Graue Maus mit Tradition: Warum der VfL Bochum wieder keinen interessiert

Das Ruhrstadion in Bochum. Foto: Roland W. Waniek

Der VfL Bochum ist zurück in seinem natürlichen Biotop: irgendwo zwischen gepflegter Zweitliga-Langeweile, rostigem Ruhrstadion-Charme und der erschütternden Erkenntnis, dass außerhalb der eigenen Stadtgrenzen kaum noch jemand Notiz von diesem Traditionsverein nimmt.

Während ringsum im Revier gerade die großen Fußball-Geschichten geschrieben werden, ist Bochum mal wieder das, was es über Jahrzehnte so zuverlässig war: die graue Maus des Ruhrgebiets.

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Kaputtgespart, schöngefärbt: Warum Ruhrgebietsstädte wie Waltrop lieber glänzen als sanieren

Der Kiepenkerlbrunnen in Waltrop wird durch einen ‚Klimaplatz‘ ersetzt – Fördergeld macht es möglich. Foto(s) Robin Patzwaldt

Dass viele Städte im Ruhrgebiet finanziell längst nur noch auf dem Zahnfleisch kriechen, ist wahrlich keine neue Erkenntnis. Doch was sich aktuell wieder zwischen klammen Stadtkassen, grotesken Förderprogrammen und kommunalpolitischer Realitätsverweigerung abspielt, lässt einen als halbwegs denkenden Bürger regelmäßig zwischen Fassungslosigkeit und Galgenhumor pendeln.

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Muslic „passt wie die Faust aufs Auge zum S04“

Michael Kamps feiert den Aufstieg seiner Schalker im Stadion. Foto: privat

Der FC Schalke 04 ist zurück in der Bundesliga – und für Millionen Anhänger im Ruhrgebiet dürfte dieser Moment weit mehr bedeuten als nur einen sportlichen Erfolg. Nach Jahren voller Abstürze, Führungschaos, wirtschaftlicher Sorgen und sportlicher Enttäuschungen schafft einer der traditionsreichsten Vereine Deutschlands die Rückkehr ins Oberhaus. Entsprechend groß ist die Erleichterung rund um Gelsenkirchen.

Einer, der all das hautnah erlebt hat, ist Michael Kamps aus Waltrop, der uns bei den Ruhrbaronen seit Jahren dankenswerterweise mit seinen aktuellen Fotos rund um den Verein versorgt. Als Dauerkarteninhaber, Fanclub-Mitglied bei „Blau Weißes GEsocks Waltrop“ und regelmäßiger Beobachter der königsblauen Achterbahnfahrt blickt er auf eine Saison 2025/26 zurück, die selbst treue Optimisten überraschte.

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Der FC Schalke 04 ist zurück!

Der Zusammenhalt stimmt derzeit in Gelsenkirchen. Foto: Michael Kamps

Mit einem hart erkämpften 1:0-Erfolg gegen den Abstiegskandidaten Fortuna Düsseldorf hat der FC Schalke 04 am 32. Spieltag der 2. Fußball-Bundesliga am Samstagabend vorzeitig die Rückkehr ins deutsche Fußball-Oberhaus perfekt gemacht!

In Gelsenkirchen dürften nach Jahren voller Krisen, Abstiege, Chaos und Enttäuschungen sämtliche Dämme gebrochen sein. Millionen Fußballfans, insbesondere im Ruhrgebiet, feiern die Rückkehr eines der traditionsreichsten Klubs Deutschlands in die Bundesliga.

Auch wenn die Saison 2025/26 der Königsblauen über weite Strecken selten glanzvoll daherkam, erfüllt dieses Happy End genau jene Sehnsucht, die viele Fußballromantiker seit dem bitteren Absturz hegten: Schalke gehört emotional einfach zur Bundesliga. Das Ruhrgebiet bekommt damit ein weiteres Stück seiner fußballerischen Identität zurück – und allein diese Tatsache sorgt vielerorts für ehrliche Freude. Herzlichen Glückwunsch auch von den Ruhrbaronen an Schalke 04!

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„Wenn sich doch auch um alle Menschen in diesem Lande so intensiv gekümmert würde!“

Ein Buckelwal. Quelle: Wikipedia, Foto: Charles J. Sharp, Lizenz: CC BY-SA 4.0

Es ist schon bemerkenswert, wie ein einzelner Buckelwal seit Wochen die Republik emotional fester im Griff hat als so manche Regierungskrise. Da schwimmt ein gigantisches Meeressäugetier namens „Timmy“ – oder „Hope“, je nach persönlicher PR-Vorliebe – durch die Ostsee, verirrt sich, strandet mehrfach, und plötzlich wirkt Deutschland wie im nationalen Ausnahmezustand.

