Wie man in Waltrop von der Lokalpolitik beim Thema B 474n veräppelt wird

Diskutiert wird über die B474n schon Jahrzehnte. Archiv-Foto: Robin Patzwaldt

Es gibt diese Geschichten, die sind so typisch für das Ruhrgebiet, dass sie längst mehr sind als bloße Einzelfälle. Sie stehen sinnbildlich für eine Region, die sich seit Jahrzehnten schwer damit tut, ins Handeln zu kommen. Für träge Verfahren, endlose Diskussionsschleifen und politische Rituale, die mehr dem eigenen Gewissen als der Lösung realer Probleme dienen.

Der geplante Neubau der Bundesstraße 474n in Waltrop, also die angedachte Verlängerung der A45 von Dortmund-Mengede in Richtung Münsterland, ist genau so eine Geschichte – und sie erklärt ziemlich gut, warum sich viele Bürger regelrecht veräppelt fühlen, wenn Lokalpolitiker alle paar Jahre wieder so tun, als wollten sie die Dinge nun endlich beschleunigen.

Aktuell kommt das Thema wieder einmal frisch auf die Tagesordnung.

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Die Bayern als gnadenloser Zerstörer aller Hoffnungen auf ein echtes Top-Spiel in der Bundesliga

An der Geschäftsstelle des FC Bayern München. Archiv-Foto: Robin Patzwaldt

Wer – wie ich – ernsthaft geglaubt hatte, dieses Bundesliga-Wochenende könnte beim Top-Spiel des Tabellendritten gegen den Spitzenreiter wieder einmal so etwas wie Spannung bereithalten, wurde am Samstagabend unsanft aus seinen Träumen gerissen. RB Leipzig gegen den FC Bayern München. Topspiel. Spitzenduell. Prestigeduell. So zumindest das Marketing.

Auf dem Platz entpuppte sich das Ganze dann als das, was es inzwischen viel zu oft ist: eine Demonstration bayerischer Überlegenheit und ein weiterer Beweis dafür, dass die Bundesliga ihr größtes Problem längst nicht mehr verstecken kann. 5:1 für die Gäste. Und das nach einer 1:0-Führung der Hausherren zur Pause. Einfach unglaublich!

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Eine historische Hinrunde in der Bundesliga – und ein häufig ignoriertes Problem

Foto: Robin Patzwaldt

Die Hinrunde der Bundesliga-Saison 2025/26 ist für die meisten Teams beendet, und was auf den ersten Blick wie sportliche Exzellenz aussieht, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als strukturelles Armutszeugnis. Bayern München steht nach 17 Spieltagen ungeschlagen an der Spitze, 47 Punkte, ein weiterer Eintrag ins eigene Geschichtsbuch. Borussia Dortmund folgt auf Platz zwei – allerdings mit bereits elf Punkten Rückstand. Elf Punkte zur Halbzeit. In einer Liga, die sich selbst gern als „Topliga Europas“ bezeichnet.

Was vielerorts als Machtdemonstration gefeiert wird, ist in Wahrheit ein Warnsignal. Und zwar ein lautes.

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Neustart statt Stillstand: Warum ein Kehl-Abgang dem BVB helfen könnte

Sebastian Kehl. Archiv-Foto: Robin Patzwaldt

Ein möglicher Wechsel von Sebastian Kehl zum HSV, wie er aktuell in einigen Medien diskutiert wird, würde in Dortmund zunächst für Schlagzeilen sorgen – und vermutlich für empörte Reaktionen in der Vereinsführung. Doch jenseits der Emotionen lohnt sich ein genauer Blick. Denn so unbequem es klingt: Ein Abgang Kehls wäre für Borussia Dortmund möglicherweise genau der Impuls, den der Klub seit Jahren vergeblich sucht.

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Ein Punkt für den BVB, der mehr beschönigt als hilft

Bei der Vorstellung von BVB-Trainer Niko Kovac in Dortmund im Februar. Foto: Robin Patzwaldt

Ein 3:3 bei Eintracht Frankfurt ist objektiv betrachtet kein schlechtes Resultat. Kaum ein Bundesligist fährt regelmäßig mit drei Punkten aus dem Deutsche-Bank-Park nach Hause, und selbst ein Rückstand kurz vor Schluss wird dort oft nicht mehr korrigiert. Auch für Borussia Dortmund gilt das grundsätzlich. Und doch fühlt sich dieses Remis des BVB vom Freitagabend wie ein weiterer Rückschlag an.

