
Der VfL Bochum ist zurück in seinem natürlichen Biotop: irgendwo zwischen gepflegter Zweitliga-Langeweile, rostigem Ruhrstadion-Charme und der erschütternden Erkenntnis, dass außerhalb der eigenen Stadtgrenzen kaum noch jemand Notiz von diesem Traditionsverein nimmt.
Während ringsum im Revier gerade die großen Fußball-Geschichten geschrieben werden, ist Bochum mal wieder das, was es über Jahrzehnte so zuverlässig war: die graue Maus des Ruhrgebiets.
Schalke, BVB, RWE, MSV – und irgendwo auch Bochum
Im Ruhrgebiet kracht es aktuell an allen Ecken. Auf Schalke wird nach dem vorzeitigen Wiederaufstieg natürlich wieder vom großen Comeback geträumt, beim BVB diskutiert man über Stillstand, Enttäuschung und die immer gleichen Probleme. In Duisburg und Essen fiebern ganze Städte dem möglichen Zweitliga-Aufstieg entgegen, mit all der Emotionalität, die den Revierfußball eben ausmacht.
Und Bochum? Tja. Bochum ist auch da. Irgendwie.
Der VfL hat sich nach dem Bundesliga-Abstieg immerhin vorzeitig in Liga 2 gehalten. Herzlichen Glückwunsch zum frühzeitigen Klassenerhalt – ein Erfolg, der ungefähr so elektrisierend wirkt wie ein lauwarmer Kaffee an einem verregneten Montagmorgen. Während andere Revier-Klubs aktuell für Schlagzeilen sorgen, versinkt der VfL Bochum in gepflegter Bedeutungslosigkeit. Das ist sportlich nicht katastrophal, aber eben auch maximal unerquicklich.
Vom mutigen Hoffnungsträger zurück in die Komfortzone der Belanglosigkeit
Es ist noch gar nicht so lange her, da wirkte Bochum plötzlich wie ein Verein mit Perspektive. Unter Trainer Thomas Reis spielte der VfL frech, modern und mutig. Der Aufstieg in die Bundesliga war verdient, der Klassenerhalt sensationell. Plötzlich schien es, als könne sich Bochum dauerhaft aus seiner Rolle als ewiger Fahrstuhlklub befreien.
Doch dieser Traum ist inzwischen ungefähr so verblasst wie alte Stadionwerbung auf Betontribünen.
Heute wirkt der Verein wieder wie gefangen in jenem Trott, der ihn über Jahrzehnte geprägt hat: kein echter Absturz, aber eben auch keine Vision. Solide, bodenständig, kämpferisch – alles nette Eigenschaften. Aber Begeisterung? Strahlkraft? Relevanz? Fehlanzeige.
Die Castroper Straße als Endstation der Ambitionslosigkeit
Bochum steht sinnbildlich für einen Klub, der sich mit Mittelmaß arrangiert hat. Nicht laut genug für große Debatten, nicht erfolgreich genug für überregionale Aufmerksamkeit, nicht dramatisch genug für echte Krisenstimmung.
Das Problem: Im modernen Fußball reicht „ganz okay“ schlicht nicht mehr, um wahrgenommen zu werden.
Während andere Vereine Polarisierung, Leidenschaft oder Chaos bieten, liefert Bochum vor allem eines: Durchschnitt. Das mag für eingefleischte Fans ehrlicher Fußball sein, für den Rest der Republik ist es vor allem unerquicklich unspektakulär. Der VfL ist wieder jener Verein, den man montags in der Tabelle sucht und dienstags schon wieder vergessen hat.
Schade eigentlich – aber genau das ist Bochums Realität
Dabei wäre dem VfL durchaus mehr zu wünschen gewesen. Die Grundlagen für einen spannenden Bundesliga-Dauerbrenner schienen zwischenzeitlich vorhanden. Doch statt den Schwung nachhaltig zu nutzen, ist der Klub wieder dort angekommen, wo er historisch meist zuhause war: im Schatten der Größeren, Lauteren und Ambitionierteren.
