Ukraine: Was ist am Kernkraftwerk Saporischschja los?

Wärmekraftwerk mit Kühltürmen, Kesselhaus und Schornsteinen sowie Kernkraftwerk Saporischschja mit sechs Reaktorblöcken von Westen. (Quelle: Ralf1969/ CC BY-SA 3.0)

Mit Sorge schauen viele auf die Situation beim Kernkraftwerk Saporischschja in der Ukraine. Die Situation ist unübersichtlich. Unser Gastautor Holm Gero Hümmler ordnet für uns die Situation ein, und analysiert denkbare Szenarien.

Was ist passiert?

Die Russen versuchen sich ganz offensichtlich auf dem Kraftwerksgelände und im unmittelbaren Umland zu verschanzen. Hier sieht man Drohnenaufnahmen, wie russische Panzerfahrzeuge in die Turbinenhalle von Reaktor 1 fahren. Das verstößt natürlich gegen Sicherheitsvorschriften, internationale Vereinbarungen und den gesunden Menschenverstand, aber wenn man sich das Verhalten der Besatzer an anderen Stellen ansieht, verwundert es auch nicht weiter.
Die Schützengräben auf den Bildern liegen vor allem auf einem Brachstreifen zwischen dem Kraftwerk und dem benachbarten Industriegebiet. Die Wohngebiete sind etwa 5 km weiter.

Mir sind bislang keine konkreten Belege begegnet, dass russische Artillerie aus dem Kraftwerksgelände heraus eingesetzt worden wäre, obwohl man „von Standorten in oder um das Kraftwerk“ in eher allgemein gehaltenen ukrainischen Stellungnahmen immer mal liest. Nikopol, direkt auf der anderen Seite des Dneprstausees, wurde in den vergangenen Tagen mehrfach über den See hinweg beschossen, aber nach ukrainischen Quellen vor Ort „aus Wohngebieten heraus“.

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Die Mär von der Blockade des Ausbaus erneuerbarer Energieerzeuger

Enercon E-82 ohne Getriebe Foto: CarstenE Lizenz: CC BY-SA 3.0

Ob öffentliche Beleuchtung, Schwimmbadtemperaturen oder warmes Wasser in Schulen. Aktuell stehen viele Dinge auf dem Prüfstand, um Energie zu sparen. Im Zuge der Energiekrise ist bereits jetzt klar: Deutschland steuert auf einen schwierigen Herbst zu. Ein gerne verbreitetes Narrativ ist die Aussage, der Ausbau erneuerbarer Energien sei in Deutschland systematisch blockiert worden, verbunden mit der Behauptung, Deutschland könne „schon viel weiter“ sein. Mittlerweile ist daraus eine Art von gesellschaftlich akzeptiertem Dogma geworden.

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„Der Netzausbau kann dieser Ausbaugeschwindigkeit nicht folgen“

Stromtrasse Foto: H.A. Lizenz: Public Domain


Zuletzt hatten wir uns zum Jahrestag der Starkregenereignisse im Juli 2021 gesprochen. Wer Ihnen in den Sozialen Medien folgt, bemerkt sehr schnell, der Mensch will sich nicht wirklich beruhigen, sondern spricht immer neue Erinnerungen und Mahnungen aus. Das lässt uns heute nach der Lage im Allgemeinen und in den Speziellen Szenarien Waldbrand und Blackout erkundigen.

 

Gercek: Sie laden die Bevölkerung im östlichen Ruhrgebiet in Ihrem Facebookprofil zum Bevölkerungsschutztag nach Dortmund ein (06.08.2022) und versprechen, wir sehen uns. Außerdem äußern Sie sich zur Waldbrandbekämpfung und zum möglichen Szenario eines Blackouts. Warum sind Sie aktuell wieder so umtriebig? Was sollte uns Sorge machen?

Memmeler: Wann, wenn nicht jetzt sollte ich mich äußern? Die Politik hat das Thema Bevölkerungsschutz endlich als relevant eingestuft, unsere Wälder brennen und die möglichen Szenarien, die uns in Herbst und Winter drohen, sind bekannt, wenn diese auch von vielen Mitmenschen fahrlässig ausgeblendet werden.