Minister, Aktivisten, Kamerateams, Livestreams, Newsticker – man könnte fast glauben, wir hätten kollektiv beschlossen, unseren komplizierten Alltag für einige Zeit auszusetzen um stattdessen Walflüsterer zu werden.

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Schalke hat Glück gehabt – und zwar öfter als man zugibt

Die Fans auf Schalke sind jetzt schon erstklassig. Foto: Michael Kamps

Beim FC Schalke 04 gehört Understatement traditionell eher nicht zum Repertoire. Malocher-Pathos, große Worte, große Emotionen – alles da. Nur: In dieser Zweitligasaison 2025/26 war „groß“ auf dem Platz erstaunlich selten zu sehen. Stattdessen hangelte man sich sehr häufig durch Spiele, die oft mehr Stückwerk als Fußball waren. Und trotzdem: Punkte fielen auf Schalke-Seite wie Kleingeld aus einer kaputten Parkuhr.

Der Sieg beim SC Paderborn vom vergangenen Wochenende ist dafür das perfekte Symbol. 0:2 hinten, defensiv wacklig wie ein Jenga-Turm kurz vor dem Kollaps – und am Ende steht ein 3:2. Comeback-Qualitäten? Sicher. Aber auch eine gehörige Portion Spielglück, das man sich zwar irgendwie erarbeitet, aber eben nicht jedes Wochenende gepachtet hat.

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Willkommen im Berliner Experimentierlabor

Marie-Louise Eta, hier noch als Spielerin. Quelle: Wikipedia, Foto: @el_loko74. Lizenz: CC BY 4.0

Beim 1. FC Union Berlin dachte man sich offenbar: Warum nicht einfach mal ein bisschen Chaos würzen und schauen, was passiert? Anders lässt sich die Entscheidung kaum erklären, ausgerechnet in einer heiklen Saisonphase den erfahrenen Steffen Baumgart durch eine Trainerin zu ersetzen, die auf dieser Bühne bislang eher Zuschauerin als Hauptdarstellerin war.

Zwei Wochen später wirkt das Ganze weniger wie ein mutiger Schritt und mehr wie ein klassischer Fall von „mal sehen, ob’s gut geht“. Spoiler: bisher eher nicht.

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Italien statt Iran? – Wenn Politik plötzlich Abseits pfeift

US-Präsident Donald Trump. Offizielles Porträtfoto zur Amtseinführung 2025. Foto: Daniel Torok Lizenz: Gemeinfrei

Man reibt sich inzwischen ja regelmäßig die Augen, wenn man morgens die Nachrichten öffnet. Nicht, weil der Kaffee noch nicht wirkt – sondern weil sich die Realität immer öfter wie ein schlecht geschriebener Satireartikel liest. Heute also wieder so ein Moment: USA wollen Italien zur Fußball-WM einladen. Statt Iran. Klar. Warum auch nicht gleich Brasilien gegen Liechtenstein tauschen, wenn’s gerade passt?

Der Clou: Es ist nicht der 1. April. Es ist einfach nur ein ganz normaler Tag im Jahr 2026. Und „normal“ ist dabei das eigentlich Erschreckende.

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Der BVB zwischen Pragmatismus und Prioritätenverlust

Wie groß ist der Zusammenhalt beim BVB? Archiv-Foto: Robin Patzwaldt

Es ist eine dieser Entscheidungen, die auf den ersten Blick vernünftig klingen – und auf den zweiten zunehmend irritieren. Borussia Dortmund verzichtet im Sommer offenbar auf ein klassisches Trainingslager, um die Belastung für die Spieler gering zu halten. Angesichts eines vollen Kalenders mit Weltmeisterschaft und anschließender Regeneration scheint das nachvollziehbar.

Doch wer genauer hinschaut, erkennt schnell die Bruchstellen in dieser Argumentation. Denn gleichzeitig steht eine kommerziell geprägte Asien-Reise im Terminplan. Weniger Reisen für die Spieler? Offenbar nur dann, wenn sie keinen direkten wirtschaftlichen Nutzen bringen.

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Dieser Kanzler sägt sich selbst ab

Friedrich Merz, CDU (Foto: Roland W. Waniek)

Es gibt Politiker, die stolpern. Und es gibt Politiker, die sich mit Anlauf selbst ein Bein stellen. Friedrich Merz gehört aktuell ziemlich eindeutig zur zweiten Kategorie. Was sich in Berlin gerade abspielt, ist keine unglückliche Verkettung von Umständen mehr – das hat längst System. Und es wirkt, als hätte dieser Kanzler den Kompass verloren.

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