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Wissenschaft und Wirtschaft: So kämpft NRW gegen Corona!

Baxter Foto: Graham Horn Lizenz: CC BY-SA 2.0

Noch nie in ihrer Geschichte hat sich die Menschheit bei etwas so stark gemeinsam engagiert wie dem Kampf gegen Corona. In Nordrhein-Westfalen arbeiten zahlreiche Universitäten, Unternehmen und Institute gegen die Pandemie und die Rettung von Menschenleben.

Fabriken, die Impfstoff herstellen, neue Methoden, um sich vor dem Coronavirus zu schützen oder die Entdeckung von neuen Symptomen: Auch in Nordrhein-Westfalen beteiligen sich Unternehmen, Hochschulen und Forschungsinstitute am Kampf gegen Corona. Ihn ihrer Arbeit zeigt sich die Leistungsfähigkeit der Wirtschaft und der Wissenschaft des Landes ebenso wie ihre Vielseitigkeit. Nur die Politik in Europa, im Bund und im Land ist nicht in der Lage, diese Erfolge umzusetzen. Auch wenn Teile der Gesellschaft in den vergangenen Monaten immer wieder stillstanden, viele Menschen das Gefühl hatten, das Leben würde langsamer und träger verlaufen, in den Laboren in Nordrhein-Westfalen herrschte zum Teil rund um die Uhr hektische Betriebsamkeit. Gegen ein Virus, das noch vor einem Jahr kaum bekannt war und dem die Menschen hilflos gegenüberstanden, hat sich die Wissenschaft gestemmt und kann auf Erfolge verweisen, an die zu Anfang des Jahres 2021 niemand geglaubt hätte: Das Wissen über das Virus, seine Gefahren und wie man sich vor ihm schützen, ist nahezu explodiert. Und das liegt auch an den Frauen und Männern, die sich in Nordrhein-Westfalen gegen die Pandemie gestellt haben. Wir stellen einige der vielen Projekte vor.

Aachen
Der „The People´s Ventilator – PV1000“, dass „Volksbeatmungsgerät ist das Ergebnis der Zusammenarbeit mehrere Lehrstücke der Technischen Universität Aachen. Das Beatmungsgerät soll vor allem in der 3. Welt eingesetzt werden, wo Beatmungsgeräte kann und teuer sind. Zurzeit werden auf der Plattform „Betterplace“ Spenden gesammelt, damit der PV1000 in Serie gebaut werden kann.

Bochum
Das einfache Mundspülungen das Übertragungsrisiko bei Corona senken können, fanden Virologen der Ruhr Uni Bochum heraus. Ein Weg, sich einfach und preiswert ein etwas zu schützen. Mit dabei war Stephanie Pfänder, die für ihre Analyse verschiedener Aspekte der Coronavirus-Infektion mit dem Postdoktorandenpreis der Robert-Koch-Stiftung ausgezeichnet wurde. Psychologen der Ruhr Uni untersuchten auch, wie sich die Menschen im ersten Lockdown fühlten. Das Ergebnis: Am meisten litten junge Menschen darunter, dass sie weniger Freunde treffen konnten.

Bonn
Das Team um den Bonner Virologen Hendrick Streeck entdeckte schon im Frühjahr, dass der Verlust des Geschmacks ein häufiges Corona-Symptom ist. Das war nicht das einzige Projekt der Uni Bonn: Die Hochschule arbeitet daran, Antikörper von Genesenen im Kampf gegen Corona einzusetzen und forscht über die Gefahren, die Patienten bei Covid19 durch eine zu starke Immunreaktion drohen.

Dortmund
Mediziner des Klinikums Dortmund haben eine elektronische „Hundenase“ entwickelt, die Corona, ähnlich wie Alkohol im Atem, erschnüffeln soll. Die Atemanalyse kommt auf eine Trefferquote von 80 Prozent. Gemeinsam mit Kollegen aus dem schottischen Edinburgh wird nun daran gearbeitet, das Verfahren zu verbessern.
In Dortmund hat auch das Unternehmen Lead Discovery Center seinen Sitz. Dort Substanzen identifiziert, die gegen Virus-eigene Proteine gerichtet sind und die Vermehrung der Corona-Viren in Zellen hemmen könnten. Zurzeit wird das Verfahren verbessert.

