Social Media, Internetkompetenz und das Mysterium der dauergeilen Schmachtopas

IBM von 1999 mit Instagram: Daniel Bleich


Oder: Wie ich mit Mitte 30 das Internetz neu erlernen musste und wieso Menschen im Internet aneinander vorbeireden.

Ich bin 1987 geboren, ich habe mich eigentlich immer für einen dieser „digital natives“ gehalten. Ich habe als Kind viel Zeit bei meinem Onkel verbracht, der ist ITler und hatte eine klare Idee, was das Kind für sein Leben benötigt. So geschah es, dass ich in sehr jungen Jahren die Rocky Horror Picture Show (Bless my soul!) sah, an PCs rumschraubte und mit 7 Jahren problemlos Windows-Installationen aufsetzen konnte. Die ersten Webseiten schrieb ich ums Jahr 2000, heute kaum vorstellbar, von Hand. HTML-Code, diese Webseite ist für die Auflösung 1024 x 768 optimiert, the good old times.

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Bochumer Wissenschaftler testen rein digitales Antragsverfahren für Baugenehmigungen

Ministerin Ina Scharrenbach (Mitte) überreicht den Förderbescheid an Markus König (links). Die Stadt Bochum, vertreten durch Oberbürgermeister Thomas Eiskirch (rechts), gehört zu den fünf Kommunen, die am Projekt teilnehmen.
Foto: RUB, Kramer Linzenz: Copyright

Auf eine Baugenehmigung muss man in Deutschland oft lange warten. Bauingenieure der Ruhr-Universität Bochum wollen den Prozess effizienter und schneller machen – mit einer komplett digitalen Antragstellung

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„Wer Antisemit ist, bestimmen wir“

Hauptgebäude der Humboldt-Universität zu Berlin im Palais des Prinzen Heinrich Foto (Ausschnitt): Christian Wolf (www.c-w-design.de) Lizenz: CC BY-SA 3.0 DE


An der Philosophischen Fakultät der HU-Berlin möchte man selbst bestimmen können, wer Antisemit ist. Schon immer beschäftigte Berliner Professuren nämlich die Judenfrage. Von unserem Gastautor Thomas von der Osten-Sacken.

Er ist Professor der Philosophie an der HU Berlin, also auf jeden Fall Mann des Fachs. Und da Professoren an Berliner Universitäten schon früher häufiger auffielen, weil sie sich akademisch ausgiebig mit

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Unstatistik des Monats: Mehr Magenkrebs durch mehr Salz in der Suppe?

Salz Foto: Pintsmasher Lizenz: CC BY 3.0

Salz schmeckt – aber schadet es? Und wieviel davon? Wer viel Salz isst, hat ein um etwa 40 Prozent höheres Risiko für Magenkrebs, meldeten heidelberg24 und die Wiener KLEINE ZEITUNG. „Nachsalzen erhöht das Risiko für Magenkrebs um 41 Prozent“, warnte auch FITBOOK. Heißt das, dass von je 100 Menschen, die gerne nachsalzen, 41 mehr Magenkrebs bekommen?

Nein. Die Medien arbeiteten mit einem Trick, um den kleinen negativen Effekt von Nachsalzen größer aussehen zu lassen als er wirklich ist. Der Trick besteht darin, einen kleinen absoluten

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Vom Diabetesmedikament zur Abnehmspritze

Donuts Foto: Nenad Stojkovic Lizenz: CC BY 2.0

Seit gut zwei Jahren ist sie in aller Munde: Die Abnehmspritze. Medikamente, die zur Behandlung von Diabetes gedacht waren, sollen Menschen innerhalb kürzester Zeit zu einem enormen Gewichtsverlust verhelfen. Doch was ist an diesen Versprechungen dran? Funktioniert „die Abnehmspritze“ wirklich? Wo ist der Haken? Reden wir drüber.

