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Duisburg: “Wenn Wahrheit zu Rassismus wird, ist Deutschland verloren.“ – Ein Bericht

du201310

Am Samstag fanden in Duisburg drei Kundgebungen statt, in deren Verlauf rassistische und antiziganistische Äußerungen getätigt wurden, die alle von Duisburger Anwohnern getragen, oder aber offen begrüßt wurden. Zwei dieser Kundgebung wurden von der rechtspopulistischen Kleinpartei “PRO NRW” organisiert, eine weitere unter dem Motto “Wir sind Rheinhausen – Schau nicht weg” von einem Bündnis Rheinhauser Anwohner. Crosspost von der Initiative gegen Duisburger Zustände

Die Kundgebung auf dem Hochemmericher Markt, an der teilweise bis zu 250 Personen teilnahmen, sollte sich laut mehrfacher Aussage des Veranstalterkreises im Vorfeld nicht gegen Zuwanderer, sondern gegen die Duisburger Ordnungsbehörden und ihre vermeintlichen Verfehlungen im Umgang mit dem Wohnblock „In den Peschen 3-5“ richten. Im Ankündigungstext hatten sich die Organisatorenalle größte Mühe gegeben, weltoffen und pluralistisch zu erscheinen. In der Umsetzung am Samstag sah das dann aber ganz anders aus: Es kam auch bei dieser Veranstaltung zu rassistischen Ausfällen.

So sprach eine Rednerin etwa von “Scheiß Bulgaren”, ohne dass ihr das Rederecht durch die Veranstalter im Anschluss an diese Aussage entzogen wurde. Eine Strafanzeige wurde von Beobachtern noch vor Ort gestellt. Besonders pikant: An der vermeintlich nicht gegen Zuwanderer gerichteten Kundgebung nahmen von Beginn an auch zehn bis fünfzehn bekannte Neonazis aus Duisburg teil – einer sogar auch als Ordner. Andere hielten die Ankündigungsplakate hoch, die von den Veranstaltern verteilt worden waren. Unter den Nazis befanden sich unter anderem Adrian Albrecht und Rene Müller, welche von Szenekennern der Gruppierung “Nationaler Widerstand Duisburg” zugerechnet werden. Der “Nationale Widerstand Duisburg” pflegt unter anderem enge Kontakte zu Neonazis aus ganz NRW und speziell zur Dortmunder Neonaziszene.

 

Nachdem eine Passantin das „offene Mikrofon“ ergriffen und auf den offensichtlichen politischen Hintergrund der anwesenden Neonazis hingewiesen hatte, wurde diese von den Neonazis eingeschüchtert und vom Großteil der Kundgebungsteilnehmer ausgebuht. Die Gruppe der zumeist schwarz gekleideten Neonazis wurde auch nach diesem Vorfall nicht von der Kundgebung ausgeschlossen – wohl aber die spontane Rednerin. Auch der stadtbekannte Aktivist Rolf Karling ergriff das Mikro. Seine Ausführungen, die von den Kundgebungsteilnehmern als beschwichtigend und zu liberal aufgefasst wurden, wurden ebenfalls ausgebuht, mehrere folgende Redner kritisierten Karling nicht nur scharf, sondern setzten zu regelrechten Schimpftiraden an. Zustimmung und Beifall genossen hingegen Äußerungen wie “Wenn Wahrheit zu Rassismus wird ist Deutschland verloren!”. Eine andere Teilnehmerin phantasierte am Rednerpult von hunderten Schwänen und Schafen, die von den Roma auf den Rheinwiesen „geklaut wurden um sie zu vernichten“. Der Wutbürger Helmut Achterath, einer der führenden Köpfe hinter der – letztlich sehr chaotischen – Kundgebung, kündigte gegenüber der Presse an, weitere Demonstrationen dieser Art organisieren zu wollen. Nachdem sich eine nicht zu übersehende Gruppe von Neonazis auf seiner Kundgebung willkommen fühlen durfte, werden diese bei einer möglichen nächsten Veranstaltung sicher noch ein paar Freunde mitbringen. Für organisierte Rechtsradikale von Neonazis bis hin zu Pro NRW wird in Duisburg derzeit offenbar der rote Teppich ausgelegt.

Die Kundgebung von PRO NRW In den Peschen war der nächste Programmpunkt des Tages. Anders als am Hochemmericher Markt hatte sich hier eine Gruppe von bis zu hundert Gegendemonstranten versammelt. Die größte Gruppe stellten aber rassistische Anwohnern, darunter etwa die Hälfte derer, die vorher schon bei Helmut Achterath protestiert hatte. Sie beschimpften die Gegendemonstranten und riefen Parolen wie „Wir sind keine Nazis, wir sind besorgte Eltern!“. Den Auftritt von PRO NRW beklatschten sie begeistert, nahmen aber selbst nicht an der Kundgebung teil. Mitglieder von PRO NRW sprachen unter anderem davon, dass “Duisburg die Hauptstadt der Zigeuner” sei. Jörg Uckermann von PRO glänzte mit der Behauptung, „Die Deutschen müssen Flaschen sammeln gehen, und die Migranten gehen in den Biomarkt“.

