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Zehn Jahre unter Ruhrbaronen – Ein ganz persönlicher Rückblick

Dank der Arbeit für dieses Blog kam ich plötzlich recht nahe an den BVB heran. Archiv-Foto: Robin Patzwaldt

In dieser Woche feiere ich tatsächlich schon meinen 10. Jahrestag als einer der Autoren dieses Blogs. Für mich persönlich ist das kaum zu glauben! Was am 7. November 2010 mit einem einzelnen Gastbeitrag anfing, entwickelte sich für mich zu einer ganz wunderbaren Geschichte, die mein Leben nicht nur massiv bereichert, sondern in eine ganz neue Richtung gedreht hat.

Höchste Zeit also nicht nur einmal offiziell ‚Danke‘ zu sagen, sondern an dieser Stelle auch einmal kurz auf die Erlebnisse und den Wandel in den vergangenen Jahren zurückzublicken.

Dass ich einmal nach Gründungsmitglied Stefan Laurin der am längsten regelmäßig aktive Autor hier sein würde, das war im Jahre 2010 noch nicht ansatzweise zu erahnen.

Damals war ich als Frischling in der Lokalpolitik von Waltrop (meinem Wohnort) von meinem damaligen Fraktionschef, Prof. Dr. Lars Holtkamp, erst kurz zuvor eher beiläufig darauf hingewiesen worden, dass es da dieses Ruhrgebiets-Blog geben würde, dass sich regelmäßig mit den Geschehnissen rund um das Kraftwerk ‚Datteln 4‘ beschäftigt.

Da uns der juristisch umstrittene Meiler vor unserer Haustür damals sehr interessierte, medial aber recht wenig darüber zu lesen war, lernte ich so die ‚Ruhrbarone‘ kennen. Schnell las ich täglich hier mit und hatte viel Spaß dabei, wenn ich politisch auch häufig nicht mit den Ansichten der Macher übereinstimmte.

Wenige Wochen später nahm ich erstmalig Kontakt zum Ruhrbarone-Herausgeber Stefan Laurin auf, fragte ihn, ob er grundsätzlich an der Veröffentlichung eines Textes von mir interessiert sei, in dem ich über die vier frustrierende Jahre zwischen 2006 und 2010 berichten würde, in denen ich mich massiv über Stadtverwaltung von Waltrop geärgert habe. Er hatte. Und so nahmen die Dinge am 7. November 2010 dann ihren Lauf, als Stefan meinen ersten Beitrag onlinestellte.

Die eher zufällige Premiere war dann der Grundstein für weitere Artikel. Zunächst schrieb ich als Gastautor bis zum Jahre 2012 unregelmäßig über die Themen, die mich damals besonders bewegten. Neben meinen politischen Erfahrungen in den Reihen der ‚Grünen‘ waren das vor allem Texte über meine großen Hobbys Eishockey und Fußball. Insbesondere Sportberichte gab es bis dahin in diesem Blog kaum. Als diese dann auftauchten, gefiel das nicht allen.

Als ich im Frühjahr dieses Jahres den ‚Grünen‘ nach zwei intensiven Jahren endgültig frustriert den Rücken kehrte, fragte mich Stefan kurz darauf, ob ich nicht in Zukunft ein offizieller Autor dieses Blogs werden wolle. Natürlich wollte ich.

Im Jahre 2013 eröffneten die Ruhrbarone dann ihren Dortmunder Lokalteil, als direkte Antwort auf die Schließung der Redaktion der Westfälischen Rundschau. Wir wollten unsere Lokalberichterstattung in diesem Bereich ausbauen. Für mich war das die günstige Gelegenheit zukünftig noch mehr über ‚meinen‘ BVB zu schreiben.

Auch wenn sich das mit dem Lokalteil dann nach einiger Zeit nicht mehr so entwickelte, wie wir uns das zunächst gemeinsam alle vorgestellt hatten, auch weil die Tendenz dieses Blogs immer mehr zu überregionaler Berichterstattung tendierte, sorgte diese Phase doch mitentscheidend dafür, dass ich fast täglich einen Text beisteuern konnte und wollte.

Auch menschlich hatten mich diese ersten Jahre als Blogger verändert. Hoffte ich am Anfang meiner Zeit als Autor immer noch möglichst wenig kritisiert zu werden, habe ich im Laufe der Zeit nicht nur immer mehr Selbstvertrauen entwickelt, ich hatte irgendwann sogar regelrecht Spaß an Kontroversen, habe auch meine Art zu schreiben verändert, es vielfach auf Widerspruch angelegt.