Bochum bleibt damit ein Paradebeispiel dafür, wie schnell im Fußball selbst verheißungsvolle Entwicklungen verpuffen können.
Für die eigenen Fans mag der Klassenerhalt in Liga 2 beruhigend sein. Für den Rest des Ruhrgebiets ist er vor allem eines: kaum der Rede wert.
Schade, VfL. Aber vielleicht ist genau das inzwischen wieder eure unbequem ehrliche Wahrheit: Ihr seid zurück als graue Maus. Nicht abgestürzt, nicht auferstanden – einfach nur da. Wie früher.
Ein Beitrag, der, nachdem, was ich auf diesem Medium geleden habe, hundertprozentig zur Einstellung der RUHRBARONE zum VfL Bochum passt. Schlecht für Journalisten, die sich nicht für Fussball interessieren, sondern nur für Chaos, Hektik, Skandale etc.
Bei einem S04 Fan kann ich noch müde lächeln, wenn er die Meinung vertritt, allein die Mitgliederzahl würde die sportliche Bedeutung bestimmen, bei Jounalisten lässt mich das doch enttäuscht zurück.
Aber der Verfasser der obigen Zeilen ist da nicht allein. Der Kommentar heute in der WAZ über den Aufstieg von Schalke enthält alles, aber nicht mehr als einen Satz zum Sportlichen. Eine Bereicherung für die Bundesliga?
Schon seit Anfang der Saison ist Schalke in der Berichterstattung der regionalen Presse weitaus mehr überrepräsentiert gegenüber den andern Vereinen, als es der sportlichen Bedeutung entspricht. Und Ihre „Knaller“ RWE und MSV werden doch nur vom reviersport hochgejubelt, anderes rund um diese Vereine (die problematische Fanszene z.B. RWE) wird weitgehend totgeschwiegen.
Dies ist kein Beklagen, eher eine Standortbestimmung. Und ob ich möchte, dass über den VfL Bochum von Journalisten wie Ihnen oder fremdelnden Anhängern anderer Vereine (wie zuletzt vermehrt in der WAZ) berichtet wird, weiß ich nicht.
Ich gehe ins Stadion, um Fussball zu sehen, keine Randale, keine Skandale keine Ultras, die frei schalten und walten dürfen. Und natürlich freue ich mich über Siege, kann aber mit dem Image der grauen Maus gut und zufrieden leben. Viele Jounalisten offensichtlich nicht. Das ist irgendwie auch eine Art von Neid, wenn ein Verein (fast) nicht auffält.
Grüße
Adriana Jejerka
Hallo Adriana Jejerka! Eines kann ich zusichern: Es gibt keine Einstellung DER RUHRBARONE zu diesem Klub. Auch zu keinem anderen Verein. Jeder von uns hier beobachtet eigenständig und schreibt dann über das, was ihn beschäftigt. Das ist der Vorteil, wenn man hier unbezahlt schreibt. Man hat freie Themenwahl, und das macht es gerade so spannend hier, wie ich finde. Dass der VfL nicht die Strahlkraft vieler anderer Ruhrgebietsvereine im Fußball hat, das zeigen mir schon die Zugriffszahlen der Beiträge. Und das Schöne ist ja, auch wenn diesen Text vermutlich wieder nicht halb so viele Leute lesen werden, wie Fußball-Beiträge über S04 oder BVB, hatte ich hier heute doch die Freiheit die Entwicklungen beim VfL kurz vor Saisonende noch einmal zu thematisieren. Dem Inhalt kann man zustimmen, muss man aber natürlich nicht. Das ist hier im Blog erfreulicher Weise immer so. 🙂
Ich bin gerne die graue Maus, aber dein Beitrag hätte ich mir sparen können. Ich finde der VFL entwickelt sich grade in eine gute Richtung. Klar lässt der fußballerische Erfolg zu wünschen übrig, aber grade im und ums Stadion ist es so ein tolles Gefühl.
