Nationalitätszugehörigkeit und Kunstqualität. Nach dem Motto, z.B. beides Portugiesen oder beides Deutsche usw. , also ist das Kaufmotiv klar. Es gibt aber in der Kunst zunehmend etwas wie Über- und Zwischennationalität die sich so nicht mehr sortieren lässt.

    2)Sie betrachten mich als Kunstlaien eher gönnerhaft von oben herab. Nach dem Motto schön, dass sie das schön finden, aber ich weiß es natürlich besser. Am Ende bin ich in meiner Rolle als Kunstkonsument aber der, der über den Markterfolg der Kunst entscheidet.

    Jetzt kann man den Markterfolg natürlich kritisch sehen, aber auch für den Künstler ist dieser letztlich entscheidend. Wenn niemand in die Ausstellung seiner Werke geht bzw. die Bilder kauft, ist das auf Dauer sein Ruin. So gut ihn die Kritiker auch beurteilen, es nützt ihm nichts.

    Das alles kann ihr/ihm egal sein, wenn staatliche Subvention oder private Erbschaft im ausreichenden Maße seinen/ihren Misserfolg zumindest finanziell kompensiert. Aber das gilt für die allerwenigsten Künstler. Es ist also letztlich sehr wichtig, das Jemand (wie ich) von der Kunst ganz individuell und ganz subjektiv berührt, beindruckt oder sonst wie sinnlich und gefühlsmäßig erreicht wird.Der Einzelne, also in diesem Falle ich, ist dabei statistisch natürlich wenig relevant aber die Masse der Einzelnen und ihre unmittelbaren Gefühle schon.

    Wenn sie also sehr lakonisch und selbstgefällig schreiben, dass sie mir im hier debattierten Fall genau diese Gefühle als Kunstbetrachter „gönnen“, und die schöne Stadt Lissabon gleich mit, dann unterschätzen sie meiner Ansicht systematisch das was dahinter steht: Ich als Laie bin das eigentliche Bindeglied der Kunst zur Welt und nicht sie als Experte.

    Nicht, dass sie das schon wieder als Schärfe und Gereiztheit interpretieren. Ich will ihre Rolle nicht schmälern. Ganz im Gegenteil. Aber ich bitte sie, die meinige mehr zu beachten und im Gesamträderwerk des Kunstbetriebes angemessener wahrzunehmen.

    Ach ja, und ich finde es nachwievor nicht korrekt, dass sie sich als Profi zu Künstlern und ihren Sammlern äußern, ohne ihren richtigen Namen zu nennen.

    Wo ich ihnen allerdings zustimme, ist, dass mit Kunst spekuliert wird, bzw. dass man das berechtigt vermuten kann. Aber wirklich neu ist das jetzt auch nicht. Es ist vielmehr Teil des Marktes den ich oben zu beschreiben versucht habe.

  • #25
    Bernd Berke

    Um eine Passage aus dem Beitrag aufzugreifen: Dort heißt es, die Künstlerin werde
    „in Sintra, einem der nobelsten Vororte der portugiesischen Hauptstadt, von dem Teile zum Weltkulturerbe der Unesco zählen“
    ausstellen. Da hat es den Anschein, als strahlten die Noblesse des Vororts und das Weltkulturerbe indirekt auf ihre Werke ab.

  • #26
    Zweitausendeins

    @ Arnold Voss

    Den Verlauf dieser Diskussion habe ich als höchst unerfreulich erlebt. Und durch die nachträglichen Textabänderungen (siehe oben) sehe ich Sie als Diskutanten absolut disqualifiziert!

    Ihr jetziges „Schwamm drüber“ erscheint mir als eine typisch männliche Verhaltensweise, um zu guter Letzt dann doch Recht zu bekommen oder zu haben, und das bisherig geschriebene unter den Tisch zu kehren.

    Und mit einem Satz wie: „Ich als Laie bin das eigentliche Bindeglied der Kunst zur Welt und nicht sie als Experte.“ verdeutlichen Sie Ihr Dilemma noch mal aufs Anschaulichste.

