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Weihnachtsgänse zum Thema Eurorettung

Das ZDF-Politbarometer brachte jetzt zutage, was wir uns ohnehin schon hätten denken können: „Mehrheit gegen Erweiterung des Euro-Rettungsschirms“. Und zwar eine satte Mehrheit, eine Dreiviertel-Mehrheit, 76 Prozent. Nur 18 Prozent finden die jetzt am 29. September im Bundestag zur Abstimmung stehende Aufstockung der deutschen Kreditbürgschaften richtig (weiß nicht: sechs Prozent). "Es ist so, als würden die Gänse mehrheitlich für Weihnachten stimmen".

„Es ist so, als würden die Gänse mehrheitlich für Weihnachten stimmen“
(zit. nach FTD vom 7.9.2011)

Das ZDF-Politbarometer brachte jetzt zutage, was wir uns ohnehin schon hätten denken können: „Mehrheit gegen Erweiterung des Euro-Rettungsschirms“. Und zwar eine satte Mehrheit, eine Dreiviertel-Mehrheit, 76 Prozent. Nur 18 Prozent finden die jetzt am 29. September im Bundestag zur Abstimmung stehende Aufstockung der deutschen Kreditbürgschaften richtig (weiß nicht: sechs Prozent). Die Ablehnung geht dabei quer durch alle Parteianhängerschaften, bei den Linken am höchsten, bei den Grünen mit 70 Prozent am niedrigsten.
Ob die befragten Bundesbürger überhaupt wissen, dass es um Bürgschaften geht und dass es – jedenfalls bislang – nicht um reale Zahlungen gegangen ist? Zufällig eingefangene Statements in Straßenumfragen begründen Zweifel daran. „Hier fehlt das Geld an allen Ecken und Kanten, und da werden zig Milliarden nach Griechenland überwiesen.“ Bisher ist bekanntlich nicht ein Cent überwiesen worden, im Gegenteil: die Zinsdifferenz zwischen deutschen Anleihen und den Konditionen für Griechenland selbst im EFSF sorgt für Reibach in der deutschen Kasse.

Aber klar: wer bürgt, geht ein Risiko ein. Was dabei übersehen wird: wer nicht bürgt auch. Obgleich von den verantwortlichen Politikern gebetsmühlenartig wiederholt, dass ein Auseinanderbrechen der Eurozone zu einem dramatischen Einbruch der deutschen Exportwirtschaft führen würde, scheint dieser Hinweis in der Bevölkerung nicht auf offene Ohren zu stoßen. Nun gibt es einige, die diesen Zusammenhang leugnen (denen sei gegenwärtig ein Blick in die Schweiz empfohlen).
Für die Bevölkerungsmehrheit von 76 Prozent müssen wir annehmen, dass dieser ökonomische Zusammenhang nicht etwa in Abrede gestellt wird, sondern er schlicht gar nicht verstanden wird. Der Wähler sei gar nicht so dumm, wie immer behauptet werde, wird gern schon mal in die TV-Kameras zu Protokoll gegeben. Warum, möchte man fragen, würde er dann seit einiger Zeit Rot-Grün mit einer absoluten Mehrheit ausstatten, wo doch die Grünen klipp und klar und die Sozialdemokraten relativ klar für die erforderlichen Maßnahmen zur Euro-Rettung Position beziehen?!

Weil der mündige Bürger die Eurokrise für ein zu vernachlässigendes Randthema hielte, das seine Wahlentenscheidung nicht nennenswert beeinflussen könnte? Das mag man nicht glauben, und so ist es auch nicht. Eine Studie der R+V Versicherung hat jetzt erforscht, was den Deutschen am meisten Angst macht. Und siehe da: „Ganz oben steht das liebe Geld“. Demnach konnten „die großen europäischen Wirtschaftsfragen – der Euro und die Schuldenkrise im Euro-Raum – in diesem Jahr alle traditionellen Ängste um die eigene Wirtschaftslage überdecken.
70 Prozent aller Bundesbürger befürchten demnach, dass die drohende Pleite einiger EU-Länder den deutschen Steuerzahler teuer zu stehen kommt – keine Angst erreichte 2011 höhere Werte.“ Nochmal: „70 Prozent der Bürger fürchten, dass auf den Steuerzahler hohe Kosten für die Euro-Rettung zukommen.“ Fazit: die Deutschen nehmen das Thema ernst, es macht ihnen Angst, und sie wollen nicht, dass sich Deutschland an den Rettungsmaßnahmen beteiligt. Gleichzeitig bevorzugen sie in ihrem Wahlverhalten mit deutlicher Mehrheit Rot-Grün.

