Bochum hüpft nicht mehr: Wenn der Fußball endgültig zum Bürokratenirrsinn wird

Das Stadion in Bochum. Archiv-Foto: Stefan Laurin

Man muss sich diese Geschichte erst einmal auf der Zunge zergehen lassen: Beim VfL Bochum ist in Teilen des Ruhrstadions das gemeinschaftliche Hüpfen verboten. Nein, das ist kein verspäteter Aprilscherz, sondern tatsächlich eine behördliche Anordnung. Wer als Außenstehender davon liest, dürfte sich verwundert die Augen reiben. Willkommen im deutschen Fußball des Jahres 2026!

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Irlands Doppelmoral beschädigt den Fußball – UEFA ist gefordert

Der unbeantwortete Handschlag. Grafik: KI-generierte Illustration / Symbolbild.

Gegen Israel demonstriert Irlands Fußball plakative Verachtung. Gegen Katar dagegen galt Zurückhaltung und das klare Bekenntnis zum Sport. Das Verhalten zeigt eine – nicht nur – irische Doppelmoral und ein tief sitzendes Problem in Europa: Als sogenannte „Israelkritik“ getarnter Judenhass. Und die Bereitschaft, alles zu glauben, solange Israel dabei der Böse ist.

Zwei Länderspiele, zweimal dieselbe Botschaft. Vor den Nations-League-Partien gegen Israel am 27. September und 4. Oktober trugen irische Spieler schwarze Armbinden und senkten während der israelischen Hymne die Köpfe. Die irischen Kapitäne verweigerten ihren israelischen Gegenübern den Handschlag.

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Millionen Follower statt Presseausweis

Das Stadion in Dortmund. Foto: Robin Patzwaldt

Ich gebe zu: Ich bin bei dieser Entwicklung ziemlich hin- und hergerissen. Einerseits bin ich selbst Teil dieser digitalen Welt und habe in den vergangenen Jahren durchaus entdeckt, wie viel Spaß Podcasts, Videos und persönliche Meinungen auf den unterschiedlichsten Plattformen machen können. Und nein: Dafür muss man nicht einmal bezahlt werden. Manchmal reicht es schon, wenn man einfach Lust darauf hat, seine Gedanken mit anderen zu teilen.

Andererseits verändert sich dadurch etwas Grundsätzliches. Meinung und Journalismus verschwimmen zunehmend. Jeder kann heute senden. Und wer es schafft, genügend Menschen zu erreichen, wird plötzlich selbst zum Medium. Das kann spannend sein. Es kann aber auch ziemlich anstrengend werden.

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Der Klopp-Effekt: Plötzlich ist die Nationalmannschaft wieder sexy

Lange her: Ein entspannter Jürgen Klopp in Dortmund. Archiv-Foto: Robin Patzwaldt

Das ist schon irgendwie bemerkenswert: Jürgen Klopp hat als neuer Bundestrainer noch kein einziges Länderspiel bestritten, noch keine Aufstellung verkündet und noch keinen Punkt geholt. Trotzdem hat er etwas geschafft, woran sich seine Vorgänger zuletzt ziemlich erfolglos versucht haben: Er hat die deutsche Nationalmannschaft wieder interessant gemacht.

Am Donnerstag wird Klopp seinen ersten Kader bekannt geben. Und plötzlich reden wieder alle darüber. Wer darf mit? Wer bleibt zu Hause? Welche jungen Spieler bekommen ihre Chance? Welche etablierten Namen müssen um ihren Platz bangen? Der DFB-Termin am 17. September ist längst mehr als eine gewöhnliche Kaderbekanntgabe.

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Lernresistenter BVB gewinnt mit Dusel in Hoffenheim – und ignoriert schon wieder die Warnsignale

BVB-Trainer Niko Kovac mit kritischem Blick. Foto: Robin Patzwaldt

Eigentlich müsste ich als langjähriger Begleiter des BVB jetzt einfach zufrieden sein. Zwei Spiele, zwei Siege, sechs Punkte – was will der Dortmunder Fußballfan zum Saisonstart 2026/27 eigentlich mehr? Heimsieg gegen den HSV, Auswärtssieg bei der TSG Hoffenheim. Dazu ein 3:2 nach 0:2-Rückstand. Klingt nach Charakter, Moral und einer Mannschaft, die sich auch von Rückschlägen nicht aus der Bahn werfen lässt.

Und trotzdem ertappe ich mich dabei, dass ich schon wieder genauer hinschaue. Vielleicht sogar genauer, als mir lieb ist.