    Als Beobachter der Ruhrbaroneseite habe ich mir von Zeit zu Zeit erlaubt, unter meinem Pseudonym Zweitausendeins eine Meinungsäusserung abzugeben. Dies war der dritte Versuch und wahrscheinlich auch der letzte. Da ich meine Einwände pointiert, aber sachlich formuliere, sehe ich keinerlei Veranlassung oder Verpflichtung mein Pseudonym aufzudecken.

    P.S. Ich bin nicht der Nachfolger einer Verlegerdynastie.

  • #27
    Arnold Voß

    @ Zweitausendeins

    Ich sehe ihre Kommentare auch erst wenn sie freigeschaltet sind. Und das macht Herr Laurin in der Regel. Wenn sie also ausnahmsweise nicht sofort freigeschaltet werden, dann gibt es für mich noch keinen Antwort, und dann kann das passieren, was sie als nachträglich Textabänderung bezeichnen. Das kann hier übrigens jeder, wenn er einfach noch einen zweiten Kommentar nachschießt. Ich kann es als Ruhrbaron auch innerhalb eines Kommentars.

    Der nachträglich Satz hat meine Position wie sie selber wissen, nicht verändert sondern nur vertieft. Statt darauf einzugehn lenken sie hier schlicht und einfach ab und spielen die beleidigte Leberwurst. Sie sind es offensichtlich nicht gewohnt dass man ihnen widerspricht.

    Ich kommentiere hier im Gegensatz zu ihnen regelmäßig und seit Jahren und unter meinem richtigen Namen. Sie sind hier der erste der mir hier Disqualifikation vorwirft. Sie verstehen also, dass mich ihre Disqualifikation nicht sonderlich berührt.

    Es gibt auch kein Dilemma in meiner Argumentation, bzw. wird etwas nicht dadurch zum Dilemma, dass sie es nicht verstehen Zweitausendeins. Der normale Kunstrezipient befindet sind in einer erst einmal nur ihm zugänglichen Kommunikation mit dem Werk. Er ist also völlige unabhängig davon, wie es ein Kritiker sieht und ob der ihm seinen Kunstgenuss gönnt.

    Konkret ausgedrückt: Sie, Zweitausendeins, sind garnicht in der Position mir etwas gönnen zu können. Geschweige denn meinen Kunstgenuss. Auch der Sammler hat sie offensichtlich nicht hach ihrer Meinung gefragt. Auch der Künstlerin haben sie nichts „zu gönnen“, weil sie völlig irrelevant für den Ankauf ihrer Bilder waren. Haben sie mich jetzt verstanden?

  • #28
    Arnold Voss

    @ Bernd Berke #25

    Warum schreiben sie nicht einfach was zu den Bildern der Malerin, Bernd? Was konkretes? Was nachvollziebares? Was sachliches? Außer, dass sie sie irgendwie nicht gut finden? Offen gesagt Bernd, sie fangen an mich zu langweilen.