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Ruhr Uni schließt Partnerschaft mit der Universität Kiew

Universitätsgebäude der Taras-Schewtschenko-Universität Foto: Juanedc Lizenz: CC BY 2.0


Mitten im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine setzt die RUB ein Zeichen: Erstmals hat sie eine ukrainische Universität in den Kreis ihrer Partnerschaften aufgenommen.

Zum ersten Mal in ihrer knapp 60-jährigen Geschichte hat die RUB eine universitätsweite Partnerschaft mit einer Universität aus der Ukraine geschlossen. Rektor Prof. Dr. Martin Paul hat am 1. August 2022 die Kooperationsvereinbarung mit dem Rektor der Nationalen Taras-Schewtschenko-Universität Kiew, Volodymyr Bugrov, per Videokonferenz unterzeichnet.

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Aleviten begehen Muharrem-Fasten: Erst Trauer und Gedenken, dann Fest der Freude und Zuversicht

 

Depot Immermannstraße, Immermannstraße in Dortmund Foto: Frank Vincentz Lizenz: CC BY-SA 3.0


Heute beginnt für die Aleviten in Deutschland das Muharrem-Fasten, dem am 11. August 2022 das Aşure-Fest folgt. Für die Aleviten ist die Fastenzeit eine Zeit der Trauer und des Gedenkens, gefolgt von einem Fest der Freude und Zuversicht.

Die Fastenzeit der Aleviten im Monat Muharrem, dem ersten Monat des islamischen Kalenders, dauert in diesem Jahr vom 30. Juli bis 10. August. Während dieser zwölf Tage, deren Zahl an die zwölf Imame erinnert, gedenken die Aleviten insbesondere des gewaltsamen Todes des Imam Hüseyin und von 72 seiner Familienangehörigen und Anhänger im Jahr 680.

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40 Prozent der Schüler in NRW hatten im Schuljahr 2021/22 eine Zuwanderungsgeschichte

Schüler Foto: Volker06 Lizenz: CC BY-SA 3.0

Nahezu 964 200 und damit 40,0 Prozent der mehr als 2,4 Millionen Schüler an den allgemeinbildenden und beruflichen Schulen (ohne Freie Waldorfschulen und Weiterbildungskollegs) hatten im Schuljahr 2021/22 in Nordrhein-Westfalen eine Zuwanderungsgeschichte. Das waren 0,6 Prozentpunkte mehr als im Schuljahr 2020/21 (damals: 39,4 Prozent). Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen als Statistisches Landesamt mitteilt, hatten von den kreisfreien Städten und Kreisen des Landes Gelsenkirchen (55,4 Prozent) und Duisburg (55,3 Prozent) die höchsten Anteile. In den Kreisen Coesfeld (18,5 Prozent) und Borken (23,6 Prozent) waren die Quoten am niedrigsten.

An allgemeinbildenden Schulen in NRW lag der Anteil der Schüle mit Zuwanderungsgeschichte bei 42,7 Prozent, an beruflichen Schulen fiel dieser Wert mit 30,3 Prozent niedriger aus. Je nach Schulform unterschieden sich die Anteile der Schülerinnen und Schüler mit Zuwanderungsgeschichte an der jeweiligen Schülergesamtzahl: An Hauptschulen war die Quote mit 64,1 Prozent am höchsten, gefolgt von Realschulen (51,0 Prozent), Gesamtschulen (47,1 Prozent) und Grundschulen (45,0 Prozent).

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Wissenschaftler für Kernkraft: „Mit einseitiger Ausrichtung auf Sonne, Wind und Erdgas wurde Deutschland in Energienot manövriert“

Ging Ende 2021 vom Netz: Kernkraftwerk Brokdorf Foto: Alois Staudacher Lizenz: CC BY-SA 3.0

Die Energiewende steckt in einer Sackgasse. Der Plan, aus Kernkraft und Kohle auszusteigen und die durch Zubau von Windrädern und Solaranlagen entstehende Versorgungslücken mit russischem Gas zu füllen, ist gescheitert. Er führte Deutschland in eine fatale Abhängigkeit von Russland und sorgte für hohe Strompreise und eine unsichere Versorgung. Beides ist wirtschaftlich und sozial gefährlich. Aber durch den Ausstieg aus der Kernenergie vergibt Deutschland auch auch die Chance auf eine Senkung seines C02-Ausstosses, der in Ländern wie Frankreich, wo viele Reaktoren laufen, deutlich niedriger ist.

