2031: Das Jahr, in dem Europa untergeht

Atomium in Brüssel – Einst war es das Symbol für Fortschritt in Europa Foto (Ausschnitt): Guido and Carrara family Lizenz: CC BY 2.0

Was bedeutet es für Europa, wenn es bei Künstlicher Intelligenz den Anschluss an China und die USA verliert? Eine Gruppe hochkarätiger KI-Experten hat ein Szenario veröffentlicht, das die Konsequenzen der aktuellen KI-Politik beschreibt und so spannend wie ein guter Thriller zu lesen ist.

Caroline Dubois hat alles kommen sehen. Nicht immer sofort, aber mit einem Realismus, der selten in Europa ist. Sie arbeitet in der Generaldirektion Handel und wirtschaftliche Sicherheit (GD HANDEL), dem Teil der Europäischen Kommission, der sich unter anderem mit Zöllen und Exportkontrollen befasst. Ab 2025 wird Künstliche Intelligenz ein immer größeres Thema in Europa, und Caroline versucht, ihre Kollegen und

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Gelähmt – seltene Erkrankungen der motorischen Nervenzellen

Schmerzen Bild: ChatGPT/Chatti


Es gibt Krankheiten, die so selten sind, dass sie kaum jemand kennt. Man nennt sie Orphan Diseases. Es sind die Waisenkinder unter den Krankheiten. Wenn man Glück hat, werden sie erkannt und es gibt eine Therapie, z. B. mit Orphan Drugs, den Waisenkindern unter den Arzneimitteln. Heute möchte ich über ALS und andere seltene Lähmungen durch die Zerstörung motorischer Nervenzellen berichten.

Motorische Nervenzellen vermitteln die Informationen von Gehirn und Rückenmark an die Skelettmuskulatur. Sie sind wichtig für die Steuerung der Willkürmotorik. Diese umfasst alle Bewegungsabläufe, die aktiv und bewusst von uns gesteuert werden können. Bei einer Schädigung oder Zerstörung der motorischen Nervenzellen kommt es zu Lähmungserscheinungen. Die motorischen Nervenzellen werden auch Motoneuronen genannt. Es gibt immer zwei Motoneuronen.

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Was würde John Stuart Mill heute sagen?

Foto: KI-generiert
Foto: KI-generiert

John Stuart Mill, einer der bedeutendsten Denker des 19. Jahrhunderts, hat bereits vor rund 170 Jahren Fragen gestellt, die nichts an Aktualität verloren haben.

„Über die Freiheit“ – der Titel sagt eigentlich schon alles. Wie kann ein freies, selbstbestimmtes Leben gelingen, ohne die Rechte anderer zu verletzen, welche Regeln des gesellschaftlichen Miteinanders sollen gelten und welche Rolle kommt dem Staat zu? Mit diesen grundlegenden Überlegungen zu einem funktionierenden Zusammenleben legte John Stuart Mill den Finger in so manche Wunden, indem er konsequent die Gedankengänge zu den aufgeworfenen Fragen zu Ende diskutierte. Das 1859 erschienene Buch erscheint beim Lesen erstaunlich aktuell, aber nicht weil Mills Antworten heute noch gelten würden, nein, sondern weil die Fragen, die er stellt, uns heute immer noch bewegen.

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Bochumer Forscher untersuchen Ursachen antisemitischer Straftaten

Anti-Israel-Demo am 7.10.2024 in Essen (Foto: Roland W. Waniek)

Die Zahl antisemitischer Straftaten in Deutschland ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen – insbesondere seit dem Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023. Ein neues Forschungsprojekt der Ruhr-Universität Bochum und der Technischen Universität Berlin soll nun genauer untersuchen, welche Formen antisemitische Kriminalität annimmt und wie ihr wirksam begegnet werden kann.

Das Verbundprojekt „Präventionsorientierte Analyse Antisemitischer Kriminalität“ (PAAK) wird vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt mit knapp 1,2 Millionen Euro gefördert. Es läuft von 2026 bis 2030 und ist Teil des Forschungsnetzwerks „Antisemitismus im 21. Jahrhundert“.