Die Grünen freilich werden nicht wegen der Eurokrise gewählt, zumal ihre Anhängerschaft die Rettungspakete nur zu vergleichsweise moderaten 70 Prozent ablehnt. Die Ökopartei deckt das – in der R+V- Studie aufgezeigte – zweite große Angstthema ab: „Gift im Essen“. Dies deckt ein breites Spektrum ab, da steckt einiges drin – mehr als nur Fukushima. Und was die Roten betrifft: sie bekommen die Wählerstimmen nicht trotz der Euro-Rettungspakete, sondern wegen ihnen. Die CDU ist an der Regierung, Merkel stimmt diesen Maßnahmen zu – trotz des ein oder anderen deftigen Spruchs gegen die „faulen Griechen“ – …
Merkel ist verantwortlich, das Volk hat Angst, also gehen die Stimmen an die Opposition. Wer gestern – und nicht nur gestern – in der Bundestagsdebatte Carsten Schneider, dem haushaltspolitischen Sprecher der SPD-Fraktion oder Dietmar Bartsch, dem stellvertretenden Vorsitzenden der Linksfraktion, zugehört hatte, wie heftig sie das Schuldenmachen der Bundesregierung gegeißelt haben, mochte sich darin bestätigt fühlen, sich wegen seiner Schuldenängste von Merkel & Co. abgewendet zu haben.

Eigentlich könnte alles so schön sein, denken sich die Deutschen, die ansonsten auch ganz allgemein viel weniger unter Ängsten leiden als früher. Zur Not auch mit dem Euro. Wenn nur diese Griechen nicht dabei wären! Und die Iren und Portugiesen, oder die Spanier und Italiener. Und alle, die es nicht so machen wie wir. Wie schön könnte es dann sein, denken sich die Deutschen. So schön wie Weihnachten. Sicher, das ist dumm. Aber die Mehrheit der Gänse ist auch nicht eben besonders schlau.

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10 Kommentare zu “Weihnachtsgänse zum Thema Eurorettung

  • #1
    Robin Patzwaldt

    Um Weihnachten müssen sich die Gänse bei uns gar keine Gedanken machen. Die sind schon an Sankt Martin tot. 😀

