Beim Herbstleuchten 2026 im Maxipark in Hamm. Foto(s): Robin Patzwaldt
Es gibt derzeit vieles, worüber man sich im Ruhrgebiet ärgern kann. Kommunalpolitik, Baustellen, marode Infrastruktur und allerlei andere Alltagsprobleme liefern schließlich regelmäßig Stoff für schlechte Laune. Umso wichtiger finde ich es, sich zwischendurch bewusst daran zu erinnern, dass unsere Region durchaus ihre schönen Seiten hat. Eine davon habe ich am Mittwochabend wieder einmal besucht: das traditionelle Herbstleuchten im Maximilianpark in Hamm.
Dauerbaustelle in Waltrops Innenstadt Mitte Oktober 2026. Foto(s): Robin Patzwaldt
Manchmal muss man gar nicht weit fahren, um zu erleben, wie herrlich öffentliche Fördergelder verpulvert werden können. Ein Spaziergang durch die Waltroper Innenstadt reicht völlig. Meine Heimatstadt ist seit Jahren chronisch klamm, finanziell kaum noch handlungsfähig und auf Fördermittel angewiesen.
Doch statt sich auf das zu konzentrieren, was wirklich notwendig wäre, wird nun einmal mehr ein Projekt zum Ärgernis, das immer mehr Bürger und Geschäftsleute zur Verzweiflung treibt.
Die Nachricht hat mir heute Vormittag tatsächlich ein Lächeln ins Gesicht gezaubert: Trainer Niko Kovac bleibt Borussia Dortmund bis 2029 erhalten. Das ist für mich mehr als eine gewöhnliche Vertragsverlängerung. Es ist ein Signal, dass der BVB auf einer seiner wichtigsten Positionen endlich wieder auf Kontinuität statt auf das nächste Experiment setzt.
MdB Bärbel Bas am Infostand der SPD Duisburg. Archiv-Foto: Peter Ansmann
Es gibt Rücktritte, bei denen einem eine schnelle Bewertung schwerfällt. Der Abschied von Bärbel Bas gehört für mich dazu. Der Tod ihrer Stieftochter ist ein schwerer persönlicher Schicksalsschlag, für den sie mein aufrichtiges Mitgefühl hat. Dass sie in dieser Situation Zeit für ihre Trauer benötigt, ist vollkommen nachvollziehbar. Trotzdem wäre es falsch, deshalb die politische Bilanz der SPD-Chefin und Arbeitsministerin auszuklammern.
Man muss sich diese Geschichte erst einmal auf der Zunge zergehen lassen: Beim VfL Bochum ist in Teilen des Ruhrstadions das gemeinschaftliche Hüpfen verboten. Nein, das ist kein verspäteter Aprilscherz, sondern tatsächlich eine behördliche Anordnung. Wer als Außenstehender davon liest, dürfte sich verwundert die Augen reiben. Willkommen im deutschen Fußball des Jahres 2026!
Lars Klingbeil, Finanzminister und SPD-Vorsitzender (Foto: Roland W. Waniek)
Die Zuckersteuer war schon immer ein politisches Streitthema. Für die einen ist sie ein sinnvolles Instrument, um Verbraucher zu gesünderer Ernährung zu bewegen. Für die anderen ist sie vor allem eine weitere Möglichkeit, den Bürgern ans Portemonnaie zu gehen und ihnen vorzuschreiben, was sie trinken sollen. Doch was die Bundesregierung jetzt daraus macht, ist an Absurdität kaum noch zu überbieten.
Manchmal braucht es keine Pressekonferenz, keine neuen Umfragewerte und keine verlorene Wahl, um zu erkennen, wie es um einen Regierungschef steht. Manchmal reicht eine Begegnung hinter verschlossenen Türen. Der jüngste Bericht über Friedrich Merz und Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig passt jedenfalls bestens ins inzwischen ziemlich ramponierte Bild unseres Bundeskanzlers.
Während Schwesig nach ihrem erfolgreichen Wahlkampf von anderen Ministerpräsidenten beglückwünscht worden sein soll, wollte Merz offenbar lieber abrechnen. Sein Vorwurf, sie habe mit ihrer Kampagne „Die Frau gegen Blau“ eigentlich gegen ihn statt gegen die AfD mobilisiert, soll schließlich in der bemerkenswerten Anschuldigung gegipfelt sein: „Sie haben die demokratische Mitte zerstört.“
Das sagt ausgerechnet Merz, unter dem als Bundeskanzler sich die AfD republikweit massiv vergrößert hat.
AfD-Mahnwache gegen Extremismus. (Kein Scherz); Foto: Robin Patzwaldt
Am heutigen Dienstag dürfte in Sachsen-Anhalt die viel beschworene Brandmauer endgültig fallen. Tobias Rausch von der AfD soll zum Landtagspräsidenten gewählt werden. Möglich macht das ausgerechnet das BSW, während sich die CDU enthalten will. Politisch ist das ziemlich grotesk. Und trotzdem könnte dieser Tag eine wichtige Zäsur sein.
Ich gebe zu: Auch bei mir verursacht der Gedanke, dass ein AfD-Politiker eines der höchsten Ämter im Land übernimmt, Magengrummeln. Aber vielleicht sollten wir uns langsam ehrlich machen: Die Brandmauer hat ihren Zweck verfehlt.
Jürgen Klopp, hier noch als BVB-Trainer in Dortmund. Archiv-Foto: Robin Patzwaldt
Vier Spiele sind vorbei, und eigentlich ist es höchste Zeit, auch hier bei den Ruhrbaronen einmal nüchtern auf das neue deutsche Fußballwunder namens Jürgen Klopp zu schauen. Das Ergebnis könnte allerdings ein paar Romantiker enttäuschen:
Ich gebe zu: Ich bin bei dieser Entwicklung ziemlich hin- und hergerissen. Einerseits bin ich selbst Teil dieser digitalen Welt und habe in den vergangenen Jahren durchaus entdeckt, wie viel Spaß Podcasts, Videos und persönliche Meinungen auf den unterschiedlichsten Plattformen machen können. Und nein: Dafür muss man nicht einmal bezahlt werden. Manchmal reicht es schon, wenn man einfach Lust darauf hat, seine Gedanken mit anderen zu teilen.
Andererseits verändert sich dadurch etwas Grundsätzliches. Meinung und Journalismus verschwimmen zunehmend. Jeder kann heute senden. Und wer es schafft, genügend Menschen zu erreichen, wird plötzlich selbst zum Medium. Das kann spannend sein. Es kann aber auch ziemlich anstrengend werden.
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