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Das hat Pina Bausch nicht verdient

„Seit Sie“ von Dimitri Papaioannou am Wuppertaler Tanztheater (Foto: Julian Mommert)

Ein Kommentar

Das Wuppertaler Tanztheater steht am Scheideweg. Zielgenau zum Beginn der Theaterferien startete der zum Ende des Jahres ausscheidende Geschäftsführer Dirk Hesse einen Generalangriff auf die künstlerische Leiterin Adolphe Binder, die erst seit Beginn der Spielzeit im Amt war. Obwohl die Informationen nur spärlich sind, deutet vieles darauf hin, dass Hesse seine Attacke von langer Hand geplant hatte. Binders Spielplan für das kommende Jahr, ausgerechnet jenes, in dem sich der Todestag Pina Bauschs zum zehnten Mal jährt, ließ er platzen, um ihr jetzt vorwerfen zu können, sie habe ihre Arbeit nicht getan. Alle schon lange schwelenden internen Konflikte wurden unter dem Deckel gehalten, um sie jetzt gezielt auspacken zu können. Zu einem Zeitpunkt, da die Tänzer noch auf Gastspiel in Paris sind, der Kulturjournalismus schon auf Theaterferien und Festivalsaison gepolt ist. Ein Vorgehen, das aus der Politik gut bekannt ist, wo unpopuläre Vorhaben gerne schnell durchgewunken werden, während die Wählerschaft angetrunken und mit Grillgut vollgestopft vor den Fernsehern sitzt und dem internationalen Fußball hinterherhechelt. 

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Ein perfekter Sturm

Conne Island, Leipzig Foto: js Lizenz: CC BY-SA 3.0

Es gibt zur Zeit einen Konflikt innerhalb von Kreisen, die Benjamin Weinthal von der Jerusalem Post einmal ganz zu Recht als „Freunde Israels“ bezeichnet hat. Im Kern geht es um den Vorwurf, dass die sogenannten „Rechtsantideutschen“ die AfD verharmlosen, was meiner Ansicht nach aus Gründen der Provokation geschehen ist. Das meist zitierte Beispiel dafür ist ein Auftritt von Bahamas-Autor Thomas Maul im Leipziger Zentrum Conne-Island. Aber dahinter liegt ein Problem jenseits der vermeintlichen Hippness der Tabubruchs. Weiterlesen

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Der Ruhrpilot

Joachim Stamp Foto. FDP/R. Kowalke Lizenz: CC-BY-SA 4.0


NRW:
 Flüchtlingsminister Stamp unter Druck…Welt
NRW: Laumann fordert Anstrengungen gegen lange Arbeitslosigkeit…WN
NRW: Polizei fordert Spuckmasken für jeden Streifenwagen…Bild
NRW: Kettler meldet Insolvenz an…WA
Debatte: Viermal mehr Judenhass als 2007…taz
Debatte: Warum wir jetzt ein modernes Einwanderungsgesetz brauchen…Welt
Debatte: Wie ein Schlag ins Gesicht…Jungle World
Debatte: Rundfunkbeitrag – Realitätsferner geht es nicht…FAZ
Debatte: Nutella ist Teufelszeug! Sagt die Antispaßbeauftragte…Welt
Debatte: Sommer für immer!…Jungle World
Ruhrtriennale: Kommunikation mangelhaft…RP Online
Ruhrgebiet: Wird Thyssenkrupp jetzt zerschlagen?…Bild
Ruhrgebiet: Einigung mit RWE und Eon bei Zerschlagung…FAZ
Ruhrgebiet: „Flix Train“ fährt häufiger vom Revier nach Hamburg…WAZ
Ruhrgebiet: Heute startet Bochum-Total…WAZ
Bochum: Beschwerde der Stadt gegen Rückholung von Sami A….Zeit
Bochum: Herbert Grönemeyer macht einen Bogen um Bochum…WAZ
Bochum: Es hat einen Hauch von Etiketten-Schwindel…WAZ
Dortmund: Nordstadt könnte zwei zusätzliche Grundschulen bekommen…Nordstadtblogger
Dortmund: Warum die Zahl der Einbrüche weiter sinkt…WAZ
Duisburg: „Wenn wir unseren Job machen, ist die AfD überflüssig“…Zeit
Duisburg: Lehmbruck Museum: als  „Big Beautiful Building“ ausgezeichnet…DR
Duisburg:  Ältere Migranten nicht vergessen…WAZ
Essen: Gradierwerk im Grugapark muss abgerissen werden…WAZ

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Rundfunkbeitrag: Die Generation Gummi-Wum  ist den Anstalten treu geblieben

Wumm

Das Bundesverfassungsgericht hat entschieden: Die Erhebung des Rundfunkbeitrages ist in Ordnung, nur die Regelung, jemand für seine Zweitwohnung auch den Beitrag zahlen muss, wurde gekippt. Immerhin ist es nicht möglich in zwei Wohnungen gleichzeitig nicht ARD und ZDF zu sehen.