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RWI für weitere vier Jahre an Erstellung der Gemeinschaftsdiagnose beteiligt

Christop M. Schmidt, Präsident des RWI Essen Foto: RWI

Das RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung in Essen wird auch in den nächsten vier Jahren an der Erstellung der Gemeinschaftsdiagnose beteiligt sein. Das Institut war bei der Ausschreibung des Bundeswirtschaftsministeriums zusammen mit seinem Konsortialpartner, dem Institut für Höhere Studien in Wien, erfolgreich. Ziel der Gemeinschaftsdiagnose ist die Analyse und Prognose der Entwicklung der Weltwirtschaft und der deutschen Wirtschaft sowie die Ableitung wirtschaftspolitischer Empfehlungen. Sie wird jeweils im Frühjahr und im Herbst erstellt.

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Unstatistik des Monats: Dickere Kinder als Folge der Pandemie-Zeit?

Dicke Kinder, dicke Teddys? Foto (Ausschnitt): Csillagbence Lizenz: CC0

Die Unstatistik Juli 2022 ist nochmals eine Zahl zum Thema Corona und Übergewicht. Bereits in der Unstatistik vom Juli 2021 hatten wir darauf hingewiesen, dass die von der TU München kolportierte coronabedingte Zunahme von 5,6 kg pro Bundesbürger auf einem statistischen Trugschluss beruht – man hatte nur die Menschen ausgewertet, die tatsächlich zugenommen hatten. Ähnlich angreifbar sind die Methoden, mit denen das gleiche Institut im Verbund mit anderen jetzt in einer repräsentativen Eltern-Umfrage eine drastische, Zunahme an „dicken“ Kindern gefunden haben will.

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Russlands Krieg gegen die Ukraine: Kann man mit habituellen Lügnern verhandeln?

Putin in KGB-Uniform Foto: Kremlin.ru Lizenz: CC-BY 4.0


Viktor Orbán und deutsche Intellektuelle fordern, eine Verhandlungslösung mit Russland zu finden, um den Krieg in der Ukraine rasch zu beenden. Solche Forderungen zeigen, dass wir mit der russischen Kultur des Lügens, des vranyo (враньё), nicht vertraut sind. Im Gegenteil, deutsche Putin-Freunde haben selbst schon die Kultur des Lügens übernommen, indem sie Verschwörungstheorien konstruieren, die dazu beitragen, dass die Wahrheit an sich destruiert wird. Welchen Wert hätte überhaupt ein Friedensvertrag, der mit einem habituellen Lügner abgeschlossen würde? Unser Gastautor Volker Eichener ist Professor für Politikwissenschaft an der Hochschule Düsseldorf.

„Es wird nie mehr gelogen als vor der Wahl, während des Krieges und nach der Jagd“ lautet der Ausspruch eines nicht namentlich genannten konservativen Politikers aus dem Jahr 1879, der fälschlich Bismarck zugeschrieben wird. „Alle Politiker lügen gelegentlich, sowohl auf der Linken als auch auf der Rechten, sowohl Etablierte als auch Außenseiter. Die Wahrheit für einen politischen Vorteil zu verbiegen, ist so alt wie die Politik selbst“ schreibt die Journalistin Heidi Skjeseth von der Universität Oxford. Wenn nur gelegentlich gelogen wird, können dies die Medien und die Opponenten meist durch Faktenchecks aufdecken. Wahlkampflügen lässt man durchgehen, aber wenn ein Minister das Parlament belügt, ist meist ein Rücktritt fällig. Politiker der politischen Mitte mögen gelegentlich lügen, Autokraten lügen notorisch. Autokraten müssen lügen, denn, wenn sie die Wahrheit sagen würden, würden sie weder an die Macht kommen noch an der Macht bleiben.

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