Beschränkten sich die Anwohner in Rheinhausen-Bergheim noch auf offene Zustimmung zu der Hetze von PRO NRW, so nahmen eine Stunde später in Neumühl bis zu 250 Anwohner selbst aktiv an der rechten Kundgebung teil, feierten die rassistischen Parolen frenetisch und stellten selbst die meisten Redner. Unter vielen wild geschwenkten Deutschlandfahnen und von Klatschen untermalten Sprechchören erinnerte die Stimmung zeitweise an die in einem Fußballstadion. Dutzende Personen skandierten unter anderem Parolen wie “Kein Asyl in Neumühl” und übertrafen die Redner von PRO NRW in Sachen Radikalität deutlich. Was sich hier am Samstag in geradezu gespenstischer Atmosphäre ereignete, war ein absolutes Novum in der Geschichte von PRO NRW – so begeistert sind die Rechten noch niemals von der örtlichen Bevölkerung aufgenommen worden. Die Aktivisten der Kleinpartei nahezu als Volkshelden feiernd, gerieten die teilnehmenden Anwohnern – welche ihre Häuser geöffnet hatten und sich vom Park bis in die ersten Vorgärten hinein drängten – in eine Begeisterung, die durchaus an eine Pogromstimmung erinnerte. Traurig abgerundet wurde dieses Bild, dass selbst hartgesottene Beobachtern der „Duisburger Verhältnisse“ in diesem Ausmaß überrascht hat, von einem Grüppchen Polizeibeamter, die feixend und in teils offener Zustimmung das Spektakel am Rand beobachteten.

Das Fazit des Tages muss düster ausfallen. Die Veranstalter der vorgeblich nicht-rassistischen Kundgebung haben von Beginn an bis zum Ende stadtbekannte Neonazis und offen rassistische Aussagen auf ihrer Veranstaltung geduldet. Wenn es wirklich das Anliegen der Organisatoren gewesen sein sollte, Rassismus keine Plattform im Rahmen ihrer Kundgebung zu bieten, so ist dieses Ziel mehr als deutlich verfehlt worden. Es bleibt zu hoffen, dass diese Vorgänge die Veranstalter dazu veranlassen, ihre peinlichen und gefährlichen politischen Aktivitäten – entgegen ihrer Ankündigung – einzustellen. Noch problematischer ist jedoch, dass PRO NRW in Duisburg auf soviel offen artikulierte Sympathie stößt wie sonst nirgends! Man kann durchaus von einem rassistischen Mob sprechen, welcher sich heute lautstark in Neumühl gegen ein Flüchtlingsheim ausgesprochen hat und PRO NRW ein nie dagewesenes Erfolgserlebnis beschert hat. Sollte in dem Stadtteil tatsächlich eine Zwischenunterkunft für Flüchtlinge geschaffen werden, sind hier Zustände zu befürchten, die das aktuelle Negativbeispiel aus Berlin-Hellersdorf noch in den Schatten stellen. In zwei Dingen sind sich viele der streitlustigen Duisburger Bürger  offensichtlich einig: „Wir sind keine Nazis“ und „Die Fremden müssen weg“.

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32 Kommentare zu “Duisburg: “Wenn Wahrheit zu Rassismus wird, ist Deutschland verloren.“ – Ein Bericht

  • #1
  • #2
    bundeskater

    Oh je, erinnert mich irgendwie an den „Vorabend“ des Pogroms in Rostock 1992. Ich hoffe, dass es in Duisburg nicht noch böse endet und ein aufgehetzter Lynchmob loszieht…

  • #3
    stefan

    200 ätzende Rassisten marschieren durch Duisburg, einer Stadt mit weit über 400.000 Einwohnern. Werden von ein paar hundert Anwohnern beklatscht. Das ist ekelhaft, aber kein Progrom oder eine Vorstufe (wie immer die Aussehen soll), den die Schreiber_innen hier wahrscheinlich schon herbei sehnen. Um dann wieder sagen zu können: Wir haben euch ja gewarnt.

  • #4
    Nansy

    Mir ist schon klar, dass solche Veranstaltungen nicht in das heute politisch akzeptierte Spektrum passen. Fragt sich nur, ob rechtlich etwas dagegen getan werden kann. Missliebige Äußerungen oder Buhrufe für Andersdenkende sind nicht justiziabel!
    Aber was sind nun die Schlußfolgerungen aus diesen Veranstaltungen? Die Verunsicherung der Leute einfach übergehen, solche Veranstaltungen verbieten oder was soll die Lösung sein?