  • #29
    Helmut Junge

    @Zweitausendeins (7),

    Sie sind doch sprachlich durchaus auf der Höhe, um zu wissen, daß mein Vergleich (3) mit Tiepolo und anderen alten Meistern, keine Gleichsetzung ist, wie Sie es im Kommentar (7) anscheinend verstehen.
    Tiepolo ist ein bedeutender Maler, der die Kunstgeschichte geprägt hat. Ob jemand aus unserer Zeit jemals zu diesem kleinen elitären Kreis gehören wird, kann ich nicht entscheiden. Sie aber auch nicht, selbst wenn Sie deutlich jünger sein sollten, als ich.
    Geschichtsschreibung überlasse ich den späteren Generationen.
    Aber ich kann doch sagen, dieses Bild erinnert mich an ein anderes Bild!
    Das kann doch niemand anders als ich wissen, was mich, woran erinnert.
    Sie können allerdings denken und schreiben, daß ich keine Ahnung habe, wovon ich rede. Das ist Ihr Recht, denn zum Meinungsaustausch ist dieses Forum ja da.
    Auch, daß Sie dieses und die anderen Bilder dieser Künstlerin nicht sehr hoch schätzen, ist Ihnen unbenommen. (Ich finde übrigens auch einige andere Bilder der Künstlerin Klasse!)
    Sie nennen allerdings, ebenso wie @Bernd Berke, keine Kriterien, nach denen Sie Bilder in gute oder schlechte Bilder einstufen. Kurz, Sie schreiben nicht, was Ihre Kritikpunkte sind. Das macht eine Diskussion schwierig.
    Im Übrigen finde ich den Kommentar (9) von Arnold Voß keineswegs als „dünnhäutige Erwiderung“, wie Sie im Kommentar (11) schreiben.
    Auch Ihr Kommentar 12, wo Sie schreiben „Aus der Schärfe und Gereiztheit ihrer Antwort meine ich herauslesen zu können, dass fundierte Beiträge hier wohl eher
    unerwünscht sind!? “ ist mir unverständlich, weil ich Kommentar (9) für moderat halte.
    Ist die Chronologie der Kommentare fehlerhaft?
    Sorry, ich bin heute aus dem Urlaub zurück, und habe erst heute bemerkt, daß diese Diskussion weiter gegangen ist, und solch einen merkwürdigen Verlauf genommen hat.

  • #30
    Arnold Voss

    @ Helmut Junge

    Hallo Helmut ,schön dass du dich wieder zuschaltest. Was 2001 in seiner/ihrer Argumentation auch zu wenig berücksichtigt ist die Tatsache, dass Sammler wie Museen ein großes Risiko eingehen, wenn sie eine Künstlerin/einen Künstler nach persönlichem Gutdünken oder auf Gund der Staatsbürgerschaft kaufen oder ausstellen.

    Ein Sammler wie Berardo und dessen Kunststiftung haben einen internationalen Ruf zu verlieren. Das gleiche gilt für die Museen und ihre Direktoren und das insbesondere, wenn sie die Bilder eines Sammlers ausstellen.Siehe als Beispiel eine Ausstellung der Berardo-Sammlung in Paris: (http://de.parisinfo.com/kultur/911841/von-miro-bis-warhol-die-berardo-sammlung-in-paris)

    Obendrein sind in der Regel noch die Kommunen in denen die Musseen sich befinden in den Entscheidungsprozess über das, was in diesen Museen künstlerisch passiert, involviert.

    Niemand wird also einer Künstlerin oder einem Künstler eine große Einzelausstellung widmen, wenn er nicht gute künstlerische Gründe hat bzw. bevor er nicht den Ratschlag von Kunstexperten eingezogen hat. Dass die nicht alle der gleichen Meinung sind, davon ist auszugehen. Dass aber ein Teil von ihnen dem entsprechenden Künstler oder der entsprechenden Künstlerin hohe Qualität bescheinigt hat, ebenfalls.

  • #31
    Helmut Junge

    @ Arnold Voß,
    Vermutlich hast Du Recht. Der Sammler muß einige Leute davon überzeugen, daß er die richtige Wahl getroffen hat. Und wenn es ein bekannter Sammler ist, dann hat er das Kunststück bereits einigemale fertiggebracht. Die Sammler, die das nicht schaffen, bleiben uns normalerweise unbekannt. Ich denke, die letztere Gruppe ist größer, als die erfolgreiche.
    Aber wie trifft so ein erfolgreicher Sammler seine Wahl?
    Sobald ich das herausgfunden habe, könnte ich auch Kunstsammler werden.
    Allerdings müßte ich dann auch noch die Begabung haben, diese Kunst überzeugend auf den Markt, bzw. in die Museen zu bringen. Ich glaub, ich laß die Finger davon. Am Ende scheitere ich, weil mir eine der beiden wichtigen Fähigkeiten fehlt. Und dann meinen Frust abzubauen, indem ich ich über die erfolgreichen Sammler schimpfe, dazu hab ich auch keine Lust.

