WM 2026: Nicht der angebliche Trump-Anruf ist der eigentliche Skandal – sondern die Überraschung darüber

Der WM-Pokal. Foto: Robin Patzwaldt

Kaum hatte die FIFA die Sperre gegen US-Stürmer Folarin Balogun nach dessen Roter Karte im Sechzehntelfinale zur Bewährung ausgesetzt, war die Aufregung riesig. Als dann Berichte auftauchten, wonach US-Präsident Donald Trump persönlich bei FIFA-Präsident Gianni Infantino interveniert haben soll, überschlugen sich die Reaktionen. Jürgen Klopp sprach zum Beispiel davon, dass ein solcher Vorgang „alles infrage“ stelle, andere warnten vor einem historischen Präzedenzfall und einer Beschädigung der Integrität des Turniers.

Doch bei aller berechtigten Kritik an einer möglichen politischen Einflussnahme stellt sich für mich eine ganz andere Frage: Woher kommt eigentlich diese angebliche Überraschung? Haben viele Beobachter in den vergangenen Monaten und Jahren wirklich nicht hingeschaut?

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WM 2026: Der BVB bildet die Weltstars aus – und schaut ihnen anschließend beim Glänzen zu

Erling Haaland, hier noch im Dortmund-Trikot. Archiv-Foto: BVB

Die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 ist aus Sicht von Borussia Dortmund eigentlich ein Grund zur Freude. Zehn aktuelle BVB-Profis stehen bzw. standen in den Kadern ihrer Nationalmannschaften und vertreten bzw. vertraten Schwarzgelb auf der größten Fußballbühne der Welt. Soweit, so erfreulich.

Doch je mehr WM-Spiele man verfolgt, desto größer wird das mulmige Gefühl. Denn die eigentlichen Stars dieses Turniers tragen zwar die Trikots ihrer Nationalmannschaften – aber längst nicht mehr das des BVB. Stattdessen laufen sie für Real Madrid, Manchester City, Paris Saint-Germain oder andere europäische Schwergewichte auf. Und als Dortmunder Fan fragt man sich zwangsläufig: Warum eigentlich immer die anderen?

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Nagelsmann geht – und hinterlässt beim DFB einen Scherbenhaufen

Trainer Julian Nagelsmann. Quelle: Wikipedia, Foto: JazzyJoeyD, Lizenz: CC BY-SA 4.0

Es gibt Trennungen, die kommen überraschend. Und dann gibt es jene, bei denen man sich fragt, warum sie nicht schon ein paar Tage früher vollzogen wurden. Der Rücktritt von Julian Nagelsmann als Bundestrainer nach dem blamablen Aus im Sechzehntelfinale der WM 2026 gehört eindeutig in die zweite Kategorie.

Ob er tatsächlich freiwillig den Schlussstrich zieht oder lediglich einem unausweichlichen Rauswurf durch den DFB zuvorkommt, ist letztlich nebensächlich. Entscheidend ist: Seine Zeit als Bundestrainer endet genauso unerquicklich, wie sie in den vergangenen Monaten verlaufen ist. Von der großen Aufbruchsstimmung, die einst mit seiner Verpflichtung verbunden war, ist nichts mehr übrig. Stattdessen bleiben Enttäuschung, Ratlosigkeit und eine Nationalmannschaft, die wohl weiter von ihrem einstigen Glanz entfernt ist als jemals zuvor.

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Pierluigi Collina: Klötenboxen is voll okay!

 

Jonathan Tahs Tor in der Verlängerung des WM-Spiels gegen Paraguay zählte nicht, weil Waldemar Anton im Strafraum stand. Dass Paraguays Torwart dabei Antons Familienplanung ausführlich prüfte, war offenbar regelkonform.

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Israel im Visier – Selektive Menschenrechtsproteste während der Fußball-WM

 

Demonstranten protestieren am 21. Januar 2023 vor einem Puma-Geschäft in London gegen das Sponsoring des israelischen Fußballverbands (IFA) durch den Sportartikelhersteller. Foto: Alisdare Hickson, Sponsors of Israeli Apartheid, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons.
Demonstranten protestieren am 21. Januar 2023 vor einem Puma-Geschäft in London gegen das Sponsoring des israelischen Fußballverbands (IFA) durch den Sportartikelhersteller. Foto: Alisdare Hickson, Sponsors of Israeli Apartheid, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons.

Die TAZ beklagte, dass die „Palästina“-Solidarität in den Fußballstadien während der Weltmeisterschaft zwar sehr präsent sei, die deutsche Presse sie jedoch totschweige. Dies sei ein Armutszeugnis. Allerdings fällt neben dem, was kritisiert wird, auf, was ungesagt bleibt.

Laut der TAZ sei die globale „Palästina“-Solidarität zur Tradition der Vorrunde der laufenden Fußball-Weltmeisterschaft geworden. Als Beleg dafür wird das Spiel Bosnien-Herzegowina – Katar angeführt. Nachdem ich mir die Zusammenfassung angesehen habe, konnte ich lediglich eine „Palästina“-Fahne zählen. Allerdings sagte der Kommentator Martin Gräfe im Sportstudio des ZDF, Mahmud Abunada, der Torhüter der katarischen Nationalelf, habe nach der Qualifikation seiner Mannschaft für die WM Geld für den Bau eines Krankenhauses in Gaza gespendet, und bezeichnete dies als „schöne Aktion“. So ganz scheint der Vorwurf, die deutsche Presse würde die pro-„palästinensischen“ Proteste zensieren, also nicht zu stimmen.

