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Zentrum für Politische Schönheit entschuldigt sich

Philipp Ruch Foto: Wikipedia / Tobias Klenze Lizenz: CC BY-SA 4.0

Das Zentrum für Politische Schönheit (ZPS) hat auf die Kritik an seiner Aktion in Berlin reagiert und sich in einer auf seiner Internetseite veröffentlichten Erklärung entschuldigt: „Wir bedauern aufrichtig, dass wir den zentralen Wirkungsaspekt unserer Arbeit nicht im Vorfeld erkannt haben. Als wir begannen, die Orte aufzusuchen, an denen wir die Überreste der Ermordeten vermuteten, waren wir überwältigt von dem Schrecken. Wir waren uns bewusst, dass wir die Gefühle von vielen Menschen aufwühlen würden, wenn wir berichten, was wir vorgefunden haben.“


Nichts hätte dem Zentrum ferner gelegen, als die religiösen und ethischen Gefühle von Überlebenden und Nachkommen der Getöteten zu verletzen: „Wir wollen bei Betroffenen, Angehörigen und Hinterbliebenen aufrichtig um Entschuldigung bitten, die wir in ihren Gefühlen verletzt haben. Wir möchten insbesondere auch die jüdischen Institutionen, Verbände oder Einzelpersonen um Entschuldigung bitten, die durch unsere Arbeit die Totenruhe nach jüdischem Religionsrecht gestört oder angetastet sehen.“

Das Kernstück der Säule, der sich auch Reste von Naziopfern befinden, wird verhüllt,  die Crowdfunding-Seite abgeschaltet und auch  den für Samstag geplanten „!Zapfenstreich“ wird es nicht geben. Was allerdings mit der Erde geschehen soll, in der sich auch die Asche von Juden und anderen Naziopfern befindet, ist noch nicht klar.  Das ZPS sucht nach einer Lösung.

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9 Kommentare zu “Zentrum für Politische Schönheit entschuldigt sich

  • #1
    Ben

    Eine generische Entschuldigung aus dem buzz-word-Baukasten. Mit ein paar kleinen Provokationen wie "Sturmtruppe" als Selbstbeschreibung, die aber in der Masse des süßlich-kitschigen "Es tut uns alles so leid"-Geweine untergehen (sollen).

    Erste Reaktionen bei Twitter natürlich wieder: "Man muss auch verzeihen können, alles halb so schlimm, Schwamm drüber!"

    Süßliche Worte ziehen halt.

    Jetzt ein bisschen Demut spielen, die Kooperationsverträge nicht weiter gefährden und dann ist alles wie immer.

    Bis zur nächsten Sche*sse.

  • #2
    Yael

    Nachdem sie ihr Ziel und Kohle gemacht haben, erreicht haben. Diese Verlogenheit ist noch das I Tüpfelchen.

  • #3
  • #4
    Ben

    Ergänzung: Tat das ZPS gestern nicht noch so als sei mal nur falsch verstanden worden von den Medien? Als sei gar keine Asche in der Stele? Heute dann die scheinheilige Frage in der Entschuldigung, wohin mit der Stele…

    Wenn es "nur" Erde war, negativ beprobt, ist es doch völlig egal.

    Das ZPS hat sich in ein Wirrwarr von Lügen, Andeutungen und Halbwahrheiten verstrickt, reagiert aggressiv und selbst in der Entschuldigung immer noch selbstgerecht.

    Wer Ihnen diese Aktion verzeiht, macht sich mitschuldig!

  • #5
    Aufrecht

    Aus der Stellungnahme:
    "Wohin? Wo soll der Inhalt denn hin? Zurück in den Wald, in das Versteck, das deutsche Nazischergen vor 75 Jahren ausgewählt haben? …
    … Wir haben auf diese Fragen keine Antworten."

    Ich finde, mit der Stellungnahme wird es noch schlimmer. Die ekeln mich an. Vielleicht wollen sie das aber es ist unfassbar ekelhaft , dass der Ruch und das ZPS die Opfer benutzt haben.

  • #6
    Gerd

    Betr: DGB pro BDS Veranstaltung.Die Grenzen des Sagbaren. Antwort auf die Frage, ob es einen Referenten gibt, der gegen BDS eintritt:

    "vielen Dank für die Rückfrage, in der Skepsis mitzuschwingen scheint. Es geht uns um die Schaffung einer Möglichkeit über die BDS-Bewegung zu diskutieren und sich eine Meinung bilden zu können. Nicht mehr und nicht weniger. Die Besucher*innen sind aufgefordert mitzudiskutieren und kritisch zu hinterfragen, ob die Argumente des Referenten wirklich „greifen“. Der DGB-Stadtverband erachtet es gerade vor dem Hintergrund der sehr emotional geführten Debatte als wichtig, eine solche Diskussion führen zu können. Was nicht gleichbedeutend ist, um es deutlich zu sagen, dass sich der DGB oder seine Gewerkschaften deren Position zu eigen macht oder sie unterstützt!

    Vielleicht können wir sie bei der Diskussion begrüßen,

    freundliche Grüße

    DGB-Dortmund-Hellweg"

  • #7
    Valentino Dingens

    @ Ben Wie sollte denn eine Entschuldigung nach Deinem Willen aussehen?
    Ich glaube ihnen, dass ich mich in Deinen Augen damit mitschuldig mache, ist mir rille.
    Man kann über das Ziel hinausschießen, wichtig ist, aus Fehlern zu lernen.
    Ob das ZPS das tut, wird sich weisen, bis dahin nehme ich die Entschuldigung für ernst.

  • #8
    Ben

    @Valentino:

    Wer in einer Entschuldigung zu einer missglückten Holocaust-Aktion als Selbstbezeichnung etwas von "Sturmtruppen" schreibt, meint es nicht ernst, sondern hat die emotionale und moralische Tragweite dessen, was er da getan hat, immer noch nicht begriffen.

  • #9
    Gerald

    Selbsternannte Gutmenschen und Alleinanspruchsverkünder sind mir immer suspekt. Die haben in der Geschichte der Menschheit nie Gutes für die Allgemeinheit im Schilde geführt. Als ich von dieser "Asche" Aktion zum ersten Mal gelesen habe, dachte ich: "was regen die sich so auf, ist doch nur symbolisch." Das es sich wirklich um menschliche Asche handelte ist shockierend und zeigt wie wenig Respekt diese politisch Schönen vor was auch immer haben. Selbsternannte Heilande eben.
    Das haben sie mit ER, Greta, der DUH und FFF gemeinsam.
    Wenn sie sich um die Lebenden Juden kümmern sollen, kommt nix. Da wird dann Israel kritisiert. Oder ohne rot zu werden, den Juden das Rothschild Zeichen verpasst. Und in Deutschland werden antisemitische Anschläge selbstverständlich nur von Rechten durch geführt. Moslems tun das nicht. Wenn doch, alles Einzeltäter.
    Wenn die Herren*innen dann noch ein wenig Zeit haben, werden ein paar AfD Nazis drangsaliert.
    Die Entschuldigung trieft vor Selbstmitleid und Hybris. Jeder, der an einem der Kunstwerke dieser Herr*innen vorbei kommt, sollte einen Haufen drauf setzen. Das wäre Schönheit. Unpolitisch.

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