Wie Frauen für ihre Rechte in der Bekleidungsindustrie kämpften

Streikende Bekleidungsarbeiterinnen in Gelsenkirchen im Jahr 1961
© StadtA Ge, FS III, 12469, 01 (Foto: Kurt Müller) Quelle: Rubin – Ruhr-Universität Bochum


In den 1970er-Jahren brach in NRW ein ganzer Industriezweig weg. Doch kaum jemand erinnert sich daran. Das könnte mit dem Geschlecht der ehemaligen Beschäftigten zusammenhängen.

Mit geschätzt 700.000 Beschäftigten arbeiteten in der Textil- und Bekleidungsindustrie in NRW einst fast so viele Menschen wie im Bergbau. Heute weiß das allerdings kaum noch jemand. Warum der Industriezweig wegbrach, ohne dass seine Existenz im kollektiven Gedächtnis hängengeblieben ist, erforscht Alicia Gorny vom Institut für soziale Bewegungen der Ruhr-Universität Bochum (RUB). Sie beleuchtet vor allem die Rolle der

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Homöopathie: In Westfalen Lippe können sich Ärzte weiter in Unfug qualifizieren

Berühmte Zuckerkügelchen ohne nachgewiesene Wirkung: Globuli Foto: Dr. Moumita Sahana Lizenz: CC BY-SA 4.0


Im Mai schaffte der Ärztetag in seiner Musterweiterbildungsordnung die Zusatzweiterbildung Homöopathie ab. Eine Ärztekammer in Nordrhein-Westfalen folgte der Entscheidung nicht.

Der im Mai in Bremen gefällte Beschluss des Deutschen Ärztetages war ein klares Signal in Richtung der Anhänger der Alternativmedizin. Die Zusatzbezeichnung Homöopathie wurde aus der Musterweiterbildungsordnung der Ärzte gestrichen. Wer die Weiterbildung absolviert hat, kann sich zwar weiter „Homöopath“ nennen und so um Patienten werben, aber neu erwerben sollte diese Zusatzbezeichnung

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Fachtag „Antisemitismus im Wandel? Zwischen Israelhass und Verschwörungsmythen“ in Dortmund

Alex Feuerherdt Foto: Reclus Lizenz: CC0 1.0


Ein Fachtag in Dortmund setzt sich mit aktuellen Erscheinungsformen des Antisemitismus auseinander und diskutiert Gegenstrategien.

Am 7. September 2022 findet im Dortmunder U der Fachtag „Antisemitismus im Wandel? Zwischen Israelhass und Verschwörungsmythen“ statt. Organisiert wird der Fachtag von der Stadt Dortmund, der Antidiskriminierungsberatungsstelle ADIRA der Jüdischen Gemeinde Dortmund, der Partnerschaft für Demokratie Dortmund, der Opferberatungsstelle Back Up, der Ausstiegs- und Distanzierungsberatungsstelle U-Turn und dem Projekt Quartiersdemokraten.

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“Neue Germanische Medizin”: Helmut Pilhar verstorben

Todesanzeige von Helmut Pilhar; Screenshot Telegram
Todesanzeige von Helmut Pilhar; Screenshot Telegram

Seit 2018 war Helmut Pilhar, ein Propagandist der „Neuen Germanischen Medizin“, in Paraguay aktiv und schuf dort ein Paradies – in Form einer Privatkolonie – für Impfgegner und Anhänger der Reichsbürgerbewegung.

Zu Beginn der Pandemie war, er bei ersten Welle von Verschwörungtstheorien zum Thema Corona am Start: „Das Corona-Virus ist erfunden! Genau wie Grippe! „Es gibt keine Viren!“, „Die Matrix lacht sich ins Fäustchen!“, „Das Immunsystem gibt es gar nicht!“ waren Aussagen die in seinem – später auf YouTube gesperrten – Video zur Corona-Lage zu hören waren.

