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Umfrage: CDU und Grüne brechen in NRW zusammen

NRW Landtag

Wenn jetzt Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen wäre, würden  CDU und Grüne nicht ein- sondern zusammenbrechen. Nach einer Umfrage des Instituts INSA im Auftrag der Bild-Zeitung käme die Union in NRW nur noch auf 20 Prozent:

Minus 5 Prozentpunkte für die CDU,  13 Prozent weniger für die Grünen – bei der letzten INSA-Umfrage für NRW sah das noch ganz anders aus,: Im Mai kam die Union auf 25 und die Grünen auf 26 Prozent.

Gewinner sind die Sozialdemokraten mit 33 Prozent (+13 Prozentpunkte) und die FDP mit 10 Prozent (+ 4 Prozentpunkte). Die AfD verlor einen Prozentpunkt und kommt nun nur noch auf 8 Prozent. Die Linke, in NRW ohnehin bedeutungslos, würde mit 4 Prozent den Einzug in den Landtag verpassen.

Die nächste Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen finden im Mai 2022 statt. Bis dahin kann viel passieren: Die Energiekrise und die Inflation können den Parteien, welche die Regierung stellen, viel Sympathien kosten. Und das könnten SPD, FDP und Grüne sein. Die CDU als einzige demokratische Oppositionspartei könnte sich dann erholen.

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11 Kommentare zu “Umfrage: CDU und Grüne brechen in NRW zusammen

  • #1
    discipulussenecae

    Ein deprimierendes Bild …

    Wenn ich Armin Laschet wäre, würde ich einen CDU Landesverband Bayern gründen. Das hätte mehrere Vorteile:

    Die CSU hätte endlich eine bürgerlich-konservative Konkurrenz, die Freien Wähler sind ja letztlich Politikamateure.

    Söder würde ganz schnell auf das ihm zustehende Normalmaß geschrumpft.

    Die CSU würde mittelfristig in der Bedeutungslosigkeit versinken, da sie mit der AfD bundesweit konkurrieren müßte und somit die 5%-Hürde wohl kaum überspringen könnte.

    Die AfD würde sich im Konkurrenzkampf mit der CSU ebenfalls zerreiben und zur Splitterpartei degenerieren.

  • #2
    Berthold Grabe

    Gibt es denn Informationen darüber warum das so ist?
    Immerhin läuft es in NRW eigentlich ziemlich gut, jedenfalls besser als mit der SPD und den Grünen vorher.
    Auch erschließt sich hier nicht, warum die Grünen so drastisch an Popularität verloren haben?
    Etwa wegen der Inflation?
    Oder handelt sich mal wieder um tumbe Herdeneffekte, die von der Bundestagswahl auf das Land schließen?

  • #3
    Werntreu Golmeran

    Umfragewerte, so früh vor einer Wahl kann man getrost in die Tonne kloppen.

    Die Wahl in NRW wird aber aus vielen Gründen spannend.

    Zum einen könnte die SPD thematisieren, dass es wenig demokratisch war, wie "König Armin der viertelnachzwölfte" seinen knapp 18 Millionen Untertanen "par ordre du mufti" den neuen "könig Hendrik" nachgelassen hat. Das Problem dabei ist jedoch, dass in meiner Wahrnehmung die SPD nach Hannelore Kraft in NRW nicht stattfindet.

    Herr Kutschaty, dessen Vorname mir bezeichnenderweise nicht einfällt, hat es in keiner Weise geschafft, sich medial wirksam in die entscheidenden Debatten einzubringen. Und das, obwohl auf der Gegenseite der "Low-Performer" Laschet kein Fettnäpfchen ausließ.

    Da die Wahl schon im Mai nächsten Jahres sein wird, werden die Leute eher sich daran erinnern, dass die CDU für das Corona-Chaos im Lande mit verantwortlich war, während der Flutkatastrophe auch nicht besonders geglänzt haben und eine möglicherweise beginnende Energiekrise, noch nicht der neuen Regierung anlasten, wer immer die denn bilden wird.

