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Wikipedia will Geld einnehmen

Es könnte eine grundlegende Neurorientierung der Online-Enzyklopädie Wikipedia sein. Denn das freie Lexikon will zusätzlich zu den freien Spenden, die bereits jetzt angenommen werden, professionelle Sponsoren auf seinen Seiten zulassen. Seit ein paar Wochen läuft dazu eine Diskussion auf den Vereins-Seiten von des Wikipedia-Betreibers Wikimedia: klick. Das bedeutet: Firmen sollen Geld geben, damit ihr Name und Logo auf der Homepage der deutschen Wikipedia-Seite erscheint. Ein erschreckendes Beispiel für die Vermarktung der letzten freien Enklave der Online-Welt? Oder eine Chance, um eine der umfangreichsten Wissendatenbanken der Welt für alle frei zugänglich zu erhalten und auszubauen? Nachdem vor zwei Jahren ein ähnlicher Versuch offenbar noch gescheitert ist, soll nun eine Agentur die professionelle Sponsorensuche übernehmen. Die Diskussion über den Vorstoß des deutschen Wikipedia-Vereins Wikimedia e.V. wird sicher spannend. An ihr wird sich entscheiden, wie zukunfts- und ausbaufähig das Online-Lexikon ist, wie weit sich der Laden entwickeln läßt.

Ich persönlich halte die Nummer für nachvollziehbar und richtig. Der Unterhalt der Wikipedia-Server kostet ein Heidengeld. Dazu kommt der momentane Riesenaufwand für den Ausbau der Bilddatenbanken. Je erfolgreicher Wikepedia ist, desto teurer wird der Traffic über die entsprechenden Seiten. Wir verstehen uns richtig. Es geht nicht darum, dass sich nun ein paar Leute von Wikimedia an Wikipedia bereichern wollen, oder das der gesamte Dienst kommerzialisiert wird. Es geht darum, dass der gemeinnützige Trägerverein Wege finden muss, wie er sich selber am Leben erhalten und die Rechnungen jeden Monat begleichen kann.

Der Gegenwert, den die Sponsoren bekommen, ist relativ klein. Sie sollen auf der Homepage der deutschen Wikipedia vorgestellt werden - mit Namen und Logo. Das ist aber schon wegen der Transparenz notwendig, denke ich. Deswegen wird keiner korrumpiert.

Ich glaube auch nicht, dass die Firmeneinträge der Sponsoren in Wikipedia danach werblich aufgehübscht werden. Da wird die Wikipedia-Community aufpassen. Dies kann auch nicht das Ziel der Sponsoren sein, da sie sich in diesem Fall dermaßen ins Aus manövrieren würden, dass es knallt. Den Streisand-Effekt will keiner haben.

In meinen Augen gibt es nur ein Problem. Es muss verhindert werden, dass sich irgendwelche Firmen weißwaschen mit dem Persil-Label von Wikipedia. Also, dass etwa Firmen, die in Datenschutzskandale verwickelt sind,  wie die Deutsche Bahn oder die Telekom, mit einem Mal Sponsoren werden, um der Online-Welt zu zeigen, wie nett sie sind. Das darf nicht sein.

Wie hart es abgehen kann, wenn der Hauch eines Makels entsteht, zeigt die Diskussion um die Vodafone-Kampagne, die über Adnation und die  angeschlossenen Blogger gelaufen ist. Zunächst fand ich persönlich die Vodafone-Kampagne weder schlimm noch anrüchig.