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Unstatistik des Monats: „Mega“-Studie zum Maskentragen hat viele Mängel

Schicke Masken Foto: Kaya Gercek

Am 31. Juli 2022 setzte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach folgenden Twitter-Beitrag ab: „Für alle, die noch immer im Unklaren sind, ob Masken gegen COVID schützen: hier eine neue amerikanische Mega-Studie, die über 1.700 Studien auswertet. Der Nutzen der Masken ist sehr groß, unumstritten und gilt für viele Bereiche.“ Der Tweet verweist auf einen Preprint (eine noch nicht im Peer-Review begutachtete Studie) von sechs amerikanischen Wissenschaftlern mit dem Titel „The Efficacy of Facemasks in the Prevention of COVID-19: A Systematic Review“.

Die Twitter-Meldung wurde insbesondere in den Sozialen Medien intensiv diskutiert. Dass es sich hier um eine „Meta“- und nicht um eine „Mega“-Studie handelt, macht diese Meldung noch nicht zu einer Unstatistik – dieser Fehler ist

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Eine Einführung in das Energienetz – Wieso uns Wind und Sonne aktuell nicht retten und es auch (noch) keine Speicher gibt

Solarmodul Foto: Thémis Solaire Innovation Lizenz: CC BY-SA 3.0


Deutschland steht vor einem schwierigen Herbst, die Strompreise schießen durch die Decke und das Scheitern der deutschen Energiewende ist für jeden greifbar. Zwei Fragen dominieren hierbei den Diskurs, die Frage nach der Schuld und die Frage nach der Lösung. Während die Frage nach der Schuld nicht so einfach zu beantworten ist, lässt sich eines mit Sicherheit sagen: Die Lösung wird vorgegeben von der Physik. Und die Physik hat kein Parteibuch.

Zunächst, es geht um das Netz für elektrische Energie. Nur für den Fall, dass Thermodynamiker oder Physiker diesen Beitrag lesen. Wenn in diesem Beitrag von Energie die Rede ist, dann ist elektrische Energie gemeint. Ich möchte möglichst allgemeinverständlich versuchen zu beschreiben, wie das Energienetz funktioniert, wieso uns Wind- und PV Anlagen nicht zeitnah aus der Abhängigkeit zu Russland befreien können und weshalb Deutschland nicht in großem Maße Energiespeicher baut. Um dies überhaupt verstehen zu können, sind ein paar Definitionen und Grundlagen notwendig.

Die Kirchhoffschen Regeln & die Netzstabilität

Energienetze können keine Energie speichern. Die Stabilität des Energienetzes und damit die unterbrechungsfreie Versorgung mit Energie ist daher nur gewährleistet, wenn die eingespeiste Energie zu jedem Zeitpunkt der im Netz verbrauchten Energie entspricht. Dies folgt aus den Kirchhoffschen Regeln. Auf jede Verbrauchs- oder Erzeugungsänderung muss entsprechend sofort reagiert werden.

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Landesrektorenkonferenz NRW warnt vor Hochschule des Erzbistums Köln

Gebäude der Hochschule St. Augustin Foto: Wolkenkratzer Lizenz: CC BY-SA 3.0

Die Landesrektorenkonferenz Nordrhein-Westfalens (LRK) sieht in der kirchlichen „Kölner Hochschule für Katholischen Theologie“ des Erzbistums Köln Risiken für den Wissenschaftsstandort NRW. Das Land müsse „Vorkehrungen treffen, dass nicht am Ende die öffentliche Hand und damit alle Steuerzahler einspringen müssen, um den Lehrbetrieb einer kirchlichen Hochschule aufrecht zu erhalten, die sich auch um an staatlichen Universitäten eingeschriebene Studierende bemüht“, sagte der LRK-Vorsitzende Lambert T. Koch dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ (Dienstag-Ausgabe). Die vom Kölner Kardinal Rainer Woelki ins Leben gerufene und unterstützte, bislang aus einem bischöflichen Sondervermögen finanzierte Hochschule biete nach Ansicht der LRK „keinerlei Mehrwert“, so Koch.

