Woche(n) der Kanzlerdämmerung in Deutschland?

Friedrich Merz, CDU (Foto: Roland W. Waniek)

Wer gedacht hätte, die Endphase der Ampel-Koalition habe in Deutschland bereits den absoluten Tiefpunkt politischer Stimmung erreicht, erlebt in diesen Tagen offenbar eine Art Déjà-vu – nur diesmal mit Friedrich Merz im Kanzleramt. Was sich derzeit rund um die Bundesregierung abspielt, wirkt zunehmend wie eine politische Vorstufe zum offenen Machtkampf.

Gut eine Woche nach dem desaströsen Abschneiden der CDU bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt und nur wenige Tage vor den Abstimmungen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern ziehen über dem Kanzleramt jedenfalls ziemlich dunkle Wolken auf. Und diesmal wird nicht mehr nur hinter vorgehaltener Hand darüber gesprochen, ob der Kanzler noch die Kurve bekommt. Inzwischen wird ganz offen darüber spekuliert, ob Merz überhaupt noch lange Kanzler bleibt.

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Niedersachsen: AfD gewinnt in den Industriestädten

Stahlwerk der Salzgitter AG Foto: Johamar Lizenz: CC BY 3.0

Nach dem am Montagmorgen veröffentlichten vorläufigen Ergebnis der Kommunalwahlen bleiben CDU und SPD in Niedersachsen die stärksten Parteien, mussten aber deutliche Verluste hinnehmen. Die CDU erreichte 27,2 Prozent und verlor gegenüber 2021 4,5 Prozentpunkte. Die SPD kam auf 24,6 Prozent – ein Rückgang um 5,4 Punkte. Größter Gewinner der Wahl ist die AfD: Sie legte um 11,3 Prozentpunkte auf 15,9 Prozent zu und verdrängte damit die Grünen vom dritten Platz. Diese erreichten 14,1 Prozent und

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„Biarritz“ und die „Protokolle der Weisen von Zion“: Das Schnittmuster für Judenmord ist ein Schundroman

Schnittmusterbogen um 1900 | Public Domain

Ein Postsekretär, der Schundromane schreibt. Ein Kapitel, das zum Flugblatt wird, das Flugblatt zum Protokoll, das Protokoll zum Schnittmuster fürs Pogrom. „Biarritz“ heißt der Roman, im März 1868 erschienen. „Biarritz“ heißt auch der jüngste Roman von Andrea Sawatzki. Himmelweit verschieden, aber Anlass, auch das erste „Biarritz“ zu lesen. Aus dem sind die „Protokolle der Weisen von Zion“ erwachsen, der Musterbogen für Verschwörungslust. Und Judenhass. Eine Fälschung, diese „Protokolle“, aber mehr als das: eine soziale Skulptur. Schon mal von Hermann Gödsche gehört?

Er ließ sich „Sir John Retcliffe“ rufen, Gödsches Hermann aus Trachenberg, dem heutigen Żmigród. Ein preußischer Postbeamter, 1835 für drei Jahre zuerst nach Bocholt, dann Düsseldorf versetzt, dann Redakteur der reaktionären Kreuzzeitung in Berlin. Ein Scharfmacher, Spitzel und Fälscher, der pseudohistorische Schinken schrieb, die pendeln zwischen Porno und Politik, zwischen Bett und Kabinett. Immense Auflagen bis in die letzten Jahre der Nazis hinein.

So auch für „Biarritz“, seine vielbändige Romanfolge, das vierte Kapitel im ersten Band ist mit „Auf dem Judenkirchhof in Prag“ betitelt. Und ist das Kapitel, das zum Bestseller wurde für Generationen weltweit, zu einer sozialen Skulptur, die Modell gestanden hat für Hitlers „Mein Kampf“, für Blockbuster in der arabischen Welt und Rap-Hits in der westlichen … und die dennoch völlig vergessen ist.

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Friedenskette Bodensee: Querdenker, kla.tv und Nähe zu Russland

Schiffsanleger an der Uferpromenade in Friedrichshafen mit Blick über den Bodensee.
Der Bodensee – Uferpromenade in Friedrichshafen (Foto: Peter Ansmann)

Am 19. September 2026 soll in Konstanz eine „Internationale Friedenskette“ entstehen. Die Werbung klingt nach Verständigung und Gemeinschaft. Auf der Teilnehmerseite stehen Querdenken und eine Druschba-Gruppe. Der offizielle Telegram-Kanal verbreitet kla.tv und einen Aufruf, die Unterstützung der Ukraine einzustellen.

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Peace for Peace statt Land for Peace!

Eigenes Bild, En Gedi, Dead Sea, Israel
Eigenes Bild, En Gedi, Dead Sea, Israel

Die Illusion der “Zweistaatenlösung” und die Realität der Nahost-Debatte

Für A. und A.

Wer heute noch von der klassischen „Zweistaatenlösung“ und “Land for Peace” spricht, ignoriert hartnäckig die Realitäten vor Ort. Diese Formel geht seit Jahrzehnten an den historischen und politischen Tatsachen vorbei – ebenso wie die oft simplen Parolen aus der israelischen Rechten und der National-Religiösen, die mit Formeln wie „Jordanien ist Palästina“ zwar reale historische Verflechtungen ansprechen, aber die heutigen geopolitischen Risiken und das fragile innere Gleichgewicht in der Region völlig ausblenden.

Anhand der historischen Wurzeln, der demografischen Realitäten, der Lehren aus dem Gaza-Rückzug und der tatsächlichen Bedingungen vor Ort zeigt sich, warum dieses Konzept endgültig der Vergangenheit angehören muss.

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Der Ruhrpilot

Herbert Reul, CDU (Foto: Roland W. Waniek)
Herbert Reul, CDU (Foto/Archiv: Roland W. Waniek)


NRW:
Reul will nach der Wahl Innenminister bleiben(€)…RP
NRW: „Beim Gas sind Preiserhöhungen bis zu 20 Prozent zum Jahreswechsel möglich“(€)…RP
NRW: In einem deutschen Jugendheim fing der Horror an…Welt

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Charlie Kirk, 9/11 und Jesus Christus – Wie Juden zum Sündenbock gemacht werden

Das zweite Flugzeug trifft das WTC. Foto: Hans Joachim Dudeck, Wikimedia Commons, Public Domain
Das zweite Flugzeug trifft das WTC. Foto: Hans Joachim Dudeck, Wikimedia Commons, Public Domain

Vorgestern jährte sich der islamistische Anschlag vom 11. September 2001 zum 25. Mal. Einen Tag zuvor wurde des ersten Todestages des US-amerikanischen Podcasters und Aktivisten Charlie Kirk gedacht. Beide Ereignisse weisen ein altes Muster auf, das die Menschheitsgeschichte durchzieht – in Windeseile können einige die vermeintlich wahren Schuldigen benennen: die Juden.

9/11 dürfte die Geburtsstunde der modernen Verschwörungstheorien gewesen sein. Kurz nach dem Terroranschlag, bei dem knapp 3.000 unschuldige Menschen getötet wurden, verbreiteten sich alternative Versionen davon, was sich an jenem Tag, nach dem nichts mehr so sein sollte, wie es einmal war, tatsächlich zugetragen haben soll.

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