  • #5
    JoS

    Ein erster Schritt wäre es, wenn man rassistische Aussagen auch als solche benennt. Man kann ja auch Sorgen und Ängste eingehen, nur muss man nicht jede irrationale Angst zu einem ernstzunehmenden Problem machen. Und man sollte Grundstückspreise nicht über Menschenrechte stellen.

  • #6
  • Pingback: LabourNet Germany: Treffpunkt für Ungehorsame, mit und ohne Job, basisnah, gesellschaftskritisch » In den Peschen, Duisburg – nicht Lichtenhagen oder Solingen

  • #8
    Wolfram Obermanns

    Man sollte sich aber auch davor hüten Leute, die der Gruppendynamik erliegen und in der braunen Scheiße ausrutschen, als Nazis zu verunglimpfen. Schließllich ist auch nicht jeder Gegendemonstrant ein linker Schläger, der die Rumänen als Plattform für seine etwas verspätete Weimarer Folklore mißbraucht.
    Die Alltagsprobleme sind real und konkret zu benennen und Stadt, Land, Bund und EU müssen für dafür Lösungen anbieten. Die proportional zunehmend entspannte Haltung in der aufsteigenden Hierarchie der Verantwortung ist eins der großen Hindernisse für eine vernünftige Antwort für alle Beteiligten.
    Als Hund die letzten zu beißen kann hingegen kaum als konstruktiver Beitrag gelten.

  • #9
    Nansy

    @JoS #5:
    Das ist ja das Problem – wer definiert, was irrationale Ängste sind? Die Menschen, die diese Probleme nur aus der Zeitung kennen? Und vielleicht sind es in der Sicht der Anwohner ernstzunehmende Probleme?
    Akademische Sprüche wie „Grundstückspreise nicht über Menschenrechte“ sind nicht wirklich hilfreich – die die Überhöhung des Problems als Menschenrechtsfrage ändert nichts an der Befindlichkeit der Anwohner – also gibt es bessere Vorschläge?

  • #10
    TuxDerPinguin

    Schade, dass man Rassisten, die meinen, es würde anderen besser gehn, nicht den Pass entziehen kann, um sie selber zu Asylanten zu machen.
    Da gäbs es ganz schnell große Lernkurven.

    Da es generell dort am meisten Rassismus gibt, wo man am wenigsten Kontakt mit den „Fremden“ hat, muss man eben mehr Asylanten nach Duisburg bringen (und für eine gute Unterkunftssystem sorgen).

  • #11
    Nansy

    @TuxDerPinguin:

    Gibt es dafür irgendeinen Beweis für die Behauptung, dass es generell dort am meisten Rassismus gibt, wo man am wenigsten Kontakt mit den “Fremden” hat? Oder ist das einfach mal so „aus der Hüfte geschossen“?
    Und solche Tagträume wie „Rassisten“ den Pass zu entziehen sind vom Grundgesetzt nicht gedeckt.

  • #12
    Olaf Mertens

    @ Nansy: „Dort, wo nur wenige oder überhaupt keine „Ausländer“ leben, ist das Niveau der Fremdenfeindlichkeit im Durchschnitt deutlich höher. Darauf ist bereits in einigen anderen Studien hingewiesen worden (vgl. z.B. Böltken 1994b; Küchler 1996; Silbermann/Hüsers 1995)“ heißt es z.B hier: http://www.fes.de/fulltext/asfo/00256006.htm

  • #13
    Klaus Lohmann

    Vielleicht ist die einzig rationale Herangehensweise die, über die tatsächlichen Zahlen von Zuwanderen, EU-Arbeitssuchenden, Flüchtlingen und Zwangsemigranten aus den osteuropäischen Armenhäusern zu informieren (ich kann mich noch gut an die angeblichen „700 und mehr“ Prostituierten des Ex-Straßenstrichs in Dortmund erinnern, von denen die Populisten immer geschwafelt hatten, während echte Insider von „70 bis 90 maximal aus Rumänien/Bulgarien“ berichteten).

    Aber dann hätten sowohl Rechtsaußen-Populisten nix mehr für den nächsten Wahlkampf als auch Verlage und Medienhäuser nix mehr für das Wutbürger-/Aufregerbuch in ihren Schmierenblättern. Eine solche Ehrlichkeit kostet also Stimmen und Auflage.

  • #14
    Dummkopf

    #13 | Klaus Lohmann

    Für noch grundlegender und wichtiger halte ich die Vermeidung von „Ghettoisierung“.