  • #32
    Arnold Voß

    @ Helmut Junge

    Du nicht, andere offensichtlich schon. Wobei ich garnicht auf 2001 so eingestiegen wäre, wen da nicht das Adverb hanebüchen für deinen Vergleich mit Tiepolo und mir gegenüber dieser “ g e r n e kö n n e n sie sich erfreuen“ gefallen wäre.

    Dazu kam dann Berke mit „seit 30 Jahren bespreche ich Kunstausstellungen“ und dann wieder 2001 mit“ seit 20 Jahren beschäftige ich mich professionell mit Kunst“. Wenn Leute die Anzahl der Jahre ihren beruflichen Praxis/Erfahrungen wie ein Namensschild vor sich hertragen werde ich einfach skeptisch. Und wenn Maßstäbe als verruscht bezeichnet werden, ohne die Maßstäbe selbst zu nennen erst recht.

    Eigentlich habe ich mich über beide Beiträge gefreut, weil ja gerade die andere Meinung das Salz in der Suppe eines Dialoges ausmacht. Was dann von Berke kam war einfach nur flapsig und inhaltsleer und bei 2001 ging es nicht mehr um Argumente sondern um sein/ihr Ärger darüber das ihre Comments nicht sofort freigeschaltet wurden.

    Wirklich enttäuschend war aber für mich die Erfahrung wie Kunstkenne hier als persönliche Attitüde zelebriert wurde. Der eigene Beitrag ist natürlich profunde und die der anderen hanebüchen. Man selbst ist die Stimme der Vernunft und die anderen der „Fanclub“, sprich die Banausen eben. Als wären Kunstlaien gänzlich ohne ästhetische Bildung und historische Kunstkenntnisse.

    Später habe ich mich entsprechend auch sehr geärgert, dass ich am Ende einer meiner anfänglich Comments darauf auch noch eingestiegen bin #9. Und das, da es noch keine Antwort darauf gab genau in der Art von Nachhinein aus der mir dann 2001 eine Strick zu drehen versuchte.

    Wie auch immer, gespürt habe ich bei Berke sowie bei 2001, wenn auch in ganz unterschiedlicher, ja gegensätzlicher Form, eine seltsame Art von, wie soll ich es beschreiben, Missgunst? Undzwar gegenüber der Malerin wie auch gegenüber ihren beiden „Fans“, also gegenüber uns beiden, die wir ja hier nur als mehr oder weniger zufällige Beispiele für die Menschen stehen die von ihren Werken berührt sind. Man könnte es auch als ein Von-Oben-Herab bezeichnen. Vielleicht war es auch beides.

    Nicht, dass ich gegen eine gewisse kühle fachlich versierte Distanz auch gegenüber der Kunst grundsätzlich etwas hätte. Leute, die sie so sehen, können ein Korrektiv der eigenen Wahrnehmung sein. Aber wenn dieses Korrektiv sozusagen ex catedra und vom Ton her so kommt wie das von Berke und 2001, dann ist es einfach nur borniert. Nicht auf einen Dialog aus, sondern auf die eindeutig vertikale Abklärung der Zuständigkeit und Kompetenz.

    Das ist mir mit sogenannten Kunstkennern allerdings schon öfter passiert und es hat mich dazu gebracht,mich zunehmend von Orten fern zu halten, wo solche Leute ihr Unwesen treiben oder sogar die Mehrheit ausmachen. Leider kann man als kulturinteressierter Bürger heutzutage solchen Menschen aber gar nicht entkommen.
    Aber wer weiß, vielleicht ist mir ja mal eine andere, eher gleichberechtigte Dialog-Erfahrung mit diesem Menschenschlag beschieden.

  • #33
    Bernd Berke

    Du meine Güte, lieber Herr Voß, Sie werden sich doch eines Tages wieder beruhigen, oder?