Du hackst so von oben herab und wunderst dich, dass keiner deinen Beitrag kommentiert. Finde ich witzig…
Na, immerhin bist du ja jetzt schon der Zweite, der das hier innerhalb so kurzer Zeit kommentiert. Für einen Beitrag über den VfL ist das hier im Blog ja schon mal gar nicht so schlecht. 😉 Ich finde übrigens, dass der obige Beitrag ziemlich sachlich geraten ist. Aber das wird dich bestimmt nicht wundern, oder? Das wäre auch leicht noch ganz anders gegangen. Aber nach dem vorzeitigen Klassenerhalt in Liga 2 wollte ich gegenüber einem Bundesliga-Absteiger heute mal Milde walten lassen. Das Schicksal meinte es mit dem Klub ja schon hart genug in letzter Zeit… 😉
Ich verfolge den VFL seit dieser 65 in die damalige Regionalliga West aufstieg und recht schnell um die beiden ersten Plätze mitspielte und 68/69 nur deshalb Dritter wurde, weil noch die alte Berechnung der Tore galt, also geschossene durch erhaltene Tore galt und ein 1:0 besser war als ein 20:1 bspw., kein Scherz. Ein Jahr später galt dann die heutige Regel. 70 scheiterte der VFL dann am OFC bzw. an einer blöden Niederlage bei Hertha Zehlendorf (wer kennt diesen Verein noch?) Ein Jahr später war es dann soweit: relativ problemlose Aufstiegsrunde und mit zwei Siegen in die BL71/72 gestartet. Die Saison übrigens, die Schalkes beste war. (50-18 Punkte) Besonders spannend war der Weg des VFL ins Pokalfinale 68. Als Zweitligist schaltete er vier ehemalige Pokalsieger aus,alles Bundesligisten damals, darunter im Halbfinale den noch amtierenden DFB-und Europapokalsieger Bayern aus. Mir ist ein Bild in Erinnerung, wie Ohlhauser, umringt von Zuschauern, einen Eckball ausführt. Leider scheiterte der VFL im Ludwigshafener Endspiel an einem bis dato Nichtpokalsieger, dem 1.FC Köln.
Das den VfL niemanden interessiert kann man so nicht behaupten. Die Mitgliederzahlen sind in den letzten Jahren gestiegen.
Ja, das fussballerische in der ersten Liga tat gut. Nur leider wurden Fehler im Aufbau einer guten Mannschaft gemacht.
Somit muss jetzt wieder ein neuer Anlauf genommen werden.
Zu unserem Nachbarverein der jetzt aufgestiegen ist, und zumindest die sportliche Fähigkeit in der ersten Saisonhälfte größtenteils vermissen ließ ist noch zu sagen das es für die meisten Fußballfans nicht nachvollziehbar ist wie ein Verein mit diesen Schulden weiterhin das Siegel der DFL bekommt in den Ligen zu spielen. Da haben wir es wieder, Geld regiert die Welt. 😉
Nichts gegen seriös geführte Vereine
Aber den VfL mit all seinen Nachbarn aus unserem Ruhrpott zu vergleichen gestaltet sich schwierig.
Wir haben ja keine Derbys sondern nur Nachbarschaftsduelle😃
Wünsche uns allen eine angenehme neue Saison 26/27
Ich weiß nicht was sich einige Journalisten raus nehmen wer sie sind, wahrscheinlich noch grauer Mäuse da draußen wie dieser Verein, der versucht mit guter Jugendarbeit und nicht wie andere Millionen zu verbrennen versucht das Beste raus zu holen. Und sich dann auch noch raus zu nehmen meinen zu wissen was wir VFL Fans darüber denken zeigt das es nur darum geht zu polarisieren und seinen Job (schlecht) zu machen. Schaut euch die Nachrichten dieser Welt an, so funktioniert das aber schreibt eure Meinung und glaubt nicht andere Menschen zu verstehen, das tut ihr nicht.