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„Die Zahlen geben nicht her, dass wir eine strukturell rassistische Gesellschaft sind“

Umfrage Bild: ChatGPT/Chatti


Ist die deutsche Gesellschaft gespalten? Wie steht es mit dem Vertrauen in Politik und Medien? Sind die Deutschen dümmer geworden? Wie verlässlich sind Wahlprognosen? Der Demoskop Thomas Petersen weiß, wie unser Land tickt… Von unseren Gastautoren Ellen Daniel und Michael Miersch.

Bei der „Sonntagsfrage“, die nach der Parteipräferenz fragt, wären am nächsten Sonntag Bundestagswahlen, variieren die Ergebnisse von Monat zu Monat oft nur um ein oder zwei Prozentpunkte. Hat das überhaupt eine Aussagekraft?

 Thomas Petersen: Unmittelbar vor einer Wahl sind zwei Prozent schon relevant. Aber Sie haben Recht: Zwei Prozent sind im Rahmen von statistischen Zufallsschwankungen immer drin. Das ist wie bei einem Fotoapparat, den man nie 100 Prozent scharf stellen kann. Wir hatten allerdings auch mal die FDP bei 5,5 Prozent, und sie kam auf 4,8. Da ist man als Umfrageforscher zufrieden, aber in der

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Hat Dortmund inzwischen den deprimierendsten Zoo Deutschlands?

Ein Tier im Zoo Dortmund im Juni 2026, wenn auch ein eher unspektakuläres und scheinbar gelangweiltes. Foto(s): Robin Patzwaldt

Es gibt Orte, die einen ein Leben lang begleiten. Orte, die mit Kindheitserinnerungen, Familienausflügen und einem Gefühl von Heimat verbunden sind. Für mich gehörte der Zoo Dortmund jahrzehntelang genau in diese Kategorie. Seit den frühen 1970er-Jahren war die Anlage im Dortmunder Süden für mich weit mehr als nur ein Tierpark. Sie war ein fester Bestandteil meines Lebens. Umso schmerzhafter ist die Erkenntnis, dass ausgerechnet dieser einst so geschätzte Ort inzwischen einen Zustand erreicht hat, den ich vor einigen Jahren noch für unmöglich gehalten hätte.

Nach mehreren Jahren Pause habe ich dem Zoo am vergangenen Wochenende erstmals wieder einen Besuch abgestattet. Die Hoffnung, positive Entwicklungen zu entdecken und vielleicht sogar etwas von der alten Faszination zurückzugewinnen, war durchaus vorhanden. Doch schon nach kurzer Zeit wich diese Hoffnung einer tiefen Ernüchterung. Selten habe ich einen Ort erlebt, der gleichzeitig so viele Erinnerungen weckt und so viel Enttäuschung auslöst.

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Androiden gesucht: Offener Test der Ruhrbarone-App

Die App der Ruhrbarone läuft aktuell auf Android, iOS & iPadOS.
Die App der Ruhrbarone läuft aktuell auf Android, iOS & iPadOS.

Die App der Ruhrbarone ist bereits seit Anfang Mai 2026 im App Store von Apple zu finden und wurde seitdem permanent weiterentwickelt. Vielleicht wurde sie etwas größer, als anfänglich geplant. Den geschlossenen Test für die Android-Version haben wir letzte Woche abgeschlossen, kleine und große Fehler korrigiert. Bevor wir mit der Android-Version offiziell online gehen, ist jetzt noch ein letzter offener Test fällig. Nur um auf Nummer sicher zu gehen.

Warum? Weil Android nicht ein Gerät ist, sondern eine unübersichtliche Ausstellung aus Herstellern, Android-Versionen, Berechtigungsdialogen, Kameras, Dateizugriffen, Push-Einstellungen und allerlei Eigenheiten.

