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Update: Schüsse auf die Alte Synagoge in Essen – Polizei sucht Zeugen und schaltet Hinweistelefon

Die Alte Synagoge in Essen | Foto: wikipedia | Tuxyso | CC BY-SA 3.0

Am Freitagmorgen wurde vier Schüsse auf das Rarbinerhaus an der Alten Synagoge in Essen abgegeben. Es gab keine Verletzten. Auf Nachfrage dieses Blogs teilte die Polizei mit, die genaue Uhrzeit sei ihr bekannt, allerdings wolle sie die se Information noch nicht veröffentlichen. Auch ein erstes Video liegt der Polizei vor. Es wird zurzeit ausgewertet:

Die jüdische Gemeinde in Essen nutzte das Rabbinerhaus nach der Nazizeit als Synagoge. Das Hauptgebäude, die größte freistehende Synagoge nördlich der Alpen, wird heute als „Haus jüdischer Kultur“ genutzt und ist im Besitz der Stadt Essen. Erst im Sommer wurde es allerdings von der Jüdischen Gemeinde genutzt, um eine neue Torarolle einzuweihen. Zu den Feierlichkeiten war Alberto Dorfzaun, der Urenkel von Ernst Dorfzaun, dem letzten Gabbai der Alten Synangoge, der mit ansehen musste, wie die Nazis die Torarollen verbrannten, aus Südamerika angereist.

NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) besuchte am Mittag den Tatort und sagte nach Angaben der Bild-Zeitung: „Wenn jemand mit einer scharfen Waffe schießt, muss man von einem Anschlag sprechen. Ich bin natürlich total bewegt. Es ist aber zum Glück nichts passiert, es hätte aber etwas passieren können.“

Die heutigen Schüsse waren nicht der erste Angriff auf die Alte Synagoge: 2020 wurde da Gebäude aus einer pro-palästinensischen Demonstration heraus mit Steinen beworfen. Kurz darauf folgte ein weitere Anschlag. Vor zwei Jahren gab es dann einen Anschlag auf die Synagoge an der Ruhrallee.

Das Bündnis „Essen stellt sich quer“ ruft für 17.30 Uhr zu einer  Mahnwache vor der Alten Synagoge auf.

Update: Die Ermittler suchen Zeugen, die gestern Nacht (17./18. November), insbesondere in der Zeit von 20 – 01 Uhr verdächtige Personen, Fahrzeuge oder Geräusche rund um die Alte Synagoge bemerkt haben. Hierzu gehören auch der Bereich Rathausgalerie, Rathaus Essen, Schützenbahn und Steeler Straße. Zeugen werden gebeten sich unter der Rufnummer 0800 66 77 123 bei dem eingerichteten Hinweistelefon zu melden.

 

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