Der Verein interessiert Fußballfans durchaus und ist immerhin zweitklassig und in seiner Branche damit weitaus höher platziert als der Auror als Journalist. Wenn der VfL jahrelang in der Versenkung verschwunden wäre, würde er bei einem Wiederaufstieg genauso die Leute erreichen wie derzeit MSV und RWE, sind wir aber zum Glück nicht. Vielleicht einfach mal bei den RWE Fans nachfragen, was sie davon halten wie geil es war jahrelang 3-4-klassig zu spielen?
Und auch in Bochum wurden Erfolge immer schon gut gefeiert, das Problem ist aber eher eben das Sportjournalisten im Gegensatz zu den Fans es ignorieren. Als Schlacke in den Uefa Cup einzog gab es Sondersendungen und Liveübertragungen vom Fanfest, als es dem VfL ein Jahr später gelang eben nicht. So schafft man sich seine eigene Wirklichkeit.
Guten Journalisten würde sowas auffallen und darüber schreiben, insoweit auch wenn der Autor schon hohen Alters zu sein scheint, wünsche ich ihm dass er trotzdem noch lernfähig ist, vielleicht reicht es dann mal zu einem Artikel über Kreisliganiveau. Wenn er natürlich den Artikel absichtlich so miserabel gestaltet hat, um zu provozieren, dann chapeau
Hey, in welchem Fan-Forum des VfL wurde der Beitrag denn jetzt offenkundig neu verlinkt? Herzlich willkommen euch hier in unserem netten Familien-Blog der Ruhrbarone. 😉 🙂 Einfach mal die blaue Brille absetzen, wenn das noch geht. Aber Vorsicht, die Fußballwelt in Bochum könnte dann plötzlich deutlich grauer erscheinen als gedacht… 😉
Tja Bochum ist irgendwie….! Genau das ist es irgendwie „Anders“, und verglichen mit damaligen Zeiten, wo man bei nem Zweitliga-Kick mit 6000 bis 11000 Leuten im Stadion war, ist es heute zumindest ganz anders!
Die graue Maus heute ist hübscher 😉
Früher wurde ich nicht von neutralen Betrachtern gefragt ob ich denen nicht auch mal eine Karte besorgen könnte? Sie würden gern mal mit ins Stadion!
Und „Fans“ aus der Nachbarschaft kommen gern einmal mit.
Skandalfrei, zumindest ruhiger als bei den anderen genannten Clubs.
Daher auch geringerer Schlagzeilen und Pressebedarf… vielleicht!
Der VfL Bochum soll bloß kein zweites St. Pauli oder Union werden,… mit ihrer ausgeschlachteten ausgeschlachteten hippen Außenseiterrollen!
Die Saison war meist ausverkauft das Stadion voll! Zig Fans reisten Auswärts mit,.. allein DAS ist schon anders als das alte Graue Maus Dasein!
Der Verein wirkt in meinen Augen auch nicht als „gefangen“, es ist halt wieder einmal ein Neuaufbau nötig! Vielleicht wird er geschafft im Schatten der größeren Nachbarn.
In meinen Augen ist der Verein in einer Niesche, die Nähe zu den Spielern am Platz und gerade die nicht vorhandene Größe in den Strukturen, machen den Verein in meinen Augen als den Verein mit der direktesten Fan-Nähe!
In Anbetracht dessen was die anderen Vereine machen, welche nicht zwischen Do und Ge ihren Platz haben,.. schafft der VfL schon viel!
Essen kloppt und krebst und kommt nicht von der Stelle (kein Hate)
oder etwas weiter weg,.. Düsseldorf,… die bekommen als „größerer Verein“
die Füße nicht auf den Boden, bei ganz anderen Mitteln! (auch kein Hate)
Der VfL ist zumindest nach Außen im Moment Bodenständig, muss die Mannschaft neu erfinden. Ich hoffe Sie machen das in Ruhe.
Die Wahrnehmung ist mittlerweile eine andere wie damals!
Von daher hinkt die Betrachtung in meinen Augen gewaltig.