    Was die LINKE angeht, wäre diese gut beraten, sich hier in NRW mit einem breit aufgestellten Spitzenteam, das in den Medien bekannt ist, zu präsentieren. Das Wählerpotential in NRW für die LINKE dürfte auf lange Sicht bei ca. 10 bis 15 Prozent liegen, wenn die LINKE es schafft, dieses adäquat anzusprechen. Mit ein bisschen mehr Engagement und Geschlossenheit und einem schlagkräftigen Team, wäre die 5 Prozenthürde eigentlich kein Problem. Aber dazu wird es aus bekannten Gründen wohl nicht kommen und so wird die LINKE dann wahrscheinlich wieder nicht in den Landtag einziehen. Dabei wäre es so einfach, wenn die LINKE es denn wollte. Mit einem Spitzenteam Gysi/Wagenknecht, das 4 Monate einmal das Kriegsbeil begräbt und gemeinsam auf Wahlkampftour geht, wäre der Einzug in den Landtag gesichert. Wie das Beispiel Christian Lindner zeigt, finden es die Journalisten und Wähler auch gar nicht schlimm, wenn mann dann gar nicht nach Düsseldorf in den Landtag geht und dafür lieber die Zeit auf den Oppositionsbänken des Bundestages absitzt.

  • #4
    paule t.

    Gegenüber der letzten Umfrage mögen 13% für due Grünen nicht so schön sein. Wenn die Wahl so ausgänge, wäre es gegenüber der letzten Wahl eine Verdopplung. Und es würde für eine rot-grüne Regierung reichen . Zusammenbruch sieht irgendwie anders aus …

  • #5
    Walter Stach

    Die o.a. Umfrage- Ergebnisse in NRW entsprechen in "ihrem Trend" der Ergebnissen der Bundestagswahl und denen der Wahlen in Meck-Pom. und Berlin. Auch die neuesten Zahlen einer Insa-Umfrage auf Bundesebene bestätigen "diesen Trend".
    Alles das läßt es demnach zu, daß ich als "Sozi" gute Gründe habe, mich freuen zu können und optimistisch zu sein mit Blick auf die zukünftige Gestaltungsmacht aller politischen Bewegungen/Parteien -in Deutschland, in Europa, weltweit-, die allesamt der Wille eint, eklatante menschenunwürdige Ungerechtigkeiten zu bekämpfen, Schritt für Schritt mehr soziale Gerechtigkeit zu ermöglichen und das in freiheitlichen Gesellschaften, demokratisch-rechtstaatlich verfaßten Staaten und das nicht trotz, sondern gerade wegen all der zu treffenden Maßnahmen zur Lösung der "Menschhietssaufgabe", nämlich der Bekämpfung der sog. Klimakatastrophe bzw- deren Folgen, denn unter denen werden , "wie immer" in vergleichbaren Situationen seit altersher primär die "Schwächsten" zu leiden haben, es sei denn…………..

    Also…..
    Oft, sehr oft, ist u.a. auch hier bei den Ruhrbaronen das "Totenlied" der SPD und anderer sozial-demokratischer/sozialistischer Bewegungen in Europa und weltweit gesungen worden. Dass diese Gesänge jetzt leiser geworden oder gar verstummt zu sein scheinen, könnte zumindest nachdenkich stimmen.

    "Salz in den Wunden" aller Rechtskonsevativen, auch in Deutsdchland, sind nicht nur die jüngsten Wahlergebnissse in Deutschland und die der aktuellen Wahlumfragen, sondern zudem der "Kurz-Skandal" in Österreich, der "tiefblicken läßt" in die Abgründe einer sich christlich-katholisch-nationalistisch darstellenden Partei (und "Mehrheitsgesellslchaft ?) und der sie (unter-)stützenden Meinungsmachen in der Medienwelt. "Spott und Häme" gegenüber CDU und CSU ,wie sie die "Sozi" in den letzten Jahren zu ertragen hatten, sind indess völlig fehl am Platze -auch hier bei den Ruhrbaronen.

    Nachtrag:

    paule t., -4-
    Ja, auch in NRW gibt es für die Sozis und die Grünen nach den neuesten Umfragen gute Gründe, sehr optimistisch den Wahlkampf 2020 anzugehen. "Rot/Grün" wäre jedenfalls derzeit die reale Regierungskoalition für NRW.

    Wertreu Golmeran
    Ja, heutige Umfragen zur NRW-Wahl in 2020 wären relativ belanglos, würden sie nicht, wie das derzeit der Fall zu sein scheint, " voll und ganz" den Ergebnissen der Bundestagswahl und der Landtagswahlen in Meck-Pom./Berlin und den neues bundesweiten Umfragen zur " Stimmungslage" der Wählerschaft in Deutschland insgesamt entsprechen.
    Skeptisch bin ich als "Sozi", wenn ich mich in NRW auf die Suche machen nach qualifiziertem sozialdemokratischen Führungspersonales.. Da ist noch "Einiges" zu tun. wenn man aus der "insgesamt gute Stimmung zu Gunsten der SPD" einen Wahlerfolg machen will.
    Inwieweit der potentielle neue CDU-NRW-MP Wüst und damit der potentielle Spitzenkandidat der CDU bei der Landtagswahl 2020 unter den "Nachwehen des Laschet-Dramas" zu leiden haben wird? Abwarten, denn dieserhalb kann noch Einiges passieren -so oder so-.

