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Von der (Sehn-)Sucht nach Verboten. Teil 2: „Sugar – the next Tobacco“ – vom Tabak zu Fett und Zucker

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Neues aus der wahnsinnigen Welt der Volkserzieher. Von unserem Gastautor Nansy.

„Passivrauch tötet einen Baum, weil sich so viele Leute daneben eine Zigarette anzünden“ so titelte die Zeitung „Mirror“ in der Überschrift – (erst im weiteren Text wird die Vermutung geäußert, dass die Zigaretten-Kippen am Fuß des Baumes – und nicht der ominöse Passivrauch – für seinen schlechten Zustand verantwortlich sein könnten):

Schon vor zwei Jahren versuchte Dr. Anthony Youn, plastischer Chirurg aus Detroit mit einer Horrormeldung die Panik vor dem Rauchen weiter anzuheizen – In einem CNN-Artikel berichtet Youn, wie er eine rauchende Patientin schockte. Als die Patientin zum Operationstermin kam, “roch sie wie ein Aschenbecher”, so der Chirurg. Also sagte er ihr, dass ihr deshalb nach der Brustoperation die  Brustwarzen abfallen könnten, wenn sie weiter rauchen würde: “Keine Brustwarzen, das ist es, was Rauchen anrichten kann“. Die Brustwarzen könnten erst violett werden, dann schwarz und schließlich abfallen.

Übertreibungen? Einzelfälle? –  Üblicherweise geht man bei Maßnahmen zur „Denormalisierung“ des Rauchens (WHO-Sprachgebrauch) etwas subtiler vor – trotzdem, das Ziel der „Denormalisierung“ ist die Ächtung und vollkommene gesellschaftliche Isolierung von Rauchern und der Tabakindustrie – manchmal eben auch mit plumpen Horrormeldungen. Aber alle diese Bemühungen laufen immer darauf hinaus, anderen Menschen Angst vor Rauch und Rauchern zu machen bzw. den Rauchern das Auftreten in der Öffentlichkeit immer mehr zu erschweren.

Die „erfolgreichen“ Strategien bei der Bekämpfung des Tabaks üben aber schon längst eine magische Anziehungskraft auf radikale Gesundheitspolitiker in aller Welt aus – und sie haben es eilig, diese Strategien auch auf anderen Gebieten umzusetzen:

Fett:

Wissenschaftler der renommierten britischen Medizinzeitschrift „The Lancet“ haben vor zwei Jahren gefordert, die Vereinten Nationen müssten ähnlich wie im Fall des Tabakkonsums eine Rahmenkonvention zur Kontrolle von Fettleibigkeit verabschieden.

In Kanada hatte die Ontario Medical Association auch gleich praktische Vorschläge zur Hand: unter Berufung auf die „erfolgreichen Methoden“ beim Kampf gegen den Tabak wurden höhere Steuern auf kalorienreiche Lebensmittel und Schockbilder auf Lebensmittelverpackungen (z.B.: Fettleber auf Pizzaschachtel) gefordert. In einem Strategiepapier der Ontario Medical Review wurde argumentiert, der Erfolg der Anti-Tabak-Kampagnen zeige, dass es jetzt mehr „Toleranz“ für das gebe, was möglicherweise als manipulativ oder als Zwangsmaßnahmen wahrgenommen werde.

Prof. Clare Collins von der University of Newcastle in Australien befürwortet ähnliche Volkserziehungsmaßnahmen: „Es wird Zeit die Verbraucher über das Krebs-Risiko beim regelmäßigen Verzehr von bestimmten Lebensmitteln und Getränken mit Hilfe von Warnhinweisen auf den Packungen aufzuklären.“

Auch die Direktorin des „Centre for Research & Action in Public Health“ der Universität von Canberra, Rachel Davey, stellt den Zusammenhang mit der Tabak-Kontrolle her: „Die politischen Verfahrensweisen und Gesundheit-Strategien, die wir umgesetzt haben, erweisen sich als unzulänglich für die Kontrolle der globalen Epidemie der Fettleibigkeit. Um einen radikalen Politikwandel einzuführen, kann es für die Regierungen eine wirkungsvolle Herangehensweise sein, den Nahrungsmittelverbrauch zu regulieren und die Nahrungsmittelindustrie auf gleiche Weise zu kontrollieren wie die Tabakindustrie.“:

Zucker:

Die „Regulierung“ des Zuckerverbrauchs ist das nächste große Thema der Gesundheitspäpste –auch hier werden inzwischen die Methoden der Tabak-Kontrolle als Vergleich herangezogen. Der Kampf gegen „Big Tobacco“ dient auch hier als Vorlage für das „End Game“ gegen „Big Sugar“ (Google: „.sugar – the next tobacco“). Eine bei den Regulierern viel zitierte Studie der Investment Banker von Credit Suisse fordert, dass Gesundheitsbehörden die Strategien im Kampf gegen das Rauchen übernehmen sollten, um im drohenden Krieg gegen den Zucker erfolgreich zu sein. Die Zuckerindustrie solle ähnlich wie die Tabakindustrie behandelt werden, wenn Regulierungen nötig sein sollten um die Gesellschaft vor Schaden zu schützen.

Aber kommen wir noch einmal zurück zu den Mitteln der Denunziation, Ausgrenzung und Diskriminierung (Denormalisierung), wie sie gegenüber Rauchern schon erfolgreich angewendet werden – auch bei dicken Menschen hat es vereinzelt schon solche Versuche gegeben:

–       im Bundesstaat Mississippi wurde vor drei Jahren über ein Gesetz beraten, das es Restaurants verbieten sollte, dicken Menschen Essen zu servieren.

–       Dicke sollen in Flugzeugen extra bezahlen.

–       Staatliche Krankenhäuser in Großbritannien streichen Dicke und Raucher von den Wartelisten für Operationen, sofern sie nicht bereit sind, eine Diät oder einen Entwöhnungskurs mitzumachen

–       Der Stadtrat von Westminster hat versucht, durch den Einsatz von Smart Cards die Nutzung von Freizeiteinrichtungen zu überwachen, um die Sozialleistungen derjenigen zu kürzen, die sich weigern durch Freizeitaktivitäten wie Schwimmen und Fitness-Kurse Gewicht zu verlieren.

Gebetsmühlenartig wurde von den Vertretern der Tabak-Kontrolle die „Domino-Theorie“ als offenkundig falsch zurückgewiesen – d.h. , dass einmal beim Tabak angewandte Maßnahmen irgendwann auch zwangsläufig auf andere Produkte übertragen werden. Tabak sei ein einzigartiges und gefährliches Konsumprodukt, gerade darum gebe es auch einen WHO-Gesundheitsvertrag (Rahmenkonvention zur Tabakkontrolle), um den Tabakkonsum zu regulieren.

Liebe Prohibitionisten, das glaubt ihr doch selbst nicht, oder?

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8 Kommentare zu “Von der (Sehn-)Sucht nach Verboten. Teil 2: „Sugar – the next Tobacco“ – vom Tabak zu Fett und Zucker

  • #1
    keineEigenverantwortung

    Das ist doch ein bekannter Ablauf:

    – Eine Gruppe bestimmt Regeln, die den Menschen helfen sollen
    – Es werden Unternehmen, Organisationen gegründet, die diesen Regeln entsprechen. Die Gruppe nutzt diese Unternehmen. Zertifikate/Symbole helfen, um sie zu identifizieren. Das ist ein großer Markt, in dem viel Geld verdient werden kann.
    – Andere sind unwissend und müssen missioniert werden.
    – Die Unternehmen/Organisationen werden reich
    – Je härter die Regeln, desto einfacher ist das Leben für die Anhänger, da keine Entscheidungen gefällt werden müssen. Nur die „guten“ Menschen halten alle Regeln ein, ohne sie zu hinterfragen.

    Mal sehen, wie sich die Verbotsorgien und Verhaltensmissionierungen entwickeln. Neu ist ja, dass auch viele gut gebildete Menschen Anhänger der Verbotsorgien sind. Das war früher bei vielen dieser Entwicklungen anders.