Es heißt ja auch Wahrnehmung da sie bei jedem anders ist! Das ist zu akzeptieren 😀
Diese Ausführungen kann auch ich weitestgehend so unterschreiben. Dass man als Fußballromantiker an diesem Verein durchaus Spaß haben kann, bestreite ich auch gar nicht. Ich war auch früher schon immer ganz gerne mal in diesem Stadion. Was aber doch auffällig ist, ist die Rückentwicklung der vergangenen Jahre. Aus einem ambitionierten, frechen Erstligisten mit Hoffnungen nach oben wurde (wieder) ein Team, das sich mit dem vorzeitigen Klassenerhalt in Liga 2 trösten muss. Und die Schlagzeilen im Ruhrgebietsfußball schreiben gerade eben mal wieder die Anderen. Darum ging es mir hier. Ist eben am Ende dann doch keine schöne Entwicklung. Aber mit dem Begriff ‚Neuaufbau` kann auch ich mich hier in diesem Zusammenhang durchaus anfreunden. 🙂
Ich möchte sagen, dass ich den VfL seit ich in den 90er und 00er Jahren in Bochum studierte, lebte, im Ruhrgebiet arbeitete, verfolge und mit fiebere. Ich hatte in den letzten Jahren sehr viel Freude als VfL-Fan, übrigens offenbar mehr als BVB-Fans (ich kenne einige und höre trotz stetiger Vizemeisterschaften, CL-Finale etc.) nur nörgeln. Es waren zuletzt 4 Saisons voller Freude über Aufstieg, Klassenerhalte, einmal mit einem Sieg beim BVB den Klassenerhalt geschafft und dann für einen VfL-Fan das wirkliche Wunder von Düsseldorf. Ein Spiel, dass für jeden VfL-Fan ein historisches Spiel sein wird. Was dort bejubelt wurde, waren keine Meisterschaften, es war ein Aufstieg und Klassenerhalte. Sie wurden aber wie Meisterschaften oder in Düsseldorf wie ein Europacupsieg bejubelt. Als VfL-Fan erwarte ich keine Meisterschaften, ich erwarte gar nix. Ich fiebere mit, auch wenn ich den Unterschied sehe zu Spitzenfussball. So sehen das viele VfL-Fans. Und wenn dann so vier Saisons laufen, an deren Ende gefeiert wird., so ist der VfL der Verein, der in den letzten Jahren im Ruhrgebiet am meisten gefeiert hat.
Es ist unerheblich wie das Stadion ausschaut. Ich lebe mittlerweile in Norddeutschland, bin aber regelmäßig im Pott (bei Dortmunder Freunden, in Bochum und Duisburg) und überall wo ich im Norden mit Fans des HSV, VFL Wolfsburg, Hannover 96 oder auch SC Freiburg (weil ich in einer bunten und nicht grauen Region lebe) etc. rede, ist allen der VfL Bochum sympathisch. Die Stimmung wird gelobt, das Stadion, das hinter der Mannschaft steht, auch wenn es nicht um Meisterschaften geht, ist es ein Verein, der mit einem kleinen Etat immerhin 3x die Klasse gehalten hat als designierter Absteiger. Das erfreut und ist die Wahrnehmung des VfL Bochum außerhalb ihrer Beobachtung. Und das ist auch keine VfL-Brille, natürlich werden da Fehler gemacht, natürlich sind da „Golfspieler“ (lange Bälle von hinten) in der Innenverteidigung unterwegs, und es gibt wirklich schlechte Spiele. Na und? Echte Liebe kennt keine Liga. Sie sehen es schon als positiv an, dass sie überhaupt über den VfL Bochum schreiben? Na, da bin ich aber froh. Wissen Sie eigentlich wie die Strategie des VFL Bochum gerade ist? Haben Sie eine Ahnung vom Talentwerk, das gerade in den U-Mannschaften bei Deutschen Meisterschaften weit kommt? Haben Sie mitbekommen, dass in der ersten Elf diese Saison immer so 5-7 Spieler U 21 gespielt haben (auch wenn es größtenteils Leihspieler waren). Wissen Sie, dass da gerade mehr auf dem Sprung sind. Wissen Sie, dass der erste gerade für wohl 10 Mio. (plus) zur TSG 1899 Hoffenheim wechselt, was für den Verein eine wichtige Summe ist.
