Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt – Deutschlands liebste WM-Disziplin

Deutschland im Fußballfieber. Archiv-Foto: Robin Patzwaldt

Es ist schon faszinierend, wie schnell sich die Stimmung in Fußball-Deutschland drehen kann. Vor wenigen Tagen wurde die DFB-Elf nach einem standesgemäßen 7:1 gegen Fußballzwerg Curacao und einem mühsamen, aber erfolgreichen 2:1 gegen die Elfenbeinküste bereits wieder in Richtung WM-Titel geschrieben. Julian Nagelsmann? Ein Genie. Deniz Undav? Der neue Messias. Jamal Musiala? Unaufhaltsam.

Dann kommt Ecuador. Eine 1:2-Niederlage im bedeutungslos gewordenen dritten Gruppenspiel – und plötzlich ist alles vorbei. Krise! Alarm! Weltuntergang! Wer heute durch die Schlagzeilen scrollt, könnte meinen, Deutschland sei bereits sang- und klanglos ausgeschieden. Was für ein Unsinn.

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WM 2026: Schluss mit dem ewigen „Wir“!

Der WM-Pokal. Foto: Robin Patzwaldt

Heute Abend spielt Deutschland bei der Fußball-WM 2026 sein drittes Spiel der Gruppenphase gegen Ecuador. Und fast genauso sicher wie der Anpfiff ist inzwischen etwas anderes: Irgendwann werden Reporter, Moderatoren oder Live-Kommentatoren in Bezug auf die DFB-Auswahl wieder von „wir“ sprechen.

„Wir müssen heute besser verteidigen.“

„Wir brauchen jetzt das zweite Tor.“

„Wir stehen im Viertelfinale.“

Nein. Tun wir nicht.

Die deutsche Nationalmannschaft steht auf dem Platz. Die Journalisten sitzen auf der Pressetribüne oder vor dem Mikrofon. Zwischen beiden Rollen sollte eigentlich ein ziemlich deutlicher Unterschied bestehen. Trotzdem scheint dieser Unterschied in den vergangenen Jahren immer mehr zu verschwimmen. Mich nervt das mittlerweile gewaltig.

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Warum Schlotterbecks WM-Aus manch einen BVB-Fan insgeheim freuen dürfte

Das stimmungsvolle Stadion in Dortmund. Archiv-Foto: Robin Patzwaldt

Die Nachricht ist für Nico Schlotterbeck persönlich bitter. Ausgerechnet auf der größten Bühne des Weltfußballs endet seine Weltmeisterschaft nach einer Sprunggelenksverletzung schon nach dem zweiten Gruppenspiel. Er hat damit keine Chance mehr, sich bei der WM 2026 zu präsentieren.

Für die deutsche Nationalmannschaft ist das ebenfalls ein herber Rückschlag, schließlich verliert Julian Nagelsmann seinen spielstärksten linken Innenverteidiger und einen festen Bestandteil seiner Viererkette. Und dennoch dürfte es in Dortmund einige Fans geben, die diese Nachricht nicht ganz so betrübt aufnehmen.

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Galeria: Wie oft soll dieser Patient eigentlich noch künstlich am Leben gehalten werden?

Das Karstadt-Haus am Westenhellweg in Dortmund im Jahre 2023. Foto: Robin Patzwaldt

Es ist schon fast bewundernswert. Kaum glaubt man, Galeria Karstadt Kaufhof habe endlich den Tiefpunkt erreicht, folgt zuverlässig die nächste Hiobsbotschaft. Neue Geldsorgen, Lieferstopps, drohende Filialschließungen – schon wieder.

Und ebenso zuverlässig beginnt anschließend das immer gleiche Schauspiel: Irgendjemand kündigt einen Neuanfang an, Politiker sprechen vom Erhalt der Innenstädte, Mitarbeiter hoffen auf den nächsten Investor und die Öffentlichkeit tut so, als könnte diesmal tatsächlich alles anders werden.

Mal ehrlich: Wen soll das eigentlich noch überraschen?

Das Unternehmen stirbt seit über zwei Jahrzehnten öffentlich und gut sichtbar vor sich hin. Jeder neue Eigentümer wurde als Retter gefeiert, jede Insolvenz als Chance verkauft und jede Umstrukturierung als großer Befreiungsschlag angekündigt. Das Ergebnis? Galeria ist heute kleiner, schwächer und angeschlagener denn je.

Die Wahrheit ist unbequem, aber sie liegt seit Jahren offen auf dem Tisch: Nicht Corona hat Galeria ruiniert. Nicht René Benko. Nicht Thomas Middelhoff. Nicht Nicolas Berggruen. Sie alle haben ihren Anteil am Niedergang gehabt. Doch das eigentliche Problem sitzt viel tiefer. Das Geschäftsmodell des klassischen Kaufhauses ist schlicht aus der Zeit gefallen.

