Premiere von ›Shame you WHAT?!‹ im Maschinenhaus Essen

›Shame you WHAT?!‹ – die Scham wird als grelles Theaterstück beleuchtet | Foto: Oliver Stroemer

Mit sehr ausgesuchter Handschrift und dem Zugriff zu originellen Stoffen macht das Maschinenhaus in Essen in letzter Zeit immer wieder auf sich aufmerksam. In einem Mischmasch aus Konzert und Performance bearbeitet S. Rudat seine nach Eigenaussage »schwierige« Jugend mit dem Stück ›Shame you WHAT?!‹

Scham begegnet uns derzeit allerorten – es ist ein unangenehmes Gefühl, wenn man sich vor anderen Menschen in einer peinlichen Situation befindet. Wofür schämen wir uns als Erwachsene? Wofür haben wir uns als Kinder geschämt? Grundsätzlich kann jedes Verhalten eines Kindes Anlass zur Scham werden, sobald es von einem Erwachsenen als beschämend bezeichnet wird. Und das Schamspektrum ist breit: Das Gefühl kann von einer leichten Verlegenheit oder Fremdscham bis hin zu tiefer Demütigung oder Gesichtsverlust reichen. Das Hauptmotiv von ›Shame you WHAT?!‹ ist die zur Schau gestellte Scham – das ist mutig, aber nicht unbedingt vorteilhaft. Die „dramaturgische“ Aneinanderreihung von Szenen spielt in diesem Stück die Hauptrolle.

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Synagoge Bochum: Benefiz für die Ukraine

Landespoliziorchester Setra-Polizeibus by Martin Hawlisch LosHawlos cc 2.5

Mit einer scharfen Waffe wurde letzte Woche auf die Alte Synagoge in Essen und das anliegende Rabbinerhaus geschossen. Einschusslöcher auch im Kuppeldach der neuen Synagoge. Auf die Bochumer Synagoge war im April vergangenen Jahres geschossen worden, der Anschlag auf die Synagoge in Halle ist drei Jahre her, die Liste lässt sich weiter zurück schreiben zum 9. November 1969  –  Linksantisemiten versuchen, das Jüdische Gemeindehaus in Berlin in die Luft zu jagen  –  und zum 9. November 1938, in der Progrom-Nacht wurden etwa 1400 Synagogen in Deutschland zerstört, auch die in Bochum und Essen, dazu das anliegende Rabbinerhaus. Wie darauf reagieren? Die Jüdische Gemeinde Bochum-Herne-Hattingen lädt ein, und diese Einladung ist elegant gedacht, man muss ihr nur nachdenken.

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Einschusslöcher an der ›Alten Synagoge‹ in Essen

Die Alte Synagoge in Essen | Foto: wikipedia | Tuxyso | CC BY-SA 3.0

Am Rabbinerhaus der ›Alten Synagoge‹ in der Essener Innenstadt hat die Polizei heute morgen Einschusslöcher identifiziert. Zeugen hatten den Vorfall gemeldet. Es ist niemand verletzt worden, sagte eine Sprecherin der Polizei heute Mittag. Mittlerweile ist eine Ermittlungskommission eingesetzt worden – aktuell sind die Hintergründe der Tat noch unklar. Auch, ob es ein gezielter antisemitischer Anschlag ist.

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„Die Sache mit den Bäumen“: Waldsterben als Theaterperformance

Das Armada Theater feiert am 28.10. Premiere im Maschinenhaus Essen

Das Armada Theater ist ein Theaterperformance Kollektiv aus NRW, welches von Clara Gohmert und Michael Zier, beides Absolventen an der Folkwang Universität der Künste, gegründet wurde. Die Gruppe arbeitet mit filmischen Elementen, sowie Mitteln des Physischen, Figuren- und Objekt-Theaters. Sie nutzen experimentelle musikalische Untermalungen und haben ihren thematischen Schwerpunkt in ökologischen Themen gefunden. Bei ihrem neuen Stück „Die Sache mit den Bäumen“ steht das globale Problem des Waldsterbens im Fokus.

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Clan-Kriminalität: Angewidert in Altendorf

Essen Altendorf Foto: Laurin


Mehrere hundert Angehörige verschiedene Clans lieferten sich in der Nacht von Samstag auf Sonntag eine Massenschlägerei im Essener Stadtteil Altendorf. Ein 30jähriger wurde durch einen Messerstich schwer verletzt. Die Polizei rückte zu einem Großeinsatz aus. Die meisten Bürger haben indes keine Hoffnung mehr, dass sich die Verhältnisse in ihrem Viertel verbessern.

Der Mann steht vor einem Café an der Oberdorfstraße und raucht eine Zigarette. „Ich hab alles gesehen, aber ich sag nix.“ Dann redet er doch: Ein paar hundert Araber hätten sich am Samstag auf der Altendorfer Straße geprügelt. Mit Möbeln, Messern und Stöcken seien sie aufeinander losgegangen. Einen hätten sie in den Hals gestochen, die Polizei dann bis zum frühen Morgen die Straßen im Viertel abgesperrt. Seinen Namen will er, wie niemand, den man im

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Dortmund, Essen und Bochum lassen das Ruhrgebiet hinter sich

Das ‚U‘ in Dortmund. Foto(s): Robin Patzwaldt

Eine aktuelle Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) belegt das Voranschreiten Auseinanderfallens des Ruhrgebiets als Wirtschaftsraum. Während es drei Städten zunehmend gelingt, sich aus dem Elend zu befreien, gehört der Rest seit viele Jahren zur Unterschicht der deutschen Städte: Dortmund, Essen und Bochum beeindrucken durch eine aktive Startup-Szene. Dortmund schafft es sogar auf Platz 10 im Dynamik-Ranking. Misst man Lebensqualität, Wirtschaftsstruktur und den Arbeitsmarkt der deutschen Städte kommen Gelsenkirchen auf den letzten, Duisburg auf den vorletzten Platz. In den Top-Ten der Elendsstädte finden sich aus dem Ruhrgebiet noch Oberhausen und Herne.

