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Trauriges Saisonfazit: Gut, dass in der Fußball-Bundesliga bald Sommerpause ist!

DFB-Pokal und Meisterschale. Foto: Robin Patzwaldt

Noch ist sie offiziell gar nicht zu Ende gespielt, folgt am anstehenden Pfingstwochenende doch noch der 34. und letzte Spieltag und anschließend noch die beiden Relegationsspiele, doch kann ein kurzes Fazit der Saison 2020/21 in der 1. Fußball-Bundesliga schon jetzt guten Gewissens gezogen werden. Und das fällt nicht gut aus. Von welchem Standpunkt aus man die Dinge auch betrachtet.

Dass die meisten sportlichen Entscheidungen auch diesmal wieder deutlich vor dem vermeintlich großen Finale am letzten Spieltag der Bundesliga gefallen sind, ist kein neues Phänomen. Das war auch in vielen der letzten Saisons so. Diesmal sind es aber sogar besonders viele.

Dass der FC Bayern München mal wieder Deutscher Meister wurde… geschenkt. RB Leipzig steht als Vizemeister auch schon fest, der BVB und der VfL Wolfsburg sicherten sich am Wochenende die fixe Teilnahme an der UEFA Champions League, müssen nur noch ausspielen, wer Dritter und wer Vierter werden wird. Selbst die Plätze an der UEFA Europa League sind an die Teams von Bayer 04 Leverkusen und Eintracht Frankfurt bereits fest vergeben, bevor der letzte Spieltag überhaupt angepfiffen wurde. Lediglich die offene Abstiegsfrage verspricht noch etwas Drama am kommenden Wochenende.

Wer wird neben dem seit Wochen als erster Absteiger feststehendem FC Schalke 04 der zweite direkte Absteiger und welcher Erstligist muss in die Relegation gegen den Dritten der 2. Liga? Köln, Bremen und Bielefeld heißen die Kandidaten.

Mehr an Spannung bleibt nicht mehr!

Auch wenn viele der für die Übertragungsrechte zahlenden Medien uns am kommenden Wochenende sicherlich wieder werden klarmachen wollen, dass das gerade das tollste Finale der Ligageschichte ist, das ist es nicht. Ganz im Gegenteil! Es nähert sich gerade eine Spielzeit ihrem Ende, die der Fußball insgesamt sicherlich gerne komplett vergessen würde.

Dass nahezu alle Spiele seit September ohne Zuschauer in den Stadien absolviert werden mussten, hat den Profifußball in diesem Lande massiv verändert. Wie lange es dauern wird, bis der Sport den Millionen in diesem Lande einst so liebten, wieder ganz der Alte sein wird und ob das überhaupt wieder einmal der Fall sein wird, ist aktuell noch völlig unklar.

Kaum ein Fußballfan, der aktuell nicht behaupten würde, dass sein Interesse an dieser Sportart zuletzt extrem nachgelassen hat. Bundesliga nur noch im Fernsehen und im Internet verfolgen zu können, das ist halt auf Dauer nicht mit einem Stadionerlebnis zu vergleichen. Selbst ein Besuch beim Teamtraining ist aktuell nicht so einfach möglich.

Die leidige Pandemie hat den Kontakt der Anhängerschaft zu den kickenden Lieblingen nahezu komplett unterbunden. War man einst vielleicht noch froh, dass überhaupt gespielt werden konnte, sorgten die vergangenen Monate dafür, dass ein massives Nachlassen des Interesses auf breiter Front die Folge war.

Das konnten bzw. mussten selbst wir hier im Blog feststellen. Beiträge über Fußball, bis zur Vorsaison ein beliebter Baustein der Ruhrbarone, fristen inzwischen nur noch ein relatives Schattendasein, haben vielfach deutlich weniger Leser als in der Zeit vor der Pandemie. Die Prioritäten im Alltag der Leute haben sich halt massiv verschoben, auch bei unseren Lesern. Wie nachhaltig das sein wird, bleibt zunächst abzuwarten.

Nun, uns hier kann das zum Glück im Prinzip völlig egal sein, schreiben unsere Autoren doch nur aus reinem Spaß an der Sache, und der ist natürlich unabhängig davon, ob nun ein paar hundert Leute mehr oder weniger die jeweiligen Artikel lesen.

In Bezug auf die Liga ist dieses auf breiter Front nachlassende Interesse jedoch von immenser Bedeutung. Überträgt man den festzustellenden Rückgang einmal auf die Klubs, ist es sogar dramatisch. Auch die unverändert hohe Zahl an TV-Zuschauern kann das insgesamt deutlich rückläufige Interesse nicht übertünchen. Es gibt halt inzwischen keine andere Möglichkeit mehr dem Spielgeschehen zu folgen. Dass die Einschaltquoten vor diesem Hintergrund in Pandemiezeiten gut sind, erscheint von daher normal. Die Umsätze der Klubs sind es hingegen längst nicht mehr, wie viele Meldungen aus der Branche zeigen.

