Der Mannschaftsbus von PSG | Foto: wikipedia / Mouh2jijel / Lizenz: CC BY-SA 3.0
Vorgestern standen sich im Champions-League-Finale Paris Saint-Germain und der FC Arsenal London gegenüber. Nach dem Spiel, das PSG im Elfmeterschießen gewinnen konnte, kam es in Paris zu Ausschreitungen, die sich nicht mit den typischen Formen von Gewalt im Umfeld von Fußballspielen erklären lassen.
Im Finale der diesjährigen Champions League, das in der Puskás Aréna im ungarischen Budapest stattfand, spielten am Samstag, dem 30. Mai 2026, Paris Saint-Germain (PSG) gegen den FC Arsenal. Arsenal erwischte den besseren Start und ging bereits in der 6. Minute durch Kai Havertz in Führung. PSG tat sich lange schwer gegen die kompakte Defensive der Londoner, kam aber in der zweiten Halbzeit durch einen von Ousmane Dembélé verwandelten Foulelfmeter zum 1:1.
Basketball. Quelle: Wikipedia, Foto: Austin Bjornholt, Lizenz: CC BY-SA 3.0
Es gibt Städte, die leben von ihrem Glanz. Und dann gibt es Hagen. Die Stadt an der Volme hat in den vergangenen Jahren zuverlässig bewiesen, dass man selbst aus bescheidenen Voraussetzungen noch etwas Tristeres machen kann. Wer durch die Innenstadt spaziert, bekommt selten das Gefühl, in einem urbanen Zukunftsprojekt gelandet zu sein. Eher wirkt vieles wie die Kulisse einer Dokumentation über die Nachwirkungen wirtschaftlicher Depressionen.
Sportlich sah es lange nicht viel besser aus. Während andere Städte Meisterschaften feierten, Stadien ausbauten oder sich wenigstens über einen überraschenden Pokallauf freuen durften, sammelte Hagen eher Enttäuschungen, Insolvenzen und Durchhalteparolen. Umso erstaunlicher ist es, dass ausgerechnet jetzt wieder ein wenig Licht durch die dichten Wolken dringt.
Real-Madrid-Star Kylian Mbappé investierte 2024 in den deutschen TV-Hersteller Loewe. Neymar hat die Rechte an der Marke Pelé erworben. Toni Kroos hat eine eigene Fußballakademie, und David Beckham ist unter anderem an dem US-Team Inter Miami beteiligt, bei dem Lionel Messi spielt, der im vergangenen Jahr sein Immobilienportfolio an die Börse brachte. Über die wirtschaftliche Zukunft der Top-Spieler muss sich auch der leidenschaftlichste Fan keine Sorgen machen. Das war auch früher schon so, wenn auch etwas bescheidener.
31 Jahre bestimmte der Fußball das Leben von Ernst Kuzorra. Er spielte von 1920, als seine Spielerlaufbahn bei den Junioren begann, bis 1950, als er gemeinsam mit Fritz Szepan seine Karriere mit einem Spiel gegen Brasiliens damaligen Meister Atlético Mineiro bei Schalke 04 beendete. Nebenbei und zwischendurch trainierte er
Das neue Zinnen-Logo des VfL Wolfsburg ab Mai 2026. Quelle: Wikipedia, Lizenz: GemeinfreiDas Logo des VfL Wolfsburg zwischen den Jahren 2002 und Mai 2026. Quelle: Wikipedia; Lizenz: Gemeinfrei
Der Abstieg des VfL Wolfsburg aus der 1. Fußball-Bundesliga ist perfekt – und die Häme im Land hält sich in Grenzen? Ganz im Gegenteil. Viele Fans quer durch die Republik dürften den Niedergang des Werksklubs sogar mit einem gewissen Genuss verfolgt haben. Zu oft wirkte der Klub in den vergangenen Jahren wie ein seelenloses Konstrukt zwischen Konzernzentrale, Mittelmaß und überhöhten Ansprüchen. Dass die Niedersachsen nun nach der bitteren Relegationspleite beim SC Paderborn 07 den Gang in Liga 2 antreten müssen, überrascht daher nur noch bedingt.