    So lange diese Menschen kollektiv in „Wohnhöhlen“ abgekimmt werden anstatt sie gleichmässig im Stadtgebiet zu verteilen, solange wird sich nichts grundlegend ändern.

  • #15
    Mirya

    die leute haben angst vor dem fremdem. das ist schon immer so gewesen und wird sich wohl leider so schnell auch nicht ändern.
    ich kenne eine ganze menge leute die sich selbst weder als nazis noch als rassisten sehen und trotzdem ausländerfeindlich sind.
    seit die romas da sind wir schließlich viel mehr geklaut, aber was solls! (für alle die es evnt. nicht gescheckt haben – war ironisch)
    @ #8 die frage ist : wo ist der unterschied zwischen rassisten und nazis?
    wann ist man eines von beidem?
    ich denke die leute haben keine grundsätzliche abneigung vor ausländern, kenne wahrscheinlich sogar ausländer mit denen sie kein problem haben, aber sie haben angst dass die vorurteile sich bestätigen

  • #16
    Yilmaz

    Die Dortmunder PiratenPartei war auch vor Ort:

    http://birgit-rydlewski.de/2013/10/05/besorgte-buergerinnen-oder-lynchmob/

  • #17
    Klaus Lohmann

    @#15 | Mirya: Wer ist bitte „die leute“? Ich? Du? Alle? Nur das Erdgeschoss aus der Nr. 15? Ich z.B. habe keine Angst „vor dem fremdem“, ich habe sogar selber einem…;-)

    Wenn Du gleichzeitig schreibst, dass „die leute angst vor dem fremdem“ haben, dass das „schon immer so gewesen“ ist und „die leute keine grundsätzliche abneigung vor ausländern“ haben, ist das rechtspopulistische, dummdumpfe Relativierungskacke ohne logischen Zusammenhang. Punkt.

  • #18
    Puck

    @Wolfram Obermanns #8

    Daß da gruppendynamische Prozesse am Werk sind, will ich nicht bezweifeln, aber das macht die Sache nicht besser.
    Im übrigen kann ich mir nicht vorstellen, daß jemand, der keine – zumindest verborgene – rassistichen Unterströmungen hat, plötzlich durch gruppendynamische Prozesse zum jubenden und klatschenden Subjekt wird, wenn jemand von PRO NRW das Mikro ergreift.

    Es dürfte eher so sein, daß der brave Bürger zwar weiß, daß Vorurteile gegen Fremde ein bißchen igitt sind – aber nicht abgeneigt ist, sich Bestätigung zu suchen, auch mit dem Effekt, daß man die eigenen Vorurteile plötzlich gar nicht mehr so schlimm findet: „… da hätteste mal die anderen sehen sollen! Ich hab mich ja noch zurück gehalten….“

  • #19
    Hubertus

    Hier steht ja der gleiche tendenzöse Mist, wie auf XtraNews, – wie kommt’s -, im Grunde ganz g e g e n „WIR IN RHEINHAUSEN“, -Bürgerinitiative gegen die IGNORANZ der multikulturalistischen BEHÖRDEN

    Zwar sei den später auftretenden PROs ihr Teilerfolg in DU-Rheinhausen gegönnt, – schließlich haben sie ja schon viel eingesetzt, die meisten Argumente stimmen ( aber ihre Fbk-poster haben leider oft einen sachverfälschenden ausländerfeindlichen Trend).
    Doch die eigentlich „GELUNGENE KUNDGEBUNG“, so im Bericht auf Pi-news, fand o h n e parteipolitische Organisation schon seit 15 Uhr auf dem großen Marktplatz im Zentrum Rheinhausens statt.

    Ich habe mir als Rechtsrheinischer und Problemhaus-Kenner, die es durch die balkanische und türkische Bordellexpansion und dies fördernde Ratspolitik längst auch hier gibt, die Szenerie auf dem Rheinhauser Marktplatz an Samstag angeschaut.
    Diese Ortswahl signalisiert eindeutig und anders als bei PRO, daß die Protestierenden nichts gegen die Rumänen, Zigeuner und andere Balkanesen kollektiv haben oder fordern, sondern, siehe Flyer im Pro-PRO-„Zigeunerhaus“-Artikel, politisch gegen die Verantwortlichen mobilisieren.
    Außer ein paar einsamen Sozialdemokraten, einer MLPDfrau und einen emsig photographierenden MdR-Pro-Sauerland-Verschwörungsspekulierer & Islamverharmloser, erkannte ich keine mir bekannten Gesichter.
    3 – 4 ganz schwarz Gekleidete machten auf mich den Eindruck von Militanten, wobei nur durch einen Thor-Steiner-Pulli die neonazistische Richtung verdeutlicht wurde; aber rechtlich/ polizeilich bestand auch im weiteren Verlauf keine Möglichkeit oder Anlass, diese Leute entfernen zu lassen.

