Die Band „The Restarts“ auf der Bühne. Screenshot: Andreas Wolf
Ein Mitglied der britischen Punkband „The Restarts“ trug bei einem Konzert ein Trikot einer „palästinensischen“ Fußballmannschaft, das den Spielernamen „October“ und die Nummer 7 aufgedruckt hatte – eine Anspielung auf den Terrorangriff der Hamas auf Israel am siebten Oktober 2023. Der Musiker ist außerdem Teil einer in den USA und in Großbritannien verbotenen Gruppierung und saß in der Vergangenheit wegen Aktionen gegen einen israelischen Rüstungskonzern auf der Anklagebank.
Matthias Moosdorf bei seiner Bundestagsrede über Waffenexporte am 13. März 2024. (Foto: Screenshot YouTube/AfD-Fraktion Bundestag; Bildquelle: Deutscher Bundestag, 3:04 Min.)
Man kann über Matthias Moosdorf (AfD) vieles sagen. Dass der AfD-Bundestagsabgeordnete nichts von Musik versteht, gehört nicht dazu. Moosdorf war jahrzehntelang Cellist des Leipziger Streichquartetts, lehrte in Köln und ist bis heute als Musiker unterwegs. Wenn er über Russland spricht, klingt allerdings nicht nur das Cello mit. Dann wird aus Kultur schnell Außenpolitik – auch wenn Moosdorf darauf besteht, das eine habe mit dem anderen möglichst wenig zu tun.
Der aktuelle Anlass kommt aus dem Wahlkampf in Sachsen-Anhalt. Bei seiner Unterstützung für die dortigen Grünen warnte der baden-württembergische Ministerpräsident Cem Özdemir vor einem russlandfreundlichen Kurs einer möglichen AfD-Regierung. Moosdorf nannte er nicht ausdrücklich; dessen Moskauer Verbindungen sind allerdings ein ziemlich anschauliches Beispiel für das, worauf Özdemirs Warnung zielt. Die Ruhrbarone berichteten.
Genau darin liegt die hübsche kleine Dissonanz seiner Moskauer Unternehmungen: Der Abgeordnete reist privat, der Musiker konzertiert unpolitisch, der Honorarprofessor lehrt versöhnlich und der Ehrenbotschafter des Weltchorverbandes redet mit einem Berater Wladimir Putins über ein Großereignis in Russland. Am Ende sitzt stets derselbe Matthias Moosdorf am Tisch.
Gedenkstätte für die Menschen, die auf dem Nova-Musikfestival ermordet wurden Foto: Relspas Lizenz: CC BY-SA 4.0
Die nicht enden wollende Hetze gegen Israel in vielen Medien, immer offenere antisemitische Propaganda und Tausende Demonstrationen von Hamas-Anhängern haben dazu geführt, dass der Grund für den aktuellen Nahost-Konflikt fast in Vergessenheit geraten ist: der von der palästinensischen Bevölkerung weitgehend unterstützte Angriff der Hamas und anderer Terrororganisationen auf Israel am 7. Oktober 2023.
Noch während Terroristen der Hamas und ihrer Verbündeten dabei waren, 1.200 Menschen in Israel zu ermorden und Hunderte zu verschleppen, und dabei von palästinensischen „Zivilisten“ bejubelt wurden, die zum Teil Kibbuze plünderten und die Leichen ermordeter Teilnehmer des Nova-Festivals fledderten, setzte auf den Straßen Deutschlands wie überall im Westen eine Täter-Opfer-Umkehr
Les Apaches „Vorhang“ Foto: Thomas Berns, Ruhrtriennale 2026 Lizenz: Copyright
„Les Apaches!“ erinnert mit „Vorhang!“ an einen frühen Versuch multimedialen Theaters.
Von weitem hört man die Klavierklänge, Ton um Ton im selbstverständlichen Takt eines tropfenden Wasserhahns erfüllt die Gebläsehalle und scheint den Raum mit Zeit auszupolstern. Wie lang schon spielt der Mann am Klavier (Philippe Hattat) da? Nach und nach gesellen sich Musikerinnen und Musiker hinzu, nehmen auf ihren Stühlen Platz, prüfen ihre Notenblätter und fangen an, sich einzuspielen. Immer lauter wird es, bis alle Instrumente – Schlagwerk, Saxofon und Violine, Viola, Cello, Kontrabass, Piccoloflöte, Oboe und Klarinette, Fagott, Trompete und Posaune – das Orchester „Les Apaches“ als Klangkörper hörbar machen.