Und dennoch blieb im Zuge dieses Absturzes ein bemerkenswerter Aspekt bislang weitgehend unbeachtet: die groteske Beschäftigung des Klubs mit seinem Logo – ausgerechnet in den entscheidenden Tagen eines dramatischen Abstiegskampfes.
Vor dem Spiel in Fürth zeigte sich der Essener Fanblock noch selbstbewusst und gut gelaunt. Foto: Ruhrbarone
Die Bilder vom Dienstagabend in Fürth werden die Fans von Rot-Weiss Essen noch lange verfolgen. Spieler, die völlig entkräftet auf dem Rasen zusammensacken. Mitgereiste Anhänger, die fassungslos ins Leere starren. Und ein Klub, der den Aufstieg in die 2. Bundesliga nach 19 Jahren Sehnsucht auf dramatische Art und Weise verspielt hat.
Ausgerechnet jetzt fällt vielen Beobachtern wieder jene Szene vom Relegations-Hinspiel ein, als Essener Fans demonstrativ einen mutmaßlich aus Duisburg gestohlenen Torpfosten im Stadion präsentierten. Eine Aktion, die damals als kreativer Spott gefeiert wurde. Heute wirkt sie wie ein Sinnbild für die gefährliche Grenzüberschreitung zwischen Rivalität und Überheblichkeit.
Denn der Fußball hat seine ganz eigene Art, Rechnungen zu begleichen.
Das kleine Stadion in Paderborn. Quelle: Wikipedia, Foto: Sunnysteffen, Lizenz: CC BY-SA 3.0
Es gibt diese Fußballabende, an denen man als neutraler Zuschauer eigentlich nur verlieren kann. Der heutige gehört zweifellos dazu. Wenn der VfL Wolfsburg und der SC Paderborn ab 20:30 Uhr am Pfingstmontag um den letzten Platz in der Bundesliga kämpfen, geht es zwar offiziell um Millionen, Prestige und sportliche Existenz.
Für viele Fußballromantiker geht es aber vor allem um eine unangenehme Erkenntnis: Egal, wer gewinnt – so richtig freuen kann man sich darüber nicht.
Drei Jahre später kämpfte der BVB 1989 dann in Berlin um den DFB-Pokal. Foto: Patzwaldt
Es gibt diese Momente im Leben eines Fußballfans, die sich für immer einbrennen. Spiele, Tore, Niederlagen oder Triumphe, die Jahrzehnte später noch sofort Bilder im Kopf erzeugen. Für viele jüngere Anhänger von Borussia Dortmund sind das vermutlich Meisterschaften, Champions-League-Abende oder emotionale Duelle gegen Bayern München. Für mich aber war es etwas ganz anderes: der nackte Überlebenskampf im Frühjahr 1986.
Hätte der BVB kürzlich nicht selbst daran erinnert, ich hätte beinahe vergessen, dass diese dramatische Relegation gegen Fortuna Köln inzwischen tatsächlich schon 40 Jahre (!!!) zurückliegt. Vier Jahrzehnte! Und doch fühlt sich vieles daran für mich noch immer erstaunlich nah an.
Wolgang Overath und Gerd Müller feiern im Münchener Olympiastadion – Deutschland wird 1974 Weltmeister | Foto: Bert Verhoeff | wikipedia | CC BY-SA 3.0
Deutschland und die Nationalmannschaft – kaum eine Beziehung im deutschen Sport ist so widersprüchlich wie diese. Zwischen Pathos, Pflichtgefühl und periodischer Nörgelei hat sich über Jahrzehnte eine ganz eigene Fußballidentität entwickelt. „Wir können lang anhaltend auf ein Ziel hinarbeiten“, sagte Rudi Völler einst in den 1990er-Jahren – ein Satz, der den deutschen Fußball vielleicht bis heute besser beschreibt als jede Taktikanalyse. Dieser Text ist eine persönliche Reise durch sämtliche Fußball-Weltmeisterschaften seit 1974: durch Sommermärchen und Katastrophen, Helden, Kanten, Abscheu und kollektive Nervenzusammenbrüche. Doch mit Blick auf das WM-Turnier in diesem Jahr gilt vor allem nur eines: Fuck The USA!
