Unwichtig, aber bitte nicht zeigen: AfD-Vize Tillschneider und seine russische Armeetasse

Hans-Thomas Tillschneider, AfD (Foto: blu-news.org, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons)

Im Wahlkreisbüro des stellvertretenden AfD-Landesvorsitzenden Hans-Thomas Tillschneider steht eine Tasse mit rotem Stern und der kyrillischen Aufschrift „Armee Russlands“. Als ein Reporter nachfragt, wird nicht das Porzellan entfernt. Stattdessen soll die Veröffentlichung der Aufnahmen verhindert werden.

Eine Tasse beweist keine politische Steuerung durch Moskau. Sie verrät zunächst nur  – nun ja: Geschmack. In Tillschneiders Fall steht sie allerdings nicht allein im Regal.

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Wenn Lebensmittel plötzlich zu billig sind – Es muss schön sein, reich zu sein!

Gute Laune beim Lebensmittelkauf. Symbolfoto: Robin Patzwaldt

Es muss schön sein, reich zu sein. Man kann sich dann offenbar Gedanken darüber machen, ob Lebensmittel im Supermarkt vielleicht ein bisschen zu günstig sind. Für die rheinland-pfälzische Landwirtschaftsministerin Christine Schneider von der CDU ist offenbar genau das ein Problem. Die Menschen würden in Umfragen zwar regionale und hochwertige Lebensmittel loben, an der Supermarktkasse aber trotzdem zum günstigeren Produkt greifen. Für Schneider ein Zeichen mangelnder Wertschätzung.

Ich muss gestehen: Bei solchen Aussagen reibe ich mir inzwischen verwundert die Augen. Natürlich kann man darüber diskutieren, wie Landwirtschaft in Deutschland vernünftig bezahlt werden kann. Natürlich haben regionale Produkte ihren Wert. Und natürlich ist es sinnvoll, darüber nachzudenken, woher unsere Lebensmittel kommen. Aber zwischen dieser berechtigten Diskussion und der Aussage „Lebensmittel sind zu billig“ liegt ein ziemlich großer Unterschied.

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Schalke ist wieder da – aber noch nicht wirklich angekommen

Wohin geht die Reise des FC Schalke 04? Foto: Michael Kamps

Tja, was fangen wir jetzt mit diesem Saisonauftakt der Schalker an? Nach Jahren der Zweitklassigkeit war die Vorfreude in Gelsenkirchen riesig. Endlich wieder Bundesliga, endlich wieder große Gegner, endlich wieder diese besondere Atmosphäre rund um den FC Schalke 04. Und dann das: 0:3 beim FC Augsburg.

Natürlich ist eine Niederlage bei einem etablierten Bundesligisten kein Weltuntergang. Augsburg gehört schließlich nicht zu den Mannschaften, gegen die ein Aufsteiger automatisch drei Punkte einplanen darf. Trotzdem ist das Ergebnis ein Dämpfer. Und zwar ein ziemlich deutlicher. Denn gerade Aufsteiger können es sich normalerweise nicht leisten, die ersten Spiele einer Saison zu verschlafen. Wer nach oben kommt, braucht Punkte, Selbstvertrauen und möglichst schnell das Gefühl, tatsächlich in dieser Liga mithalten zu können.

Davon war in Augsburg zumindest nach der Pause nicht mehr viel zu sehen.

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„Death to the IDF“, ein „Sprengsatz auf den Bundestag“ und andere musikalische Perlen: Die stabile Künstlerauswahl der Linken in Berlin-Neukölln

Bühne des außerordentlichen Bundesparteitags der Linken in Berlin 2025
Die philosemitischen und israelsolidarischen Mitglieder von „Die Linke“ auf einem Foto, Januar 2025. (Foto: Sandro Halank/Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0)

Auf einer Wahlkampfveranstaltung der Linken in Berlin-Neukölln rappte Dahabflex am Samstag „Yalla Yalla Intifada“ und „Death to the IDF“. Der „Künstler“ war nicht unangekündigt auf die Bühne geraten: Der Bezirksverband hatte ihn zuvor ausdrücklich als Live-Act beworben. Nach Angaben des Tagesspiegels griff während des Auftritts niemand aus der Partei ein. Die Distanzierungen kamen am Sonntag. Glaubwürdig sind diese Distanzierungen nicht.

Die Überraschung von Die Linke über die Eskalation der Veranstaltung überrascht selbst: Der Instagram-Account des eingeladenen Rappers lässt keine Fragen zu seiner Einstellung offen.

In seinen „Songs“ geht es (unkritisch) um Stalin, Sprengsätze auf den Bundestag, Molotov-Cocktails und darum, die ganze Stadt in Brand zu setzen.

Dahabflex hat nicht all diese Stücke beim Wütend auf den Kapitalismus-Event der Linkspartei Neukölln aufgeführt.

Man hätte aber gewarnt sein müssen.

