Lernresistenter BVB gewinnt mit Dusel in Hoffenheim – und ignoriert schon wieder die Warnsignale

Eigentlich müsste ich als langjähriger Begleiter des BVB jetzt einfach zufrieden sein. Zwei Spiele, zwei Siege, sechs Punkte – was will der Dortmunder Fußballfan zum Saisonstart 2026/27 eigentlich mehr? Heimsieg gegen den HSV, Auswärtssieg bei der TSG Hoffenheim. Dazu ein 3:2 nach 0:2-Rückstand. Klingt nach Charakter, Moral und einer Mannschaft, die sich auch von Rückschlägen nicht aus der Bahn werfen lässt.
Und trotzdem ertappe ich mich dabei, dass ich schon wieder genauer hinschaue. Vielleicht sogar genauer, als mir lieb ist.
Schalke liefert gegen Bayern das vielleicht geilste 0:0 seit Jahren

Es gibt Fußballspiele, bei denen ein 0:0 eigentlich eine Zumutung ist. 90 Minuten lang quält man sich durch gepflegtes Ballgeschiebe, schaut irgendwann häufiger auf die Uhr als auf den Rasen und ist nach dem Abpfiff vor allem froh, dass es endlich vorbei ist. Das torlose Unentschieden zwischen Schalke und Bayern am Samstagabend war das komplette Gegenteil.
Ich muss zugeben: Ich habe selten ein 0:0 erlebt, das sich so sehr nach einem echten Top-Spiel angefühlt hat. Und das lag nicht nur daran, dass mehr als 60.000 Menschen in der Arena nach dem Schlusspfiff völlig aus dem Häuschen waren. Es lag vor allem daran, dass Schalke genau das getan hat, was man von einem Aufsteiger gegen den übermächtigen Rekordmeister eben tun muss: Die Mannschaft hat sich gewehrt. Mit allem, was sie hatte.
Vom „Weltklassespieler“ in die Schweineliga: Das Mahnmal Max Meyer

Man kann den Wechsel von Max Meyer zu Rot-Weiß Oberhausen natürlich als Fußball-Romantik verkaufen, wie es gerade einige Medien versuchen. Als die rührende Geschichte des verlorenen Sohnes, der nach einer Odyssee durch Europa heimkehrt, um verletzungsbedingt etwas kürzerzutreten, die Familie zu priorisieren und nebenbei den Trainerschein zu machen.
Man kann die Lupe aber auch umdrehen. Dann blickt man nicht auf ein Fußball-Märchen, sondern auf eine knallharte sportliche Tragödie und ein bitteres Mahnmal für eine völlig fehlgeleitete Karriereplanung.
Westfalia Herne: Scheitern als Chance?

Der Fußball-Club Westfalia Herne kommt seit Jahren nicht aus dem Krisenmodus. Nach dem Abstieg in die Landesliga 3 Westfalen ist der Fehlstart nun perfekt: Vier Spiele, vier Niederlagen – und damit die Rote Laterne. In Herne macht sich inzwischen Ernüchterung breit.
Schalke ist wieder da – aber noch nicht wirklich angekommen

Tja, was fangen wir jetzt mit diesem Saisonauftakt der Schalker an? Nach Jahren der Zweitklassigkeit war die Vorfreude in Gelsenkirchen riesig. Endlich wieder Bundesliga, endlich wieder große Gegner, endlich wieder diese besondere Atmosphäre rund um den FC Schalke 04. Und dann das: 0:3 beim FC Augsburg.
Natürlich ist eine Niederlage bei einem etablierten Bundesligisten kein Weltuntergang. Augsburg gehört schließlich nicht zu den Mannschaften, gegen die ein Aufsteiger automatisch drei Punkte einplanen darf. Trotzdem ist das Ergebnis ein Dämpfer. Und zwar ein ziemlich deutlicher. Denn gerade Aufsteiger können es sich normalerweise nicht leisten, die ersten Spiele einer Saison zu verschlafen. Wer nach oben kommt, braucht Punkte, Selbstvertrauen und möglichst schnell das Gefühl, tatsächlich in dieser Liga mithalten zu können.
Davon war in Augsburg zumindest nach der Pause nicht mehr viel zu sehen.
Wie die Bayern dem BVB schon vor dem ersten Saisonspiel den nächsten Leberhaken verpassten

Die Bayern haben am Freitag zum Auftakt der Bundesliga-Saison 2026/27 den VfB Stuttgart mit 5:1 aus der Münchner Arena geschossen. Dass der Rekordmeister damit gleich wieder ein kräftiges Signal an die Konkurrenz sendet? Geschenkt. Dass Frank Buschmann und Florian Schmidt-Sommerfeld bei Sky anschließend bemüht waren, aus der ziemlich einseitigen Angelegenheit ein großes „Flutlichtfreitag“-Spektakel zu machen? Ebenfalls geschenkt.
Viel interessanter war eine Szene unmittelbar vor dem Anpfiff.
Bundesliga-Saisonstart 2026/27: Willkommen in der großen deutschen Fußball-Verkaufsabteilung

Endlich geht es wieder los! Die Bundesliga startet an diesem Wochenende in die Saison 2026/27. Und damit beginnt auch wieder die alljährliche große Werbeoffensive. Die Sender werden uns das Produkt Bundesliga präsentieren, als wäre es das spannendste Fußballerlebnis des Planeten. Große Gefühle, große Tradition, große Stars – und irgendwo dazwischen vermutlich auch noch ein bisschen Fußball.
Nur über die kleinen Schönheitsfehler wird man lieber nicht reden.
Da haben wir den Salat! – Kaum geht’s los, nerven die Bayern schon wieder

Da haben wir also den Salat! Wer vor dem Start der neuen Bundesliga-Saison noch ein wenig von Spannung, Überraschungen und vielleicht sogar einem neuen Meister geträumt hatte, dürfte nach dem Supercup am Samstag erst einmal ernüchtert sein. Der FC Bayern gewinnt 2:1 im Westfalenstadion gegen Borussia Dortmund – und irgendwie fühlt sich das Ergebnis schon wieder verdammt bekannt an.
Natürlich: Der BVB hat sich ordentlich verkauft. Das Spiel war eng, mit etwas mehr Glück hätte Dortmund auch als Sieger vom Platz gehen können. Aber genau das ist ja das Problem. Wenn selbst der Vizemeister vor eigenem Publikum nicht mehr in der Lage ist, den Branchenprimus wirklich in Verlegenheit zu bringen, wann soll es dann eigentlich noch passieren?
Erinnerung an den 7. Oktober 2023: Die Familie des ermordeten BVB-Fans Netta Epstein spricht im BORUSSEUM

Am 1. Oktober berichten Ayelet und Rona Epstein im BORUSSEUM über den Terrorangriff der Hamas auf den Kibbuz Kfar Aza.
Netta Epstein, Ayelets 21-jähriger Sohn und Ronas Bruder, wurde bei dem Massaker ermordet. Der Abend eröffnet eine Dortmunder Veranstaltungsreihe zum dritten Jahrestag des 7. Oktober 2023.
Netta Epstein lebte im Kibbuz Kfar Aza nahe der Grenze zum Gazastreifen. Er war Fußballfan – und Anhänger von Borussia Dortmund.
Am 7. Oktober 2023 überfielen Terroristen der Hamas und weiterer islamistischer Gruppen den Süden Israels. Mehr als 1.200 Menschen wurden ermordet, über 250 als Geiseln verschleppt. Allein aus Nettas Familie wurden fünf Menschen getötet.
