CDU und SPD – über den Verrat an einer Generation und das Ende des Aufstiegsversprechens

Das Haus der Bleichs Foto: Privat


Dies ist ein persönlicher Text, mit sehr persönlichen Gedanken. Wir haben als Ehepaar ein Stück über 5.000 Euro netto im Monat.

Wir sind irre reich, haben drei Yachten, 6 Urlaubsreisen im Jahr und sammeln Luxusuhren.

So viel Geld.

Vielleicht reicht das Geld aber auch so gerade, um nach 15 Jahren 2024 eine Immobilie gekauft zu haben, zwei Kinder groß zu ziehen und naja, zu leben. Kita, Zusatzversicherungen, Studienkredite, so viel bleibt da nicht. Wir hungern nicht, keine Frage. Aber in den Urlaub fahren wir bspw. nicht. Zumindest nicht weit weg, oder in Hotels. Das hängt einfach nicht drin. Und mein Auto ist 20 Jahre alt. Mehr hängt nicht drin. Ich habe einen anderen Luxus: Mir macht mein Job Spaß. Ich arbeite als Ingenieur in der Infrastruktur und tue Dinge, die für diesen Staat und die Gesellschaft irgendwie sinnvoll sind, die einen Zweck haben. Lob an meinen Arbeitgeber? Absolut! Und an die zahlreichen Kollegen, die den Beruf jeden Tag zu einem wahnsinnig spannenden Umfeld machen.

Würden die Vorschläge der SPD und CDU umgesetzt, dann lägen die Mehrkosten für uns bei ~1.000 Euro im Monat. Und dabei bliebe es nicht – die Mehrkosten hätten, zwangsläufig, direkt inflationssteigernde Effekte, die die Kasse weiter schröpfen.

Und das hinge, wortwörtlich, nicht drin. Ein paar Monate, dann könnten wir das mit Erspartem nicht mehr gegenfinanzieren.

Dann müsste irgendetwas weichen. Das Haus? Zurück in die Wohnung, zu Befehl!

Wohl kaum. Ich müsste mich beruflich verändern, gegen meinen Willen.

Ich bin mir wirklich nicht sicher, ob unserer Regierung klar ist, wie viele aktuell systemkritische Stellen besetzen, weil es „so gerade noch geht“.

Geht das nicht mehr, und die eigenen Wünsche und Träume, die man über Jahre zu den Spielregeln des Systems (!) aufgebaut hat, brechen weg – wieso sollte das noch wer tun?

Eines würde ich nie tun: In die Insolvenz arbeiten.

Wir haben uns die letzten Tage viel unterhalten. Wir wollten immer, dass unsere Kinder in Deutschland groß werden. Wir haben über Jahre krass Gas gegeben, studiert und mit weit weit weit jenseits der 40 Wochenstunden eine Existenz aufgebaut. Im Wissen um hohe Lohnnebenkosten. Im Wissen um irre hohe Sozialabgaben. Trotz allem.

Wir haben immer an das Aufstiegsversprechen geglaubt. Wenn das genommen wird, wenn unsere Existenz zu scheitern droht, weil der Staat, bei den höchsten Staatseinnahmen aller Zeiten(!), entscheidet, Familien in den Ruin zusätzlich zu belasten, wortwörtlich nahezu mit einem Nettomindestlohn an Abgaben ZUSÄTZLICH im Monat, dann ist das in demokratisch in Ordnung.

Wir werden keine Terroristen, wir werden nicht kriminell. Wir suchen dann im ersten Schritt Jobs, die eben weniger sinnvoll sind, aber besser bezahlt. Wer braucht schon Infrastruktur.

Wir sprechen beide drei Sprachen.

Und wenn diese Jobs im Ausland liegen, dann ist das so. Aber ich werde meine Kinder nicht dazu erziehen, einem Staat und System Vertrauen zu schenken, der sie um ihre Existenz betrügt.

Der sie um nicht weniger als den Grundkonsens des Nachkriegsdeutschlands, Wohlstand für Arbeit und Leistung, betrügt.

Über nicht weniger sprechen wir hier.

Das ist ja kein sozialer Sprengstoff. Das ist ein Schock, ähnlich dem schwarzen Freitag. Das ist irre.

 

(Der Berechnung liegen diverse, aktuell diskutierte Annahmen zugrunde, insbesondere: Die Erhöhung der Einkommenssteuer mit steigender Progression, dem Wegfall des Ehegattensplittings, dem Wegfall der kostenfreien Mitversicherung des Ehepartners, die Erhöhung der Kapitalertragssteuer von 25 % auf 30 %, die Erhöhung der Umsatzsteuer von 19 % auf 21 %. Es wird natürlich „sozialverträgliche“ Ausnahmen davon geben. Ganz fair. Ganz bestimmt.)

Dir gefällt vielleicht auch:

Abonnieren
Benachrichtigen bei
guest
0 Comments
Älteste
Neueste
Inline-Feedbacks
Alle Kommentare anzeigen
Werbung