Die Themenschwerpunkte der Ruhrbarone verlagerten sich im Laufe der Jahre sehr. Etliche Autoren kamen und gingen. Bei regelmäßigen ‚Sommer‘- und ‚Weihnachtsfeiern‘ mit den anderen Autoren lernte man einige von ihnen im Laufe der Zeit recht gut kennen.

Eine schöne Erfahrung in einem sich stets verändernden Team, das aktuell über 50 in einer internen Facebook-Gruppe registrierte Autoren in seinen Reihen zählt.

Wenn auch nicht alle davon aktuell regelmäßig etwas veröffentlichen, waren doch schon einige neue Freunde darunter im Laufe der inzwischen zehn Jahre. Ich möchte viele von diesen Mitbloggern in meinem Leben jedenfalls nicht mehr missen.

Auch zu vielen Stammlesern entwickelte sich im Laufe der Zeit ein quasi freundschaftliches Verhältnis. Einige davon durfte ich schon im echten Leben kennenlernen.

Alles Entwicklungen, die ich mir am Anfang meiner Zeit hier niemals hätte auch nur erträumen können.

Besonders spannend finde ich an der Tätigkeit hier übrigens, dass man am Morgen noch nicht weiß, was der Tag alles so bringt. Alle unsere Autoren haben freie Hand, dürfen nicht nur über ihre Themen, sondern auch über das Ausmaß und die Anzahl ihres Beitrags hier selber bestimmen. Wo hat man solche Freiheiten als Journalist bzw. Blogger sonst schon?

So bekam ich im Laufe der Zeit u.a. die Möglichkeit für die Ruhrbarone auch einige Interviews mit für mich aus unterschiedlichen Gründen besonders interessanten Leuten zu führen, an die ich heute noch gerne zurückdenke.

Darunter waren von mir bewunderte Musiker wie Stoppok und Sebel, die von mir sehr geschätzten Journalistenkollegen Dirk große Schlarmann, Michael Leopold, Marc Hindelang, Kristina Inhof, Gregor Teicher, Pit Gottschalk, Gregor Schnittker, Nicole Werner, Birgit Nössing, Marc Behrenbeck und Britta Hofmann, aber auch mehr oder oder weniger glücklich agierende Lokalpolitiker, Politikwissenschaftler, Filmemacher und Wirtschaftsvertreter.

Die Mischung war über die Jahre recht bunt und abwechslungsreich. Fast immer habe ich auch etwas gelernt dabei.

Das Blog wuchs in diesen zehn Jahren zudem insgesamt massiv. Ich erinnere mich noch gut daran, wie Stefan Laurin sich einst über den 1000. Follower auf Facebook und Twitter freute. Inzwischen liegen wir bei über 16.000 Abonnenten auf Facebook und über 22.500 auf Twitter. Täglich lesen im Durchschnitt 10.000 Leute unsere Beiträge hier, schätzen offenkundig unsere Unberechenbarkeit und Frische.

Kritik gibt es natürlich auch. Eigentlich jeden Tag. Das gehört mit dazu, wie ich inzwischen begriffen habe. Doch solange diese aus keiner bestimmten politischen Ecke kommt, die Vorwürfe so bunt gestreut sind wie ich das seit Jahren wahrnehme, wir in Summe aber immer noch wachsen, kann unser im Team erstelltes Blog ja eigentlich so schlecht nicht sein. 😉

Ich freue mich jedenfalls noch immer jeden Morgen auf das bevorstehende Treiben hier, die neuen Beiträge und Ansätze, die wir unseren Lesern präsentieren. Nicht alles gefällt mir gleich gut. Da geht es mir wie jedem anderen Leser auch. In der Summe bin ich ein Stück weit stolz auf das, was wir hier jeden Tag zur Verfügung stellen. Das ist es, was für mich am Ende zählt.

Von einem ersten Gastbeitrag im Jahre 2010 bis hinein in die Gegenwart hat sich viel verändert. Bei mir persönlich, aber auch bei den Ruhrbaronen insgesamt. Es waren für mich zweifelsohne tolle zehn Jahre, die ich in meinem Leben nicht missen möchte. Danke dafür!

Und ich freue mich schon auf die nächsten zehn…

RuhrBarone-Logo

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