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Ein Fußballabend beim BVB, der plötzlich nach Corona riecht

Böse Überraschung nach dem Spiel. Archiv-Foto: Robin Patzwaldt

Am Samstagabend ist es wieder so weit: Im Dortmunder Westfalenstadion treffen der BVB und der FC Bayern München im DFB-Supercup aufeinander. Gut 80.000 Zuschauer werden dabei sein. Ausverkauft, laut und vermutlich ziemlich emotional.

Über den sportlichen Wert dieser Veranstaltung kann man sich trefflich streiten. Ist es tatsächlich der erste Titel der neuen Saison? Oder doch eher das letzte ernsthafte Testspiel vor dem Bundesliga-Start? Vermutlich liegt die Wahrheit, wie so oft, irgendwo dazwischen.

Mich beschäftigt diesmal allerdings etwas ganz anderes. Denn Facebook erinnerte mich in dieser Woche daran, dass ich vor genau fünf Jahren schon einmal beim Supercup in Dortmund gewesen bin. Und plötzlich waren sie wieder da: Erinnerungen an einen Fußballabend, der sich heute fast surreal anfühlt.

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Immer nur Bayern – Da kriege ich das Kotzen

An der Geschäftsstelle des FC Bayern München. Foto: Robin Patzwaldt

Keine zwei Wochen mehr, dann rollt der Ball auch in der 1. Fußball-Bundesliga wieder. Eigentlich ein Grund zur Freude. Ich versuche mich dieser Tage tatsächlich schon ein wenig auf die neue Saison einzustimmen und irgendwo zwischen Transfers, Aufsteigern, Außenseitern und der Hoffnung auf ein bisschen Spannung so etwas wie Vorfreude zu entwickeln.

Doch dann begeht man den Fehler, sich durch die großen Sportseiten und Fußballsendungen zu klicken. Und plötzlich bekommt man den Eindruck: Die Bundesliga besteht aus genau einem Verein. Dem FC Bayern München.

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Die Bundesliga hat das Geld – die 2. Liga die Seele

Das Ruhrstadion in Bochum. Archiv-Foto: Roland W. Waniek

Die 2. Fußball-Bundesliga startet am kommenden Wochenende in die Saison 2026/27. Und obwohl mit dem FC Schalke 04 und Fortuna Düsseldorf gleich zwei große Namen die Liga zuletzt in unterschiedliche Richtungen verlassen haben, dürfte die Vorfreude vieler Fußballfans auf die Rückkehr des Unterhauses kaum geringer sein als auf den Start der Beletage Ende August. Das klingt zunächst paradox. Ist es aber gar nicht.

Denn die 2. Liga hat sich längst zu einem Wettbewerb entwickelt, der vieles verkörpert, was der 1. Bundesliga in den vergangenen Jahren zunehmend verloren gegangen ist.

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Merz sollte mehr Klopp wagen

Trainer Jürgen Klopp ganz entspannt… Archiv-Foto: Robin Patzwaldt

Es gibt Tage, an denen zwei Pressekonferenzen mehr über den Zustand eines Landes erzählen als wochenlange politische Debatten. Der heutige Freitag war so ein Tag. Während Bundeskanzler Friedrich Merz in Berlin seine Kabinettsumbildung erklärte, stellte sich in Frankfurt Jürgen Klopp als neuer Bundestrainer der Öffentlichkeit vor.

Beide Männer stehen vor einer ähnlichen Herausforderung: Sie übernehmen beziehungsweise führen Organisationen, die zuletzt kräftig an Vertrauen verloren haben. Beide sollen nach Rückschlägen Aufbruchsstimmung erzeugen. Beide müssen Menschen überzeugen, dass es jetzt besser wird.

Und doch hätten die Unterschiede kaum größer sein können.

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Schalke zwischen Aufstiegseuphorie und harter Wirklichkeit

Der Zusammenhalt auf Schalke ist in Gefahr. Foto: Michael Kamps

Auf Schalke war die Stimmung in den vergangenen Wochen so gut wie lange nicht mehr. Der überraschende Wiederaufstieg in die Bundesliga, die vorzeitige Vertragsverlängerung mit Trainer Miron Muslic und die Verpflichtung von Robin Gosens sorgten für echte Aufbruchsstimmung.

Endlich gab es wieder Schlagzeilen, die Hoffnung statt Krisenstimmung verbreiteten. Doch wer bei der jüngsten Mitgliederversammlung genau hinhörte, merkte schnell: Die Euphorie darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass der FC Schalke 04 noch immer auf einem finanziellen Drahtseil balanciert.

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