Die aufgeblähte WM 2026 liefert genau die Langeweile, vor der viele gewarnt haben

Vom WM-Pokal dürfen bei der WM 2026 längst nicht alle 48 Teilnehmer träumen. Foto: Robin Patzwaldt

Schon als die FIFA die Aufstockung der Fußball-Weltmeisterschaft von 32 auf 48 Teilnehmer beschloss, war die Kritik groß. Viele Experten, Fans und Beobachter warnten damals davor, dass die Qualität des Turniers leiden würde. Die FIFA ignorierte diese Bedenken weitgehend und verkaufte die Reform als Chance für mehr Nationen, mehr Vielfalt und mehr globale Aufmerksamkeit. Nach den ersten Tagen der WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko zeigt sich jedoch immer deutlicher: Die Kritiker hatten recht.

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Leute, es war Curaçao – und nicht Brasilien!

Fußball verkauft sich in diesen Tagen gut. Foto: Robin Patzwaldt

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft ist erfolgreich in die umstrittene Weltmeisterschaft 2026 gestartet. Mit einem deutlichen 7:1 gegen Curaçao hat die Mannschaft von Bundestrainer Julian Nagelsmann am Sonntag ihre Pflicht erfüllt und die ersten drei Punkte eingefahren.

Nach den bitteren Auftaktpleiten bei den vergangenen beiden Weltmeisterschaften war ein souveräner Start zweifellos wichtig. Doch was nach dem Schlusspfiff in Teilen der deutschen Medienlandschaft folgte, war einmal mehr ein Paradebeispiel für die chronische Übertreibung rund um die DFB-Elf.

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WM 2026: „Elf Freunde müsst ihr sein“ ist lange her

Fußball verkauft sich gut. Foto: Robin Patzwaldt

Die Diskussionen rund um die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 drehen sich häufig um Gigantismus, Kommerzialisierung und die immer weiter ausufernde Vermarktung des Sports. Viele Fans beklagen, dass der Fußball längst seine Seele verkauft habe und heute vor allem ein milliardenschweres Geschäft sei.

Kritik an der FIFA fällt leicht, schließlich liefert der Weltverband regelmäßig neue Argumente für seine Kritiker. Doch wer ehrlich auf die Entwicklungen blickt, muss feststellen, dass die Kommerzialisierung nicht allein von Funktionären und Verbänden vorangetrieben wird. Auch die Spieler selbst profitieren davon – und tragen ihren Teil dazu bei.

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Manche sind eben gleicher als die anderen – der SC Paderborn genießt Sonderrechte

Das kleine Stadion in Paderborn. Quelle: Wikipedia, Foto: Sunnysteffen, Lizenz: CC BY-SA 3.0

Der Aufstieg des SC Paderborn in die 1. Fußball-Bundesliga dürfte bei vielen Fußballromantikern ohnehin nur begrenzte Begeisterung ausgelöst haben. Während Vereine mit großer Tradition, riesigen Fanlagern und imposanten Stadien Jahr für Jahr um die Rückkehr ins Oberhaus kämpfen, spielt künftig ein Klub in einer Arena, die gerade einmal 15.000 Zuschauer fasst. Doch darüber ließe sich noch streiten. Schließlich entscheidet im Sport grundsätzlich die Leistung auf dem Platz.

Was allerdings deutlich schwerer zu akzeptieren ist, sind die Sonderregelungen, die dem Aufsteiger nun offenbar auch im Oberhaus gewährt werden.

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Hat Dortmund inzwischen den deprimierendsten Zoo Deutschlands?

Ein Tier im Zoo Dortmund im Juni 2026, wenn auch ein eher unspektakuläres und scheinbar gelangweiltes. Foto(s): Robin Patzwaldt

Es gibt Orte, die einen ein Leben lang begleiten. Orte, die mit Kindheitserinnerungen, Familienausflügen und einem Gefühl von Heimat verbunden sind. Für mich gehörte der Zoo Dortmund jahrzehntelang genau in diese Kategorie. Seit den frühen 1970er-Jahren war die Anlage im Dortmunder Süden für mich weit mehr als nur ein Tierpark. Sie war ein fester Bestandteil meines Lebens. Umso schmerzhafter ist die Erkenntnis, dass ausgerechnet dieser einst so geschätzte Ort inzwischen einen Zustand erreicht hat, den ich vor einigen Jahren noch für unmöglich gehalten hätte.

Nach mehreren Jahren Pause habe ich dem Zoo am vergangenen Wochenende erstmals wieder einen Besuch abgestattet. Die Hoffnung, positive Entwicklungen zu entdecken und vielleicht sogar etwas von der alten Faszination zurückzugewinnen, war durchaus vorhanden. Doch schon nach kurzer Zeit wich diese Hoffnung einer tiefen Ernüchterung. Selten habe ich einen Ort erlebt, der gleichzeitig so viele Erinnerungen weckt und so viel Enttäuschung auslöst.

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WM 2026: Warum die Aufregung um Lennart Karl alarmierend ist

Deutschland im Fußballfieber. Archiv-Foto: Robin Patzwaldt

Je näher die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 rückt, desto größer werden die Zweifel an der Personalpolitik von Bundestrainer Julian Nagelsmann. Dabei geht es längst nicht mehr nur um taktische Fragen oder die Zusammensetzung des Kaders. Vielmehr entsteht zunehmend der Eindruck, dass die deutsche Nationalmannschaft ihre Hoffnungen auf zu viele Unsicherheiten stützt.

