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WDR: Streit um Redakteursvertretung

Unter den Redakteuren des WDR stehen sich Kritiker und Befürworter des Kurses von WDR-Intendantin Monika Piel unversöhnlich gegenüber. Nun muss die Redakteursvertretung neu gewählt werden.

Als die Redakteursvertretung des WDR 1987 ihre Arbeit aufnahm, war ihre Aufgabe klar: Sie sollte die Journalisten der Sendeanstalt bei Streitigkeiten mit Chefredakteuren und der Intendanz unterstützen. Gab es Ärger um einen Beitrag, sollte ein Bericht nicht gesendet werden, stritt die Redakteursvertretung für die Journalisten.

In den vergangenen Monaten, so ein Mitarbeiter des WDR zur Welt am Sonntag, war das nicht mehr der Fall: „Vier Mitglieder der Redakteursvertretung standen in den letzten Monaten immer häufiger auf der Seite der Intendantin als auf der Seite der Journalisten. Bei Stellenstreichungen oder der Reform mehrerer Sender, unterstützten sie den Kurs von Monika Piel, anspruchsvolle Programme abzusetzen. Die vier sind auf Kuschelkurs zur Geschäftsführung des WDR und wollen jetzt auch noch die verbleibenden drei kritischen Redakteure aus der Vertretung drängen.“

Der Weg dazu ist der Rücktritt der als Piel-freundlich geltenden Redakteure, zu denen die TV-Moderatorin Gaby Rauschenbach gehört, aus der Redakteursvertretung. Nun muss die im Januar neu gewählt werden. Anlass für den Rücktritt ist nach einem Brief ein Streit um eine Geschäftsordnung, die sie der Redakteursvertretung geben wollten. 25 Jahre kam das Gremium ohne so etwas aus, nun soll eine Zusammenarbeit mit den drei anderen Redakteuren nicht mehr möglich sein:

„Auseinandersetzungen innerhalb der Redakteursvertretung haben inzwischen ein Ausmaß erreicht, unter dem wir keine Basis mehr für eine weitere Zusammenarbeit in dieser Konstellation sehen.“

Ziel der erzwungenen Neuwahlen sei es, sagen WDR-Mitarbeiter, eine der Senderspitze komplett ergebene Redakteursvertretung zu bekommen. Die drei Redakteure, darunter die WDR-Politikredakteurin Gabrielle Gillen antworteten mit Unverständnis auf die Rücktritte:

„Das Redakteursstatut ist ein Schriftstück, das sicherstellt, dass jeder Redakteur und jede Redakteurin mit seiner redaktionellen Verantwortung gegenüber den Vorgesetzten nicht allein steht. Es ist geschrieben worden, damit auch gegenüber der Hierarchie unangenehme Dinge angesprochen werden können – durch Leute, die sich dafür wählen lassen, um denen zu helfen, die das alleine nicht können oder auch nicht wollen, weil manche Konflikte von grundsätzlicher Bedeutung sind.“

Der Konflikt um eine Geschäftsordnung sei lediglich vorgeschoben und schade den Interessen der Journalisten in der Sendeanstalt:

„Mutwillig wird in Kauf genommen, dass Kolleginnen und Kollegen nun möglicherweise sogar abgeschreckt werden, Beratung und Beistand in Anspruch zu nehmen.“

Damit ist innerhalb der Belegschaft des WDR ein offener Streit um den Kurs der größten ARD-Rundfunkanstalt ausgebrochen. Die WDR 3-Reform, weitere Umstellungen bei Sender-Flaggschiff WDR 2 und Radio Europa sorgen für Nervosität in der größten Sendeanstalt der ARD. Das Vertrauen in die eigenen Strukturen ist erschüttert, die Stimmung so von Misstrauen  geprägt, dass keiner der von dieser Zeitung um eine Stellungnahme gebetenen Redakteursvertreter sich äußern wollte.

Der Artikel erschien in einer ähnlichen Version bereits in der Welt am Sonntag.

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3 Kommentare zu “WDR: Streit um Redakteursvertretung

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  • #2
    Robert Müser

    In diesem Sender muss ja ein “tolles Arbeitsklima” herrschen, denn genau dieser Sender hat ja vor gar nicht langer Zeit ein Urteil vor dem Bundesarbeitsgericht erschritten, wo sofort am ersten Tag eine ärztliche Bescheinigung vorliegen muss, siehe: Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 14. November 2012 – 5 AZR 886/11 –

    Die Programmreform des WDR ist ein hochgradiges Trauerspiel, insbesondere bei den bisherigen “Qualitätswellen” WDR3 und WDR5, über hörbaren Ergebnisse der Wellen wie WDR2 und 1Live breite ich lieber den Mantel des Schweigens aus …

  • #3
    Klaus Franke

    Ich vergleiche Monika Piel mit Angela Merkel!
    Wer nicht kuscht fliegt. Nur Erfolg hat der jenige, der der Piel in den Arsch kriecht,
    die Kollegen anschwärtzt und unkritische angepaßte Beiträge abliefert.
    Das ist in der Arbeitswelt genauso wie in der Politik und in allen anderen Medien Deutschlands. Kritik ist unerwünscht!

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