Ich möchte in keinem amthorisierten Land leben!

In die Nähe des Kanzleramtes hat es Philipp Amthor schon geschafft. Foto: Robin Patzwaldt

Dass die Pressekonferenz zur Regierungsumbildung am Freitag in Berlin mächtig in die Hose ging, das habe ich hier im Blog schon gestern anhand des großen Unterschieds zur viel Optimismus und Aufbruchsstimmung verbreitenden Antrittspressekonferenz von Bundestrainer Jürgen Klopp thematisiert.

In der Öffentlichkeit fiel dem Kanzler im weiteren Tagesverlauf zudem die Berufung von Carsten Linnemann zum neuen Gesundheitsminister auf die Füße, von dem ein Interview aus dem Vorjahr aufgetaucht ist, in dem er sich sinngemäß als ungeeigneten Gesundheitsminister bezeichnet hat. Tja, dumm gelaufen. Auch die scheinbar verschobene Umbesetzung des Postens des Verkehrsministers erwies sich als Stimmungskiller für die Union in Berlin.

Ein Thema aber wurde bisher trotz seiner abschreckenden Wirkung in der Öffentlichkeit aufgrund der Brisanz der anderen Themen weitestgehend vernachlässigt: die Beförderung von Philipp Amthor.

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Merz sollte mehr Klopp wagen

Trainer Jürgen Klopp ganz entspannt… Archiv-Foto: Robin Patzwaldt

Es gibt Tage, an denen zwei Pressekonferenzen mehr über den Zustand eines Landes erzählen als wochenlange politische Debatten. Der heutige Freitag war so ein Tag. Während Bundeskanzler Friedrich Merz in Berlin seine Kabinettsumbildung erklärte, stellte sich in Frankfurt Jürgen Klopp als neuer Bundestrainer der Öffentlichkeit vor.

Beide Männer stehen vor einer ähnlichen Herausforderung: Sie übernehmen beziehungsweise führen Organisationen, die zuletzt kräftig an Vertrauen verloren haben. Beide sollen nach Rückschlägen Aufbruchsstimmung erzeugen. Beide müssen Menschen überzeugen, dass es jetzt besser wird.

Und doch hätten die Unterschiede kaum größer sein können.

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Zwischen Talent und Wirklichkeit: Der Ex-Schalker Lewis Holtby macht Feierabend

Lewis Holtby einst auf Schalke- Quelle: Wikipedia, Foto: DerHans04, Lizenz: CC BY-SA 3.0

Es ist wohltuend, wenn ein Profi am Ende seiner Karriere nicht mit Verbitterung, Vorwürfen oder offenen Rechnungen abrechnet. Lewis Holtby verabschiedet sich mit Dankbarkeit, Demut und Zufriedenheit vom Fußball. In einer Zeit, in der viele ehemalige Stars lieber über verpasste Chancen, falsche Trainer oder schlechte Berater sprechen, wirkt das beinahe erfrischend altmodisch.

Man kann ihm diese Haltung nur gönnen. Wer fast zwei Jahrzehnte als Profi unterwegs war, in Deutschland, England und den Niederlanden spielte, drei Länderspiele absolvierte und viele Stadien dieser Fußballwelt kennenlernen durfte, hat zweifellos einiges erlebt. Mitleid braucht mit Lewis Holtby sicherlich niemand zu haben.

Und trotzdem bleibt bei seinem Karriereende ein leiser Gedanke zurück: War das wirklich alles?

Die Hoffnungen waren einmal riesig

Wer Lewis Holtby nur aus den vergangenen Jahren kennt, sieht einen soliden Zweitliga-Profi, keinen Top-Star der Szene. Wer ihn jedoch auch schon zu Beginn seiner Laufbahn erlebt hat, erinnert sich an einen ganz anderen Eindruck.

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Spahns eigentliches Problem ist nicht die Leihmutterschaft

Jens Spahn, CDU (Foto: Roland W. Waniek)

Jens Spahn ist über die Leihmutterschaft gestolpert. Gefallen ist er aber über etwas ganz anderes: seine Glaubwürdigkeit. Wer die aktuelle Debatte auf die Frage reduziert, ob der ehemalige Unionsfraktionschef gemeinsam mit seinem Mann mithilfe einer Leihmutter Vater geworden ist, greift viel zu kurz. Das ist lediglich der Auslöser seines politischen Absturzes – nicht dessen Ursache.

Spahn versucht derzeit, die Diskussion geschickt auf seine Familie zu lenken. Familie gehe jetzt vor, erklärt er. Das klingt emotional und soll Mitgefühl erzeugen. Tatsächlich ist es aber vor allem eines: ein Ablenkungsmanöver.

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WM-Fazit: Infantino und Trump konnten den Fußball nicht zerstören

Der WM-Pokal. Foto: Robin Patzwaldt

Seit Sonntagabend ist sie Geschichte: die von Beginn an umstrittene XXL-Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko. Nach über 100 Partien krönte sich Spanien mit einem 1:0 nach Verlängerung gegen Argentinien zum verdienten Weltmeister. Und ja, ich gebe es gerne zu: So schlecht, wie ich das Turnier im Vorfeld erwartet hatte, war es am Ende nicht.

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Schalke zwischen Aufstiegseuphorie und harter Wirklichkeit

Der Zusammenhalt auf Schalke ist in Gefahr. Foto: Michael Kamps

Auf Schalke war die Stimmung in den vergangenen Wochen so gut wie lange nicht mehr. Der überraschende Wiederaufstieg in die Bundesliga, die vorzeitige Vertragsverlängerung mit Trainer Miron Muslic und die Verpflichtung von Robin Gosens sorgten für echte Aufbruchsstimmung.