Es könnte eine grundlegende Neurorientierung der Online-Enzyklopädie Wikipedia sein. Denn das freie Lexikon will zusätzlich zu den freien Spenden, die bereits jetzt angenommen werden, professionelle Sponsoren auf seinen Seiten zulassen. Seit ein paar Wochen läuft dazu eine Diskussion auf den Vereins-Seiten von des Wikipedia-Betreibers Wikimedia: klick. Das bedeutet: Firmen sollen Geld geben, damit ihr Name und Logo auf der Homepage der deutschen Wikipedia-Seite erscheint. Ein erschreckendes Beispiel für die Vermarktung der letzten freien Enklave der Online-Welt? Oder eine Chance, um eine der umfangreichsten Wissendatenbanken der Welt für alle frei zugänglich zu erhalten und auszubauen? Nachdem vor zwei Jahren ein ähnlicher Versuch offenbar noch gescheitert ist, soll nun eine Agentur die professionelle Sponsorensuche übernehmen. Die Diskussion über den Vorstoß des deutschen Wikipedia-Vereins Wikimedia e.V. wird sicher spannend. An ihr wird sich entscheiden, wie zukunfts- und ausbaufähig das Online-Lexikon ist, wie weit sich der Laden entwickeln läßt.

Ich persönlich halte die Nummer für nachvollziehbar und richtig. Der Unterhalt der Wikipedia-Server kostet ein Heidengeld. Dazu kommt der momentane Riesenaufwand für den Ausbau der Bilddatenbanken. Je erfolgreicher Wikepedia ist, desto teurer wird der Traffic über die entsprechenden Seiten. Wir verstehen uns richtig. Es geht nicht darum, dass sich nun ein paar Leute von Wikimedia an Wikipedia bereichern wollen, oder das der gesamte Dienst kommerzialisiert wird. Es geht darum, dass der gemeinnützige Trägerverein Wege finden muss, wie er sich selber am Leben erhalten und die Rechnungen jeden Monat begleichen kann.

Der Gegenwert, den die Sponsoren bekommen, ist relativ klein. Sie sollen auf der Homepage der deutschen Wikipedia vorgestellt werden – mit Namen und Logo. Das ist aber schon wegen der Transparenz notwendig, denke ich. Deswegen wird keiner korrumpiert.

Ich glaube auch nicht, dass die Firmeneinträge der Sponsoren in Wikipedia danach werblich aufgehübscht werden. Da wird die Wikipedia-Community aufpassen. Dies kann auch nicht das Ziel der Sponsoren sein, da sie sich in diesem Fall dermaßen ins Aus manövrieren würden, dass es knallt. Den Streisand-Effekt will keiner haben.

In meinen Augen gibt es nur ein Problem. Es muss verhindert werden, dass sich irgendwelche Firmen weißwaschen mit dem Persil-Label von Wikipedia. Also, dass etwa Firmen, die in Datenschutzskandale verwickelt sind,  wie die Deutsche Bahn oder die Telekom, mit einem Mal Sponsoren werden, um der Online-Welt zu zeigen, wie nett sie sind. Das darf nicht sein.

Wie hart es abgehen kann, wenn der Hauch eines Makels entsteht, zeigt die Diskussion um die Vodafone-Kampagne, die über Adnation und die  angeschlossenen Blogger gelaufen ist. Zunächst fand ich persönlich die Vodafone-Kampagne weder schlimm noch anrüchig. Auch wenn Vodafone zu den Zensur-Providern gehört. Werbung ist Werbung, finde ich. Und wenn sie als solche gekennzeichnet ist, weiß jeder, was er davon zu halten hat. Da muss man in meinen Augen nicht päpstlicher als der Papst sein. Auch in der taz erschien schon Werbung von Vattenfall und E.on.

Allerdings wurden Grenzen überschritten, als sich mindestens eine Bloggerin nicht nur Werbung auf die Seite knallen lies, sondern dazu noch auf dem Werbeblog von Vodafone schwer verdauliches Produkt Placement betrieb. Zitat:

Seit drei Monaten habe ich ein neues Handy, das HTC Magic mit Internetanschluss. Tolles Ding, mit wenig Knöpfen dran, das ist äußerst praktisch. Mein altes Handy hatte viel zu viele Knöpfe. Zu viele Knöpfe sind nicht gut, da gibt es für mich zu viele Möglichkeiten, versehentlich an ein Knöpfchen zu kommen. Mit dem neuen Handy geht das alles zum Glück leichter, ich erwische immer das richtige Knöpfchen und ich kann die Fotos sogar direkt auf die Plattform Flickr ins Internet hochladen und in mein Blog stellen. So geht mir nichts mehr verloren und meine Handyrechnung beschert mir seitdem auch keine böse Überraschung mehr.