  • #2
    Michael Pliester

    Wohlmöglich haben aber auch die meisten Bürger das richtig erkannt.
    Haste mal den ESM-Vertrag angesehen – da regiert die nackte Angst, demnächst dann selbst zur internationalen Fahndung ausgeschrieben zu werden. Es gibt in Europa bereits Staaten die ihre ehemaligen Politiker genau deswegen bereits strafrechtlich belangen, und andere wo die Bevölkerung bereits danach schreit, Island etwa. Und in Deutschland auch die ersten Politiker die sich bereits so zu positionieren suchen am Ende behaupten zu können, ja immerschon dagegen gewesen zu sein – die glauben im ernst bei der absehbaren Pleite im Amt verweilen zu können, die anderen indes bereiten über die geplanten Bedingungen des ESM-Vertrag wohl ihre im Falle Flucht vor. Und das in etwa so wie es auch andere Despoten so schon immer machten: die Kohle ins Ausland verschieben, am besten in jenes in das man dann fliehen wird. Das ist in etwa die Methode Gaddafi oder Mubarak oder …
    Das mit den Zinseinkünften stimmt auch nicht. Vor einiger Zeit hatte ich das hier gepostet wie mit diesen Anleihen Gewinne erzielt sind. Gleich drauf dann erreichte die Bundesregierung, die Zinsen für Griechenland von 25 auf 3 Prozent zu senken. Zwei Tage danach verkündete die Commerzbank ihre Milliardenverluste, und wieder zwei Tage später sagten die auch endlich einmal öffentlich wo diese Verluste herkamen: nämlich aus den so entgangenen Gewinnen die man durch solche Zinsen den Griechen hatte auferlegt und nun also verloren gingen. Anders gesagt: Verluste aus Luftgeld, Geld das es gar nicht gibt, und das auch nie wieder hereinzuholen gewesen ist, unter überhaupt keinen Bedingung. Und aus Geld dem keine Gütermenge gegenübersteht, also inflationiert. Und soll sagen: der angelblich eurokonforme Bundeshaushalt den wir den anderen Versagern vorhalten ist tatsächlich eine Luftbuchung in die eben auch dieses Luftgeld einbezogen ist, tatsächlich ist es um unseren Bundeshaushalt ähnlich bestellt wie um den der Spanier, wo vor dem Euro noch jeder sein Häusschen hatte und dann eben nicht mehr, oder dem der Italiener usw. Der Euro ist nach wie vor ein Geld das über den Köpfen der Bevölkerung unter Großbanken hin und her gereicht ist und eben dafür der Bürger ausgeraubt werden muss. Das zumindest haben die Griechen nun auch begriffen, und funsionierten gleich zwei Banken zu einem nun „Globalplayer“, damit Minister und Richter auch morgen noch kräftig geschmiert werden können.
    Und klar wird auch echtes Geld verschoben, dazu andere Kassen, eben weil unsere Lage wie Italien ist, eröffnet. Der Gesundheitsmini macht ne neue Kasse auf, der Verkehrsmini will jetzt ne Mout, und der Obermini macht dazu nen Deal mit der Schweiz und legalisiert die Steuerhinterziehung auf höchstem Niveau, bei denen also wo noch Geld zu holen ist das abzuwandern droht, also zu niedrigstzinsen für jene die Ein-Euro-Jobber ausbeuten können, aus den verkauften Gütern aber ihre Millionen ziehen und diese auf Nummernkonten parken, und dieses Geld darf nicht abwandern, dazu muss auch auf deren Steuern verzichtet werden können (Berlusconi wird aber beschimpft), und diese Typen sind nun schon ähnlich wie zum ESM-Vorhaben faktisch immun gemacht gegen eine Verfolgung, von deselben Typen die das Ende des Jahren auch für sich selbst so einrichten wollen, von den Typen die nen Fereinhaus auf Malle oder so unterhalten, während dieselben Leute für Millionen Deutsche keine Rentenversicherung mehr zahlen. Das Geld geht immer nur an den Stellen weg wo es dem Bundeshaushalt nicht schmerzt.
    Der deutschen Exportwirtschaft hat der Euro nachweislich kaum etwas gebracht, der Vorteil ist so gering das er kaum beziffert werden kann. Im Gegenteil. Wie das nach hinten losgeht sehen wir derzeit an der Schweiz, das seinen Franken nun zum Euro beim Tausch festgesetzt hat. Das machen die deswegen, weil egal wo die etwas einkaufen wollen immerzu den Euro gezeigt bekommen. Gäbe es eine Währungsvielfalt hätten die das Problem nicht und könnten auf Länder ausweichen wo der Wechselkurs besser passte.
    Der Euro ist am Ende, und zwar deswegen, weil dieses Geld bedingt, nicht in ausreichender Menge im Volke zu sein, oder anders gesagt: weil deswegen die Löhne zu niedrig sind. Und was daraus hervorgeht sehen wir gerade in Libyen.

  • #3
    Bochumer

    Selten schwacher Artikel. Vermutlich haben die Menschen halt noch im Ohr, was die Politiker bei Einführung des Euros gesagt haben. „Die Währung ist sicher und stabil wie die Mark. Die EZB handelt wie die deutsche Bundesbank. Wir haften nicht für die Schulden anderer.“
    Sie ändern ihre Meinung halt nicht so schnell wie Politiker. Zur Erinnerung der Artikel 125 aus dem aktuellen EU-Vertrag:

    „Artikel 125
    (ex-Artikel 103 EGV)
    (1) Die Union haftet nicht für die Verbindlichkeiten der Zentralregierungen, der regionalen oder lokalen Gebietskörperschaften oder anderen öffentlich-rechtlichen Körperschaften, sonstiger Einrichtungen des öffentlichen Rechts oder öffentlicher Unternehmen von Mitgliedstaaten und tritt nicht für derartige Verbindlichkeiten ein; dies gilt unbeschadet der gegenseitigen finanziellen Garantien für die gemeinsame Durchführung eines bestimmten Vorhabens. Ein Mitgliedstaat haftet nicht für die Verbindlichkeiten der Zentralregierungen, der regionalen oder lokalen Gebietskörperschaften oder
    anderen öffentlich-rechtlichen Körperschaften, sonstiger Einrichtungen des öffentlichen Rechts oder öffentlicher Unternehmen eines anderen Mitgliedstaats und tritt nicht für derartige Verbindlichkeiten ein; dies gilt unbeschadet der gegenseitigen finanziellen Garantien für die gemeinsame Durchführung eines bestimmten Vorhabens.“

  • #4
    Höddeldipöpp

    Zitat: „… Bisher ist bekanntlich nicht ein Cent überwiesen worden, im Gegenteil: die Zinsdifferenz zwischen deutschen Anleihen und den Konditionen für Griechenland selbst im EFSF sorgt für Reibach in der deutschen Kasse. …“

    Diese Argumentation wird hinfällig, sobald Griechenland tatsächlich pleite geht. Und Griechenland wird pleite gehen, das ist so sicher wie das Amen in der Kirche.

    Übrigens war mir das von Anfang an klar. Ich war in den 90er Jahren mal zum Thema „Produktivität in Griechenland“ an einer Studie beteiligt Da ich davon ausgehe, dass schlaue EU-Beamte und die des Finanzministeriums (ach nee, die nicht. Die haben ihre Kompetenz schon zu Steinbrücks Zeiten an die Banken-Kanzlei Freshfields outgesourced), das gewusst haben müssen, handelt es sich bei der Griechenlandrettung und dem Bohei, das dem Volk in den letzten Monaten vorgespielt wurde, darum, für die Banken Zeit zu gewinnen, damit sie ihre faulen Titel in der Schatten-Bad-Bank EZB abladen konnten. Das haben die jetzt geschafft und genau jetzt rechnet auch Schäuble ganz offiziell mit einem Ableben von Griechenland.

    Das Volk durchschaut das durchaus. Leider fehlt ihm aber für die Wahl die Alternative. Denn bei dieser Rosstäuscher-Strategie der Politik passt zwischen Regierung und Opposition kein Blatt. Man schaue sich nur an, was Steinbrück da vorschlägt. Das ist doch exakt die Fortsetzung der Merkel/Schäuble-Krampf-Politik.

    Ich glaube nicht, dass der Euro am Ende ist. Der hat noch eine Chance, wenn die Politik endlich zugeben würde, dass die Schulden die Folge und nicht die Ursache der Misere sind! Die Schuldenkrise ist keine Schuldenkrise, sondern eine Lohn- und eine Einnahmenkrise. Die Ursache aller Ursachen ist die Umverteilung, die in den letzten Jahren von Unten nach Oben stattgefunden hat.

    In dem Punkt gebe ich #2 M.Pliester absolut recht. Schumpeter sah voraus, dass in der Spätphase des entwickelten Kapitalismus Gewinne nur noch mit Mauten und Gebühren möglich sind. Und genau so vollzieht sich die Enteignung der Mittelschicht: PKW-Maut, Zusatzgebühren, Praxisgebühren, private Zuzahlungen zur Pflegeversichungen, Senkung der Leistungsniveaus bei Renten und Krankenkassen, natürlich dafür Förderung kapitalgestützter Zusatz-Versicherungen, etc.