Düsseldorf
Die Impfstoffe sind da, aber in was werden sie abgefüllt? In Impffläschchen des Verpackungsherstellers Gerresheimer zum Beispiel. Drei Milliarden dieser Fläschchen werden weltweit benötigt, eine Milliarde soll von dem Düsseldorfer Unternehmen geliefert werden.
Eine Studie der Uniklinik Düsseldorf ergab im Sommer, dass sich nur wenige Kinder in Kindertagesstätten mit Corona infizierten. Nach der Öffnung der Kitas im eingeschränkten Regelbetrieb war das Infektionsgeschehen nicht überproportional angestiegen.

Essen
Der Chemiekonzern Evonik ist ein wichtiger Zulieferer der Impfstoffhersteller. Am Standort im kanadischen Burnaby bei Vancouver werden Lipidnanopartikel und fertige mRNA-Seren hergestellt, die dafür sorgen, dass Impfstoffe in die menschlichen Zellen gelangen.
Das Uni-Klinikum hat erforscht, das Gruppen wie Herzkranke und ältere Menschen besonders von schweren Krankheitsverläufen bedroht sind und dass die Immunität nach einer Coronainfektion zumindest mehrere Monate anhält. Die Uniklinik forscht gemeinsam mit Partnern im chinesischen Wuhan, wo die Pandemie Anfang vergangenen Jahres begann.

Halle
Das Pharmaunternehmen Baxter wird seine Produktion umstellen. Bald soll auch im westfälischen Halle der Impftstoff von Biontech prouziert werden. Die Produktion soll Ende Februar/Anfang März beginnen

Hilden
Das Biotech Unternehmen Qiagen stellt Produkte für die Corona-Diagnostik her. Dazu gehören Komponenten und Automationsplattformen, die seit Beginn der Pandemie weltweit zur Erkennung von SARS-CoV-2 eingesetzt werden. Digitale Antikörper und Antigen-Tests auf der neuen QIAreach Plattform befinden sich gerade in der Zulassung. Die Produkte führt dazu, dass Krankenhäuser, Laboren und Forschungseinrichtungen das Testaufkommen auf besser und schneller bewältigen können.

Jülich
Wer wissen will, wie sich die Corona-Pandemie zukünftig entwickelt, findet die Antwort im Internet unter rtlive.de. Das Forschungszentrum Jülich sagt mit Prognosemodellen den R-Wert für alle Bundesländer tagesaktuell voraus und unterstützt so Mediziner und Politiker bei der Planung.

Köln
Die Uniklinik Köln beteiligt sich an der Zulassungsstudie des mRNA-Impfstoffs des Unternehmens CureVac gegen das Coronavirus. CureVac könnte nach Biontech das zweite deutsche Unternehmen werden, dass einen Impfstoff auf den Markt bringt. Die Studie begann kurz vor Weihnachten. Ergebnisse könnten schon im März vorliegen. Mit der EU-Kommission hat CureVac einen Vertrag über den Kauf von bis zu 405 Millionen Impfdosen geschlossen.

Leverkusen
Bayer und der Impfstoffhersteller Curevac haben eine Allianz geschlossen. Bayer will Curevac, dessen Impfstoff im Frühsommmer auf den Markt kommen könnte, bei Entwicklung und Vertrieb unterstützen.

Münster
Das Institut für Virologie der Universität Münster arbeitet an neuen Therapieansätzen, die nicht das Virus selbst angreifen, sondern dafür sorgen, dass sich das Virus in den Zellen nicht mehr vermehrt. Ziel ist es, nicht nur die Vermehrung des Virus zu hemmen, sondern auch eine gefährliche, überschießende Immunantwort zu verhindern.

Paderborn
Corona wird vor allem durch kleine Tröpfchen in der Luft übertragen, die sogenannte Aerosole. Hans-Joachim Schmid, Professor an der Universität Paderborn, forscht daran, wie sich die Viren über Aerosole verbreiten und wie Menschen sich schützen können. Ein Ergebnis: Keine der aktuellen Hygiene- und Schutzmaßnahmen kann alleine funktionieren. Es kommt auf das Zusammenspiel der verschiedensten Maßnahmen wie Maske tragen und Abstand halten an. Denn alleine der Atem reicht aus, das Virus zu übertragen.

Wuppertal
Aicuris Antiinfective Cures aus Wuppertal hat sich mit drei weiteren Unternehmen zusammengeschlossen. Ziel ist die Entwicklung eines Medikaments gegen Corona. Die Allianz ist sich sicher, „lebenswichtige Medikamente zur Behandlung von Covid-19-Patienten zur Verfügung stellen zu können“, wenn sie bei den Entwicklungs- und Produktionskosten unterstützt wird.

Der Artikel erschien in einer ähnlichen Version bereits in der Welt am Sonntag

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