    Auf meine langjährige Ausstellungserfahrung nebst Rezensententum habe ich nur deshalb hingewiesen, weil gerade Sie in diesem Thread das Urteil den (nicht näher benannten) Experten haben überlassen wollen. Jetzt aber spielen sie den gesunden Laienverstand just gegen die missliebigen Fachleute aus. Ja, was denn nun?

    Natürlich beruht auch meine Auffassung letztlich auf unerfindlichen (meinesthalben in Kindeheitseindrücken verankerten) Geschmacksurteilen. Aber glauben Sie mir: Wenn Sie mehrere Tausend Ausstellungen gesehen und für die Zeitung oder für Blogs beschrieben haben, bekommen Sie irgendwann einen Blick für Qualität, wobei ich auch weiß, was Betriebsblindheit anrichten kann.

    Gleich eingangs habe ich bekannt, dass ich Teresa Crawford Cabrals Bilder nicht im Original kenne. Auch bezweifle ich nicht ihr handwerkliches Können. Gleichwohl deutet ihr Motivkanon auf einen arg verspäteten Surrealismus hin, der es in ähnlicher Weise – als gesunkene Hochkultur – zur „Kaufhauskunst“ gebracht hat. Gern ließe ich mich anhand einer Ausstellung eines Besseren belehren. Als Dortmunder Lokalpatriot fände ich es (abgesehen von allem anderen) sogar großartig, wenn in dieser Stadt eine famose Malerin lebte. Bislang habe ich allerdings nur den Eindruck gewonnen, dass sie über Gebühr „hochgehottet“ wird. Daher auch mein Hinweis auf die Erwähnung des noblen Vorort Lissabons. Der kann nämlich kein künstlerisches Kriterium sein.

    Missgunst ist nicht, wie Sie vermuten, mein treibendes Motiv. Im Gegenteil: Ich möchte, dass Künstler(innen), die nach meinem Dafürhalten (und da gibt es nur ein subjektives Urteil, das man allenfalls annähernd vermitteln kann) wirklich „gut“ sind, die entsprechende Aufmerksamkeit erhalten.

    Gleichwohl respektiere ich Ihre (und Stefan Laurins) Meinung. Aber teilen muss ich sie nicht.

  • #34
    Arnold Voß

    Danke Bernd, damit kann ich (endlich) was anfangen. Ich empfehle ihnen trotzdem, oder gerade deswegen, sich einmal eines oder mehrere der Bilder im Original anzuschauen. Dazu müssen sie als Dortmunder nicht unbedingt nach Lissabon. Die Malerin hat ihr Atelier im Kreuzviertel! Sie könnten sich also dazu auch noch mit ihr über ihre Bilder unterhalten.

    Ach ja, und mit (verspätetem) Surrealismus kriegen sie die Bilder nicht in den (Be)Griff. Auch glaube ich nicht, dass sich ein Sammler wie Berardo mit so etwas zufrieden geben würde.

    Ein Blog wie die Rurbarone, so groß seine Einschaltquote mittlerweile ist, ist schlicht nicht in der Lage eine Künstlerin oder einen Künstler zu „hotten“.

  • #35
    crusius

    http://covergalerie.org/DATEN/G/GUS%20BACKUS/bgp53057.jpeg

    Wer nun weiß, wer Dortmunds größter Maler war, darf sich die Kunstkenner(innen)-Plakette an den Küchenschrank heften.

  • #36
    crusius

    Voss: eine Flasche Bier.

    Berke: „Schlager beliefern die zwischen Betrieb und Reproduktion der Arbeitskraft Eingespannten mit Ersatz für Gefühle überhaupt, von denen ihr zeitgemäß revidiertes Ich-Ideal sagt, sie müssten sie haben.“

  • #37
  • #38
  • #39
    Arnold Voß

    Crusius, auch ihr Schema passt nicht auf die Bilder dieser Malerin. Sie sind in keiner Weise gefällig. Im Gegenteil. Dafür allerdings von unglaublicher malerischer Präzision.