    Nachdem die Religion in vielen Gruppen die Bedeutung verloren haben, müssen die Regelwerke und die Gruppeneffekte der Religionen wohl ersetzt werden.

    ….

    Ich bin ein Fan von Aufklärung und möchte gerne mehr über Produkte, deren Inhalte und Auswirkungen wissen. Nur wer möchte den Aufwand treiben?

    Wie lässt sich sonst das Verbot der Glühbirne ohne große Proteste erklären?

    Verbote sind hier einfacher. Dumm ist nur, dass die Bewertungen von Verhaltensweisen oft deutlich komplexer sind als viele einfache Regeln es vermuten lassen.

  • #2
    Karlheinz Stannies

    Warum wird beim Alkohol eigentlich so geblockt? Ist doch auch sehr schädlich, häufig eben auch für andere Menschen (Partner, Verkehrsteilnehmer, Kneipen- und U-Bahn-Gäste usw.). Also, liebe überzeugte Verbieter: Her mit Warnhinweisen auf Flaschen!
    .
    Apropos Flaschen. Wenn Volkserzieher konsequent alles potenziell Schädliche mit Warnhinweisen versehen: Warum gibt es noch keine Slogans und Ekelbilder auf Politikern und Politikerinnen? Was einige von denen da so treiben, ist nachweislich schädlich, oder? Schickes Warn-Beispiel hier: http://charlyandfriends.blogspot.de/2013/10/warnhinweise-jetzt-auch-fur-politiker.html

  • #3
    Nansy

    @KarlHeinz Stannies #2:

    Keine Sorge, der Kampf gegen den Alkohol ist schon in Arbeit! Es wird noch darüber zu berichten sein.
    Die Abstinenzbewegung spielt bis heute noch eine große Rolle, wenn es um Alkohol-, Drogen- und Rauchverbote geht. Abstinenzlerorganisationen, wie die Guttempler, sitzen heute wieder im Drogen- und Suchtrat und bestimmen die Richtung der Alkoholpolitik entscheidend mit. Warnhinweise auf Getränkeflaschen, bis hin zu Ekelbildern, werden schon von der EU-Alkoholpolitik-Allianz (Eurocare) gefordert.
    Puritanische Umerziehungsmaßnahmen betreffen eben nicht nur eine bestimmte Form des Konsums – sie betreffen irgendwann einmal jeden Lebensbereich….

  • #4
    Botterblömsche

    Willkommen in „1984 und Brave new World“
    „In einem Strategiepapier der Ontario Medical Review wurde argumentiert, der Erfolg der Anti-Tabak-Kampagnen zeige, dass es jetzt mehr „Toleranz“ für das gebe, was möglicherweise als manipulativ oder als Zwangsmaßnahmen wahrgenommen werde“.
    Will heißen, die Gehirnwäsche/Umerziehung der Bevölkerung zu willfährigen und nahezu kritiklosen, alle staatlichen „Fürsorgemaßnahmen“ absegnenden Bürgern im Sinne der Orwell´schen Bürger aus „1984“ ist zügig vorangekommen!!

    „Prof. Clare Collins von der University of Newcastle in Australien befürwortet ähnliche Volkserziehungsmaßnahmen: „Es wird Zeit die Verbraucher über das Krebs-Risiko beim regelmäßigen Verzehr von bestimmten Lebensmitteln und Getränken mit Hilfe von Warnhinweisen auf den Packungen aufzuklären.“.“
    Hier stellt sich die Frage: Was versteht der Professor unter Aufklärung? Es gab einmal das Zeitalter der Aufklärung, als man die These vom mündigen, informierten Menschen propagierte und alles daran setzte, die Eigenverantwortung in den Vordergrund zu stellen. In diesem Sinne dürfte der Professor allerdings „Aufklärung“ nicht verstanden wissen wollen, denn sonst würde er nicht unterstellen, dass Information nur in enger optischer Verknüpfung mit dem zu verteufelnden Produkt zum gewünschten Aufklärungserfolg führen kann. Ergo, wir haben in seinen Augen schon ein Stadium der Beeinflussbarkeit und des geistigen Stumpfsinns erreicht, wo nur überwiegend auf non-verbale Information =Schockbilder vom Verstand des Bürgers aufgenommen wird. Hurra- wozu lernen wir noch Lesen und Schreiben – Bildchen tun es doch auch. Vielleicht sind wir tatsächlich in „1984“ angekommen und leben in einer „Schönen, neuen Welt“!!

