Rekonstruierte Fassade des Bauhauses Dessau Foto: Aufbacksalami Lizenz: CC BY-SA 4.0
Warum das Bauhaus-Erbe vom Westen gerettet werden muss.
Das Bauhaus ist Deutschlands bedeutendstes kulturelles Erbe der Moderne. Und ausgerechnet dort, wo es heute zu Hause ist, bricht seine Zukunft gerade weg. Mit dem anstehenden Griff der AfD in Sachsen-Anhalt nach der Macht ist eine Partei zur stärksten politischen Kraft geworden, die das Bauhaus als „Irrweg der Moderne“ verunglimpft – und damit nationales Kulturgut.
„Unser Journalistisches Selbstverständnis verpflichtet uns, die Standards für den Qualitätsjournalismus, die in Deutschland in verschiedenen Gesetzen und berufsständischen Kodizes sowie in unseren hausinternen arbeits- und honorarvertraglichen Bedingungen festgelegt sind, in unserer täglichen Arbeit zu achten.“ So steht es in der Broschüre „Journalistisches Selbstverständnis“ des Deutschlandfunks, in dem es von vertrauenserweckenden Worten nur so wimmelt: „Unabhängigkeit und Richtigkeit von Recherche, Berichterstattung und Kommentierung“, „Sorgfaltspflicht“, „Glaubwürdigkeit“, „Sicherung höchster journalistischer Qualitätsstandards“, „Faktenchecks und Plausibilitätskontrollen“. Und schließlich: „Wir arbeiten mit verschiedenen Sicherheits- und Kontrollmechanismen in redaktionellen Strukturen und Verfahren, um Plagiate, Irreführungen oder gar Fälschungen in unseren journalistischen Formaten zu verhindern.“ Hehre Wort und große Versprechungen. Wie sieht die Realität aus?
„Jedes Jahr vergiften sich weltweit schätzungsweise mehr als 400 Millionen Landwirte und Landarbeiter unbeabsichtigt mit Pestiziden“, meldet der Deutschlandfunk am 3.9.2026. „Zu diesem Schluss kommen Forschende im Fachmagazin Frontiers in Public Health, nachdem sie unter anderem Daten von der Weltgesundheitsorganisation ausgewertet haben.“
Sachsen-Anhalt wirbt mit „moderndenken“. Die AfD hat darin eine „Politik der Identitätslosigkeit“ erkannt und verspricht Heilung: Nach einem eventuellen Wahlsieg soll im Oblast Sachsen-Anhalt künftig „Deutsch denken“.
Im Regierungsprogramm der AfD Sachsen-Anhalt heißt es, gerade das Bauhaus habe „jedes Anzeichen von nationaler Verwurzelung“ vermeiden wollen. Deshalb soll aus der Kampagne „moderndenken“ die Kampagne „#deutschdenken“ werden. Wo die Moderne stört, hilft offenbar eine neue Beschriftung.
Markus Krampe und Ex-Fußball-Profi Lukas Podolski sind die Veranstalter vom Glücksgefühle-Festival | Foto: Markus Krampe Entertainment Group
Die deutsche Popband Alphaville sollte am 4. September 2026 beim Glücksgefühle-Festival auf dem Hockenheimring auftreten. Kurz vor Beginn des Festivals wurde der Auftritt jedoch vom Veranstalter abgesagt. Als Grund nannten die Organisatoren politische Äußerungen der Band beziehungsweise ihres Sängers Marian Gold. Die Absage hat inzwischen eine öffentliche Debatte darüber ausgelöst, wie weit ein Veranstalter das politische Auftreten von Künstlerinnen und Künstlern auf einer Festivalbühne einschränken darf.
An der ehemaligen Grundschule unseres Autors wird es rund um den Schulbeginn immer wieder besonders ‚eng‘. So auch heute. Archiv-Foto: Robin Patzwaldt
Der Wahnsinn hat uns also wieder. Ich habe zwar keine eigenen Kinder, aber auch das schützt einen offenbar nicht davor, pünktlich zum Schulbeginn wieder mitten im ganz normalen Wahnsinn der sogenannten Elterntaxis zu landen.
Bei meiner täglichen Fahrt vorbei an meiner ehemaligen Grundschule in Waltrop durfte ich heute jedenfalls direkt wieder erleben, was passiert, wenn besonders fürsorgliche Eltern ihre Sprösslinge möglichst sicher bis an die Eingangstür der Schule transportieren wollen. Das Ergebnis: Autos überall, unübersichtliche Situationen, blockierte Straßen – und mittendrin ich, als Anwohner, der sich fragt, warum er eigentlich gerade im Stau einer ansonsten ausgesprochen ruhigen Siedlung steht.
Eine Kunstausstellung zum „Tag des offenen Denkmals“ in der Burg Vondern in Oberhausen. Von unserem Gastautor Text Helmut Junge.
Ich habe mit dem Archäologieverein FARO.e.V.jahrelang einen Informationsstand am letzten erhalten Teilstück der Landwehr des Herzogs von Kleve am jeweiligen „Tag des offenen Denkmals“ aufgebaut und betreut. Es kamen auch immer einige Besucher, obwohl das Gelände von der Weissensteinstraße in Oberhausen nur über einen Acker zu erreichen war. Im vergangenen Jahr bekam ich von Vereinsmitgliedern die Mitteilung, daß der längliche Hügel verschwunden war. Einfach weg.