    Hingegen konnte eine Gruppe von 5 (?) Linksextremisten mit Baseballschläger von ihrem Vorhaben mit sofort polizeilicher Hilfe abgehalten werden.
    Alles Übrige von „Berichten“ wie beim Duisburger Infoblog www.xtranews.de/2013/10/06/initiative-gegen-duisburger-zustaende-neonazis-nehmen-an-buergerdemonstration-teil-anwohner-bejubeln-pro-nrw/comment-page-1/#comment-18926
    ist dermaßen selektiv und einseitig, daß es seinerseits eine politische Hetze zur Diffamierung des Anliegens der Veranstalter und ihrem Anliegen darstellt, wobei „Rassismus“ gewohnheitsgemäß d a s Totschlag“argument“ darstellt,( so wie historisch seit Organisierung der Kriege nach der PLO-Gründung 1964 gegen ISRAEL und der Niederschlagung des persischen Widerstandes gegen den Mullahfaschismus durch Islamisten und Antisemiten 1980 ff., beides unter KGB-Führung bzw. dessen massiver Hilfe und seiner weltweiten Propaganda).

    Dabei hatten 2 oder 3 Redner am freien Mikrophon der Veranstalter dieses genutzt, um angesichts der paar Schwarzbekleideten das Ganze pauschal und beleidigend zu diffamieren. Oder, wie ein professioneller Sozialhelfer, der sich mit „Bürger für Bürger e.V.“ einen Namen gemacht hat, es versuchte, alles ziemlich schönzureden und statt die gemachten Vorschläge aufzugreifen, den Anwesenden den Wunsch nach kollektivem Rauswurf der Leute vom Balkan zu unterstellen. – Etwas, das nach all den üblen Erlebnissen und Qualen im Stadtteil, die auch bei XtraNewas oder WAZ & Co. nicht zufällig ausgeblendet oder wenigstens kleingeredet werden, verständlicherweise W u t hervorrief:
    So war es vor allem diese provozierte Wut, die 2 junge Frauen zu Worten wie „scheiß Bulgaren“ veranlasste oder zu drastischen Bildern aus ihrer Erfahrung ( „aus dem Fenster scheißen“).

    Andere, ältere Frauen, berichteten mir im persönlichen Gespräch, wie sehr auf Kosten ihres Lebens- & Sicherheitsgefühls, ihrer Gesundheit oder ihres Eigentums und Häuschen, die sie oder ihre Eltern sich in vielen Jahrzehnten zusammengespart haben, sich die Öffnungs-, Toleranz- und Integrationspolitik der Herrschenden im Zusammenspiel mit den umfeld-okkupativen Eigenschaften der ausländischen Gäste auswirkt (zB. monatelang nicht/nicht ohne POLIZEI-Einsatz ungestört schlafen zu können; stundenlange und immer wieder vergebliche Gespräche mit nächtlich störenden Belagerern der Nachbarschaft; „Rache“aktionen ). – Ob dies die von manchen Speziallinken so genannten Wohlstands-Chauvinisten sind ? Und diejenigen, die lautlos verschwinden ( sind selbst schuld ? – sollten sie ihr Eigentum den Balkanesen schenken oder vermieten, dem Bordellbesitzer verkaufen; ) ?

    Wutmotivierte Kraftausdrücke aber – und wie ich aus eigener leidvoller erfahrung weis, berechtigte — haben zunächst nichts zu tun mit Rassismus,- die Unterstellung dessen verdeckt oder legitimiert jedoch indirekt die schuldvolle Ignoranzpolitik der behördenleitenden Politiker insbesondere von SPD und Grünen, – verstärkt Verwirrung, Ohnmachtsgefühle und Spaltung gerade unter der Arbeitsbevölkerung nicht nur Rheinhausens, – treibt einen Teil dadurch eventuell echten Ausländerfeinden in die Arme. Während eine solche, wie hier vorherrschende realitätsblinde, manche sagen auch volksfeindliche ( „Für deutschen Volkstod“- fordernde) linke oder „antifaschistische“ Opposition zum Komplizen dieser herrschenden Spaltungs- & Unterdrückungspolitik wird. Wobei jene die Begriffe wie „rechts“ = rassis-/nazistisch vermengen, intensivst auch über den WDR ( als hätte es keine lange demokratisch rechte, rechtsliberale, antikommunistisch-sozialdemokratische, „christliche“ und wertkonservative Tradition verschiedener Parteien gegeben), der Begriff „anti-/rassistisch“ ganz im Sinne der antiwestlichen Denkfabriken zunehmend missbraucht und dadurch nach massenhaftem GegenRechts-Totschlagargumentieren schließlich entsprechend Aufgehetzte zum Direktzuschlagen übergehen: So, wie gehabt vor Wochen gegen die „Bürger für Bürger“ zunehmend und zT. auch verteilt übers Bundesgebiet, – gegen alles, was nicht in die zweidimensionale linksideologische Rechts-/Linksschablone passt, die teilweise „antikapitalistische“, historisch bedingte Versatzstücke des Stalinismus auch ohne DKP, LINKpd oder MLPD noch mit sich führt. Und eine Schablone welche wechselwirkend wieder hier und da auch zur Stärkung „alternativer“ rechts- & linksfaschistischer Weltbilder beiträgt, welche, abgesehen von der klassisch weltverschwörungs-spekulativen Hintergrunderklärungen, ebenfalls nur durch die politisch zweidimensionale Polarisierung funktionieren.