WM 1974. Ich bin fünf Jahre alt und gehe in den Bonifatius-Kindergarten. Die Mannschaft der Niederlande spielt während des Fifa-Turniers im neu gebauten Dortmunder Westfalenstadion drei Partien. Die in ‚oranje’ gekleideten Fans bestimmen eindeutig das Bild in Dortmund-Mitte. Speziell im Alten Mühlenweg und der näheren Umgebung, da, wo wir wohnen. Ich kann mich sehr gut an eine Szene erinnern, wo ein dunkelblauer Pritschenwagen eine Ladung wild jubelnder Holland-Fans auf der Ladefläche die Hohe Strasse hoch in Richtung Westfalenhalle transportiert. Im Baugeräte-Geschäft meiner Eltern kaufen sich mehrere holländische Fans orangefarbene Bauhelme als Kopfbedeckung für ihr Schlachtenbummler-Outfit. Am Ende erhält Spielführer Franz Beckenbauer den Weltcup aus den Händen von Bundespräsident Walter Scheel, Overath und Gerd Müller recken den Pokal auf der Tartanbahn des Münchener Olympiastadions in die Höhe, während sie mehrere Ehrenrunden laufen.
Manuel Neuer. Quelle: Wikipedia, Foto: Steindy (talk), Lizenz: CC BY-SA 3.0
Es ist schon beeindruckend, wie zuverlässig es der deutsche Fußball inzwischen schafft, selbst aus eigentlich lösbaren Situationen ein öffentliches Drama mit Ansage zu basteln. Kaum hatten sich die Diskussionen um die Rolle rückwärts von Bundestrainer Julian Nagelsmann halbwegs beruhigt, liefert ausgerechnet jetzt die Personalie Manuel Neuer den nächsten Beweis dafür, dass beim DFB offenbar nie einfach mal Ruhe einkehren darf.
Denn der Zeitpunkt könnte grotesker kaum sein: Zwei Tage nach seiner offiziell verkündeten Rückkehr in den Kader der Nationalmannschaft fehlt Neuer im DFB-Pokalfinale des FC Bayern München gegen den VfB Stuttgart am Samstagabend in Berlin schon wieder verletzt. Wade. Mal wieder. Belastungssteuerung. Restrisiko. Die üblichen Formulierungen aus der modernen Fußball-PR-Hölle. Und genau da beginnt das eigentliche Problem.
Das Stadion in Essen. Quelle: Wikipedia, Lizenz: gemeinfrei
Wenn an der Essener Hafenstraße am heutigen Freitagabend das Flutlicht brennt, geht es längst nicht mehr nur um zwei Fußballspiele gegen die SpVgg Greuther Fürth. Für Rot-Weiss Essen geht es um die vielleicht wichtigste sportliche und wirtschaftliche Chance der vergangenen Jahrzehnte – und für das gesamte Ruhrgebiet um ein weiteres Stück Fußball-Identität auf großer Bühne.
Das Revier lebt vom Fußball. Es lebt von Rivalitäten, von ausverkauften Stadien, von Traditionsvereinen und von Geschichten, die weit über Tabellenplätze hinausgehen. Genau deshalb wäre ein Aufstieg von RWE in die 2. Bundesliga so bedeutend. Während Vizemeister Borussia Dortmund und der FC Schalke 04 künftig wieder gemeinsam die 1. Fußball-Bundesliga mit ihrer traditionsreichen Rivalität bereichern werden, könnte die zweite Liga ebenfalls ein echtes Ruhrgebiets-Gesicht hinzubekommen.