    Von Berke habe ich mir einfach mehr erwartet. Z.B. dass er sich Bilder der Malerin, da sie ja in seiner unmittelbaren Reichweite zu sehen sind, anschaut, bevor er sich hier öffentlich ein Urteil erlaubt. Dieses ist dann auch entsprechend oberflächlich ausgefallen.

    Wenn einem bei diesen Bilder nicht mehr als Surrealismus einfällt, dann ist das schon sehr sehr dünn. In ihrem Zusammenhang auch nur den Begriff der „Kaufhauskunst“ zu assozieren ist sogar geradezu dümmlich.

    Ach ja, ich fände es gut wenn sie sich bei der Diskussion über diese Malerin und ihr Werk ein bisschen vom Dortmunder Sprengel lösen könnten.

  • #40
    Dr. Sabine Weicherding

    Nun hat sich der Pulverdampf des Gefechts zwar nahezu aufgelöst, aber Sieger sind keine in Sicht. Auf der einen Seite stehen die Urteile zweier Kunstinteressierter (Bernd Berke, 2001) über ein Werk, dem sie auf Grundlage von Internetansichten die Qualität absprechen, auf der anderen Seite die als Monolog verkümmerten Versuche von Herrn Voss, eine Diskussion hierüber mit sachlichen Argumenten zu eröffnen.
    Und auf der Strecke blieb dabei die Kunst an sich. Da werden persönliche Eindrücke geschildert, aber auch auf doktrinäre Art und Weise persönliche Meinungen und Einschätzungen zu Werturteilen erhoben. Für mich als Kunsthistorikerin ist das allzu BELIEBIG.
    Mag sein, dass auch im Text zuwenig über die Kunst von Teresa Crawford Cabral gesagt wurde, und zuviel über den Erfolg, der ihrem Werk zuteil wird. Aber als KUNSTKRITIKER ist man der Sachlichkeit verpflichtet und sollte die Kriterien und Maßstäbe seiner Beurteilung in eine Diskussion einbringen. Sich rauszureden mit seiner langjährigen Auseinandersetzung mit Kunst und gar mit der nach 30 Jahren immer noch notdürftigen Orientierung in der Kunstwelt, naja.
    Also zum Wesentlichen: Herr Berke und Phantomas, ich interessiere mich für ihre Beurteilungsparameter und die Wege ihrer Meinungsbildung. Nur zu!

  • #41
    Arnold Voß

    Liebe Frau Dr. Weicherding, ich muss ihnen leider recht geben. Aber uns Ruhrbaronen war eben der offensichtliche Erfolg der Künstlerin schon wichtig genug, darüber und über sie selbst ausführlich zu berichten.

    Ohne sie persönlich zu kennen, was halten sie davon, wenn sie für uns und unsere Leser als Gastautorin in einem Extra-Posting (Artikel) einmal i h r e fachliche Position zu dem Werk von Frau Crawford Cabral kundtun? Und zwar ganz unabhängig davon, wie hier die Diskussion weitergeht.

    Wenn sie Interesse haben, schreiben sie einfach an Ruhrbaron Stefan Laurin.

  • #42
    crusius

    Gut, nun also noch einmal ernsthaft (wobei ich nicht genau verstehe, warum beim Thema Kunst der Spaß von vornherein ausgeschlossen sein soll, aber nun denn…)

    Das von mir in #35 verlinkte und in #37 noch einmal indirekt referenzierte Single-Cover referiert auf eine Reihe von Arbeiten des in Dortmund geborenen, in Essen aufgewachsenen Martin Kippenberger – Arbeiten, die er im übrigen nicht selbst ausgeführt hat, sondern von angestellten „Gebrauchsmalern“ umsetzen ließ. Näheres findet sich bei Google.