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Drei Pfeile, viel Bier, Millionen Zuschauer – was feiern wir da eigentlich?

Darts. Quelle: Wikipedia; Lizenz: gemeinfrei

In diesen Tagen bestimmt sie wieder die Schlagzeilen der Sportberichterstattung: die Darts-Weltmeisterschaft in England. Kaum ein Sportformat wird zwischen Weihnachten und Neujahr so penetrant beworben, kaum ein Ereignis so zuverlässig zum vermeintlichen „Kult“ verklärt.

Selbst für einen relativ toleranten Sportfan wie mich stellt sich dabei regelmäßig die gleiche Frage: Warum ist das Ganze eigentlich so erfolgreich?

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2025 – Ein Jahr zwischen Dankbarkeit, Zweifel und leiser Hoffnung

Feuerwerk in der Provinz. Archiv-Foto: Robin Patzwaldt

Kurz vor seinem Ende bleibt das Jahr 2025 für mich noch immer schwer greifbar. Es war kein Jahr der klaren Extreme, sondern eines der eher leisen, manchmal unbequemen Erkenntnisse. Besonders meine eigene Gesundheit hat mich länger beschäftigt, als ich es von mir kannte. Probleme, die zuvor kein Thema waren, traten plötzlich in den Vordergrund und haben mich seit dem Sommer zeitweise deutlich ausgebremst.

„Man wird eben älter“ – dieser Satz bekam in den vergangenen Monaten eine neue, sehr reale Bedeutung. So unangenehm diese Erfahrung auch war, sie hat mir gezeigt, wie wichtig es ist, den eigenen Körper ernst zu nehmen und Gewohnheiten zu hinterfragen.

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Zum Tode von Chris Rea: Ein leiser Abschied

Chris Rea im Jahre 2012. Quelle: Wikipedia, Foto: Andrzej Barabasz (Chepry), Lizenz: CC BY-SA 3.0

Mit Chris Rea ist gestern einer jener Musiker gestorben, die nie den Anspruch hatten, die Welt anzuschreien – und sie gerade deshalb erreicht haben. Sein Tod im Alter von 74 Jahren markiert für mich nicht nur das Ende eines beeindruckenden Künstlerlebens, sondern auch einen sehr persönlichen Einschnitt.

Reas Arbeiten gehörten für mich zu jener Musik, die mich in einer prägenden Phase meines Lebens begleitet hat.

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Pulverfass BVB: Wenn Charakter nur ein Schlagwort ist

Sebastian Kehl. Archiv-Foto: Robin Patzwaldt

Die Diskussionen rund um Borussia Dortmund nach dem 2:0 gegen Mönchengladbach am Freitag offenbaren weit mehr als nur die üblichen Emotionen eines Bundesligaspiels. Ja, da war Gesprächsbedarf wegen Schiedsrichterentscheidungen, wegen Tabellenplatz zwei – doch all das trat schnell in den Hintergrund. Stattdessen stand einmal mehr ein Thema im Mittelpunkt, das den BVB seit Monaten begleitet: interne Unruhe.

Und die Frage, wie ernst es der Klub eigentlich noch mit seinen einst so stolz vor sich hergetragenen Charakterprüfungen meint.

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Rote Zahlen statt rosaroter Brille – das Waltroper Parkfest in der Krise

Die Ankündigung des Waltroper Parkfests 2025 kam etwas bieder daher – so wie das Programm. Archiv-Foto: Robin Patzwaldt

Das Eingeständnis kam spät – aber es kam. Nachdem die ‚Waltroper Zeitung‘ das Parkfest über Jahre hinweg mit einer Mischung aus Durchhalteparolen, Erfolgsmeldungen und wohlwollender Schönfärberei begleitet hat, musste sie in dieser Woche erstmals offen einräumen, was viele Besucherinnen und Besucher längst spüren: Das Parkfest läuft wirtschaftlich nicht so gut, wie es immer dargestellt wurde.

Rote Zahlen, trotz angeblich wieder steigender Besucherzahlen und trotz eines „tollen Programms“. Plötzlich steht das traditionsreiche Stadtfest am Scheideweg. Für viele vor Ort ist das allerdings keine Überraschung, sondern eher eine verspätete Bestätigung.

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