Bei einem Arzttermin hier am Kennedyplatz in Essen konnte der Häftling Dijvar Gündüz ist aus der Untersuchungshaft entkommen | Foto: Peter Hesse
Am vergangenen Mittwoch (14. Oktober 2026) gelang dem Häftling Dijvar Gündüz in der Essener Innenstadt die Flucht, nachdem er während eines bewachten Arzttermins am Kennedyplatz von zwei maskierten und bewaffneten Männern befreit worden war. Der Vorfall wirft Fragen zur Sicherheit bei Gefangenentransporten, zur Zusammenarbeit der Sicherheitsbehörden und zur personellen Situation der Polizei in Essen auf.
Universität Duisburg-Essen, Campus Duisburg (Foto: Viola sonans, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons)
Students for Palestine Duisburg-Essen lädt zum offenen Treffen in Duisburg. Das Ziel steht bereits fest: Hochschulkooperationen mit Israel sollen beendet werden. Wer wissenschaftlichen Austausch pauschal zur Mitschuld erklärt, erspart sich die mühsame Prüfung dessen, was tatsächlich gemeinsam erforscht wird.
Am Sonntag, dem 11. Oktober 2026 will sich die Gruppe um 14.00 Uhr in der Koloniestraße 173 in Duisburg treffen. Der Instagram-Aufruf vom 4. Oktober 2026 wirbt um Mitstreiter für eine Kampagne gegen Kooperationen von Hochschulen in Duisburg und Essen mit israelischen Einrichtungen. Genannt werden die Tel Aviv University und das Technion in Haifa.
Nach Darstellung der Gruppe tragen diese Institutionen zur Infrastruktur von „Besatzung, Apartheid und Genozid“ bei. Deutsche Wissenschaft normalisiere und finanziere durch die Zusammenarbeit das Geschehen im ehemaligen britischen Mandatsgebiet Palästina mit. Das ist der Vorwurf der Organisatoren. Der Aufruf liefert dafür keine Aufstellung konkreter Duisburger oder Essener Forschungsprojekte, ihrer Finanzierung und ihres behaupteten Beitrags zu Menschenrechtsverletzungen.
Kampfpanzer Leopard II. Symbolfoto, keine Aufnahme der EUDEX. (Foto: Peter Ansmann)
Wer in Essen eine Verteidigungsmesse veranstaltet, bekommt von der Linksfraktion im Essener Stadtrat erst einmal die Geschichte der NS-Rüstungsindustrie erklärt.
Krupp, Zwangsarbeit, Bombenkrieg. Alles gehört zur Geschichte dieser Stadt.
Nur beantwortet es noch nicht die Frage, wie sich eine angegriffene Demokratie heute verteidigen soll.
Sodom-Musiker Andy Brings erzählt in einer neuen Doku die Geschichte der schwerkranken Yvonne – und ihres ersten mehrtägigen Festivalabenteuers.| Foto: Twinflame Productions
Die Dokumentation „Diagnose: Festivalfieber“, die auf dem Summer Breeze Festival 2025 entstanden ist, erzählt die packende Geschichte der schwerkranken Yvonne, die – trotz knallharter Diagnose, dem Angewiesen-Sein auf künstliche Ernährung, Stoma und Rollstuhl – gemeinsam mit ihrem Partner ihren Traum verwirklicht, erstmals ein mehrtägiges Metal-Festival zu besuchen. Heute ist Premiere vom Film in Essen, im Eulenspiegel Kino um 20 Uhr.
Beste Laune vorm Thega-Kino in Hildesheim. Das Publikum hat eben die Premiere von „Novaks Wut“ gesehen. Foto: Till Oliver Becker
Es gibt Filme, die sind glattgebügelt, sauber produziert, handwerklich makellos – und nach zehn Minuten wieder vergessen. Und dann gibt es Filme wie „Novaks Wut“. Einen Film, bei dem man sich gelegentlich fragt, was um alles in der Welt da gerade passiert. Einen Film, bei dem Dialoge fallen, als stammten sie aus dem Poesiealbum eines vollkommen Bekifften. Ein Film, bei dem man Tränen lachen kann, obwohl – oder gerade weil – er so herrlich krank ist.