    Kippenberger und diesen Streit über die Arbeiten von Frau Crawford Cabral ins Verhältnis zu setzen, ist durchaus instruktiv: Kippenberger gehört zu jenen Künstlern, die ihre eigene Rolle, das Zusammenspiel von Künstler und Kunstmarkt und überhaupt den gesellschaftlich-politischen Kontext von Kunst in ihre Arbeit einbezogen haben. Das Verfertigen von Bildern um des Verfertigens von Bildern willen ist heutzutage eine problematische Angelegenheit geworden. Das spricht natürlich nicht dagegen, daß es weiter geschieht, Sammler aufmerksam werden, sich an schönen Dingen freuen usw. usf. Aber aus derartiger ‚unmittelbarer‘ Wertschätzung ästhetische Urteile ableiten zu wollen, das geht so heute nicht mehr. Malen können alleine reicht also nicht mehr – auch wenn es nicht in jedem Falle schadet.

    Daß diese Doppelbödigkeit, Reflexivität in den im Netz zu sehenden Arbeiten von Frau Crawford Cabral so nicht zu finden ist – jedenfalls nicht so wie bei Kippenberger – kann man meines Erachtens schon am Bildschirm erahnen. Inwiefern man ihren künstlerischen Standpunkt als eigenständig ansehen will, ist sicherlich kontrovers. All das schmälert nicht den Nachrichtenwert des von den Ruhrbaronen Berichteten. Aber vielleicht macht es die Revolte in den Kommentaren etwas faßlicher.

    Im Ruhrgebiet gibt es übrigens immer noch auch richtig tolle Maler:

    http://www.johannhendrix.de/

    Nicht verwandt oder verschwägert. Keine Werbung… 😉

    Noch ein Dortmunder Detail: Bei der Benennung neuer Straßen rund ums U kam Kippenberger übrigens nicht zum Zuge, weil der Dortmunder Katholizismus dessen Abkonterfeiungen gekreuzigter Frösche immer noch nicht verwunden hat und diesen Standpunkt in der politischen Debatte zum Tragen bringen konnte: Ein Propst schrieb einen Brief und das Thema war vom Tisch.

  • #43
    Helmut Junge

    @crusius (44),
    Es ist ein Gewinn für die Menschheit, wenn ein Künstler vom Format Kippenbergers den Nikolaus sagen läßt, daß Krieg Böse ist, aber das läßt nicht den Umkehrschluß zu, daß nur der Künstler ist, der politische Bilder malt.

  • #44
    Dr. Sabine Weicherding

    Ihrem plötzlichen Verstummen nach zu urteilen wissen manche Leute doch nicht so genau, worauf sie ihre Meinung aufbauen.

  • #45
    Helmut Junge

    @Dr. Sabine Weicherding,
    was mich betrifft, ist es so, daß ich gesagt habe, was ich ursprünglich zu diesem Thema sagen wollte. Es ist übrigens fast immer so, daß eine Diskussion nach ein paar Tagen abflaut. Ausgenommen sind da nur einige esoterische Themen, bei denen sich einige Leute persönlich angegriffen fühlen, und auch immer wieder Antworten bekommen.
    Hier geht es aber um Kunst.
    Und Kunst hat hier im Forum leider nicht so eine hohe Resonanz wie z.B. Politik.
    Aber das ist ja nur mein, auf den Augenblick bezogener Eindruck und kann sich ändern. Da allerdings die Gegner der Malerei von Teresa Crawford Cabral etwa seit Ihrem Posting vom 10. Februar verschollen sind, und sich m.W. auch zu anderen Themen nicht mehr geäußert haben, bleiben nur noch Arnold Voß und ich, vielleicht noch @crusius übrig. Wenn Sie also diese Diskussion neu beleben möchten, müssen Sie sich schon selber einbringen.
    Danach bin ich bereit, auch noch über meine früheren Beiträge hinaus, deutlich zu machen, „worauf ich meine Meinung aufbaue“.

  • #46
    Dr. Sabine Weicherding

    Zur Klärung: Meine Aufforderung bezieht sich auf die in #42 bereits angesprochenen Bernd Berke und 2010.

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