Bereits die Diskussion um Manuel Neuer zeigt das deutlich. Der mittlerweile 40-jährige Torhüter reist mit einer Verletzungshistorie und körperlichen Fragezeichen in Richtung Nordamerika. Statt frühzeitig Klarheit auf der Torwartposition zu schaffen, scheint Nagelsmann darauf zu hoffen, dass der ehemalige Weltklassekeeper noch einmal rechtzeitig fit wird. Eine riskante Strategie für ein Turnier, bei dem Kleinigkeiten über Erfolg und Misserfolg entscheiden können.

Doch die Debatte um Neuer wird inzwischen von einer anderen Personalie überlagert: dem verletzungsbedingten WM-Aus von Lennart Karl. Und genau hier offenbart sich ein noch größeres Problem.

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TSV 1860 München: Ein Traditionsverein als Mahnmal des modernen Profifußballs

1860 München im Jahre 2017 in der Regionalliga. Quelle: Wikipedia, Foto: Chaddy, Lizenz: CC BY-SA 4.0

Wer geglaubt hatte, dass zwischen dem Ende der Bundesligasaison 2025/26 und der bevorstehenden Weltmeisterschaft eine ruhige Phase im Fußballgeschäft eintreten würde, wurde in den vergangenen Tagen eines Besseren belehrt. Kaum ein Thema hat die Schlagzeilen so stark geprägt wie die dramatischen Entwicklungen beim TSV 1860 München. Der ehemalige deutsche Meister und einstige Champions-League-Teilnehmer steht erneut vor einem sportlichen und wirtschaftlichen Scherbenhaufen. Statt von einer Rückkehr in höhere Spielklassen zu träumen, müssen sich die Löwen nun mit der Realität eines Absturzes in die Regionalliga auseinandersetzen.

Der Fall des Traditionsvereins ist dabei weit mehr als eine lokale Geschichte aus München-Giesing. Er steht beispielhaft für die Probleme vieler Traditionsklubs, die zwischen wirtschaftlichen Zwängen, Machtkämpfen und unrealistischen Erwartungen zerrieben werden. Während moderne Werks- und Investorenvereine regelmäßig für Diskussionen sorgen, zeigt 1860 München vor allem eines: Tradition allein reicht längst nicht mehr aus, um dauerhaft erfolgreich zu sein.

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Eintritt frei? Nicht mehr im Kölner Dom – Die Kirche schafft sich weiter selbst ab

Kölner Dom Foto: Laurin

Die christlichen Kirchen in Deutschland befinden sich seit Jahren in einer tiefen Krise. Millionen Menschen haben ihnen den Rücken gekehrt, die Mitgliederzahlen sinken kontinuierlich, das Vertrauen in die Institution ist durch Skandale und Missmanagement schwer beschädigt.

Anstatt sich jedoch ernsthaft mit den Ursachen dieser Entwicklung auseinanderzusetzen, liefert die Kirche nun erneut Gründe, warum sich immer mehr Menschen von ihr entfremden. Das jüngste Beispiel kommt aus Köln: Ab dem 1. Juli sollen Touristen zwölf Euro Eintritt zahlen, um den Kölner Dom zu besichtigen.

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Hagen erhebt sich, zumindest ein wenig

Basketball. Quelle: Wikipedia, Foto: Austin Bjornholt, Lizenz: CC BY-SA 3.0

Es gibt Städte, die leben von ihrem Glanz. Und dann gibt es Hagen. Die Stadt an der Volme hat in den vergangenen Jahren zuverlässig bewiesen, dass man selbst aus bescheidenen Voraussetzungen noch etwas Tristeres machen kann. Wer durch die Innenstadt spaziert, bekommt selten das Gefühl, in einem urbanen Zukunftsprojekt gelandet zu sein. Eher wirkt vieles wie die Kulisse einer Dokumentation über die Nachwirkungen wirtschaftlicher Depressionen.

Sportlich sah es lange nicht viel besser aus. Während andere Städte Meisterschaften feierten, Stadien ausbauten oder sich wenigstens über einen überraschenden Pokallauf freuen durften, sammelte Hagen eher Enttäuschungen, Insolvenzen und Durchhalteparolen. Umso erstaunlicher ist es, dass ausgerechnet jetzt wieder ein wenig Licht durch die dichten Wolken dringt.

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Die Toten Hosen haben den Absprung verpasst

Hosen-Sänger Campino hat früher mehr riskiert. Quelle: Wikipedia, Foto: Libertinus Yomango, Lizenz: CC BY-SA 2.0

In diesen Tagen kommt man den Toten Hosen kaum noch aus dem Weg. Parallel zur Veröffentlichung ihres offiziell letzten Studioalbums (und dem Abstieg ihrer geliebten Fortuna in die 3. Liga) startet die große Abschiedstournee der Düsseldorfer Punkrock-Institution. Die Marketingmaschinerie läuft auf Hochtouren, die Medien überschlagen sich mit Würdigungen, Rückblicken und Lobeshymnen. Kaum ein Radiosender, kaum eine Talkshow, kaum eine Kulturseite verzichtet derzeit auf einen Beitrag über Campino und seine Mitstreiter.

Das überrascht wenig. Wenn jemand seinen Abschied ankündigt, dominieren meist die positiven Stimmen. Kritik gilt schnell als unangebracht. Doch gerade deshalb lohnt es sich aus meiner Sicht, einen etwas anderen Blick auf die Toten Hosen zu werfen. Einen Blick, der nicht von Nostalgie verklärt ist.

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