
Der Wohnungsbau in Nordrhein-Westfalen kommt nicht aus der Krise. Im Jahr 2025 wurden nach Angaben von IT.NRW landesweit nur noch 37.185 Wohnungen fertiggestellt. Das waren 3.840 Wohnungen beziehungsweise 9,4 Prozent weniger als im Vorjahr. Zuletzt wurden in NRW im Jahr 2011 mit 34.442 Wohnungen weniger neue Wohnungen fertiggestellt.
Besonders stark fiel der Rückgang bei Ein- und Zweifamilienhäusern aus. Die Zahl der fertiggestellten Einfamilienhäuser sank um 13,9 Prozent auf 6.345. Bei Wohngebäuden mit zwei Wohnungen ging die Zahl der Fertigstellungen sogar um 19,7 Prozent auf 2.074 Wohnungen zurück.
Auch der Geschosswohnungsbau schwächelt. In Mehrfamilienhäusern mit drei und mehr Wohnungen entstanden 2025 insgesamt 21.575 Wohnungen – 897 weniger als im Vorjahr. In Wohnheimen wurden lediglich 1.243 Wohnungen fertiggestellt, ein Minus von 796 Einheiten.
Weniger Wohnungen entstanden zudem durch Um- und Ausbauten bestehender Gebäude. Hier sank die Zahl der Fertigstellungen um sechs Prozent auf 5.630 Wohnungen.
Wohnungsbauquote sinkt deutlich
Die Entwicklung zeigt sich auch bei der sogenannten Wohnungsbauquote. Landesweit wurden 2025 nur noch 19,8 Wohnungen je 10.000 Einwohner fertiggestellt. Fünf Jahre zuvor lag dieser Wert noch bei 26,9.
Die höchsten Quoten erreichten die Stadt Köln mit 42,6 Wohnungen je 10.000 Einwohner, der Kreis Borken mit 41,2 sowie Münster und der Kreis Paderborn mit jeweils 38,6.
Am anderen Ende der Skala stehen mehrere Städte im Ruhrgebiet und am Niederrhein. Schlusslicht ist Krefeld mit lediglich 1,9 fertiggestellten Wohnungen je 10.000 Einwohner. Dahinter folgen Hagen mit 4,0 und Bottrop mit 4,1.
Baugenehmigungen als Warnsignal
Der Rückgang kommt nicht überraschend. Bereits seit Jahren gehen die Baugenehmigungen deutlich zurück. Während im Jahr 2020 noch 61.849 Wohnungen genehmigt wurden, waren es 2025 nur noch 44.905. Das entspricht einem Rückgang von 27,4 Prozent.
Da Baugenehmigungen als wichtiger Frühindikator für die Bautätigkeit gelten, deutet die Entwicklung darauf hin, dass sich die Lage auf dem Wohnungsmarkt kurzfristig kaum entspannen wird. Die Zahl der Baufertigstellungen bildet die tatsächliche Bautätigkeit ab – und zeigt nun die Folgen der schwächeren Genehmigungszahlen der vergangenen Jahre.
Der erneute Rückgang verschärft den Druck auf den ohnehin angespannten Wohnungsmarkt in vielen Regionen Nordrhein-Westfalens. Besonders in den wachsenden Großstädten bleibt das Angebot deutlich hinter der Nachfrage zurück.