    Doch w o war, ist die linke Kritik am raubkapitalistischen Geschäftsmodell aus der Verbindung BORDELLbetreiber, Billigfrauenimport, Mehrfachvermietung, Kindergelderschleichung, Schwarzarbeit, Immobilien-zum-Schleuderpreis-Übernahme und der Spekulation auf mehr Bordellgewerbesteuer ?
    „WIR SIND RHEINHAUSEN – Gegen die Untätigkeit der verantwortlichen Behörden“ ( wovon viele „Berichter“ nichtmals e i n Wort zitieren, geschweige denn von den nicht-wutfehlerhaften Redebeiträgen!) ist ein erster praktischer Beginn ganz normaler und meist noch nicht politisch aktiv gewesener Bürger, diesem schmutzigen Geschäft „von unten“ einen Strich durch die EU-Rechnung zu machen. Etwaige Fehler aus WUT oder aus Unerfahrenheit sind durch freundschaftliche Kritik und Mitarbeit auszuräumen.
    – – Doch das linke MOB-bing ist als destruktiv und Spaltung zurückzuweisen, bzw. ist es beim Gerede über „Mob“ Zeit, sich an die eigene Nase zu packen, so wie beim Applaus für PRO-NRW oder der traurigen Tatsache hoher NPD Bundestags-Stimmenzahlen: Gerade die system- und kapitalismuskritische Linke ist an dieser Entwicklung sehr mitschuld, ganz zu schweigen von SPD, CDU und GrünPD ! Ein Teil von ihnen, oft die lautesten oder die die den moralüberlegenen Besserdeutschen mimen oder sich, wie aktuell OB Link der Veranstaltung als Gastredner verweigern, haben sich zum Büttel eines EU-geförderten Bordell-/Einwanderer-, Verdräng- und Raubkapitalismus gemacht.
    – Vermutlich ist dieser Streit den Herren der (Raub-)Banken und ihrer ESM-Retter ganz recht.
    Mir nicht mehr.

  • #20
    Nansy

    @Olaf Mertens #12:

    Wie heißt es im verlinkten Text der Friedrich-Ebert-Stiftung: „…entzieht sich das Phänomen (Anm.: Fremdenfeindlichkeit) einer einfachen und pauschalen Beurteilung.“ Und weiter wimmelt es in dieser Analyse von „Hypothesen und Theorien“, Annahmen und Erklärungsansätzen.
    Ich selbst habe die Arbeit der Friedrich-Ebert-Stiftung im Ausland kennen- und schätzen gelernt. Aus meiner Sicht leidet aber eine solche Analyse an der Fixierung auf deutsche Verhältnisse – Fremdenfeinlichkeit gibt es in vielen Ländern und die Ausgangslage ist oft sehr unterschiedlich… Ein Gesamtbild kann es nur geben, wenn man Übereinstimmungen oder Unterschiede zu deutschen Erfahrungen sucht.

    These: „Dort, wo nur wenige oder überhaupt keine „Ausländer” leben, ist das Niveau der Fremdenfeindlichkeit im Durchschnitt deutlich höher“
    Wissenschaftler hin oder her – meine Erfahrung (auch im Ausland) läßt einen solchen Schluß nicht zu…

  • #21
    Wolfram Obermanns

    @ #18 Puck
    Doch es macht die Sache besser! Warum?
    Personen die sich durch einen gruppendynamischen Sog zustimmend zu Äußerungen Dritter haben hinreißen lassen, sind später argumentativ immer noch erreichbar.
    Außerdem unterschätzen Sie m. E. die wahrnehmungsverformende Macht einer Gruppenveranstaltung. Des weiteren unterschätzen Sie m. E. die uns allen innewohnende Doppelbödigkeit im Spiel von Vorurteil und klarer Lageeinschätzung.
    Was macht Sie so sicher, daß Sie hier nicht Ihr Resentiment gegenüber dem Pöbel/den Spießer … (suchen Sie sich was passend zur eigenen Verortung aus) pflegen?

