
FDP-Bundesparteitag. Soll einer sagen, eine aktuell bei 4 Prozent stehende Partei könne keine geile Show abliefern. Ein Kommentar.
Die beiden Schlachtrösser gingen ins Geschirr. Der Hammer hängt wieder.
Natürlich wird in der Presse jetzt dargestellt, wie böse MASZ untergebuttert wurde.
Ganz ehrlich: Marie-Agnes Strack-Zimmermann hat sich damit keinen Gefallen getan – aus verschiedenen Gründen.
Klar, eine Kampfkandidatur muss nicht angekündigt werden. Formal war das komplett sauber – null Debatte. Partei des Wettbewerbs. Aber wer mal Parteipolitik gemacht hat, weiß, dass man die Nummer so nicht spielt. Es ging um den Parteivorsitz, nicht um irgendeine random Position eines unwichtigen Regionalverbands. Die Position allein verdient, dass eine Kandidatur bekannt ist. So übrigens auch die Reaktionen vieler Anwesender auf dem Parteitag – man hätte sich gerne vorab mit ihren Ideen beschäftigt. MASZ genießt Rückhalt.
Und nein, MASZ ist keine Linke, wirklich so gar nicht, aber sie wurde von einem Flügel der Partei vorgeschlagen, der irgendwie nicht bemerkt hat, dass er aufs Brutalste aus dem Parlament gewählt wurde. Dieser Flügel hat das Debakel der Ampel und die nachfolgenden 4 Prozent im Jahr 2025 zu verantworten.
Dass man aus dieser Position des historischen Versagens heraus einen Angriff unternimmt, ist verantwortungslos und blind. So gehässig kann man gar nicht sein, und es zeigt erneut einen Kardinalfehler deutscher Politik: Niemals wird für Versagen Verantwortung übernommen. Man macht immer weiter und hofft, dass niemand merkt, wie oft man schon danebengelegen hat.
Übel.
Übel auch, weil MASZ eine absolut klare, irre positionsscharfe Europäerin ist, die wir für die stete geistige und rhetorische Klarheit in der Ukraine-Frage seit Jahren emotional verteidigen. Weil sie sich nicht duckt, weil sie Mord als das benennt, was er ist: Mord. Weil sie einen Putin ohne rhetorische Umschweife angreift, weil ihr Gegenwind egal ist. MASZ ist in der Debatte gnadenlos, scharfsinnig und gut.
Dass genau sie diesen Weg gegangen ist, ist echt schade. MASZ hätte jederzeit hervorragend in die Parteispitze der FDP gepasst, aber nicht so.
Der Kleinkrieg, den sie danach in den sozialen Medien startete, tat sein Übriges. Peinlich auch, dann ernsthaft einen Gummihammer zu fotografieren, aber Details, Details.
Wolfgang Kubicki polarisiert mehr, er erzeugt mehr Reibung. Krawalliger – so eine häufige Bezeichnung. Er spricht klarer, pointierter und weniger politisch korrekt. Er hat nicht den Ampel-FDP-Geruch und sorgt dafür, dass zahlreiche linke Medien die FDP mit Hass fluten werden.
Genau deshalb ist er der Richtige für den Job. Die Delegierten sahen das ebenfalls so: Mit 60 Prozent gewann der Norddeutsche und steht nun vor der Mammutaufgabe, die FDP aus der Versenkung zu holen.
Aren’t you entertained?