Offener Brief an Axel Prahl: „Nicht ein einziger Punkt der Genozid-Definition ist durch den urbanen Krieg in Gaza erfüllt“

WDR-Dreharbeiten zu Tatort Münster „Lakritz“ Axel Prahl in der Rolle des Tatort-Kommissars Frank Thiel Jan Josef Liefers in der Rolle des Rechtsmediziners Prof. Dr. Dr. Karl-Friedrich Boerne Christine Urspruch in der Rolle der Silke Haller („Alberich“) als Stellvertreterin und engste Mitarbeiterin von Boerne Foto: Raimond Spekking Lizenz: CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)

In einem Offenen Brief an den Schauspieler Axel Prahl fordern der Journalist Tobias Huch und die jüdische Aktivistin Malca Goldstein-Wolf ihn auf, keine antiisraelischen Genozid-Legenden zu unterstützen.

Sehr geehrter Herr Prahl,

Sie spielen in dem wichtigen Film „Block 10“ den KZ-Arzt Dr. Clauberg in Auschwitz. Allein schon berufsbedingt haben Sie sich also mit der Lebensrealität von Jüdinnen und Juden im Dritten Reich und mit der industriellen Vernichtung des jüdischen Volkes in den Konzentrationslagern der Nazis auseinandergesetzt.

Nach der Shoah – oder, wie man in Deutschland sagt, dem Holocaust – schwor man sich: „Nie wieder“. Diesen Schwur leisteten zuerst die Häftlinge des KZ Buchenwald. „Nie wieder“ bedeutet auch, Jüdinnen und Juden gegen eine erneute Vernichtung zu verteidigen. Nicht tatenlos zu bleiben. Aktiv Widerstand zu leisten, wenn der Judenhass erneut versucht, sie auszurotten.

Die Nazis haben ihre Ideologie im Nahen Osten mithilfe arabischer Führer wie des Großmuftis von Jerusalem, Amin al-Husseini, verbreitet. Der heutige Islamismus in der Region ist tief mit dem Judenhass der NSDAP verwoben. Es ist eine Saat, die immer weiter aufgeht. So kann man die Hamas – den bewaffneten Arm der islamofaschistischen Muslimbruderschaft – auch als eine Art Nachfolgeorganisation der Nazis einordnen. Der Hass, die Menschenverachtung und die Brutalität, die ich in den Aufnahmen der Hamas vom 7. Oktober 2023 sehen musste, waren eine Mischung aus SS und IS. Dort wirkten die Geister von Adolf Hitler und Abu Bakr al-Baghdadi.

Während Menschen geköpft wurden, brüllten die Täter „Allahu Akbar!“. Ein Zivilist aus Gaza rief stolz seine Eltern an, um zu berichten, wie viele Juden er getötet hatte – während seine Komplizen jüdische Frauen auf einem friedlichen Musikfestival vergewaltigten und abschlachteten.

„From the river to the sea“ bedeutet übersetzt nichts anderes als: „Tötet alle Juden im Nahen Osten. Macht die Region judenrein!“ Und „Free Palestine“ ist längst zum Ersatzruf für „Heil Hitler!“ geworden – schon 2014 riefen arabische „Free Palestine“-Demonstranten auf deutschen Straßen zugleich nach ihrem großen Vorbild und Führer Adolf Hitler.

Sie, Herr Prahl, haben sich Mitte 2025 auf die Seite des Judenhasses gestellt, indem Sie zwei heuchlerische Offene Briefe unterschrieben haben. In dem einen forderten Sie, den Kampf gegen die Hamas in Gaza zu stoppen. Sie wollten einen „Waffenstillstand“.

Wie konnten Sie – mit Ihrem Wissen um Auschwitz, Dachau und Bergen-Belsen – eine solche Forderung stellen? Glauben Sie ernsthaft, dass man Hamas-Nazis mit Worten des Friedens stoppen kann?

In einem anderen Brief, dem der antisemitischen NGO „Amnesty International“, haben Sie gemeinsam mit vielen anderen umstrittenen Personen gefordert, den jüdischen Staat Israel schutzlos zu stellen – den Juden die Waffen zu verweigern, damit sie sich nicht gegen die Hamas-Nazis wehren können. Ja, genau das bedeutet es, wenn man von Deutschland einen Stopp der Rüstungsexporte an den jüdischen Staat fordert, während dieser unter Dauerbeschuss aus dem Iran, dem Libanon, aus Gaza und dem Jemen steht.

Sie spielen einen KZ-Arzt, ein Rädchen im großen Uhrwerk des Holocaust – und gleichzeitig übernehmen Sie das wirre Wording der Hamas und bezeichnen den Überlebenskampf der jüdischen Nation als „Genozid“. Damit relativieren Sie jeden echten Genozid, und damit relativieren Sie den Holocaust. Sie unterstellen, gegen jede Faktenlage, die Juden seien die neuen Nazis. All das schwingt in der Gaza-Genozid-Lüge mit.

Nicht ein einziger Punkt der Genozid-Definition ist durch den urbanen Krieg in Gaza erfüllt. Im Gegenteil: Die Zahlen belegen, dass Israel mehr Rücksicht auf Zivilisten nimmt als jedes andere Land und – soweit in einem Krieg überhaupt möglich – vorbildlich handelt.

Herr Prahl, es wird Zeit, dass Sie Ihre Unterschriften zurückziehen und bei den Menschen in Israel sowie den Jüdinnen und Juden in Deutschland für diese schändliche Tat um Entschuldigung bitten. Menschen wie Sie haben den Antisemitismus in Deutschland angeheizt. Reflektieren Sie Ihr Fehlverhalten und stellen Sie sich endlich an die Seite der Menschenrechte, denn diese gelten auch für Juden.

Nie wieder ist jetzt, Herr Prahl!

 

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