Schalke ist wieder da – aber noch nicht wirklich angekommen

Wohin geht die Reise des FC Schalke 04? Foto: Michael Kamps

Tja, was fangen wir jetzt mit diesem Saisonauftakt der Schalker an? Nach Jahren der Zweitklassigkeit war die Vorfreude in Gelsenkirchen riesig. Endlich wieder Bundesliga, endlich wieder große Gegner, endlich wieder diese besondere Atmosphäre rund um den FC Schalke 04. Und dann das: 0:3 beim FC Augsburg.

Natürlich ist eine Niederlage bei einem etablierten Bundesligisten kein Weltuntergang. Augsburg gehört schließlich nicht zu den Mannschaften, gegen die ein Aufsteiger automatisch drei Punkte einplanen darf. Trotzdem ist das Ergebnis ein Dämpfer. Und zwar ein ziemlich deutlicher. Denn gerade Aufsteiger können es sich normalerweise nicht leisten, die ersten Spiele einer Saison zu verschlafen. Wer nach oben kommt, braucht Punkte, Selbstvertrauen und möglichst schnell das Gefühl, tatsächlich in dieser Liga mithalten zu können.

Davon war in Augsburg zumindest nach der Pause nicht mehr viel zu sehen.

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Wie die Bayern dem BVB schon vor dem ersten Saisonspiel den nächsten Leberhaken verpassten

Am Stadion in München. Foto: Robin Patzwaldt

Die Bayern haben am Freitag zum Auftakt der Bundesliga-Saison 2026/27 den VfB Stuttgart mit 5:1 aus der Münchner Arena geschossen. Dass der Rekordmeister damit gleich wieder ein kräftiges Signal an die Konkurrenz sendet? Geschenkt. Dass Frank Buschmann und Florian Schmidt-Sommerfeld bei Sky anschließend bemüht waren, aus der ziemlich einseitigen Angelegenheit ein großes „Flutlichtfreitag“-Spektakel zu machen? Ebenfalls geschenkt.

Viel interessanter war eine Szene unmittelbar vor dem Anpfiff.

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Die AfD muss gar nicht gewinnen – verloren haben wir schon

Eine AfD-Mahnwache gegen Extremismus. (Kein Scherz); Archiv-Foto: Robin Patzwaldt

Da ist sie wieder, die kleine politische Erleichterung. Die AfD kommt in Sachsen-Anhalt laut der aktuellen ZDF-Umfrage „nur“ auf 40 Prozent und dürfte damit die angestrebte absolute Mehrheit verpassen. Manch einer in den Medien scheint darin bereits eine Art gute Nachricht zu erkennen. Noch einmal durchatmen, noch einmal erleichtert auf die Schulter klopfen: Die ganz große Katastrophe ist verhindert.

Ich bin da deutlich weniger optimistisch. Denn was soll an einem Ergebnis von 40 Prozent eigentlich beruhigend sein? Eine Partei, die vom Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestuft wird, wäre damit mit riesigem Abstand stärkste Kraft. Die CDU folgt bei 23 Prozent, Linke bei 13, SPD bei neun und Grüne bei sechs Prozent. Und gleichzeitig wissen 31 Prozent der Befragten noch nicht sicher, ob und wen sie überhaupt wählen wollen.

Das Rennen um ein paar Prozentpunkte ist deshalb fast schon Nebensache. Das eigentliche Problem liegt tiefer.

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Bundesliga-Saisonstart 2026/27: Willkommen in der großen deutschen Fußball-Verkaufsabteilung

Foto: Robin Patzwaldt

Endlich geht es wieder los! Die Bundesliga startet an diesem Wochenende in die Saison 2026/27. Und damit beginnt auch wieder die alljährliche große Werbeoffensive. Die Sender werden uns das Produkt Bundesliga präsentieren, als wäre es das spannendste Fußballerlebnis des Planeten. Große Gefühle, große Tradition, große Stars – und irgendwo dazwischen vermutlich auch noch ein bisschen Fußball.

Nur über die kleinen Schönheitsfehler wird man lieber nicht reden.

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Kreuzfahrt statt Pflegefrust? Deutschland hat ein Problem

Ein Kreuzfahrtschiff im Hafen von Oslo. Symbolfoto: Robin Patzwaldt

Rentner auf Kreuzfahrtschiffen statt im Pflegeheim – das sind Schlagzeilen, die natürlich neugierig machen. Sie klingen nach einer Mischung aus verrückter Altersvorsorge, Fernweh und einem kleinen Seitenhieb auf den deutschen Sozialstaat. Für rund 2500 Euro im Monat gibt es schließlich Essen, Reinigung, Wäscheservice und jede Menge Meerblick. Da kann man schon einmal ins Grübeln kommen.

Trotzdem halte ich wenig davon, daraus gleich einen großen Trend zu basteln. Ein Kreuzfahrtschiff ist kein Pflegeheim. Wer tatsächlich intensive Betreuung benötigt, kann dort nicht einfach seinen Lebensabend verbringen. Der Vergleich hinkt also gewaltig. Und genau deshalb sollte man sich von solchen Geschichte, wie sie neuerdings immer häufiger in den Medien auftauchen, nicht vom eigentlichen Problem ablenken lassen: Unser normales Pflegesystem funktioniert für viele Menschen schlicht nicht mehr so, wie man es von einem sozialen Sicherungssystem erwarten dürfte.

