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VRR-Preiserhöhung: Selbstkritik statt grünem Furor wäre angemessen

Mona Neubaur, Landesvorsitzende der Grünen NRW Foto: Grüne NRW Lizenz: CC BY 2.0

Mona Neubaur, die Landesvorsitzende der Grünen in NRW, fand gegenüber der WAZ starke Worte, als sie die jüngst beschlossene Preiserhöhung des Verkehrsverbunden Rhein Ruhr (VRR) kritisierte. Die Preiserhöhung um im Durchschnitt 1,8 Prozent sei „„komplett aus der Zeit gefallen“. Weiter steigende Preise für Busse und Bahnen seien „verheerend“, sagte Neubaur dieser Redaktion. „Angesichts von Klimakrise und Luftverschmutzung in den Städten ist es dringend notwendig, dass mehr Menschen den öffentlichen Nahverkehr nutzen – gerade im Ruhrgebiet.“

Was Neubaur nicht sagt ist, dass die Grünen im VRR, wie alle anderen Parteien, der Preiserhöhung zustimmten. Der Beschluss fiel einstimmig. Das macht ihn nicht weniger problematisch, allerdings wäre ein wenig grüner Furor angemessen, wenn die eigenen Leute mitverantwortlich sind. Etwas Selbstkritik wäre dann schon angemessen.

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7 Kommentare zu “VRR-Preiserhöhung: Selbstkritik statt grünem Furor wäre angemessen

  • #1
    Helmut Junge

    Inhaltlich hat Mona Neubaur auf jeden Fall Recht. Der neue Kurs von Habeck und Baerbock verlangt logische Anpassung auf sehr vielen Feldern. Die bisherige ideologische Ausrichtung der Grünen zum ÖVPN war aber, daß dieser ÖVPN gut ist und alles was mit ihm verknüpft ist auch und unterstützt werden muß.
    Kritik am ÖVNP ist innerhalb der Grünen praktisch unerwünscht. Das hat mich schon vor 25 Jahren als Grünenmitglied geärgert, als eine von mir mitbegründete Initiative gegen eine Maßnahme der DVG abgeblasen wurde, weil der damalige Landesvorstand damals schon der Meinung war, daß "wir" gegen Autos sind, aber nicht gegen den ÖVNP. An der Einstellung hat sich offenbar bis heute nichts geändert.
    Das ist eben Ideologie. Ob Logik gegen Ideologie ankommt, wird sich zeigen. Der Landesvorstand der Grünen hat da noch viel Arbeit vor sich. Ich bin übrigens sicher, daß die Landesvorsitzende Mona Neubaur vom Abstimmungsverhalten ihrer grünen Freunde im VVR wußte.
    Aber Windmühlen kann man schlecht bekämpfen, die müssen erst mal überzeugt werden. Ob das klappt?

  • #2
    ke

    Das passt doch zu den Grünen. Wir sind dafür, aber eigentlich dagegen. Das passt fasst immer. Mal sind es irgendwelche Käfer, die Bahnhöfer verhindern, dann sind es Anwohnerproteste bei Bahnlinien, Windräder ….

    Es ist auch einfach falsch anzunehmen, dass Nahverkehr kostenlos oder billig sein muss. Jeder Weg im ÖPNV kostet immer Energie und Material, d.h. er ist immer mit Klimaschäden verbunden. Deshalb muss ein ÖPNV leisungsfähig sein, aber auch mit Kosten verbunden sein.
    Warum soll ein Schnellbahnpendler, der täglich >100km schnell fährt auch noch subventioniert werden?

    Bei dem VRR passt nichts. Weder Leistung noch Preis. Deshalb ist die Preiserhöhung auch unverständlich.

  • #3
    Spion und Spion

    Die Grünen waren schon immer ne Lachnummer.Jetzt wo sie Politisch entscheiden wird es endlich mal offenbar.Leider merkt der Wähler nicht was das für ein unfähiger Haufen ist.Er lässt sich Ideologisch von einer Aktivistenlobby vorantreiben.

  • #4
    Stadtzuhörer

    Gutes zu tun (hier: über die Preiserhöhung zu meckern), ohne Schandtäter (hier: die eigenen Leute) zu bestrafen oder zu tadeln, ist typisch für die Problematik der Trittbrettfahrer zweiter Ordnung (engl. second-order free rider problem). (z.B. Ernst Fehr, Nature 2004)

    Das wurde in Duisburg in einer Bürgereingabe (Trittbrettfahrer-Problem bei städtischen Finanzen) 2016 darlegt und nach reichlichem Drängen auch in 2019 im Stadtrat behandelt. Allerdings wurde über die Bürgereingabe einstimmig entschieden, dass keiner etwas verstanden hat.

    Die Stadtverwaltung Duisburg hatte noch zwei Seiten eines Literaturverweises als Vollzitat eingefügt und dabei die Blätter des Bürgerantrags durcheinandergebracht. Ein Widerspruch auch bei der Bez.-Reg. D’df blieb zwecklos, nämlich unbehandelt. (DU DS 19-0044)

  • #5
    Björn Wilmsmann

    Der VRR existiert in seiner eigenen kleinen Märchenwelt, in der alles anders funktioniert als sonst auf der Welt.

    Ein Beispiel zum Vergleich wie Nahverkehrt in richtigen Städten organisiert ist:

    Ich war kürzlich in Amsterdam und habe an 4 Tagen für ausgiebiges Nutzen des dortigen Nahverkehrs insgesamt ca. 30 Euro bezahlt. Beim VRR wäre ich für die gleiche Anzahl an Fahrten bei ähnlichen Strecken mindestens 70 Euro los geworden.

    Und im Gegensatz zum Nahverkehr im Ruhrgebiet sind die Metros und Trams dort meist pünktlich und fahren auch nicht nur alle 30 Minuten, sondern alle 6-10 Minuten.

  • #6
    Stadtzuhörer

    In Duisburg wurde für unerwünschtes Amtshandeln eine geschlechtsspezifische Gleichstellung zum Bergmann-Ampelmännchen mit dem Grubengeleucht angekündigt:

    Das Bergrecht-Ampelweibchen mit Morgenstern in der rechten Hand und linkhändig die Halbmondsichel am Amtszepter. Aus den Reihen von OB-13 Stadt Duisburg soll Modell gestanden werden, so der Bürgervorschlag zu dieser Traditionsfigur der Industriekultur Ruhrgebiet mit typischem Image der Stadt Duisburg.

    An ein Bergrecht-Ampelweibchen mit parteipolitisch passenden Accessoires (… und Kaktusfüchte als Distanzwaffe) ließe sich auch bei unerwünschtem Polithandeln denken.

  • #7
    Helmut Junge

    @Björn Wilmsmann (5), das habe ich überall in Europa erlebt, wo ich öffentliche Verkehrsmittel benutzt habe, sogar in Deutschland. Nur eben im Ruhrgebiet nicht.

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