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Virologe Ulf Dittmer kritisiert unzureichende Corona-Datenlage in Deutschland

Klinikum der Universität Duisburg-Essen Foto: Dr.G.Schmitz Lizenz: CC BY-SA 3.0

Der Essener Virologe Ulf Dittmer hat die unzureichende Corona-Datenlage in Deutschland kritisiert: „Die Immunitätslage für den Durchschnitt der Bevölkerung kennen wir nicht, wir sind nicht in der Lage, hier in Deutschland vernünftige Daten dazu zu liefern“, sagte er der Kölnischen Rundschau (Montagausgabe). Hier könne man viel vom Ausland lernen. Dittmer: „Es ist schlecht, dass wir da so

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Studenten wohnen im Ruhrgebiet am günstigsten

Ruhr Uni N-Gebäude Foto: M Lizenz: Gemeinfrei


Ein Vorjahresvergleich der Angebotsmieten von Studentenwohnungen in 67 ausgewählten deutschen Hochschulstädten des Portals Immowelt zeigt, dass die  Unistädte im Osten und im Ruhrgebiet liegen.

Eine bezahlbare Wohnung zu finden, wird für Studenten in vielen Unistädten angesichts steigender Mieten immer schwerer. In den vergangenen 12 Monaten haben sich die Angebotsmieten von Studentenwohnungen in gut drei Viertel der untersuchten Hochschulstädte verteuert. In der Spitze beträgt der Anstieg sogar 16 Prozent. Das ist etwa in Potsdam der Fall, wo sich die mittlere Miete für eine Studentenbude um 60 Euro auf 440 Euro erhöht hat. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse von Immowelt, in der die mittleren Angebotsmieten von Wohnungen (1 bis 2 Zimmer, bis zu 40 Quadratmeter) zwischen Januar und Juli 2022 mit dem Vorjahreszeitraum in 67 ausgewählten Hochschulstandorten verglichen wurden. In 28 Städten übersteigt der prozentuale Mietpreisanstieg dabei sogar die Inflationsrate von 6,8 Prozent im selben Zeitraum.

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Weltkirchenrat in Karlsruhe: Israel boykottieren, Russland nicht?

Hauptstraße in Butscha: Working trip of the President of Ukraine 22. April 22 cc 4.0

Dass Krieg Frieden sei, Terror Freiheit und Putin gerecht  –  erst waren es Leute wie Sergei Lawrow, Putins Außenminister, die das erzählten, dann Putin-Versteher links mittig rechts, jetzt laufen die Kirchen der Welt Gefahr, einzufallen in den Chor. Um am Ende vom Lied nicht etwa Russland zu boykottieren, lieber Israel. Vermutlich wird es nicht dahin kommen, das Problem ist, dass niemand weiß, warum eigentlich nicht.

Wenn der World Council of Churches, der Ökumenische Weltkirchenrat (ÖRK) sich Ende August zur Vollversammlung in Karlsruhe einfindet, wird er sein Déjà-vu erleben, wieder gibt es, was es schon einmal gab, eine Art Dreiecksbeziehung: zum Ersten leidet der ÖRK unter Bedeutungsverlust; dagegen hilft zweitens ein Aktionsprogramm, das gesellschaftliche Trends aufgreift; drittens steht in der Tür, die diesen Weg eröffnet, die Russisch-orthodoxe Kirche (ROK). Ein Blick auf diese Konstellation mit der Historikerin Hedwig Richter  –  sie hat mit ihrem Buch über „Demokratie. Eine deutsche Affäre“ kürzlich eine heftige Debatte ausgelöst  –  und mit den Religionswissenschaftlern Detlef Pollack, Gergely Rosta und Gregory L.- Freeze.

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