    Es wird nichts besser, wenn man statt auf die Immis auf die Nachbarn eindrischt. Beide werden zumindest vorläufig miteinander auskommen müssen. Wer sich eine Lageverbesserung dadurch verspricht, daß er eine der Parteien zum Buhmann macht, ist nicht mehr ganz dicht!

  • #22
    Helmut Junge

    @Olaf Mertens (12), @Nansy(20),

    Diese von Olaf Mertens erwähnte Theorie, dass die Fremdenfeindlichkeit dort, wo wenig Ausländer leben, am höchsten ist, stimmt mindestens für Neumühl nicht. Neumühl gehört zum Stadtbezirk von Hamborn.
    Hamborn ist innerhalb Duisburgs der Stadtbezirk mit dem höchsten amtlich statistisch erfaßten „Ausländeranteil“, nämlich 20,9%.
    Die Zahlen habe ich dort gefunden:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Einwohnerentwicklung_von_Duisburg
    Dazu kommt die besondere Geschichte Hamborns.
    So gut wie alle Vorfahren der Hamborner Bevölkerung sind im vorigen Jahrhundert zugewandert. Wenn wir heute von der „biodeutschen“ Urbevölkerung sprechen, meinen wir genau dieses Völkergemisch das überwiegend aus Süd- und Osteuropa stammt.
    In den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts war die Fraktion der Polenpartei stärkste Fraktion im Hamborner Rathaus.
    Rheinhausen mit einer völlig anderen Geschichte, hat dagegen einen statistischen „Ausländeranteil“ von 12,5%.
    Also trägt die oben genannte Theorie nichts zm Verständnis der jetzigen Situation bei.
    Da muß man schon andere Erklärungen suchen.

  • #23
    der, der auszog

    @Hubertus

    Könnten sie eventuell ihren Monolog unter #19 in ein paar wenigen Sätzen zusammenfassen?

    Als selbsternannter „Problemhaus-Kenner“, der sie uns weiß machen wollen, dass Ausdrücke, wie „scheiß Bulgaren“ und „aus dem Fenster scheißen“ „nichts mit Rassismus zu tun haben“ und lediglich „wutmotivierte Kraftausdrücke“ sind, habe ich nämlich den Verdacht, dass sie brauner und rassistischer sind, als ihnen lieb und bewusst ist.

  • #24
    Klaus Lohmann

    @#14 | Dummkopf: Richtig – die Konzentration, die einige Kommunen aus lauter Hilflosigkeit seit zig Jahren betreiben, verfälscht die eigentliche Statistik, nährt weiter den braunen Bodensatz und gibt „Futter“ für populistische Kommunalwahlkämpfe mit dem Ziel, noch mehr Förderkohle abzugreifen.

    Die EU hat deshalb diese Woche eine eigene Studie zur Armutswanderung veröffentlicht:

    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/armut-und-reichtum/studie-der-eu-kommission-armutseinwanderung-nach-deutschland-nicht-belegt-12606371.html ,

    nach der auch unser InnenMini Friedrich der offensichtlichen Lüge über die Zuwanderunsgzahlen überführt wird. Problem ist halt, dass die statistischen Kommunal-, Landes- und Bundesämter keine Tools haben, um verlässliche Zahlen über schnell zu- und wegziehende Ausländer ohne Beschäftigung zu liefern.

  • #25
    Olaf Mertens

    Ja, Nansy – schon recht. Sie hatten gemutmaßt das sei eine „aus der Hüfte geschossene These“, es gibt aber zig Studien dazu. Das war alles was ich damit sagen wollte.
    Das die These bei den genannten Zahlen, Helmut Junge, nicht wirklich weiterhilft, leuchtet hingegen ein.

  • #26
    @#20 | Nansy

    Hallo Nansy, Deine hier dargelegte Ansicht Teile ich. Eine Pauschalisierung im Kontext von „Wo es kaum Ausländer gibt, ist die Ausländerfeindlichkeit größer“ ist ziemlich wenig wissenschaftlich belegbar, da aufgrund der monokausalen Argumentationsweise folgen würde: „Die Ausländerfeindlichkeit und der Rassismus sind auf der Behörde ‚Ausländeramt‘ am geringsten, da dort die höchste Dichte von Ausländern vorhanden ist.“

    Dies stünde im Widerspruch zu der Theorie, wonach gerade die Gesetzesgrundlage, nachdem diese Behörde verfährt(AusländerG) im Stande ist, die öffentliche Meinung durch Wahrnehmung des Verhaltens Autochthoner seitens Allochthoner, den öffentlichen Diskurs von Legalität des Aufenthaltsstatus Autochthoner, zu ungunsten der Autochthonen zu gestalten. (DISS, Jäger, I. Tiedtke 2003)

    Es gibt einfach zu viele Individuen, die Theorien aufgreifen nachgerade weiterentwickeln, ohne sie zu überprüfen – sofern ihnen überhaupt ein Mindestmass an methodologischem Repertoire zur Verfügung steht.