    Wären die Arbeitnehmer seit dem Jahr 2000 am Produktivitätsfortschritt beteiligt worden, anstatt Reallohnkürzungen hinzunehmen, hätte sie heute real mindestens 16,5% mehr in der Lohntüte. Das bedeutet auch, dass die gesetzlichen Krankenkassen 16,5% mehr hätten, die Arbeitslosenversicherung und natürlich die Rentenversicherung ebenfalls. Solch journalistischer Alarmismus, wie letztens, dass nämlich das Rentenniveau der kommenden Generation auf 40% absinkt, wäre überhaupt kein Thema, vor allem, wenn man nicht nur die letzten 11, sondern die letzten 30 Jahre betrachtet (mindestens seit Schröder), dann hätten sie nämlich 40 Prozent mehr real in der Tasche heute (Berechnung kann ich auf Wunsch nachliefern). Voraussetzung wäre aber gewesen, die Arbeitnehmer jedes Jahr mit mindestens 1,1 Prozent real am Produktivitätsfortschritt zu beteiligen. Stattdessen hat sich das obere Drittel der Bevölkerung diesen Anteil und mehr am wachsenden Kuchen selbst reingepfiffen und den anderen zwei Dritteln das Märchen erzählt, ‚alle‘ müssten jetzt dein Gürtel enger schnallen.

    Vor kurzem hat noch Frau Kraft behauptet, die rot-grünen Reformen seien richtig gewesen, weil Deutschland damals Schlusslicht gewesen sei. Da merkt man, woher die Politik ihre Weisheit bezieht. Denn der Begriff „Schlusslicht“ stammt aus einer methodisch fragwürdigen Studie der Bertelsmann-Stiftung, die die öffentliche Diskussion leider vor einigen Jahren so stark beeinflusst hat, das Frau Kraft dieses Gehirnwäsch heute immer noch reproduziert. Deutschland ist nie Schlusslicht gewesen, sondern immer Exportweltmeister. Und wenn man Exportweltmeister im Qualitätssegment ist, dann sind auch höhere Löhne gerechtfertigt. Mit niedrigen Löhnen wird man nur Exportweltmeister im Ramsch-Segment (China). Von daher ist die Politik leider auf die Propaganda der Wirtschaftsverbände und deren dubiose Stiftungen reingefallen.

    Rot-Grün muss sich endlich eingestehen, dass sich ihre Reformpolitik, auf die sie sich soviel einbildet, katastrophal ausgewirkt hat. Da sich Rot-Grün aber einbildet, die kleine technische Erholung der Konjunktur, mit der es jetzt vorbei sein wird, sei allein auf ihre Reformen zurückzuführen, entwickelt sie auch keine echten Alternativen. Was soll der Wähler also machen? Er hat doch nur die Wahl zwischen Pest und Cholera.

    Und solange sich das nicht ändert, wird das Schiff tatsächlich sinken.

  • #5
    Werner Jurga Beitragsautor

    Drei ebenso ausführliche wie kritische Komentare. Nicht einer zieht in Zweifel, „dass ein Auseinanderbrechen der Eurozone zu einem dramatischen Einbruch der deutschen Exportwirtschaft führen würde“. Mögen „die meisten Bürger das richtig erkannt“ (#2) haben, mag mein Artikel „sehr schwach“ (#3) sein, mag auch „das Volk das durchaus durchschauen“ (#4): das Wesentliche steht außer Zweifel: ein Auseinanderbrechen des Euro hätte verheerende Folgen. Wer dennoch bereit wäre, dies billigend in Kauf zu nehmen, … (siehe Titel des Artikels).

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  • #7
    Höddeldipöpp

    Warum sollte das auch jemand in Zweifel ziehen. Natürlich hat das Auseinanderbrechen der Eurozone schlimme Folgen. Es stimmt ja. Aber es wird passieren, wenn die Politik so weiter macht!

    Und man wird ja nochmal fragen dürfen, ob Politiker einfach so kopflos, wie sie zur Zeit sind, Riesenbeträge in die Rettung stecken dürfen, die dann nur dazu führen, dass die Bürger Europas den Gürtel immer enger schnallen müssen.

    Wir Deutsche wären jetzt tatsächlich die Lokomotive in Europa, die den Karren aus dem Dreck zieht, wenn jetzt 2 Drittel von uns 40 Prozent mehr in der Lohntüte hätten natürlich auf Kosten des oberen Drittels, die das zuviel verdiente Geld nur in irgendwelche Immobilienblasen investiert haben, die hätten jetzt halt weniger. Aber deren Immo-Besitz zieht Europa bestimmt nicht aus der Krise.

