Judenhass ist was mit Ödipus, dagegen hilft Die Linke. Über „Psychoanalyse und Antisemitismus“ von Ilka Quindeau

Antisemitisches Weltbild, Rückseite: Documenta 15 by C. Suthorn cc by sa 4.0

Von „konstitutioneller Bisexualität“ zum „verirrten Begehren“ und weiter zum Judenhass im deutschen Kulturbetrieb: Ilka Quindeau setzt Antisemitismus auf psycho-sexuellen Grund, ruft dafür Adorno an  –  und allen Ernstes dazu auf, Die Linke zu wählen. Was stimmt nicht mit einer Theorie, die sich kritisch wähnt, dann aber konform geht mit einer Partei, die sich für Juden unwählbar macht?

„Antisemitisch sind immer die anderen.“ Der Satz hat Karriere gemacht, er stammt von Ilka Quindeau, Professorin für Klinische Psychologie und Psychoanalyse in Frankfurt, gemeint ist: Wer anderen vorwerfe, antisemitisch zu agieren, lenke vom eigenen Antisemitismus ab. Wenn von Judenhass gesprochen werde, gehe es nie um „die anderen“, sondern immer um „das Andere“ im eigenen Selbst, also um Selbstkritik. Die sie unaufhörlich einfordert bei „den anderen“, selber aber vermissen lässt.

Anfang Juli 2023 hatte Quindeau die Adorno-Vorlesungen am Frankfurter Institut für Sozialforschung gehalten, einst Denkort der Kritischen Theorie. Ihre Denkbewegung jetzt: von einem psychodynamischen Konflikt, der universell sei, hinein in den politischen Alltag der Bundesrepublik. Zur Bundestagswahl im Februar 2025 erklärte die Wissenschaftlerin, „Wissenschaft wählt Die Linke“, die trete dafür ein, dass Auschwitz sich nicht wiederhole. Kurz darauf erschienen ihre Vorlesungen bei Suhrkamp, abermals viel beachtet und freundlich besprochen, darin nun auch

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Offener Brief an Axel Prahl: „Nicht ein einziger Punkt der Genozid-Definition ist durch den urbanen Krieg in Gaza erfüllt“

WDR-Dreharbeiten zu Tatort Münster „Lakritz“ Axel Prahl in der Rolle des Tatort-Kommissars Frank Thiel Jan Josef Liefers in der Rolle des Rechtsmediziners Prof. Dr. Dr. Karl-Friedrich Boerne Christine Urspruch in der Rolle der Silke Haller („Alberich“) als Stellvertreterin und engste Mitarbeiterin von Boerne Foto: Raimond Spekking Lizenz: CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)

In einem Offenen Brief an den Schauspieler Axel Prahl fordern der Journalist Tobias Huch und die jüdische Aktivistin Malca Goldstein-Wolf ihn auf, keine antiisraelischen Genozid-Legenden zu unterstützen.

Sehr geehrter Herr Prahl,

Sie spielen in dem wichtigen Film „Block 10“ den KZ-Arzt Dr. Clauberg in Auschwitz. Allein schon berufsbedingt haben Sie sich also mit der Lebensrealität von Jüdinnen und Juden im Dritten Reich und mit der industriellen Vernichtung des jüdischen Volkes in den Konzentrationslagern der Nazis auseinandergesetzt.

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Manifesta 16 Ruhr startet mit 35.000 Besuchen

Markuskirche Foto: Daniel Sadrowski Lizenz: Copyright

Rund 35.000 Besuche meldet die Manifesta 16 Ruhr nach den ersten beiden Wochen. Noch bis zum 4. Oktober ist die europäische nomadische Biennale für zeitgenössische Kunst in zwölf ehemaligen oder leer stehenden Kirchen in Bochum, Duisburg, Essen und Gelsenkirchen zu Gast. Sie verwandelt die Sakralbauten in gemeinschaftliche Räume, die

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Das Static Roots Festival bringt Country nach Oberhausen

Musik wie ein ein Krug Bier am Lagerfeuer liefert das Static Roots Festival | Foto: Pit Schulz

Kommendes Wochenende wird die Stadt Oberhausen zum Zentrum amerikanischer Roots-Music. Zwischen Country, Neo-Folk, Americana und Gospel stehen dann 12 Akteure im Zentrum Altenberg in Oberhausen auf der Bühne, was jedes Jahr in liebevoller Detailarbeit von Festivalmacher Dietmar Leibecke veranstaltet wird.

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Aus der „Köttelbecke“ wird wieder ein Fluss: Wenn Geld endlich einmal sinnvoll investiert wird

Die renaturierte Emscher in der Nähe des Dortmunder Hafens im Juli 2026. Foto(s): Robin Patzwaldt

Wer im Ruhrgebiet lebt, kennt das Problem nur zu gut: Vielerorts fehlt das Geld. Straßen sind marode, öffentliche Gebäude warten seit Jahren auf dringend notwendige Sanierungen und viele Städte kämpfen mit gewaltigen Schuldenbergen. Umso ärgerlicher ist es, wenn dann doch einmal größere Summen zur Verfügung stehen und diese in fragwürdige Prestigeprojekte oder wenig überzeugende Umgestaltungen fließen.

Es gibt allerdings auch Ausnahmen. Projekte, bei denen man selbst als kritischer Beobachter anerkennen muss, dass das Geld hervorragend investiert wurde. Die milliardenschwere Renaturierung der Emscher gehört für mich eindeutig in diese Kategorie.

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