Laut der aktuellen Gesundheitsmonitoring-Studie des RKI sind in Deutschland 27,6% der Frauen und 41,3% der Männer Übergewichtig. Zusätzlich dazu sind in beiden Gruppen etwa 19%

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Georg Jellinek und drei offene Fragen zu einem palästinensischen Staat

Georg Jellinek Foto: Universitätsbibliothek Heidelberg Lizenz: CC BY-SA 4.0


Unser Gastautor Thomas von der Osten-Sacken zweifelt daran, dass viele derer, die nun die Anerkennung eines palästinensischen Staates fordern, sich überhaupt bewusst sind, was einen Staat ausmacht.

Was mich jedes Mal aufs Neue verblüfft: Da beschäftigen sich Leute hauptberuflich mit diesem Konflikt, über den mehr Bücher und Artikel geschrieben wurden, als über den gesamten afrikanischen Kontinent (zumindest war das im Jahr 2000 so, wie eine Untersuchung ergab), und dann können sie nicht einmal die Fakten richtig darstellen.

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„Ökologisch betrachtet geht es dem Wald nicht schlecht“

Wisente im Wald Foto: Victoria Donos (Fundația Conservation Carpathia) Lizenz: CC BY-SA 4.0


Dem deutschen Wald geht’s schlecht. Im Mai wurde der alljährlich Waldzustandsbericht des Landwirtschaftsministeriums veröffentlicht. Wie seit Jahrzehnten üblich, zeichnet er ein düsteres Bild. Fünf Prozent der Bäume sind in den Trockenjahren abgestorben. Eine Katastrophe, sagen Förster, Waldbesitzer und Politiker. Ich sprach darüber mit Jan Haft. Er argumentiert, dass Trockenheit, Feuer und Borkenkäfer zur Ökologie des Waldes gehören. Noch besser wären es, wenn große Pflanzenfresser die Wälder dauerhaft auflockern dürften. Von unserem Gastautor  Michael Miersch.

Jan Haft gehört zu den bekanntesten deutschen Tierfilmern, wurde mit nationalen und internationalen Preisen überhäuft und hat sieben große Filme über das Thema Wald gedreht. Im

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Florence Gaub im Podcast-Gespräch bei Natürliche Ausrede

Florence Gaub ist Forschungsdirektorin der Nato-Militärakademie in Rom und Expertin auf dem Gebiet der Sicherheit und Konflikte im Nahen Osten und Nordafrika. | Foto: wikipedia / S.Parsk / CC BY-SA 4.0

In Zeiten multipler Krisen mag der positive Blick in die Zukunft im besten Fall als naiv und im schlimmsten Fall als obszön angesehen werden. Die Politikwissenschaftlerin und Forschungsdirektorin des NATO Defense College Florence Gaub erklärt  in der aktuellen Ausgabe vom Podcast „Natürliche Ausrede“ viele sozio-kulturelle und gesellschaftliche Problem-Komplexe, die unsere Gegenwart betreffen.

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“Die demonstrierte Haltung der Professoren wirkt einschüchternd.”

Susanne Schröter Foto: Raimond Spekking Lizenz: CC BY-SA 4.0


Mit einem offenen Brief haben Hochschullehrer gegen Polizeieinsätze bei antisemitischen Camps und Demonstrationen an Hochschulen protestiert. Geht es ihnen wirklich um Meinungsfreiheit auf dem Campus und die Sicherheit der Studenten, oder ist der offene Brief auch ein Zeichen der Macht, das klar macht, wer in bestimmten Fachbereichen das Sagen hat?

378 Hochschullehrer aus Berlin haben mit einem offenen Brief gegen Polizeieinsätze an den Hochschulen protestiert. Zu diesen kam es, nachdem Studenten antisemitische Camps errichtet hatten, Sachbeschädigungen begingen und Parolen wie “Yallah, yallah, Intifada” und “Fuck you, Israel!” gerufen hatten. Dem offenen Brief haben sich

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