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Patriots wollen nach Deutschland

Wird die Frankfurter Commerzbank Arena das erste deutsche Stadion, in dem ein NFL-Spiel ausgetragen wird? Foto: Mario Thurnes

Von Mario Thurnes

NFL und American Football boomen in Deutschland. Das mehrt auch den Wunsch nach einem Spiel in Deutschland. Diese Hoffnung ist nun von prominenter Seite bestärkt worden.

Die New England Patriots sind das erfolgreichste NFL-Team in dem noch jungen Jahrhundert: Fünf mal hat die Franchise aus dem Großraum Boston den Super Bowl gewonnen – ihre Division, die AFC East, haben die Patriots neunmal in Folge geholt. Und auch dieses Jahr läuft es auf einen Sieg heraus. Der Zweitplatzierte, die Miami Dolphins, liegt drei Siege zurück und hat das erste direkte Aufeinandertreffen deutlich verloren.

Der Erfolg ist vor allem mit zwei Namen verknüpft: Quarterback Tom Brady und Cheftrainer Bill Belichick. Dessen Einstellung zur Arbeit ist in den USA bereits zum geflügelten Wort geworden. Wenn von der „Belichick-Attitüde“ die Rede ist, geht es um Sekundärtugenden wie Disziplin und Leistungswille. Am besten verkörpert in seinem Credo, das er seinen Spielern einhämmert: „Do your Job!“

Seinen Job macht auch der Besitzer der Patriots, Robert Kraft. Der hat nun offensichtlich den wachsenden Markt in Deutschland erkannt und spricht sich dafür aus, dass seine Franchise die erste wird, die ein Pflichtspiel hierzulande austrägt: „Ich will, dass wir das erste Team sind, das in Deutschland spielt“, hat sich Kraft von der Bild-Zeitung zitieren lassen. Bisher trägt die NFL bereits einzelne Spiele in London und Mexiko City aus. Der Ausflug nach Mexiko fiel dieses Jahr aber aus, weil der Rasen des Azteken-Stadions nicht bespielbar war.

Ein möglicher Standort in Deutschland wäre Frankfurt. In der Commerzbank-Arena wird 2019 der deutsche Titel, der „German Bowl LXI“, ausgetragen. Der Berliner Jahn-Sportpark ist zu klein geworden. Frankfurt wäre für die Amerikaner ein interessanter Standort. Durch den Flughafen und Army-Standorte in Hessen und Rheinland-Pfalz ist Frankfurt in den USA bekannter als Köln oder Düsseldorf. Allerdings hat die NFL bisher für die kommende Saison vier Spiele außerhalb der Staaten bestätigt – aber die sollen alle in London stattfinden.

So lange die Patriots nicht zu den Deutschen kommen, müssen die Deutschen halt in die Staaten: An diesem Sonntag sind die ehemaligen NFL-Akteure Sebastian Vollmer und Markus Kuhn im Gillette-Stadium und kommentieren für ProSieben MAXX die Partie der Patriots gegen die Minnesota Vikings. Vollmer war selbst für die Franchise aktiv und hat gemeinsam mit Brady und Belichick zwei Super Bowls gewonnen.

Die Partie wird die erste in der regulären Saison sein, die deutsche Moderatoren vor Ort kommentieren: „Es ist uns eine Ehre, der Einladung der NFL und der New England Patriots zu folgen und ihr Heimspiel gegen die Minnesota Vikings direkt aus dem Gillette Stadium in Foxborough zu übertragen“, sagt Ran-Sportchef Alexander Rösner. Die Partie beginnt am Sonntag um 22.30 Uhr deutscher Zeit. Davor ist auf ProSieben MAXX die Partie der Baltimore Ravens gegen die Atlanta Falcons zu sehen – Kickoff ist um 19 Uhr deutscher Zeit.

Für die Patriots geht es am Sonntag noch um etwas. Zwar scheint mit dem Sieg der AFC East der Einzug in die Playoffs sicher zu sein. Doch droht die Franchise aus Boston auf Platz drei der AFC zurückzufallen. Das würde bedeuten, dass die Patriots in die Wild Card Round müssten und folglich keine Pause zwischen regulärer Saison und Playoffs hätten. Außerdem hätten sie beim Erreichen der nächsten Runde kein Heimrecht mehr.

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