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Update: WAZ ohne DPA

Heute erschien die WAZ zum zweiten Mal fast ohne DPA-Meldungen im Mantelteil. Auch die dpa-Fotos wurden nicht mehr abgedruckt.

Fast der gesamte Mantelteil der WAZ kam heute wieder ohne DPA-Meldungen aus. Nur eine dpa-Meldung tauchte auf Seite 6 auf über zwei erschossene irakische Politiker. Keine Ahnung, ob das eine echte dpa-Meldung war, oder jemand die Meldung falsch ausgezeichnet hat. Fast alles hatte die WAZ-Redaktion in Eigenarbeit geschrieben. Ausnahme: Einige kleine Meldungen von Agenturen wie DDP oder AFP. Die Fotos waren auch alle entweder von kleineren Agenturen, von ddp oder eigenen Fotografen. Bereits gestern hatte die WAZ den ersten Testlauf ohne dpa gemacht.

Heute erschien die WAZ zum zweiten Mal fast ohne DPA-Meldungen im Mantelteil. Auch die dpa-Fotos wurden nicht mehr abgedruckt.

Fast der gesamte Mantelteil der WAZ kam heute wieder ohne DPA-Meldungen aus. Nur eine dpa-Meldung tauchte auf Seite 6 auf über zwei erschossene irakische Politiker. Keine Ahnung, ob das eine echte dpa-Meldung war, oder jemand die Meldung falsch ausgezeichnet hat. Fast alles hatte die WAZ-Redaktion in Eigenarbeit geschrieben. Ausnahme: Einige kleine Meldungen von Agenturen wie DDP oder AFP. Die Fotos waren auch alle entweder von kleineren Agenturen, von ddp oder eigenen Fotografen. Bereits gestern hatte die WAZ den ersten Testlauf ohne dpa gemacht.

Die Kollegen von DPA befürchten, dass sich die WAZ-Printausgaben komplett von DPA verabschieden könnte und die größte deutsche Nachrichtenagentur künftig nur noch für DerWesten zuliefern darf. Das Problem dabei: Auf diesem Weg könnten die WAZ-Printredakteure den Nachrichtenfluss von DPA weiter verfolgen, dafür weniger bezahlen und die relevanten Meldungen kurz für das Blatt nachschreiben.

Kleiner Nachtrag: Warum tut die WAZ-Führung ihrer Zeitung dies an? Die Zeitung ist heute nicht besser, die Mannschaft musste sich stattdessen mit dem Kleinkram rumschlagen. So gelangte gestern auf die prominente Seite 3 die Kurzmeldung, dass auch in diesem Jahr "Weihnachten in Bottrop" ist. Knaller-Meldung – richtig platziert? Jau, da steht, dass gleich drei Tage lang 60 Buden vor dem Rathaus stehen. WOW. Heute war im Wirtschaftsteil eine nahezu sinnfreie Meldung über eine Agentur zu finden, die zu einer Informationsveranstaltung für Lehmann-Anleger einlädt. Man könnte auch sagen, die Meldung war eine schlecht abgeschriebene Pressemitteilung. 

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5 Kommentare zu “Update: WAZ ohne DPA

  • #1
    Marcus Meier

    Immerhin: DerWesten greift noch auf dpa zurück. Insbesondere auf die gagaeske Meldung, die Christoph entdeckt hat. Bei DerWesten heißt es immer noch, dass die Grünen eine (bürgerliche?) „Revolution“ planen. Für’s kommende Wochenende übrigens. Siehe:

  • #2
    kulervo

    ja öm … brauchen wir dpa, weil wir nicht wissen brauchen, dass es 60 Buden auf dem Bottroper Weihnachtsmarkt gibt? .. sondern? was hätte dpa uns gebracht? ich guck mal die anderen Zeitungen durch.
    mein Liebling: die NZZ. die weiß natürlich nichts über Bottrop

  • #3
    Elmar Kok

    @kulervo: sicherlich nist es nie schlecht zu wissen, wo in Bottrop die Büdchen stehen. Allerdings ist die Seite 3 im Mantelteil nach der Aufmacherseite diejenige, die die meiste Aufmerksamkeit zieht. Platz für Reportagen etc. Und da haben lokale Meldungen eigentlich nichts verloren. Cool wäre natürlich, wenn es die WAZ-Macher geschafft hätten in jeder Regionalausgabe einen Weihnachtsmarkthinweis für die jeweilige Stadt auf der überregionalen Seite 3 zu plazieren.
    Grüße, Elmar

  • #4
    Felix Wunderlich

    Eigentlich ist es nicht relevant, ob die WAZ die dpa abbestellt hat oder nicht. Im Reigen der großen Sparkurse bei den Medien bildet dieser Fehlentscheidung nur einen weiteren Punkt, die die Qualität in den deutschen Medien noch weiter in den Keller treibt. Kaum ein Verlag, der nicht massenhaft Kosten zusammenstreicht und dadurch Abstriche an der Qualität macht. Umfänge werden geschrumpft und altgediente KOllege, meist mit unermesslicher Erfahrung, wegen zu hoher Lohnkosten vor die Türe gesetzt – statt dessen billige blonde Praktikanten geholt oder junge Krfäte, die zwar günstig sind, aber eben wenig Feingefühl und Erfahrung besitzen. Ansonsten wäre der WELT wohl kaum der Fehler passiert, das KZ Majdanek als „polnisches KZ“ zu bezeichnen. Den Redaktionen geht das Gedächtnis aus, das notwendig wäre, um Ereignisse besser einzuordnen und sich nicht durch PR-Fuzzis oder belaberte Politiker einlullen zu lassen. Die deutschen Medien stehen am Beginn eines beispiellosen Qualitätsverlustes – der sich irgendwann auch in sinkende Auflagenzahlen niederschlagen wird.

  • #5
    robby

    Das es im Print-Bereich auch ohne die dpa geht, zeigt die im Internet verbreitete News, wonach M.DuMont Schauberg mit den Zeitungstiteln im Print-Bereich Kölner Stadt-Anzeiger, Express, Mitteldeutsche Zeitung sowie Frankfurter Rundschau einen langjährigen vier Jahres-Vertrag mit der Nachrichtenagentur ddp- Deutscher Depeschendienst mit den Diensten, ddp-Basisdienst, die ddp-Landesdienste und den ddp-Bilderdienst zur
    Nutzung in Print und Online abgeschlossen hat.
    Die WAZ-Mediengruppe in Essen, mit WAZ,NRZ,WP und WR im Print-Bereich sowie das Online-Portal der WAZ-Mediengruppe „www.derwesten.de“ verzichtet ebenso auf dpa und setzt somit verstärkt auf ddp-Deutscher Depeschendienst.
    Hier können Zeitungsverlage, Online-Dienste und Radio-sowie TV-Betreiber, meines Erachtens und persönlicher Meinung zufolge die teure dpa einsparen und stattdessen den gleichguten ddp-Deutscher Depeschendienst, als günstige Nachrichten-Agentur nutzen.
    Ohne dpa geht wie gesehen bzw gelesen auch www.derwesten.de sowie WAZ,NRZ,WR,WP,Kölner Stadt-Anzeiger, Express, Mitteldeutsche Zeitung und Frankfurter Rundschau.

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