Am Alten Schiffshebewerk in Waltrop. Foto: Robin Patzwaldt
Am Sonntag, den 26. April 2026, wird das LWL-Museum Schiffshebewerk Henrichenburg in Waltrop einmal mehr zum lebendigen Treffpunkt für Familien, Technikinteressierte und Kulturfreunde: Das traditionelle Museumsfest markiert den Höhepunkt des Frühlingsprogramms und lädt von 10 bis 18 Uhr zu einem vielseitigen Erlebnis rund um Industriekultur, Freizeit und Mitmachangebote ein.
Man konnte sich in den letzten Wochen wirklich kaum retten: Überall dieses Dauerfeuer an guter Laune, Zukunftsvisionen und geschniegelt-glatten Imageclips. Olympia in NRW! Endlich wieder wer! Endlich Weltbühne! Der WDR im Dauer-PR-Modus, als hätte man den Zuschlag schon heimlich im Keller unterschrieben. Nur ein kleines Detail ging dabei irgendwie unter: Es ging erstmal bloß um die Frage, ob man sich überhaupt bewerben will. Kein Zuschlag. Kein Finale. Nicht mal eine Shortlist. Einfach nur: „Wollen wir mitspielen?“ – und NRW so: „JA!“, als hätte jemand Freibier versprochen.
Ex-BVB-Profi Neven Subotic hat dem Profi-Fußball den Rücken gekehrt. Archiv-Foto: Robin Patzwaldt
Es gibt diese Momente als Fan, in denen sich alles ein wenig schwerer anfühlt. Wenn die Gegenwart nicht mehr die Leichtigkeit vergangener Tage trägt, wenn Entscheidungen des Vereins Fragen aufwerfen und wenn die Identifikation bröckelt. Genau in so einer Phase findet man sich aktuell als Anhänger von Borussia Dortmund wieder. Und dann – fast wie aus dem Nichts – meldet sich jemand zu Wort, der wie kaum ein anderer für eine der schönsten Epochen dieses Vereins steht: Neven Subotic.
BVB-Trainer Niko Kovac hatte zuletzt nur noch selten Grund zur Freude. Foto: Robin Patzwaldt
Es ist mal wieder diese Phase, in der man sich bei Borussia Dortmund fragt, ob das alles eigentlich ein großer Plan ist – oder einfach nur das wiederkehrende Gefühl, dass jemand mitten im Marathon beschlossen hat, spazieren zu gehen.
Die Bundesliga-Saison 2025/26 biegt auf die Zielgerade ein, doch der BVB wirkt dabei weniger wie ein ambitionierter Verfolger als vielmehr wie ein Team, das innerlich schon die Koffer für die Sommerpause packt.
DFB-Pokal und Meisterschale 2012 in Dortmund. Foto: Robin Patzwaldt
Es ist schon fast eine Kunst, ein sportliches Großereignis so geräuschlos über die Bühne zu bringen, dass man sich am Montagmorgen fragt: „War da was?“ Doch genau das ist an diesem Wochenende passiert. Der FC Bayern München ist mal wieder deutscher Meister geworden – nach einem 4:2 gegen den VfB Stuttgart, geschniegelt, geschniegelt souverän, geschniegelt erwartbar. Und die Reaktion? Ein kollektives Schulterzucken. Selbst in München. Ja, richtig gelesen: in München.
Früher hätte die Stadt gebrannt (im positiven Sinne, versteht sich). Heute? Eher lauwarmes Konfetti im Windkanal der Gleichgültigkeit.
Auf der Autobahn. Quelle: Wikipedia; Lizenz: Gemeinfrei
Man hat ja inzwischen das Gefühl, dass in diesem Land kaum noch ein Thema zu klein, zu absurd oder zu offensichtlich widersprüchlich ist, um nicht zur großen gesellschaftlichen Grundsatzdebatte aufgeblasen zu werden. Es wird diskutiert, debattiert, empört und moralisiert – und am Ende bleibt oft nur ein schales Gefühl zurück: Was genau war jetzt eigentlich der Punkt?
Nehmen wir doch mal diese herrlich schiefe Schieflage: Da strandet ein Buckelwal an der Ostsee, und plötzlich überschlägt sich die Republik vor Anteilnahme. Sondersendungen, Expertenrunden, Tränen in den Augen. Gleichzeitig rollen jeden Tag zehntausende Tiere anonym durch die Schlachthöfe dieses Landes – still, effizient und vor allem ohne öffentliche Betroffenheit. Der Wal bekommt einen Namen, die Kuh eine Nummer. Willkommen in der moralischen Lotterie unserer Zeit.
Marie-Louise Eta, hier noch als Spielerin. Quelle: Wikipedia, Foto: @el_loko74. Lizenz: CC BY 4.0
Die Beförderung von Marie-Louise Eta zur Cheftrainerin des 1. FC Union Berlin ist zweifellos ein historischer Moment für die Bundesliga. Erstmals steht eine Frau an der Seitenlinie eines Männer-Bundesligisten – ein überfälliger Schritt in einer Branche, die sich lange gegen strukturelle Öffnung gesträubt hat. Doch so wichtig dieser symbolische Fortschritt ist, so unerquicklich ist die Art der Debatte, die sich daran anschließt.
Denn ein Großteil der öffentlichen Diskussion kreist nicht um das, worum es im Profifußball eigentlich gehen sollte: fachliche Eignung, Erfahrung und sportliche Perspektive. Stattdessen wird Eta entweder aufgrund ihres Geschlechts angefeindet oder reflexartig verteidigt. Beides greift zu kurz – und verstellt den Blick auf die entscheidende Frage.
Im Rombergpark in Dortmund. Foto(s): Robin Patzwaldt
Ein Besuch im Rombergpark Dortmund im April gehört zu den eindrucksvollsten Naturerlebnissen im Ruhrgebiet. Wenn die Kirschbäume in voller Blüte stehen, verwandelt sich die ohnehin weitläufige Parkanlage in ein farbenprächtiges Frühlingspanorama, das sowohl Naturliebhaber als auch Fotografen begeistert, wie ich an diesem Wochenende wieder einmal feststellen durfte.
BVB-Sportgeschäftsführer Lars Ricken steht vor großen Herausforderungen. Foto: Robin Patzwaldt
Die Aufregung beim BVB rund um Nico Schlotterbeck nach dem 0:1 gegen Leverkusen am Samstag ist groß. Doch wer die vereinzelten Pfiffe reflexartig als „unwürdig“ oder „respektlos“ abstempelt, greift zu kurz. Im Gegenteil: Sie sind ein Symptom. Ein Symptom für das, was bei Borussia Dortmund schon länger schiefläuft. Und sie sind – so unbequem das für manche klingen mag – völlig normal.
Das leere Stadion in Dortmund. Foto: Robin Patzwaldt
Die heute erfolgte Vertragsverlängerung von Nico Schlotterbeck bei Borussia Dortmund wirkt auf den ersten Blick wie ein Erfolg für alle Beteiligten. Ein Leistungsträger bleibt langfristig gebunden, der Klub gewinnt Planungssicherheit und vermeidet ein finanzielles Risiko. Doch bei genauerem Hinsehen zeigt sich: Diese Einigung ist weder ein klares Bekenntnis des Spielers zum BVB noch eine Lösung, die die Fans wirklich zufriedenstellen dürfte.