  • #5
    TuxDerPinguin

    „auch bei dicken Menschen hat es vereinzelt schon solche Versuche gegeben“
    also was Ausgrenzung und Diskriminierung angeht, da sind „wir“ schon längst dabei.
    Man kann es nicht an Gesetzen festmachen, aber die Gesellschaft reagiert da schon deutlich drauf.

    Laut der Umfrage http://www.welt.de/politik/deutschland/article122084771/Die-Deutschen-wuenschen-sich-mehr-Verbote.html wünscht sich die Gesellschaft aber eh viel mehr Verbote… Videospiele, Harte Drogen, Weiche Drogen (außer Alkohol – was aber auch schon jeder 5te gut fände), Ungesunde Lebensmittel (warum kauft man die dann?), Parteien….
    kein Wunder, dass SPD und CDU so viele Stimmen bekommen. Und ich wunder mich immer, wie die Menschen so viel Verbotspolitik aushalten. Sind selber dafür lautet die Antwort.

  • #6
    Carolus Magnus

    Schon erstaunlich, mit welchen Horrorgeschichten aus der Feder der Gesundheitsfanatiker immer wieder die Schicht mit „ungenügendem Bildungshintergrund“ – Achtung Neusprech! – adressiert wird.

    Eine meiner Schwiegermütter leerte den von mir in ihrem Haus gefüllten Aschenbecher stets am Stamm ihrer Beeren-Stauden und freute sich jedesmal auf meinen Besuch und den damit verbundenen Nachschub an gefüllten Aschenbechern. Auf meine Frage, weshalb sie das täte, antwortete sie: „Das hält das Unkraut fern und läßt die Beeren größer werden“. Sie war eine Art Naturfrau aus den Anden mit einem Viertel Ketchua-Blut in den Adern.

    Ihr Wissen war noch nicht von solchem Mainstream deformiert. Daran sollten sich ernsthafte Wissenschaftler ein großes Stück abschneiden. Es genügt nicht, einen politisch korrekten Mainstream-Uni-Abschluß hinzulegen, wenn das, war gelehrt wird, absoluter Schwachsinn ist und ehrliche Forscher auf der Suche nach wissenschaftlichen Wahrheiten sich nach dem Studium dieses Falsch“wissen“ erst mühsam wieder entledigen müssen. Diese Volksverblödung ist von Regierungen unverantwortlich und erinnert an Da Vinci und die Erde als Scheibe. Dem wissenschaftlichen Nachwuchs derart zeitaufwendige Klötze in den Weg zu legen und die Steuerzahler für diesen Unsinn auch noch blechen zu lassen, entlarvt die Verantwortlichen als höchst fanatische, gefährlich unterschätzte Glaubensanhänger irgendwelcher abstruser Ansichten, die sie gefälligst für sich in ihren Kirchen behalten sollten. Der Terror geht nicht etwa von Al Qaida aus, sondern von unseren eigenen Regierungen, die Al Qaida als Vorwand nehmen, uns total zu steuern und zu überwachen.

    Dieser Quatsch, daß Raucher nun auch noch für das Bau- oder gar Waldsterben verantwortlich sein sollen, ist also hiermit debunked!

    Liebe Grüße
    Carolus Magnus
    Sackstark!

  • #7
    Carolus Magnus

    @Karlheinz Stannies – „Her mit Warnhinweisen auf Flaschen!“

    Das ist ein höchst kontraproduktiver Aufruf, der den Prohibitionisten eine Steilvorlage liefert. Ich lese solche „Hilferufe an Papa Staat“ in bezug auf den Alkohol immer wieder, die sich über das Rauchverbot echauffieren. Dieser Aufruf ist brandgefährlich und nicht zu Ende gedacht.