Verständlich, dass die Häme über die Dame hereinbrach. Sie zog sich mittlerweile aus dem Blogger-Leben zurück, angeblich weil sie den Vodafone-Eintrag nicht erklären konnte, da ihr Worte im Mund umgedreht wurden. Ich glaube, so einen peinlichen Werbeeintrag kann man gar nicht erklären. Da muss man keine Worte im Mund rumdrehen. Es bleibt immer peinlich.

Diese Debatte zeigt aber etwas für die Sponsorensuche auf Wikipedia. Schon einige Blogs können Werbediskussionen nur schwer aushalten , wenn der Ruch der Schleichwerbung und der ethischen Verfehlungen auftritt. Wikipedia könnte eine solche Debatte erst recht kaum ertragen.

Die Online-Enzyklopädie gilt als sauberer als weiß, wenn es um ethische Fragen geht. Deswegen wird es entscheidend sein, dass der Wikimedia e.V. bei der Auswahl der Sponsoren großen Wert auf ethische Fragen legt, unabhängig vom Geld. Es darf nicht der Eindruck entstehen, Einträge auf Wikipedia könnten gekauft oder aus werblichen Gründen beeinflusst sein. Diese Gefahr sehe ich aber nicht. Bereits jetzt geht Wikimedia sehr offen und transparent mit seinen Finanzen um. Spender werde ganz offen mit Summen genannt. Siehe hier: klick. Sollte ein Sponsor auftauchen, der nicht zu Wikipedia passt, bin ich sicher, wird er erstens auffliegen und zweitens nicht zugelassen.

Klar gibt es Puristen, die sowieso gegen Sponsoren für Wikipedia sind, aber ich denke, sie sind in der Minderheit. 

Wenn es gelingt, die Gradwanderung zu meistern, sehe ich kein Prob in der Sponsorensuche. Im Gegenteil, dann fände ich die angestrebte Lösung klug. Über transparente Unterstützung die Online-Wissensdatenbank zu finanzieren. Ist doch perfekt, oder? So ließe sich das vielleicht wichtigste Wissensprojekt im Netz dauerhaft unabhängig finanzieren und zudem noch weiter ausbauen.

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6 Kommentare zu “Wikipedia will Geld einnehmen

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  • #2
    Dori

    letzter Absatz: …die Gradwanderung… :), wenn das Absicht war (die gute alte GraTwanderung neu eingenordet?), trifft der Begriff die Lage ziemlich exakt.

  • #3
    Kevin

    Ehrlich gesagt habe ich mich soweiso schon lange gefragt wann die Herren von Wikipedia endlich Werbung schalten wollen. Schließlich könnten die so eine ganze Menge Geld verdienen. Kommt natürlich immer auch darauf an, wie das Projekt unterstützt wird etc. weil das Ganze ja dann komerziell wird.

  • #4
    Rene

    Wenn Wikipedia jetzt auch bezahlte Sponsoren zulassen würde, wäre das aus Sicht anderer Seitenbetreiber natürlich wieder ein Schlag ins Gesicht. Damit würden sich die Betreiber in die lange Reihe an Portalen einreihen, die erst kostenlosen Content von ihren Mitgliedern erstellen lassen, um dann entsprechende Monetarisierungsmassnahmen zu ergreifen. Während Wikipedia kommerzielle Einträge bzw. Links immer wieder löscht, kann man sich nun also mit Geld entsprechende Werbeflächen kaufen. Ich bin gespannt, wie sich das mittelfristig auswirken wird.

  • #5
  • #6

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