    Der Mangel an Bildung sowie auch an Bildungsaffinität, sowie die ungenügende Motivation, für ein Mindestmass an Sachverstand, sowie auch für noch zu erwerbende Arbeitsweisen wertvolle Zeit zu opfern, beschert dem Großteil der Diskursteilnehmer die Unfähigkeit, Fortschritte im Hinblick auf Theorieentwicklung, Modelbildung, sowie die Analyse von erhobenem und zu erhebendem empirischen Material zu leisten.

  • #27
    Puck

    @ Wolfram Obermanns #21
    Noch zugänglich für Argumente?
    Ihr Wort in Gottes Ohr.

    Der gut durchgequirlte Kopfsalat von Hubertus #19 – ein gelungenes Beispiel von Bloggorhoe zu fortgeschrittener Stunde – illustriert aufs Schönste, wie Leute so drauf sind, die sich keineswegs als Nazis verstehen und durchaus empört sind, wenn man sie Rassisten nennt.
    Das Problem ist ja eben, daß solche Ansichten von entsprechenden Leuten gar nicht als dumm und rassistisch wahrgenommen werden, sondern für völlig normal gehalten werden.

    Und ich bleibe dabei: Keine Gruppendynamik veranlaßt jemanden, mit dem johlenden Mob mitzuklatschen, wenn nicht zumindest latent rassistische Tendenzen schon vorhanden sind.
    Vielleicht ist man eingeschüchtert in dieser Situation und traut sich nicht, etwas gegen die allgemeine Stimmung zu sagen (meine Hochachtung an der Stelle vor der Frau, die sich das Mikro geschnappt und genau das getan hat), vielleicht redet man sich ein, ‚ist ja nicht so schlimm, sind ja nur ganz wenige, denen der Geifer aus dem Mund läuft…‘.
    Aber man fängt nich an, mitzugrölen.

  • #28
    Wolfram Obermanns

    @27 Puck
    Ich habe nichts gegen Gottvertrauen, im konkreten Fall würde ich aber eher auf Zweckoptimismus setzen.
    Eine Lösung vor Ort ist nur mit den Nachbarn möglich. Mit Faschos ist keine Lösung möglich. Wer die Nachbarn in eine faschistische Ecke drängt, will keine Lösung!
    Was wollen Sie für die betroffenen Viertel?

    Die Entgleisungen von Hubertus machen den übrigens genausowenig zu einem verkappten Nazi, wie ihre vorschnellen Verurteilungen Sie zu einem verkappten Tschekisten machen.

  • #29
    Hubertus

    #23 | der, der auszog bestätigt am 8. Oktober 2013 um 10:18
    mit den unten zitierten Worten, daß
    die traurige R e a l i t ä t nichts für ideologisch vernagelte linke wie rechte
    überlegenheits-moraline Besserdeutsche ist.
    Mein Vorschlag ist, lernen Sie zu argumentieren und zu analysieren. Dann werden Sie auch den von ihnen diffamierten bericht von mir verstehen !

    @Hubertus
    „Könnten sie eventuell ihren Monolog unter #19 in ein paar wenigen Sätzen zusammenfassen? [ Wat’n quatsch, – sind wir hier im Chatroom oder einem Saal ? ] Als s e l b s t e r n a n n t e r “Problemhaus-Kenner”, der sie uns weiß machen wollen, dass Ausdrücke, wie “scheiß Bulgaren” und “aus dem Fenster scheißen” “nichts mit Rassismus zu tun haben” und lediglich “wutmotivierte Kraftausdrücke” sind, habe ich nämlich den Verdacht, dass sie brauner und rassistischer sind, als ihnen lieb und bewusst ist.“

  • Pingback: Pro NRW in Duisburg-Neumühl: Keine Rassisten, Nirgends | Ruhrbarone

  • #31
    owlbaron

    Manchmal denke ich, dass Angst vor Fremden zur Grundausstattung des Menschen gehört. War ja vielleicht auf Bäumen,in Savannen und Höhlen lebensnotwendig. Aber heute?

  • #32
    Kendrik

    Wenn Wahrheit zu Rassismus erklärt wird, ist Deutschland verloren.
    Duisburg, Essen und Dortmund sind bereits verloren, eigentlich schon das gesamte Revier. Es regieren muslimische Parallelgesellschaften und Familienclans.

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