Gefühlt gibt es allein auf unserem Planeten mehr Variationen von Android-Geräten als dschihadistische Milizen in Somalia und Syrien.

Das bedeutet: Was auf einem Gerät sauber läuft, kann auf einem anderen noch haken. Genau diese letzten Fehler wollen wir finden, bevor die App regulär im Play Store verfügbar ist.

Der offene Test läuft unkompliziert: Du brauchst keine vorherige Registrierung über ein Formular. Du installierst die Ruhrbarone-App über Google Play, nutzt sie ganz normal und probierst möglichst viele Funktionen aus: Artikel lesen, kommentieren, Revierfunk und Pottfunk, Wat is?, Profil einrichten, ÖPNV-Radar nutzen,

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Konkret Sonderheft: Kriegszustand – Israel und die antisemitische Internationale

Wenn man sich schon lange mit dem Nahostkonflikt, Antisemitismus und der Vermischung von beidem in Perspektiven auf Israel befasst, wird man bestimmte Erlebnisse kennen: Diskussionen im Bekanntenkreis, bei denen man merkt, wie viel Halbwissen existiert, Annahmen, die durch Hintergrundrauschen aus Berichten aus Medien, Stellungnahmen von vermeintlich seriösen NGOs entstehen und man selbst muss erst Grundlagenwissen erläutern, das viele zum ersten Mal hören.

Teilweise weiß man auch nicht, wo man bei den ganzen falschen Annahmen beginnen soll. Während man selbst einiges an Literatur zu diesen Themen gelesen hat und danach eigene Fehlannahmen korrigieren musste, wünscht man sich, die Leute hätten zumindest denselben Wissensstand. Da kann man froh sein, dass vergangenen Monat das Sonderheft der linken Politikzeitschrift konkret „Kriegszustand – Israel und die antisemitische Internationale“ erschienen ist. Auf 66 Seiten wird auf die häufigsten Fehlannahmen sowohl zum Begriff des Antisemitismus als auch zum Nahostkonflikt eingegangen, ebenso wie auf Milieus, die man durchaus als antisemitische Superspreader bezeichnen kann.

Das Sonderheft beleuchtet zunächst den Hamas-Angriff auf Israel vom 7. Oktober 2023, dessen Vorgeschichte sowie die politischen und gesellschaftlichen Folgen des anschließenden Krieges. Dabei werden die Ziele und Ideologien der Hamas und anderer palästinensischer Organisationen untersucht sowie deren Verhältnis zu Antisemitismus und Antizionismus analysiert („Vorsicht, Zionismus!“, „Das war ein Massaker“, „Hier ist ein Jude – töte ihn!“, „Von konkret“, „Ihr Kampf“, „Zittere, Zion“).

Im Anschluss steht die Debatte über Israels militärisches Vorgehen im Gazastreifen im Mittelpunkt. Diskutiert werden Vorwürfe des Völkermords, der Apartheid und möglicher Kriegsverbrechen sowie deren völkerrechtliche Bewertung. Dabei werden sowohl die israelische Sicherheitslage als auch die rechtlichen und politischen

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Die Waisenkinder unter den Krankheiten

Schmerzen Bild: ChatGPT

Es gibt Krankheiten, die so selten sind, dass sie kaum jemand kennt. Man nennt sie Orphan Diseases. Es sind die Waisenkinder unter den Krankheiten. Wenn man Glück hat, werden sie erkannt und es gibt eine Therapie, zum Beispiel mit Orphan Drugs, den Waisenkindern unter den Arzneimitteln. Heute möchte ich über seltene Erkrankungen der Verdauungsorgane berichten.

Von der Speiseröhre bis zum Anus können seltene Erkrankungen die Verdauungsvorgänge schwer stören und auch tödliche Folgen haben. Die Erkrankungen, die ich hier vorstellen möchte, können mit Arzneimitteln behandelt werden. Davon sind einige Orphan Drugs. Solche Arzneimittel haben einen besonderen Status. Da

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