    In den WHO-Strategie-Schriften unter dem Sammelbegriff „Alcohol Policy“ oder „Framework on Alcohol Policy“wird klar, daß auch beim Alkohol Drittpersonen geschützt werden sollen. Die Schriften derWHO Expert Committee on Problems Related to Alcohol Consumption enthält diverse englischsprachige PDF-Dateien mit hanebüchenen Begründungen und ausgeklügelter Strategien zur weltweiten Trockenlegung der Bevölkerung.

    Wer soll geschützt werden? Alle andren, nur nicht du. Im nachfolgenden Dokument sind eine Reihe englischsprachiger PDFs aus den Jahren 1999-2007 aufgeführt, die den Alkohol über die Gefahren von Unfällen verteufeln. Alcohol and injuries: Emergency(!) department(!) studies(!) in an international perspective. Das ist nur eine von vielen argumentativen Herangehensweisen. Alle hier aufzuführen, würde diesen eh schon zu umfangreichen Beitrag sprengen.

    Welche Strategie angewendet wird, die längst (seit 2004) angewandt werden und die wenigsten bisher wahrgenommen haben, kann in „Strategic Task Force on Alcohol – Second Report – September 2004“ in englischer Sprache nachgelesen werden. Es ist haarsträubend. Und keiner hat bisher bemerkt, was heimlich hinter den Kulissen der strikten Zensur bezüglich Passivtrinkerschutz abläuft!

    Heutige Praxis in der Schweiz (die ab 1.1.2014 verschärft wird): So ist z.B. das schweizerische Straßenverkehrsgesetz SVG dauernden Änderungen in bezug auf Alkohol, Cannabis, Kokain sowie ärztlich angeordnete Medikamente mit opiathaltigen Mitteln (Codein, etc) oder Benzodiazepinen (Valium, etc) ausgesetzt und erfährt in der Schweiz bereits im halbjährlichen Rhythmus Änderungen, so daß die ahnungslosen Verkehrsteilnehmer gar nicht mehr wissen, was sie da eigentlich auf den Straßen tun und wie, aus Unwissen, nahe sie bereits den massiven Schikanen bis ins Privatleben ausgesetzt sind oder gar mit einem Bein im Gefängnis stehen. Es wird darüber absolut nichts öffentlich kommuniziert, und die Betroffenen schweigen meist aus Scham, weil sie das Vorgehen des Staates als völlig normal betrachten.

