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Verlogene Hysterie um Glyphosat

Mit 2000 Gläsern sind Sie dabei!
Glyphosat: Mit 2000 Gläsern sind Sie dabei

Glyphosat-Gefahr: Mit 2000 Gläsern täglich sind Sie dabei!

Das gewaltige Echo zum Pflanzenschutzmittel Glyphosat im Bier ist verlogen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) erklärte zum Beispiel: „Glyphosatgehalte von 30 Mikrogramm pro Liter Bier stellen nach dem derzeitigen Stand des Wissens kein gesundheitliches Risiko dar.“

Der aktuelle Wissensstand verbietet also schnelle Schlussfolgerungen. Dazu hat auch das Magazin Novo Argumente einen klugen Artikel veröffentlicht.

Aber natürlich lassen sich die besseren Klickzahlen erzielen mit Geraune über das angeblich krebserregende Pflanzenschutzmittel und mit dümmlichen Seitenhieben auf das Reinheitsgebot.

Deshalb lesen wir über fast alle Medien hinweg hochkonzentrierten Schwachsinn.

Zur Erhellung hier die Pressemeldung des BfR im Wortlaut:

 

Laut Medienberichten wurden in einer Studie Bierproben auf Glyphosatrückstände untersucht. Dem BfR liegen weder die Originalstudie noch ausreichende methodische Informationen zu den Analysenmethoden und der Probennahme vor. Glyphosatrückstände in Bier sind aus wissenschaftlicher Sicht plausibel und grundsätzlich erwartbar, da Glyphosat ein zugelassener Pflanzenschutzmittelwirkstoff in Getreide ist, wobei Rückstände in Bier maximal in Höhe der für Getreide unter Berücksichtigung eines Verarbeitungsfaktors festgesetzten Rückstandshöchstgehalte in Bier vorkommen dürfen. In Deutschland gilt allerdings für die zu Rückständen führenden zugelassenen Spätanwendungen von Glyphosat in Getreide, dass Braugetreide in der Regel von der Anwendung ausgenommen ist.

Unabhängig davon wären selbst die höchsten aus den Medien bekannten Gehalte (30 Mikrogramm pro Liter) so niedrig, dass die hieraus rechnerisch resultierende Aufnahmemenge bei einem Erwachsenen (60 kg Körpergewicht) mehr als 1000-fach niedriger liegen würde als die derzeit als unbedenklich geltende lebenslänglich duldbare (ADI) oder einmalig duldbare (ARfD) tägliche Aufnahmemenge. Um gesundheitlich bedenkliche Mengen von Glyphosat aufzunehmen, müsste ein Erwachsener an einem Tag rund 1000 Liter Bier trinken. Glyphosatgehalte von 30 Mikrogramm pro Liter Bier stellen nach dem derzeitigen Stand des Wissens kein gesundheitliches Risiko dar.

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57 Kommentare zu “Verlogene Hysterie um Glyphosat

  • #51
    Helmut Junge

    @Alreech, wo er Recht hat, hat er Recht, der Herr Lohmann. Es geht nicht um gute Alternativen, wenn man damit nichts verdienen kann.
    verdienen kann man nur mit Produkten, für die man EIGENE Patente hat, und die MÜSSEN auf den Markt. Und genau da steigt der Verbraucher nicht dahinter. Und ob die über lange Anwendungen Schädigungen hervorrufen, ist meist sehr schwierig zu beweisen. Produkte die kurzfristig zu Erkrankungen führen, sind schneller entlarvt und aus dem Verkehr.
    Daß ich gegen übertriebene Hysterie bin, hatte ich oben bereits ausführlich erklärt, andererseits habe ich auch was gegen naive Gutgläubigkeit. Nur wo ist da die richtige Position? Aus dem Internet angelesenes lexikalisches Wissen führt bei mir regelmäßig zu tausend Fragezeichen. Man findet zu jeder Frage mehr als hundert Antworten. Nur manchmal muß man so ein Zeug schlucken, obwohl man denkt, daß es ungesund sein könnte. Und wenn ich mich, wie beim Glyphosat-Rückstand im Bier entscheiden muß, ob ich der Aussage der Behörde vertraue, oder das Biertrinken erst mal sein lasse, was ich übrigens tatsächlich von Zeit zu Zeit über Jahre hinweg gemacht habe, dann laß ich es drauf ankommen. Vertragen tu ich Bier als Diabetiker sowieso nicht. Da ist Stärke, also Zucker drin, und Alkohol sowieso. diese Substanzen spüre ich gesundheitlich unmittelbar, und die Ärzte sagen, daß ein halber Liter täglich schon Sucht bedeutet. Dazu kommt, daß Bier Östrogene enthält. Für Männer eigentlich giftig, darüber redet aber keiner? Quatsch, darüber wird unglaublich viel geschrieben, nur gibt es deshalb keine allgemeine Hysterie. Warum eigentlich nicht?