    Die Preise gegenüber China hätte das nicht beeinflussen. Wir wären noch genauso günstig, weil das nur eine Frage der Verteilung innerhalb des deutschen Kuchens gewesen wäre.

    Aber der Schröder wollte uns ja unbedingt zum Niedriglohnland machen. SPD, sieh es endlich ein und gib es zu!

  • #8
    Stefan Wehmeier

    Rückkehr ins Paradies

    „Man bedenke, es handelt sich nur um einen Roman. Die Wahrheit wird – wie stets – weit erstaunlicher sein.“

    (Vorwort zu „2001“)

    Vor über 40 Jahren visualisierten Stanley Kubrick und Arthur C. Clarke nicht nur die voraussichtlichen technologischen Möglichkeiten im Jahr 2001. Heute hängen wir weit hinter diesen Möglichkeiten zurück und befinden uns in einer globalen Wirtschaftskrise, die aufgrund der atomaren Bedrohung das Ende der Menschheit bedeuten kann. Die Ursache ist eine künstliche Programmierung des kollektiv Unbewussten, die uns seit jeher davon abhält, die Makroökonomie zu verstehen:

    Und Gott der HERR (künstlicher Archetyp Jahwe = Investor) nahm den Menschen (freier Unternehmer) und setzte ihn in den Garten Eden (freie Marktwirtschaft), dass er ihn bebaute und bewahrte. Und Gott der HERR gebot dem Menschen und sprach: Du darfst essen von allen Bäumen (Gewinn bringende Unternehmungen) im Garten, aber von dem Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen (Zinsgeld-Verleih) sollst du nicht essen; denn an dem Tage, da du von ihm isst, musst du des Todes (in religiöser Verblendung) sterben.

    (Genesis 2,15-17)

    Wer nicht weiß, was Gerechtigkeit ist, darf auch nicht wissen, was Ungerechtigkeit ist, um eine Existenz in „dieser Welt“ (Zinsgeld-Ökonomie, zivilisatorisches Mittelalter) ertragen zu können. Zu diesem Zweck gibt es die Religion (Rückbindung auf den künstlichen Archetyp Jahwe = Investor), die so erfolgreich war, dass sie die systemische Ungerechtigkeit der Erbsünde (Zinsumverteilung von der Arbeit zum Besitz, Privatkapitalismus) bis heute aus dem allgemeinen Bewusstsein der halbwegs zivilisierten Menschheit ausblenden konnte, während das Wissen seit langer Zeit zur Verfügung steht, um diese „Mutter aller Zivilisationsprobleme“ endgültig zu eliminieren:

    http://opium-des-volkes.blogspot.com/2011/08/die-7-plagen.html

  • #9
    Bochumer

    Der Artikel ist schwach, weil er den Bürgern mangelndes Verständnis der Sachverhalte unterstellt. Beitrag Nummer 4 zeigt ja klar, was das Problem ist: Egal welche Partei an die Macht, die Europapolitik wird sich nicht ändern.
    Hätten die Bürger zum Beispiel über den Euro abgestimmt, wäre er mit großer Wahrscheinlichkeit nicht gekommen. Das wäre vielleicht für die Deutschen, ganz sicher aber für die Griechen im Moment besser.
    Ob es tatsächlich schlimm wäre, wenn Griechenland aus der EU ausscheidet, werden wir noch sehen. Ich persönlich glaube keinen Weltuntergangsszenarien. Mit der Krise und den schwankenden Kursen lässt es sich hervorragend Geld verdienen. Kein Grund zur Panik – so lange man nicht zu den Menschen im Süden gehört, denen die Stockungen der Weltwirtschaft die Existenzgrundlage nimmt.

  • #10
    Arnold Voß

    Das ganze ist eine klassische Zwickmühle. Wer Griechenland retten will gefährdet die Banken. Wer Griechenland einfach fallen lässt, gefährdet den Euro. Da die Macht der Banken (to big to fail) größer ist als die von Griechenland, wird zuerst Griechenland den Bach runtergehen. Danach aber auch noch der Euro. So einfach und so böse ist diese Welt.

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