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Baerbock macht den nächsten Job – die Neider stehen bereit

Annalena Baerbock. Foto: Roland W. Waniek

Als Annalena Baerbock im vergangenen Jahr ihren neuen Job bei den Vereinten Nationen antrat, war das für viele überraschend. Die ehemalige Außenministerin und Kanzlerkandidatin der Grünen übernahm das Amt der Präsidentin der UN-Generalversammlung – eine international durchaus gewichtige Aufgabe.

Eigentlich hätte man also reichlich Stoff gehabt, über den man diskutieren konnte: ihre Qualifikation, ihre diplomatischen Fähigkeiten, ihre politischen Erfahrungen und natürlich die Frage, was sie in diesem Amt bewirken kann. Doch in Deutschland dauerte es nicht lange, bis eine andere Frage die Runde machte: Was verdient die Frau eigentlich?

Ich fand das schon damals bemerkenswert. Und inzwischen beschleicht mich der Eindruck, dass wir Deutschen bei diesem Thema offenbar nicht dazulernen wollen.

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Zuckersteuer auf Cola Zero? Na dann Prost, Finanzminister Klingbeil!

Lars Klingbeil, SPD-Vorsitzender und Finanzminister. (Foto: Roland W. Waniek)

Noch so eine Idee, aus der Kategorie: Meinen die das wirklich ernst, was ich da gerade lese? Eine Zuckersteuer kann man ja durchaus diskutieren. Wenn der Staat den Bürgern über den Preis einen kleinen Schubs in Richtung gesünderer Ernährung geben möchte, meinetwegen. Über Sinn und Unsinn einer solchen Lenkungswirkung lässt sich an sich schon trefflich streiten.

Aber jetzt wird es wirklich schräg: Künftig könnten offenbar auch Getränke besteuert werden, die überhaupt keinen Zucker enthalten. Cola Zero lässt grüßen! Spätestens an diesem Punkt darf man sich doch fragen, ob es bei der ganzen Veranstaltung tatsächlich noch um die Gesundheit der Bürger geht – oder ob der Finanzminister einfach eine neue Einnahmequelle entdeckt hat.

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Bellevue für eine Milliarde – und im Ruhrgebiet freuen sie sich über ein zugestopftes Schlagloch

Straßen voller Schlaglöcher gehören im Ruhrgebiet inzwischen längst zum Alltag. Archiv-Foto: Robin Patzwaldt

Es gibt in diesen Tagen inzwischen tagtäglich Nachrichten, bei denen ich mich ernsthaft frage, ob ich eigentlich noch in derselben Republik lebe wie die Menschen, die solche Entscheidungen treffen. Die geplante Generalsanierung von Schloss Bellevue gehört für mich eindeutig dazu. Eine Milliarde Euro soll das Ganze kosten. Eine Zahl mit neun Nullen. Da schluckt selbst der Taschenrechner.

Natürlich kann man jetzt einwenden: Das Gebäude muss saniert werden. Es ist historisch, denkmalgeschützt, technisch veraltet und muss modernen Sicherheits- und Energiestandards entsprechen. Und natürlich entscheidet Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier nicht persönlich, ob irgendwo ein Bauauftrag vergeben wird. Die Bundesverwaltung plant, der Bundestag bewilligt die Mittel.

Alles richtig. Und trotzdem bleibt bei mir ein ziemlich ungutes Gefühl.

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Ich frage mich inzwischen wirklich: Was kommt eigentlich nach Merz?

Das Bundeskanzleramt in Berlin – Wer soll hier eigentlich nach Friedrich Merz einmal einziehen? Foto: Robin Patzwaldt

Ich gebe es zu: Die Frage „Was kommt nach Merz?“ beschäftigt mich inzwischen mehr als die Frage, ob Bundeskanzler Friedrich Merz die Kurve vielleicht doch noch bekommt. Denn daran habe ich zunehmend Zweifel.

Zu oft haben wir hier im Blog bereits über seine Ankündigungen, seine Widersprüche und seine bemerkenswerte Fähigkeit geschrieben, Kritik nicht als Warnsignal, sondern offenbar als persönliche Zumutung zu betrachten.

Dabei wollten nach Jahren des politischen Durcheinanders viele Menschen in diesem Lande, dass da endlich einer kommt, der Probleme nicht nur verwaltet, sondern tatsächlich anpackt. Ich hatte diese Hoffnung zumindest teilweise auch. Inzwischen ist davon jedoch so gut wie nichts mehr viel übrig.

Besonders bitter

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Trotz über drei Wochen Urlaub – null Einsicht bei Kanzler Merz

Friedrich Merz, CDU (Foto: Roland W. Waniek)

Da ist er also wieder. Bundeskanzler Friedrich Merz ist aus seinem gut dreiwöchigen Sommerurlaub zurück und hat gleich bei seinem ersten öffentlichen Auftritt gezeigt, dass er offenbar nicht nur das Licht der Öffentlichkeit, sondern auch jede Gelegenheit zur Selbstkritik gemieden hat.

Im Waldbrandgebiet in der Eifel wurde der Bundeskanzler ausgepfiffen und ausgebuht. Eine Gelegenheit, vielleicht einmal innezuhalten, Demut zu zeigen und sich zu fragen, warum die Stimmung im Land gegenüber seiner Regierung derart mies ist? Fehlanzeige.

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