  • #52
    Klaus Lohmann

    Und die Verängstigungsmaschinerie setzt mit "höchsten" Glyphosat-Funden im menschlichen Urin noch einen on top:
    http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/glyphosat-im-urin-panikmache-auf-verbraucherkosten-a-1080585.html

    Wenn die Grenzwerte für Umweltschadstoffe bei Urin nun die gleichen sein sollen wie beim Trinkwasser, damit diese absurden Vergleiche auch nur den Hauch einer wissenschaftlichen Grundlage hätten, dann müsste man Carmen Thomas ("Hallo Ü-Wagen!" im WDR) für ihren damaligen Pipitrink-Bestseller "Ein ganz besonderer Saft – Urin" nachträglich den Chemie-Nobelpreis verleihen.

  • #53
    der, der auszog

    Die Panikmache mit Glyphosat geht weiter. Die Heinrich Böll Stiftung der Grünen klärt auf: "Umweltschützer haben im Urin von Kindern und Erwachsenen Glyphosat gefunden… 75 Prozent der Deutschen sind deutlich mit Glyphosat belastet…"

    Wer jetzt noch sein Eigenurin trinkt, ist selber schuld!

    http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/glyphosat-im-urin-panikmache-auf-verbraucherkosten-a-1080585.html

  • #54
    Helmut Junge

    @Klaus Lohmann, @dda,
    welche Schlüsse kann man logischerweise aus einer Studie ziehen, nach der beinahe 100% aller Bewohner Deutschlands seit Jahrzehnten dieses Zeugs im Urin haben?
    Wenn das nämlich so ist, kann dieses Zeugs eben nicht gefährlich sein. Die Studie macht es so dramatisch, daß eigentlich von millionenfachem Massensterben auszugehen ist. Das scheint aber nicht der Fall zu sein.
    Alle Nachbarn leben noch, wie ich höre.

  • #55
    Klaus Lohmann

    @Helmut Junge: Man könnte sogar noch weiter gehen und den Schluss ziehen, diese Urin-Studie schade dem grünen Anliegen eines Glyphosat-Verbots in der EU wesentlich mehr, als sie populistisch zur Angstmacherei und Beeinflussung der jetzigen Neu-Untersuchungen zur Genehmigung mal gedacht war.

    Denn diese exorbitante Verbreitung der Glyphosat-Rückstände über die gesamte Bevölkerung bedeutet schließlich, dass die schon immer geltenden, restriktiven Regeln zur Anwendung dieses Pflanzengifts flächendeckend, vorsätzlich und gründlich missachtet werden ("RoundUp" von Monsanto ist mittlerweile auch der "kleine Freund des Hobbygärtners" geworden). Gleichzeitig aber sind verbreitete gesundheitliche Langzeitschäden innerhalb der Bevölkerung kaum erkennbar.

    Wie man dann die Vermutung der WHO über die Karzinogenität von Glyphosat noch aufrechterhalten will, ist mir schleierhaft.

  • #56
    Helmut Junge

    @klaus Lohmann. die analytische Nachweisgrenze gehen mittlerwile bei einigen Substanzen fast in den atomaren Bereich.
    Wer will, kann in der freien Natur in den Industiegebieten alles und das überall nachweisen.
    Laufen Sie mal mit einem eingeschalteten Geigerzähler durch die Gegend. Damit können Sie jeden erschrecken. Das Problem ist der Sachverstand, der erlaubt zu sagen, ob etwas, was tickt, tatsächlich auch gefährlich ist, oder nur die normale Radioaktivität, die überall vorkommt.
    Und im Pipi ist nun mal alles drin, was wir essen oder trinken. Das kann man sich denken. Sollen die doch mal Radioaktivität auf der Ebene die maximalen Meßgenauigkeit messen. Dann wären wir alles längst verseucht. Es ist die Fähigkeit Analysenwerte zu verstehen, die gefragt und oft leider nicht vorhanden ist.

  • #57
    Klaus Lohmann

    Richtig. Und viele Mitmenschen würden schreiend auf die Straße rennen und sofort Demos formieren, wenn sie wüssten, was sie an Spurenelementen in ihren Körpern rumtragen und dass man sogar vermutet, in höheren Dosen extrem giftige Substanzen wie Cadmium, Brom oder Blei könnten als Ultra-Spurenelemente physiologische Funktionen haben.

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