Was passieren wird, wenn auch im Herbst die Stadien noch nicht wieder voll besetzt sein werden, das bleibt abzuwarten. Ein Zurück zum alten Status Quo wird so rasch jedenfalls noch nicht erfolgen können. Soviel ist klar.

Fakt ist, dass eigentlich alle Fans, die man so spricht, in diesen Tagen froh darüber sind, dass diese Saison der Extreme jetzt endlich bald zu Ende geht. Die Schalker Freunde in meinem Umfeld naturgemäß, weil das Drama um den Niedergang ihres Klubs damit ein zumindest vorläufiges Ende findet, aber eben auch fast alle anderen.

Und nicht nur die Anhänger haben derzeit keine große Lust mehr auf Bundesliga, brauchen jetzt dringend einmal eine Pause, auch die Akteure selber. Sowohl die Beteiligten bei Borussia Dortmund als auch beim VfL Wolfsburg, die beide am Sonntag grundsätzlich viel Grund zur Freude hatten, da sie ihre Saisonziele unter Dach und Fach bringen konnten, wirkten nach ihren Auftritten ungewöhnlich ausgelaugt und erschöpft von den besonderen Umständen der vergangenen Monate. Und sie wirkten nicht nur so, sie betonten auch in Interviews öffentlich, wie froh sie seien, dass die Saison jetzt bald überstanden ist.

Wie man sich als Fan da jetzt auch noch auf eine Fußball-Europameisterschaft freuen soll, wenn selbst die eigentlichen Kandidaten dafür offensichtlich vielfach keine große Lust auf solch ein Turnier unter Ausnahmebedingungen haben, bleibt schleierhaft. Selten robbte eine Bundesligasaison so saft- und kraftlos über die Ziellinie wie die Ausgabe 2020/21.

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7 Kommentare zu “Trauriges Saisonfazit: Gut, dass in der Fußball-Bundesliga bald Sommerpause ist!

  • #1
  • #2
    Walter Stach

    Robin,
    als Fußballl-Fan nehme ich im Gegensatz zu Dir das Geschehen in der Bundesliga durchaus positiv wahr. Und das trotz Pandemie, leerer Stadien und der Dauermeisterschaft des FCB.
    Vor allem in den letzten Wochen hat die Entscheidung über die Teilnahme an der Champ.ligz -nebst Euro-Lig-. für Spannung gesorgt und so für viele interessante, spannende Begegnungen nebst einiger Überraschungen -sh. u.a. der 4:3 Sieg von So4 gegen Frankfurt Hinzu kommen die Spiele um den DFB-Pokal. Wider alle meine Vermutungen kann ich heute, ein Spieltag vor Ende der Saison sagen:: Es ist wesentlich besser gelaufen als ich befürchtet hatte".

    Ist meine positive Grundstimmung zurückzuführen auf die Erfolge "unseres BVB _Pokalsieg und Champ.lig" ? Das kann durchaus so sein, zumal ich mich überl diese Erfolge vor allem deshalb besonders freue, weil sie mich überrascht haben -sehr sogar-.

    PS
    Die Fußball-EM? Für mich eine Randerscheinung, die ich registrieren werde, mehr aber auch nicht. Ich nehme an, daß viele Fans das ähnlich sehen wie Du, wie Thomas Weigle und ich.

  • #3
    thomas weigle

    In SGE-Fankreisen wird gemunkelt, Terzic käme zum Riederwald. Weißt du mehr,@Robin?

  • #4
    Robin Patzwaldt Beitragsautor

    @Thomas: Ich habe das auch nur in der ‘Bild’ gelesen. Aber die Kollegen dort sind bei sowas ja eigentlich immer sehr gut informiert…

    https://www.eurosport.de/fussball/bundesliga/2020-2021/bvb-edin-terzic-eintracht-frankfurt-adi-hutter-nachfolger-marco-rose_sto8323502/story.shtml

  • #5
    thomas weigle

    @RobinDanke, der in dem Bildartikel erwähnte Seaone soll aber der SGE abgesagt haben, wurde letzte Woche von einer Frankfurter Zeitung gemeldet.
    Terzic als bekennender BVBler in FFM, der der SGE die CL weggegeschnappt hat? Aber wie er den BVB f gegen Ende fit gemacht hat, das hatte was.

  • #6
    Bochumer

    Aber Jupp Derwall hat nun Müller exhumiert. Da schauen wir alle brav EM, damit sich die Sponsoren freuen.

  • #7
    thomas weigle

    @ Bochumer Nöööö. Vlt,wenn ich im VT sehe, dass es kurz vor Schluss bei D.vs.F 0:5 oder so steht…

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