Ahmad Mansour hält islamistische Flugblattaktion in Bochum für gefährlich

Ahmad Mansour Foto: Heike Steinweg


In Bochum wurden Flugblätter mit bedrohlichen Koranversen in Briefkästen gefunden. Der Autor und Psychologe Ahmad Mansour hält diese Aktion für gefährlich.

Wie die WAZ am Mittwoch berichtete, fanden sich in Bochumer Briefkästen mit „Warnung“ überschriebene Flugblätter, in denen verschiedene Koranverse zitiert wurden: „Was aber die Gottlosen anlangt: Ihre Wohnung ist das Feuer“, „Wir üben an den Sündern Vergeltung“ und „Ihr Menschen! Ich bin nur ein deutlicher Warner für euch“. Die Flugblätter sorgten bei einigen Empfängern für Beunruhigung. Der Bochumer Ahmad Aweimer, Dialog- und Kirchenbeauftragter im Zentralrat der Muslime in Deutschland, dem von Kritikern immer wieder Nähe zum Islamismus vorgeworfen wurde, sagte der WAZ, die Zitate seien ungefährlich und verbreiteten die Botschaft, „dass die islamische Religion die richtige ist“.

Der Autor und Psychologe Ahmad Mansour sieht das anders. Auf Anfrage dieses Blogs sagte Mansour, die Flugblätter seien ein Beispiel für Angstpädagogik, die ein bekanntes Instrument salafistischer Milieus sei: „Wer solche Botschaften verbreitet, sucht nicht das Zusammenleben, sondern die Deutungshoheit. Dahinter steht der Anspruch, im Namen Gottes zu sprechen, den einzig ‚richtigen‘ Lebensweg zu definieren und religiöse Wahrheit exklusiv zu besitzen.“

Diese Form der Missionierung sei nicht harmlos: „Sie erzeugt Angst, grenzt aus und bereitet ideologisch den Boden für Radikalisierung. Ich halte diese Aktion daher nicht nur für geschmacklos, sondern für gesellschaftlich gefährlich.“

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