Endlich gab es wieder Schlagzeilen, die Hoffnung statt Krisenstimmung verbreiteten. Doch wer bei der jüngsten Mitgliederversammlung genau hinhörte, merkte schnell: Die Euphorie darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass der FC Schalke 04 noch immer auf einem finanziellen Drahtseil balanciert.

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Ein Sieger der WM 2026 steht schon fest: Magenta demontiert ARD und ZDF

Der WM-Pokal. Foto: Robin Patzwaldt

An diesem Wochenende endet die XXL-Fußball-WM 2026. Wer den WM-Pokal mit nach Hause nehmen darf, entscheidet sich erst noch auf dem Rasen. Der Sieger in einer anderen Disziplin steht dagegen längst fest. Und zwar mit einem Vorsprung, der an die legendären Bayern-Meisterschaften der vergangenen Jahre erinnert.

MagentaTV hat ARD und ZDF in Sachen Berichterstattung regelrecht vorgeführt. Was vor wenigen Jahren noch kaum vorstellbar gewesen wäre, ist bei dieser Weltmeisterschaft Realität geworden. Ausgerechnet ein bis vor kurzem noch vergleichsweise unbekannter Bezahlsender zeigt den gebührenfinanzierten Platzhirschen, wie moderne Sportberichterstattung funktioniert. Während sich ARD und ZDF häufig selbst im Weg standen, setzte MagentaTV die Themen, über die anschließend ganz Deutschland sprach.

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Dieser Spahn ist unmöglich

Jens Spahn, CDU (Foto: Roland W. Waniek)

Es gab eine Zeit, da habe ich Jens Spahn häufiger gegen überzogene Kritik verteidigt. Das mag heute kaum noch jemand glauben, ist aber tatsächlich so. Während der Corona-Pandemie stand der damalige Gesundheitsminister unter einem Druck, den sich die meisten Menschen gar nicht vorstellen konnten. Entscheidungen mussten innerhalb weniger Stunden getroffen werden, obwohl belastbare Erkenntnisse oft fehlten. Dass dabei Fehler passieren würden, war nahezu unvermeidlich.

Politisch lag Spahn zwar nie auf meiner Linie, trotzdem fand ich viele Angriffe auf ihn damals überzogen. Wer in einer historischen Ausnahmesituation Verantwortung übernimmt, verdient zumindest eine faire Bewertung. Doch diese Nachsicht hat Jens Spahn in den vergangenen Jahren gründlich verspielt. Heute fällt es selbst ehemaligen Verteidigern zunehmend schwer, ihm noch Vertrauen entgegenzubringen.

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Kaufhausbeerdigung in Dortmund: Abschied von einem alten Wegbegleiter

Der Saturn am Westenhellweg in Dortmund im Juli 2026. Foto(s): Robin Patzwaldt

Ich war heute auf einer großen Beerdigung in Dortmund. Allerdings wurde dort kein geliebter Mensch zu Grabe getragen, sondern ein Kaufhaus. Für viele mag das übertrieben klingen. Wer jedoch über Jahrzehnte regelmäßig im Saturn am Westenhellweg ein- und ausging, der weiß, dass es sich eben nie nur um irgendein Geschäft gehandelt hat.

Bis Ende des Monats läuft dort noch der große Räumungsverkauf. Auch ich wollte mich nicht verabschieden, ohne noch ein letztes Mal durch die vertrauten Gänge zu laufen. Schließlich habe ich dort im Laufe meines Lebens hunderte CDs, etliche DVDs, Fernseher, Computer, Smartphones und zahllose weitere Elektronikartikel gekauft. Zigtausende Euro dürften dort im Laufe der Jahre von meinem Konto auf das des Unternehmens gewandert sein.

Doch der Besuch fühlte sich seltsam an. Statt der geschäftigen Atmosphäre vergangener Tage dominierten

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21 Euro Tageseintritt für ein Stadtfest? Das Waltroper Parkfest spielt mit dem Feuer!

Schon der Vorverkauf für das Waltroper Parkfest 2024 verlief überwiegend schleppend. Archiv-Foto: Robin Patzwaldt

Das Waltroper Parkfest war einmal das, was ein Stadtfest sein sollte: unkompliziert, bezahlbar und ein Treffpunkt für die ganze Stadt. Man ging hin, weil man Bekannte traf, ein Bier trank, über das Gelände schlenderte und nebenbei noch ein paar Livebands mitnahm. Heute scheint dagegen immer häufiger der Eindruck zu entstehen, dass die Besucher vor allem eines sein sollen: zahlungskräftige Kunden.

Die jetzt veröffentlichten Preise für die Ausgabe 2026 sprechen jedenfalls eine deutliche Sprache. 21 Euro für eine Tageskarte, 35,50 Euro für das Wochenendticket. Dazu Getränkepreise, die sich inzwischen mit denen in manchem Bundesligastadion messen können. Für ein Stadtfest in einer 30.000-Einwohner-Stadt ist das schon eine bemerkenswerte Ansage – und ein ziemlich riskantes Spiel.

Denn ausgerechnet jetzt, nachdem erstmals auch offiziell von wirtschaftlichen Problemen die Rede ist, drehen die Verantwortlichen erneut kräftig an der Preisschraube. Das wirkt ungefähr so, als wolle man ein leckgeschlagenes Boot retten, indem man noch mehr Ballast hineinlädt.

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