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Deniz Undav ist nicht Gerd Müller – warum der neue WM-Hype völlig überzogen ist

Ein Land in Aufregung. Archiv-Foto: Robin Patzwaldt

Kaum gewinnt die deutsche Nationalmannschaft ihre ersten beiden Spiele bei der umstrittenen Weltmeisterschaft 2026, scheint in Deutschland wieder einmal jede Form der Bodenhaftung verloren zu gehen. Nach dem erwartbaren 7:1 gegen Curaçao folgte nun ein hart erkämpftes 2:1 gegen die Elfenbeinküste.

Natürlich darf man sich darüber freuen. Sechs Punkte, das vorzeitige Erreichen der K.-o.-Runde und eine deutlich bessere Stimmung als bei den vergangenen Turnieren sind positive Nachrichten. Doch wer das Spiel gegen die Elfenbeinküste nüchtern analysiert, erkennt schnell, dass

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WM 2026: Wenn selbst Uli Hoeneß mal recht hat

Fußball verkauft sich derzeit gut. Foto: Robin Patzwaldt

Es gibt nur wenige Persönlichkeiten im deutschen Fußball, die derart polarisieren wie Uli Hoeneß. Für die einen ist er der Architekt des modernen FC Bayern München, für die anderen das Sinnbild von Arroganz, Doppelmoral und einer Selbstgefälligkeit, die den Rekordmeister seit Jahrzehnten begleitet.

Wer nicht mit den Bayern sympathisiert, findet in den Aussagen des Ehrenpräsidenten meist genügend Angriffsfläche. Doch manchmal gibt es diese seltenen Momente, in denen selbst eingefleischte Bayern-Kritiker anerkennen müssen: Diesmal hat Uli Hoeneß schlicht recht.

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Die aufgeblähte WM 2026 liefert genau die Langeweile, vor der viele gewarnt haben

Vom WM-Pokal dürfen bei der WM 2026 längst nicht alle 48 Teilnehmer träumen. Foto: Robin Patzwaldt

Schon als die FIFA die Aufstockung der Fußball-Weltmeisterschaft von 32 auf 48 Teilnehmer beschloss, war die Kritik groß. Viele Experten, Fans und Beobachter warnten damals davor, dass die Qualität des Turniers leiden würde. Die FIFA ignorierte diese Bedenken weitgehend und verkaufte die Reform als Chance für mehr Nationen, mehr Vielfalt und mehr globale Aufmerksamkeit. Nach den ersten Tagen der WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko zeigt sich jedoch immer deutlicher: Die Kritiker hatten recht.

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Leute, es war Curaçao – und nicht Brasilien!

Fußball verkauft sich in diesen Tagen gut. Foto: Robin Patzwaldt

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft ist erfolgreich in die umstrittene Weltmeisterschaft 2026 gestartet. Mit einem deutlichen 7:1 gegen Curaçao hat die Mannschaft von Bundestrainer Julian Nagelsmann am Sonntag ihre Pflicht erfüllt und die ersten drei Punkte eingefahren.

Nach den bitteren Auftaktpleiten bei den vergangenen beiden Weltmeisterschaften war ein souveräner Start zweifellos wichtig. Doch was nach dem Schlusspfiff in Teilen der deutschen Medienlandschaft folgte, war einmal mehr ein Paradebeispiel für die chronische Übertreibung rund um die DFB-Elf.

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WM 2026: „Elf Freunde müsst ihr sein“ ist lange her

Fußball verkauft sich gut. Foto: Robin Patzwaldt

Die Diskussionen rund um die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 drehen sich häufig um Gigantismus, Kommerzialisierung und die immer weiter ausufernde Vermarktung des Sports. Viele Fans beklagen, dass der Fußball längst seine Seele verkauft habe und heute vor allem ein milliardenschweres Geschäft sei.

Kritik an der FIFA fällt leicht, schließlich liefert der Weltverband regelmäßig neue Argumente für seine Kritiker. Doch wer ehrlich auf die Entwicklungen blickt, muss feststellen, dass die Kommerzialisierung nicht allein von Funktionären und Verbänden vorangetrieben wird. Auch die Spieler selbst profitieren davon – und tragen ihren Teil dazu bei.

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Manche sind eben gleicher als die anderen – der SC Paderborn genießt Sonderrechte

Das kleine Stadion in Paderborn. Quelle: Wikipedia, Foto: Sunnysteffen, Lizenz: CC BY-SA 3.0

Der Aufstieg des SC Paderborn in die 1. Fußball-Bundesliga dürfte bei vielen Fußballromantikern ohnehin nur begrenzte Begeisterung ausgelöst haben. Während Vereine mit großer Tradition, riesigen Fanlagern und imposanten Stadien Jahr für Jahr um die Rückkehr ins Oberhaus kämpfen, spielt künftig ein Klub in einer Arena, die gerade einmal 15.000 Zuschauer fasst. Doch darüber ließe sich noch streiten. Schließlich entscheidet im Sport grundsätzlich die Leistung auf dem Platz.

Was allerdings deutlich schwerer zu akzeptieren ist, sind die Sonderregelungen, die dem Aufsteiger nun offenbar auch im Oberhaus gewährt werden.

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