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Der Ruhrpilot

Antisemitische Demonstration (Symbolbild) Foto (Archiv): Roland W. Waniek

NRW: Was die Abschiebung islamistischer Gefährder bremst…WAZ
NRW: NRW charterte 15 Flugzeuge für 130 Abschiebungen…t-online
NRW: NRW treibt Ausbau der Rüstungswirtschaft weiter voran…RP

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Punkband feiert das größte antisemitische Pogrom seit dem Holocaust

Die Band "The Restarts" auf der Bühne. Screenshot: Andreas Wolf
Die Band „The Restarts“ auf der Bühne. Screenshot: Andreas Wolf

Ein Mitglied der britischen Punkband „The Restarts“ trug bei einem Konzert ein Trikot einer „palästinensischen“ Fußballmannschaft, das den Spielernamen „October“ und die Nummer 7 aufgedruckt hatte – eine Anspielung auf den Terrorangriff der Hamas auf Israel am siebten Oktober 2023. Der Musiker ist außerdem Teil einer in den USA und in Großbritannien verbotenen Gruppierung und saß in der Vergangenheit wegen Aktionen gegen einen israelischen Rüstungskonzern auf der Anklagebank.

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Cello, Moskau und Stalinorgel: Matthias Moosdorfs ganz besondere Völkerverständigung

Matthias Moosdorf spricht am 13. März 2024 im Deutschen Bundestag
Matthias Moosdorf bei seiner Bundestagsrede über Waffenexporte am 13. März 2024. (Foto: Screenshot YouTube/AfD-Fraktion Bundestag; Bildquelle: Deutscher Bundestag, 3:04 Min.)

Man kann über Matthias Moosdorf  (AfD) vieles sagen. Dass der AfD-Bundestagsabgeordnete nichts von Musik versteht, gehört nicht dazu. Moosdorf war jahrzehntelang Cellist des Leipziger Streichquartetts, lehrte in Köln und ist bis heute als Musiker unterwegs. Wenn er über Russland spricht, klingt allerdings nicht nur das Cello mit. Dann wird aus Kultur schnell Außenpolitik – auch wenn Moosdorf darauf besteht, das eine habe mit dem anderen möglichst wenig zu tun.

Der aktuelle Anlass kommt aus dem Wahlkampf in Sachsen-Anhalt. Bei seiner Unterstützung für die dortigen Grünen warnte der baden-württembergische Ministerpräsident Cem Özdemir vor einem russlandfreundlichen Kurs einer möglichen AfD-Regierung. Moosdorf nannte er nicht ausdrücklich; dessen Moskauer Verbindungen sind allerdings ein ziemlich anschauliches Beispiel für das, worauf Özdemirs Warnung zielt. Die Ruhrbarone berichteten.

Genau darin liegt die hübsche kleine Dissonanz seiner Moskauer Unternehmungen: Der Abgeordnete reist privat, der Musiker konzertiert unpolitisch, der Honorarprofessor lehrt versöhnlich und der Ehrenbotschafter des Weltchorverbandes redet mit einem Berater Wladimir Putins über ein Großereignis in Russland. Am Ende sitzt stets derselbe Matthias Moosdorf am Tisch.

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„Sie haben uns aus reinem Hass angegriffen“

Gedenkstätte für die Menschen, die auf dem Nova-Musikfestival ermordet wurden Foto: Relspas Lizenz: CC BY-SA 4.0


Die nicht enden wollende Hetze gegen Israel in vielen Medien, immer offenere antisemitische Propaganda und Tausende Demonstrationen von Hamas-Anhängern haben dazu geführt, dass der Grund für den aktuellen Nahost-Konflikt fast in Vergessenheit geraten ist: der von der palästinensischen Bevölkerung weitgehend unterstützte Angriff der Hamas und anderer Terrororganisationen auf Israel am 7. Oktober 2023.

Noch während Terroristen der Hamas und ihrer Verbündeten dabei waren, 1.200 Menschen in Israel zu ermorden und Hunderte zu verschleppen, und dabei von palästinensischen „Zivilisten“ bejubelt wurden, die zum Teil Kibbuze plünderten und die Leichen ermordeter Teilnehmer des Nova-Festivals fledderten, setzte auf den Straßen Deutschlands wie überall im Westen eine Täter-Opfer-Umkehr

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Eine Art von Über-Realismus?

Les Apaches „Vorhang“ Foto: Thomas Berns, Ruhrtriennale 2026 Lizenz: Copyright


„Les Apaches!“ erinnert mit „Vorhang!“ an einen frühen Versuch multimedialen Theaters.

Von weitem hört man die Klavierklänge, Ton um Ton im selbstverständlichen Takt eines tropfenden Wasserhahns erfüllt die Gebläsehalle und scheint den Raum mit Zeit auszupolstern. Wie lang schon spielt der Mann am Klavier (Philippe Hattat) da? Nach und nach gesellen sich Musikerinnen und Musiker hinzu, nehmen auf ihren Stühlen Platz, prüfen ihre Notenblätter und fangen an, sich einzuspielen. Immer lauter wird es, bis alle Instrumente  –  Schlagwerk, Saxofon und Violine, Viola, Cello, Kontrabass, Piccoloflöte, Oboe und Klarinette, Fagott, Trompete und Posaune – das Orchester „Les Apaches“ als Klangkörper hörbar machen.

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