Drei Städte im Ruhrgebiet setzen sich ab: Sie entwickeln sich, auf dem Arbeitsmarkt sieht es nicht ganz so düster aus und auch gut qualifizierte Menschen ziehen der Jobs wegen nach Dortmund, Essen und Bochum. Aber die drei sind natürlich nicht in der Lage, die ganze Fünf-Millionen-Region nach oben zu ziehen. Sie lassen die anderen Städte und damit das Ruhrgebiet schlicht hinter sich. Mit den Städten in ihrem Umfeld verbindet sie wirtschaftlich und kulturell immer weniger.

Artefact bringt 3-D-Druck-Kunst nach Essen

Artefact agiert auf der Bühne mit 3-D-Druckern | Foto: Nicolas Boudier

Ein Theater ganz ohne Menschen? Dialoge von Maschinen? Ist das noch Theater? Das Robot-Ensemble »Artefact« kombiniert auf beeindruckende Weise Theater mit 3-D-Druck-Technologie und dem Versuch, das Konzept der Interaktion mit der physischen Welt der Informationstechnik und der Kinetik zu produzieren.

Hierzu wird das Publikum mit Kopfhörern ausgestattet und so zu einer begehbaren Mensch-Maschinen-Performance eingeladen. Teil der Geschichte, die erzählt wird, ist der Dialog zwischen einem Menschen und einer künstlichen Intelligenz, die von Menschen »gefüttert« wird. Sie hat das Bedürfnis, sich durch Schauspiel auszudrücken. Doch der Mensch verschwindet – mit dem ganzen Rest der Menschheit –, sodass die nostalgische Maschine diese Herausforderung alleine meistern muss.

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DB AG – Dilettantischer Beinaheverkehr Arbeitet Grottig

Ich hatte gestern um 18 Uhr einen Pflichttermin. Eine gute Freundin von mir hielt in der Globetrotter-Filiale in Dortmund einen Multimedia-Vortrag zum Thema „Übermorgenländer. Als alleinreisende Frau im Nahen Osten“. Sie ist in der Sache ein Profi, ihr Buch „Meine Reise ins *Übermorgenland. Allein unterwegs von Jordanien bis Oman“ erschien im März 2020, also knapp vor der Pandemie. Es wäre heute für mich das erste Mal nach zwei Jahren gewesen, sie auf einem Vortrag zu erleben. Ich war kulturell ausgehungert und ich habe mich auf die Veranstaltung gefreut, wie ein kleiner Sultan.

Und dann kamt Ihr, Deutsche Bahn. Genauer gesagt; NICHT.

Protokoll eines dilettantischen Krisenmanagements

16:15 Uhr:
Ich bin zuhause und auf dem Sprung mit dem Bus zum Hauptbahnhof. Die App bahn.de zeigt an, dass mein RE 1 (RE26827) vier Minuten Verspätung in Bochum haben wird und statt um 17:03 erst um 17:07 eintreffen wird. Bei zehn Minuten Fahrtzeit bis Dortmund und einer Laufstrecke von 10 Minuten bis zum Veranstaltungsort habe ich genügend Zeitpuffer, denn die Veranstaltung beginnt um 18 Uhr. Alles ist gut. Noch.

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Museum Folkwang macht Essen zum Ausstellungsraum

Folkwang Museum in Essen

Zum 100. Jubiläum in Essen zieht das Museum Folkwang ab dem 21. Mai mit der Ausstellung „Folkwang und die Stadt“ in die Essener City Nord ein.

13 künstlerische Projekte und ein vielseitiges Veranstaltungsprogramm machen das Quartier zum Kunstraum. Herzstück ist ein Ausstellungs-Parcours, an dem renommierte Kunstschaffende wie Jeremy Deller, Anouk Kruithof und Simon Starling, sowie zahlreiche lokale Initiativen beteiligt sind. Vom zentralen Berliner Platz führt er durch das Viertel im Norden der Innenstadt.

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Internationale Konferenz: Dersim 1937–1938 (online)

Die interdisziplinäre Konferenz befasst sich mit dem historischen Erbe des Genozids von Dersim 1937–1938 in der Türkei. In den letzten drei Jahrzehnten hat sich das wissenschaftliche Interesse an diesem kaum untersuchten Völkermord erhöht und den Weg für Publikationen, Dokumentarfilme und literarische Darstellungen geebnet.

Die Konferenz soll einen Beitrag zu Forschung und öffentlicher Diskussion zur Anerkennung des Völkermords leisten. Die Untersuchung des Völkermords von Dersim und seiner Folgen im Zusammenhang mit globalen Prozessen – Kolonialismus, Orientalismus, Modernisierung,

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