Gut eine Woche vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt durchsuchen Ermittler Objekte von zwei AfD-Kandidaten. Es geht um den Verdacht, eine verbotene neonazistische Organisationfortgeführt zu haben. Das ist kein Urteil. Es ist aber ein guter Moment, sich anzusehen, wie viele angebliche Einzelfälle inzwischen nebeneinandersitzen.
Am Donnerstagmorgen rückten rund 250 Polizisten in fünf Bundesländern aus. 15 Objekte wurden durchsucht, Waffen, Datenträger und Unterlagen sichergestellt (SPIEGEL: Razzia bei zwei AfD-Landtagskandidaten aus Sachsen-Anhalt wegen verbotener Rassistensekte). Die Staatsanwaltschaft Halle ermittelt wegen des Verdachts, die 2023 verbotene „Artgemeinschaft – Germanische Glaubens-Gemeinschaft wesensgemäßer Lebensgestaltung“ fortgeführt zu haben. Zwei der Beschuldigten kandidieren am 6. September für die AfD: Sebastian Koch auf Listenplatz 8 und Simon Lansmann auf Listenplatz 19. (MDR, CORRECTIV, Landeswahlleiterin)
Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir (Grüne) unterstützt in den letzten Tagen vor der Landtagswahl am 6. September 2026 den Wahlkampf seiner Partei in Sachsen-Anhalt. Dort liegt die AfD in Umfragen deutlich vor der CDU; je nach Abschneiden der kleineren Parteien ist auch eine absolute Mandatsmehrheit für die kremlfreundliche Partei möglich.
Özdemir warnte vor den bundespolitischen Folgen einer AfD-geführten Landesregierung. „Ich möchte, dass Sachsen-Anhalt Sachsen-Anhalt bleibt und Magdeburg nicht ein Vorort von Moskau wird“, sagte er dem Tagesspiegel. Sollte die AfD den Ministerpräsidenten stellen, wäre das nach seiner Einschätzung „eine Zäsur für das ganze Land“.
Ein weiteres Beispiel ist Matthias Moosdorf. Er reiste 2024 nach Moskau, obwohl ihm die AfD-Fraktion die Reise nach Recherchen der Tagesschau ausdrücklich untersagt hatte, und soll dort Duma-Abgeordnete getroffen haben. Im März 2025 traf MdB Matthias Moosdorf in Moskau außerdem Anton Kobjakow, einen Berater Wladimir Putins. Die AfD erklärte damals, von dem Treffen keine Kenntnis gehabt zu haben; die Fraktion betonte, es habe keinen Bezug zu ihrer parlamentarischen Arbeit.
Özdemir tritt am Wochenende gemeinsam mit der grünen Spitzenkandidatin Susan Sziborra-Seidlitz in Wernigerode und auf dem Brocken auf. Weitere Termine sind in Dessau und Halle geplant.
Armin Papperger, Vorstandsvorsitzender von Rheinmetall Foto: Mozamaniac Lizenz: CC BY-SA 4.0
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Die Bayern haben am Freitag zum Auftakt der Bundesliga-Saison 2026/27 den VfB Stuttgart mit 5:1 aus der Münchner Arena geschossen. Dass der Rekordmeister damit gleich wieder ein kräftiges Signal an die Konkurrenz sendet? Geschenkt. Dass Frank Buschmann und Florian Schmidt-Sommerfeld bei Sky anschließend bemüht waren, aus der ziemlich einseitigen Angelegenheit ein großes „Flutlichtfreitag“-Spektakel zu machen? Ebenfalls geschenkt.
Viel interessanter war eine Szene unmittelbar vor dem Anpfiff.
Der Bundesrat hat einen Gesetzentwurf zur Strafbewehrung der Leugnung des Existenzrechts Israels auf den Weg gebracht – die Bundesregierung hat ihn nun wegen nachvollziehbarer verfassungsrechtlicher Bedenken zurückgewiesen. Diese dürfen jedoch nicht dazu führen, dass die notwendige gesetzgeberische Nachbesserung unterbleibt.
Bereits im Zuge der Bundesratsinitiative hat die WerteInitiative einen eigenen, verfassungsrechtlich anders konstruierten Vorschlag vorgelegt. Zentral für diesen war, dass kein Sonderrecht geschaffen