In den Anstalten ist man zufrieden: Die eigene Existenz ist abgesichert, das Geschäftsmodell der Pensionskasse mit angeschlossenem Sendebetrieb wird Bestand haben. Privatsender, Prime, Netflix, Youtube – all das kostet die Anstalten zwar Zuschauer, aber kein Geld. Weiterlesen

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Thomas von der Osten-Sacken: “ Die Behauptung, ich hätte meine „Israel-Solidarität“ aufgekündigt, grenzt an Rufschädigung“

Thomas von der Osten_Sacken Foto: Privat


Der Publizist und Buchautor Thomas von der Osten-Sacken wurde lange Zeit wegen seiner israelsolidarischen Haltung angefeindet. Nun wirft ihm die  Zeitschrift Bahamas vor, zum Gegner Israels geworden zu sein. Stefan Laurin sprach mit Thomas von der Osten-Sacken.

Ruhrbarone: Du hast heute online einem  Beitrag in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Bahamas widersprochen. Was war geschehen?

Thomas von der Osten-Sacken: Vorab: Normalerweise reagiere ich nicht auf Denunziationen und Verleumdungen, aber in diesem Fall hat ein Autor schon eine rote Linie überschritten. In der letzten Ausgabe der Zeitschrift Bahamas behauptet Martin Stobbe, ich „wünschte (mir) in einem Beitrag für Mena-Watch einen ‚friedlichen‘ Marsch Zehntausender auf Israels Grenzen herbei, die ‚statt AK-47-Gwehren, Zwillen oder Molotow-Cocktails nur Olivenzweige in den Weiterlesen

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Der Ruhrpilot


NRW: 
Sondersitzung des Rechtsausschusses zu Fall Sami A….DLF
NRW:Endlich entlarvt jemand aus dem bürgerlichen Lager Tichy…Handelsblatt
NRW: 
Ganztag ohne große Zukunft…RP Online
NRW: Regierung verteidigt Abschiebung von Sami A….WP
NRW: Land muss ehemaligem Förderschüler Entschädigung zahlen…Welt
Debatte: Antisemitismus – Man muss das Gift benennen…Spiegel
Debatte: 
Die Erosion der Mittelschicht ist näher denn je….Welt
Debatte: Der Target-Saldo der Bundesbank ist gewaltig…FAZ
Debatte: „Ein Rücktritt Merkels wäre Triumph und Rückschlag zugleich“…Cicero
Debatte: Warum das Volk souverän sein muss…Novo
Debatte: Gespaltene Gesellschaft…NZZ
Debatte: Seehofer – Die hohe Schule der Selbstdemontage…Post von Horn
Ruhrgebiet: Die Zerschlagung von ThyssenKrupp rückt näher…Welt
Ruhrgebiet: Machtkampf bei  ThyssenKrupp löst heilsamen «Heuschrecken-Alarm» aus…NZZ
Ruhrgebiet: Überlebt Thyssen-Krupp?…FAZ
Ruhrgebiet: Chefin der Krupp-Stiftung will Aufsichtsrat nicht leiten…WN
Bochum: Soziale Wohnungspolitik – Sie könnten, aber sie wollen nicht…Bo Alternativ
Bochum: Wer ist der abgeschobene Sami A.?…Welt
Dortmund: Rundgang Kunst an der TU…Nordstadtblogger
Duisburg: Wirte enttäuscht über Geschäft an WM-Tagen…WAZ
Essen: Tafel – „Die deutsche Oma ist wieder da“…WAZ 
Essen: Mit mehr Busverkehr Diesel-Fahrverbote verhindern…WAZ 

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Gitarren und Groupthink

Ronald Reagan verleiht Frank Sinatra die Presidential Medal of Freedom Lizenz: Gemeinfrei


Menschen sind soziale Wesen, die sich in Gruppen organisieren. Sie neigen zu konformen Meinungen und Mitläufertum, ob bei Atomkraft oder Massenerschießungen. Von unserem Gastautor Matthias Kraus.

Milieus sind geschlossene Gesellschaften. Wenn wir erst einmal dazugehören, übernehmen wir einen Standpunkt nach dem anderen. Solidarisch entschlossen verteidigen wir von nun an den Gruppenkonsens zu den richtigen und den falschen Fußballclubs, den guten und den schlechten TV-Serien oder zum Für und Wider der Gentechnik — selbst, wenn wir von all dem keinen Schimmer haben. Wir sind nun Botschafter unserer Gruppe. Es ist genau wie mit Gitarren…

Letzte Woche habe ich eine Mosrite Mark I in metallicblau ersteigert. Eine E-Gitarre muss mir vor allem als visuelles Statement gefallen. Fender Stratocasters oder Gibson Les Pauls hat jeder schon gesehen. Zu diesen Normalo-Klampfen kommen Unterkategorien und Exoten wie meine Mosrite. Sie stammt ästhetisch aus den 1960er Jahren, ist irrationaler und manierierter als der Mainstream. Nirvana, die Venturas oder die White Stripes spielen sowas. Surf-Punk-Bands wiederum spielen Danelectros. Für Rockabilly sollte es schon eine Gretsch sein. Post-Rocker nutzen gerne Retro-Kaufhausgitarren von Silverstone oder Airline. Für Laien klingen alle einfach nach E-Gitarre. Auch den Formen wohnt nichts inne, was beispielsweise eine spezifische Surf-Punk-Qualität hätte; die Zuordnung ist im Grunde historischer Zufall.

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