Während die Fußballwelt zur WM nach Nord- und Südamerika blickt, erlebten rund 600 Kinder beim großen Abschlussturnier des Bildungsprogramms „Fußball trifft Kultur“ (FtK) ihr ganz persönliches Highlight. Aus 21 Städten reisten die Teilnehmenden ins Riedstadion in Frankfurt-Enkheim, um in den Altersklassen U10, U12 und U14 um die begehrten Pokale zu spielen – eingebettet in die diesjährige FtK-WM26-Challenge, bei der sich die Kinder im Schuljahr spielerisch und kreativ mit der FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2026 auseinandergesetzt haben.
Vor dem Spiel in Fürth zeigte sich der Essener Fanblock noch selbstbewusst und gut gelaunt. Foto: Ruhrbarone
Die Bilder vom Dienstagabend in Fürth werden die Fans von Rot-Weiss Essen noch lange verfolgen. Spieler, die völlig entkräftet auf dem Rasen zusammensacken. Mitgereiste Anhänger, die fassungslos ins Leere starren. Und ein Klub, der den Aufstieg in die 2. Bundesliga nach 19 Jahren Sehnsucht auf dramatische Art und Weise verspielt hat.
Ausgerechnet jetzt fällt vielen Beobachtern wieder jene Szene vom Relegations-Hinspiel ein, als Essener Fans demonstrativ einen mutmaßlich aus Duisburg gestohlenen Torpfosten im Stadion präsentierten. Eine Aktion, die damals als kreativer Spott gefeiert wurde. Heute wirkt sie wie ein Sinnbild für die gefährliche Grenzüberschreitung zwischen Rivalität und Überheblichkeit.
Denn der Fußball hat seine ganz eigene Art, Rechnungen zu begleichen.
Das Stadion in Essen. Quelle: Wikipedia, Lizenz: gemeinfrei
Wenn an der Essener Hafenstraße am heutigen Freitagabend das Flutlicht brennt, geht es längst nicht mehr nur um zwei Fußballspiele gegen die SpVgg Greuther Fürth. Für Rot-Weiss Essen geht es um die vielleicht wichtigste sportliche und wirtschaftliche Chance der vergangenen Jahrzehnte – und für das gesamte Ruhrgebiet um ein weiteres Stück Fußball-Identität auf großer Bühne.
Das Revier lebt vom Fußball. Es lebt von Rivalitäten, von ausverkauften Stadien, von Traditionsvereinen und von Geschichten, die weit über Tabellenplätze hinausgehen. Genau deshalb wäre ein Aufstieg von RWE in die 2. Bundesliga so bedeutend. Während Vizemeister Borussia Dortmund und der FC Schalke 04 künftig wieder gemeinsam die 1. Fußball-Bundesliga mit ihrer traditionsreichen Rivalität bereichern werden, könnte die zweite Liga ebenfalls ein echtes Ruhrgebiets-Gesicht hinzubekommen.
Im Stadion des MSV Duisburg könnte bald wieder deutlich mehr los sein als hier. Archiv-Foto: Daniel Jentsch
Borussia Dortmund kämpft aktuell mit der eigenen Identität, Schalke 04 liefert mal wieder das ganz große Drama – und während die grellen Scheinwerfer des Fußballs im Ruhrgebiet einmal mehr auf die beiden schillerndsten Vertreter ihrer Art gerichtet sind, droht ein bemerkenswertes Stück Fußballkultur auf überregionaler Bühne einmal mehr fast unbeachtet zu bleiben: die mögliche Renaissance von Rot-Weiss Essen und dem MSV Duisburg.
Die Jahrhunderthalle in Bochum ist einer der wichtigsten Standorte der Ruhrtriennale | Foto: Peter Hesse
Die Ruhrtriennale 2026 findet vom 20. August bis 20. September statt. Insgesamt gibt es in diesem Jahr 31 Produktionen und Projekte mit 114 Veranstaltungen in Bochum, Duisburg, Dortmund, Essen und Gladbeck. Im dritten und letzten Jahr der Intendanz von Ivo Van Hove lädt die Ruhrtriennale dazu ein, gemeinsame Erlebnisse zu feiern und neue Perspektiven einzunehmen.