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Friedrich Merz: der Elefant im Porzellanladen

Friedrich Merz und das fehlende Gespür für die Wirkung seiner politischer Kommunikation. Foto: Screenshot / twitter X

Deutschland verliert nach einer desolaten Leistung verdient gegen Paraguay. Bundeskanzler Friedrich Merz reagiert dennoch mit einem Lob an die Nationalmannschaft. Auf twitter-X schreibt das Kommunikationsteam von Merz, das DFB-Team habe „das Land begeistert“, und schließt seinen Beitrag mit den Worten: „Wir sind stolz auf euch!“

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Nagelsmann bei WM 2026 krachend gescheitert – Mach es, Jürgen!

Jürgen Klopp, hier noch als BVB-Trainer in Dortmund. Archiv-Foto: Robin Patzwaldt

Es ist vorbei. Endgültig. Das Märchen vom großen deutschen Neustart unter dem Bundestrainer Julian Nagelsmann ist am späten Montagabend mit einem lauten Knall geplatzt. Das WM-Aus im Sechzehntelfinale gegen Paraguay ist nicht einfach nur eine weitere Enttäuschung in einer mittlerweile erschreckend langen Serie deutscher Turnierpleiten. Es ist der endgültige Offenbarungseid eines Bundestrainers, der mit großen Versprechen angetreten war und am Ende vor allem viele Fragen hinterlässt.

Besonders bitter: Ausgerechnet Nagelsmann selbst hat sich diese Fallhöhe geschaffen. Nach dem EM-Aus 2024 hatte er noch trotzig sinngemäß erklärt, Deutschland werde dann eben zwei Jahre später Weltmeister. Heute wirken diese unbedachten Worte nicht kämpferisch, sondern geradezu grotesk.

Denn wer die Auftritte der DFB-Elf in Nordamerika gesehen hat, der weiß

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Das ZDF begreift die Kritik an Claudia Neumann einfach nicht

Claudia Neumann. Archiv-Foto: Copyright: ZDF/Peter Kneffel

Seit Jahren wiederholt sich bei großen Fußballturnieren dasselbe Muster: Sobald ZDF-Kommentatorin Claudia Neumann am Mikrofon sitzt, entbrennt eine Debatte über ihre Arbeit. Ein Teil der Kritik ist zweifellos unsachlich und mitunter offen sexistisch. Doch genau an diesem Punkt beginnt das eigentliche Problem. Denn das ZDF scheint bis heute nicht zwischen plumper Frauenfeindlichkeit und fachlich begründeter Kritik unterscheiden zu wollen. Stattdessen wird ein großer Teil der Diskussion regelmäßig auf die Geschlechterfrage reduziert. Damit macht es sich der Sender deutlich zu einfach.

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Ist Paraguay zu stark, bist du zu schwach

Fußball verkauft sich derzeit gut. Foto: Robin Patzwaldt

Kaum zu glauben, wie berechenbar das Fußballland Deutschland inzwischen geworden ist. Zwei Siege zum WM-Start? Bundestrainer Julian Nagelsmann ist plötzlich der große Heilsbringer, die Nationalmannschaft ein Geheimfavorit und der WM-Pokal gefühlt schon halb im Handgepäck.

Dann verliert man im sportlich bedeutungslosen dritten Gruppenspiel mit 1:2 gegen  Ecuador – und sofort wird wieder die nationale Selbsthilfegruppe eröffnet. Alles ist plötzlich schlecht. Der Trainer kann’s nicht, die Spieler können’s nicht, der DFB sowieso nicht. Ganz ehrlich: Diese permanente Aufregung geht mir inzwischen deutlich mehr auf die Nerven als die Niederlage selbst.

Hört auf, Paraguay größer zu machen, als es ist

Jetzt also Paraguay. Und plötzlich wird wieder so getan, als würde Deutschland im Sechzehntelfinale auf eine Mischung aus Brasilien 1970, Spanien 2010 und Barcelona unter Pep Guardiola treffen. Nein. Tut es nicht.

Paraguay ist unangenehm. Paraguay kämpft. Paraguay wird Deutschland das Leben schwer machen wollen. Herzlichen Glückwunsch – genau das macht bei einer Weltmeisterschaft praktisch jeder Gegner. Aber wer ernsthaft vom WM-Titel träumt, darf sich von Paraguay nicht aus dem Wettbewerb kegeln lassen. Fertig.

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Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt – Deutschlands liebste WM-Disziplin

Deutschland im Fußballfieber. Archiv-Foto: Robin Patzwaldt

Es ist schon faszinierend, wie schnell sich die Stimmung in Fußball-Deutschland drehen kann. Vor wenigen Tagen wurde die DFB-Elf nach einem standesgemäßen 7:1 gegen Fußballzwerg Curacao und einem mühsamen, aber erfolgreichen 2:1 gegen die Elfenbeinküste bereits wieder in Richtung WM-Titel geschrieben. Julian Nagelsmann? Ein Genie. Deniz Undav? Der neue Messias. Jamal Musiala? Unaufhaltsam.

Dann kommt Ecuador. Eine 1:2-Niederlage im bedeutungslos gewordenen dritten Gruppenspiel – und plötzlich ist alles vorbei. Krise! Alarm! Weltuntergang! Wer heute durch die Schlagzeilen scrollt, könnte meinen, Deutschland sei bereits sang- und klanglos ausgeschieden. Was für ein Unsinn.

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