    Dazu wurde eigens irgendwann anfangs 2000 das normale Gesetzgebungsverfahren beim SVG im Parlament abgeschafft und kann nun im Schnellschußverfahren mit einer simplen Parlamentsverordnung geändert oder ergänzt werden. Das ist in meinen Augen Amtsmißbrauch zwecks Vereinfachung der Umsetzung des WHO Framework on Alcohol Policy, ohne das Volk darüber zu informieren. Die Macht der Administrativ-Behörden hat inzwischen ein Ausmaß angenommen, daß in einem uns bekannten Fall die Kosten der neu zu erbringenden Totalalkoholabstinenz TAA (der Fahrer ist beweispflichtig!) die Busse des Richters um das 60-fache(!) übersteigen, bei Personen, welchen mehr als 2 Trunkenheitsfahrten über 0.8 während ihres ganzen Lebens, [früher lag die Grenze für qualifizierte Trunkenheit bei 1.0 Promille Blutalkohol (ursprüngliche Grenzdefinition für Fahrten in angetrunkenem Zustand)] nachgewiesen werden kann. Dabei macht es keinen Unterschied, daß einer mit 16 besoffen Fahrrad gefahren ist, und mit 45 mit mehr als 0.8 Promille aus dem Verkehr gezogen wurde und dann mit 65 nochmals bei einer „Trunkenheitsfahrt“ erwischt wurde, wenn er noch ein paar andre kleinere Sünden, wie Tempo-Überscheitung von mehr als 30% und weiter, immer auch banaler werdende Sünden dazwischen liegen, die eine Löschung nach 10½ Jahren seines Sündenregisters verunmöglichen. Inzwischen liegt die Grenze bei 0.5 Promille, bei denen die meisten Männer in der Altersgruppe 25-65 kein Problem mit Fahren haben. Auch bei 0.8 nicht. Die Trockenlegung der Bevölkerung geschieht also über stufenweise Grenzwertsenkungen, ganz im Gegensatz zum Passivtabakrauch, wo inkonsequenterweise eine unendliche Verdünnung homöopathischer Dosen noch immer als schädlich gilt, selbst wenn diese nicht mehr nachweisbar ist. Dabei wird automatisch(!) (ohne Diagnose!) davon ausgegangen, daß der Fahrer bei zwei und mehr Trunkenheitsfahrten während seines ganzen Lebens(!), Alkoholiker sei und deshalb mehrere Jahre, Mindestmaß ist hier, bundesgerichtlich festgestellt, eine Dauer von 2 Jahren, in dem uns bekannten Fall waren es vier Jahre, eine Totalalkoholabstinenz penibelst eingehalten werden muß, halbjährlich mit Haaranalysen und vierteljährlich mit Blutproben belegt, mit der Auflage, sich im Wochenrhytmus einer fachspezifischen Suchttherapie zu unterziehen. In der Schweiz rüstet die medizinische Forensik massiv auf und erwartet einen Ansturm im neuen Jahr, weil im Juli 2013, wiederum per Parlamentsverordnung, beschlossen wurde, den Grenzwert therapeutische Maßnahmen zu senken; und zwar von zuvor 2.4 Promille (früher war dieser Wert noch höher) auf 1.6 Promille.

    Noch anfangs der 1990er Jahre galt in Frankreich ein Konsum von 4.2 Liter Wein in der Woche, das sind sechs Flaschen pro Woche oder fast eine Flasche pro Tag, als medizinischer Grenzwert für die Staatsgesundheit. Heute zirkuliert bereits eine Studie, die Teilnehmer im Straßenverkehr mit 0.2 Promille als nicht mehr fahrtauglich einstuft und mit absoluter Sicherheit die nächste Grenzwertsenkung einläuten wird. Erstaunlich, wie Akademiker noch immer naiv diesen Studienquatsch für bare Münze nehmen.

    Ich selbst habe bereits vor 5 Jahren als vermutlich erster im deutschsprachigen Raum auf die Prohibition-Gefahren des Passivtrinkerschutzes hingewiesen, mit all seinen argumentativen Perversionen, die da noch kommen werden. Passivtrinkerschutz Es ist auch Absicht, daß sämtliche relevanten WHO-Dokumente nicht in deutscher Sprache verfügbar sind, um die im Hintergrund laufende Alkoholprohibition nicht durch empörte Bürger zu gefährden, denn Alkohol ist derart stark über Jahrtausende in unserer Gesellschaft verankert, daß die Vorschlaghammertaktik wie beim Passivtabakrauch hier nicht zum Erfolg führen würde.

  • #8
    Nansy

    Gerade heute hat die Dailymail die Kampfansage gegen den Zucker wieder aufgenommen und dabei den Vergleich mit dem Kampf gegen den Tabak bestätigt: „Sugar is ‚the new tobacco‘: Health chiefs tell food giants to slash levels by a third“

    http://www.dailymail.co.uk/health/article-2536180/Sugar-new-tobacco-Health-chiefs-tell-food-giants-slash-levels-third.html

    Lebensmittelherstellern wird gesagt, sie müssten die Verwendung von Zucker drastisch senken, weil es sich beim Zucker um den „neuen Tabak“ handeln würde. Ärzte und Wissenschaftler sagen, der Anteil von Zucker müsse um bis zu 30 Prozent reduziert werden, um eine Welle von Krankheiten und Todesfällen zu stoppen.

    Der Regulierungswahn geht also weiter – man will offenbar die gleichen Methoden wie beim Tabak verwenden…

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