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TU: “Gespräch mit Tolan war nicht konstruktiv”

TU Dortmund Foto: Tuxyso Lizenz: CC

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An der TU fand ein Gespräch zwischen AStA und Rektorat statt. Viel gebracht hat es nicht. Vor allem das immer wieder Informationen nach Aussen dringen sorgt für Verdruss. Hier der Bericht des AStA-Finanzreferenten an die Fachschaften:

Liebe Fachschaften,

der AStA möchte euch über den aktuellen Stand der Dinge zum Thema
geplanter NC für die Bildungswissenschaften informieren:

Am vergangenen Donnerstag fand ein Vieraugengespräch zwischen Prof.
Tolan und mir statt, dessen Thema mit “Klartext” angegeben wurde, und
diesem Thema auch mehr als entsprach.

Weder Verlauf noch Ergebnis dieses Gesprächs würde ich als konstruktiv
bezeichnen. Um diese Mail so kurz wie möglich zu halten, greife ich vor
allem die Punkte auf, die auch für die Fachschaften relevant sind.

Prof. Tolan war sehr überrascht über die Mail der FsRK, insbesondere,
dass die Mail öffentlich war, ohne dass darauf hingewiesen wurde. Seinen
Äußerungen nach entsprachen die Positionen in der Mail nicht den
Erkenntnissen, die er aus den Gesprächen mit den einzelnen Fachschaften
gezogen hat. Er war sehr verwundert über die in der Mail geäußerten
Positionen, da sie seiner Auffassung nach nicht die Interessen der
eingeschriebenen Studierenden repräsentieren würden, und die allgemeine
Meinung der studentischen Gremien zu diesem Thema entspräche nicht den
Interessen der Studierenden, die wir vertreten (sollten).

Die Positionierung der Studierendenschaft zu dieser Thematik,
insbesondere das öffentlich geäußerte Bedauern des AStA über den
geplanten NC, haben, so Tolan, massiv dem Ruf der Hochschule und des
Rektorates geschadet. Eine weitere Zusammenarbeit zwischen Prof. Tolan
und den Gremien der Studierendenschaft (welche laut ihm ohnehin nicht zu
seinen eigentlichen Aufgaben gehöre) wird von der presseöffentlichen
Entschuldigung des AStA für die Kritik an dem NC abhängig gemacht.
Hierzu wurde mir vorgeschlagen, dass wir uns als gesichtswahrende Lösung
darauf berufen sollten, dass uns zum damaligen Zeitpunkt keine korrekten
Daten vorlagen, und wir uns die Zahlen quasi ausgedacht haben.

Eine Umfrage unter den Studierenden auf dem Campus, ob sie sich einen
Lehramts-NC wünschen, würde laut Tolan sicherlich mehr Zustimmung
finden, als die Wahlen zum Studierendenparlament.

Nach seiner Auffassung hat mich die FsRK zum Vorsitzenden des AStA
gewählt und entsprechend sollte ich auch die politischen Konsequenzen
für die Aussagen der FsRK tragen. Gleiches gelte auch für die Äußerungen
der studentischen Senatoren. Dies sei vor allem darin begründet, dass
insbesondere der AStA nur noch private Interessen der Referenten und
nicht die allgemeinen Interessen der Studierenden vertrete.

Zur Entspannung der Lage mit dem Rektorat wurde ich abermals zur
Weitergabe der Kommunikation zwischen AStA und Ruhrnachrichten aufgefordert.

Unabhängig vom Gespräch mit Prof. Tolan ist es natürlich mehr als
bedauerlich, dass Prof. Bayer als Vorsitzender des Senates die Mail der
FsRK auch nach gut anderthalb Wochen nicht an die Senatoren
weitergeleitet hat, da er sie nur ungern ohne Stellungnahme von Prof.
Tolan verschicken möchte.

Zu den o.g. Punkten möchte ich als AStA-Vorsitzender euch gerne meine
Meinung darlegen:

·         Das Gesprächsthema “Klartext” war mehr als zutreffend. Das
Gespräch bestand in erster Linie aus zahllosen, meiner Meinung nach
ungerechtfertigten,  Vorwürfen. Ich gehe nicht davon aus, dass in den
Gesprächen mit den Fachschaften ein Lehramts-NC thematisiert wurde,
daher finde ich es ausgesprochen schwierig, hier eine abweichende
Position zu erkennen.

·         Unsere öffentliche Positionierung gegen den geplanten NC
entspricht sowohl einem Wunsch des Studierendenparlaments, als auch
unserem gesetzlichen Auftrag, in den Medien zu gesellschaftlichen- und
hochschulpolitischen Themen Stellung zu beziehen. Wir haben hierbei
stets persönliche Anschuldigungen oder gar Angriffe vermieden. Eine
Rufschädigung durch uns oder unsere Äußerungen ist für uns hierbei nicht
erkennbar.

·         Die von uns (auch auf der FsRK) genannten Zahlen sind
selbstverständlich nicht von uns ausgedacht, sondern basieren auf
Informationen, die wir aus der Univerwaltung erhalten haben. Zudem
sprachen wir stets von mutmaßlichen Zahlen.

·         Der AStA vertritt stets die Interessen der Studierenden der TU
Dortmund. Ich bin überzeugt davon, dass wir in den vergangenen Jahr
vielfach mehr als deutlich demonstriert haben, dass wir uns für keinen
Streit mit Uni oder anderen zu fein sind, um die Interesse unserer
Studierender durchzusetzen.

·         Wir werden uns nicht öffentlich für etwas entschuldigen, ohne
eigentlich zu wissen wofür. Selbstverständlich entschuldigen wir uns für
Fehler oder von uns verbreitete Falschinformationen, allerdings nicht
ohne Anlass.

·         Die Umfrage unter den Studierenden fiel in einem Kontext, der
AStA, Studierendenparlament und auch FsRK die demokratische Legitimation
absprach. Begründung: da uns viel zu wenige Leute wählen, vertreten wir
auch faktisch niemanden. Da wir einen gesetzlichen Auftrag ausüben,
halte ich ein solches Demokratieverständnis für mehr als bedenklich.

·         Mir war bis zu dem Gespräch nicht bewusst, dass die FsRK den
AStA wählt und ich somit auch für die Äußerungen der FsRK politisch
haften muss.  Ich hoffe, ihr seht mir nach, dass ich mich darauf
konzentriere, gegen den NC zu kämpfen, und nicht die Semesterferien zu
genießen.

·         Stellungnahmen zu Mails an die Senatoren, die eine einzelne
Person betreffen sind meiner Meinung nach legitim. Ich persönlich gehe
jedoch davon aus, dass von Prof. Tolan auch nach nun fast zwei Wochen
keine schriftliche Stellungnahme zur Mail der FsRK zu erwarten ist.

Beste Grüße

Marc

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