Man versucht es und könnte man es stemmen, würde man diese Spielergewiss halten. Gut, dass Sie die Zukunft nicht voraussagen können, ich auch nicht. Manchmal muss man Fehler der Vergangenheit ausbügeln. Vielleicht gelingt es. Dass der VfL Bochum („im SChatten kann man nicht wachsen“: Zitat Peter Neururer) überhaupt so lange in der Bundesliga spielte, dies nun auch wieder schaffte mit Saisons, an deren Ende gefeiert wurde, ist positiv und erfreulich. Als VfL-Anhänger hoffe ich, sie können den Weg der Jugend gehen. Dass die Ambition des VfL wieder aufzusteigen, nicht erreicht wurden, weiß jeder Fan. Sie müssen uns nicht die „Graue Maus“ einreden. Die sind wir und werden wir immer sein (Wir steigen auf, wir steigen ab, und zwischendurch UEFA-Cup wurde in den 90er und 00erJahren gesungen), das ist eine Art DNA, die Klassenerhalte (1. Liga) feiert wie Europacupteilnahmen und Meisterschaften. Davon redet beim VfL niemand. Erfolge und Gründe sich zu freuen sind relativ. Nochmal. Beim BVB feiert niemand Vizemeisterschaften, es wird ob zu hoher Erwartungen und toller Erfolge, genörgelt. Schalke gönne ich den Aufstieg, ebenso dem MSV und RWE. Ich freue mich für jeden Verein aus dem Ruhrgebiet, der aufsteigt und die Wucht und Begeisterung der Fans mitbringt. Mein Maß für Freude hängt nicht an Meisterschaften.
Ich würde mich freuen, wenn der VfL es schafft mehr junge Talente einzubauen. Das ist im heutigen Fußball schwer und riskant. Sie müssen lernen, und die besten werden leider schnell weggekauft. Ansonsten liegt die Strahlkraft und Wahrnehmung des VfL außerhalb der Ruhrgebiets darin, dass er als sympathischer Verein gesehen wird (na klar, ist ja auch sportlich nicht gefährlich) mit guter authentischer Stimmung im Stadion und einem Verein, der es im Schatten (in dem er immer war und sein wird) immer wieder geschafft hat „kleinere“ Erfolge zu feiern und durchaus seine Wahrnehmung im beschriebenen Sinne hat. Auch so kann man mit einem Verein Spaß haben. Und wenn ich momentan wirklich tollen Fußball sehen will, gucke ich Bayern. Was da momentan abgeht, kann nur jeden Fußballfan erfreuen.
Ich bin übrigens in Wuppertal geboren. Der Werdegang eines solchen Vereins, in solch einer doch großen Stadt, ist wirklich traurig.
Immerhin konnte der VFL eine Deutsche Fußballmeisterschaft feiern und das war die allererste, nämlich die der A-Jugend 1969. Ich weiß zwar nicht mehr gegen wen, aber es war torreich fünfdrei oder sechsvier. Damals taten nur die Meister der vier Regionalverbände und der aus Berlin mit. Das war Hertha Zehlendorf, die dann, meiner Erinnerung nach, 70 oder 71 den Titel holten. Jedenfalls hat man in Bochum schon damals gute Jugendarbeit gemacht, ohne die hätte man sich schon im Westen nicht durchsetzen können.Dies war sicher schwieriger als in der kleinen Endrunde Leider hat meine Mutter drei vollständige KICKERjahrgänge 68-71 entsorgt, als ich schon lange in Ostwestfalen unterwegs war, irgendwie ärgerlich.Der KICKER hatte recht ausführlich berichtet.
.
[…] des Reviers nahezu vollständig aus der öffentlichen Wahrnehmung. Der VfL Bochum wird bestenfalls am Rande erwähnt, während Duisburg und Essen trotz sportlicher Relevanz außerhalb ihrer Stadtgrenzen kaum […]