  • #6
    Walter Stach

    "Salz in die Wunden von CSU/CDU"……

    Dazu dürfte auch die Meldung zählen, die ich so eben -nebst Bericht dazu- in SZ-Online lesen:

    CSU-Filz…..
    "2012 hat die damalige Anwaltskanzlei des CSU Politikers Peter Gauweiler dessen Bundestagsbüro eingespannt, um den Ex-Cum-Gschäftemacher Hanno Berger mit Insiderwissen aus der der Bundesregierung zu versorgen".

    Es scheint, daß in Sachen Filz/Korruption die Gemeinsamkeiten zwischen der ÖVP in Österreich und der CSU in Bayern beachtlich sind. Ex_Kanzler Kurz galt ja bis vor wenigen Tagen in der Union -nicht nur in Bayern- als Vorbild für den derzeit noch gesuchten "neuen Spitzenmann" der der CDU.

    Ein weiterer Mosaikstein im Bild einer arg gebeutelten Union?

    Diese Bild ist Ganze letztendlich dem demokratischen Rechtstaat und der parlamentarischen Parteiendemokratie nicht dienlich.

  • #7
    Walter Stach

    Vorbild Meck-Pom-?

    Werntreu Golmeran, -sh.-3- im letzten Absatz:

    Frau Schwesig , so erfahre ich so eben, will keine weitere Koalition mit der CDU, sondern sie will versuchen, eine Koalition ihrer SPD mit der Links-Partei zustande zu bringen . SPD und Linke "verfügen" im Landtag in Meck-Pom. über 43 von insgesamt 79 Sitzen, also über eine "ausreichende" Mehrheit.

    Vorbild für NRW?
    Für die SPD, für die Linke hierzulande?
    Ehe nicht, bestenfalls ein Grund für die SPD, ‘mal darüber nachzudenken, wenn….. und für die LINKE hierzulande ein weiterer Grund darüber nachzudenken, warum für sie in NRW die Faktenlage keinen Anlass liefert, über eine solche Koalition "ernsthaft" nachdenken zu können. Zudem gehe ich davon aus, daß selbst nach einem relativ guten Wahlergebnis für die LINKE bei der Landtagswahl in 2022 die NRW-Linken nicht willens wären, eine Koalition mit der SPD überhaupt in Erwägung zu ziehen.

  • #8
    Werntreu Golmeran

    #7 Walter Stach

    Wenn die LINKE nicht mitregieren will sollte sie auch nicht antreten! Jede linke Partei, die längerfristig unter der 5 Prozenthürde bleibt, sollte kritisch überlegen, welche Existenzberechtigung sie hat, weil sie so anderen (vielleicht nicht ganz so) linken Parteien wichtige Stimmen wegnimmt, die manchmal für eine Koalitionsbildung notwendig wären. Ich glaube zwar auch nicht, dass die Flügel bei der LINKEN es schaffen nach dem Vorbild der SPD fürs Wohl der Sache einen Burgfrieden zu schließen, aber wenn sie es denn schaffen würden und die NRW- Wahl als Schlüsselwahl ernst nehmen würden, kämen sie mit sehr grosser Wahrscheinlichkeit in den Landtag und wären dann sicher auch koalitionsbereit.

    Dass man in NRW die Weichen für die Veränderung des Landes stellen kann, hat das Jahr 1966 gezeigt, als nach einem knappen Wahlergebnis die FDP den Koalitionspartner während der Legislaturperiode wechselte und die Machbarkeit einer sozialliberalen Regierung im größten Bundesland erfolgreich testete. Das könnte eine Blaupause für Rot-Rot-Grün sein, wenn denn alle Beteiligte wollen würden. Leider sehe ich aber derzeit diesen Willen leider auch nicht.

  • #9
    Berthold Grabe

    Nun ja, Laschet hat sich extrem schlecht verkauft, allerdings macht seine Regierung in NRW eher einen guten Job, nach dem Totaldesaster Hannelore Kraft.
    Auch wenn das viele wegen Laschets medialen und Führungsdefiziten nicht wahrhaben wollen, wurde auch die Flut vergleichsweise gut gemanaged. Die Mängel sind nicht der CDU anzulasten sondern den langjährig vernachlässigten Strukturen un der damit verbundenen fehlenden Strukturen für eine solche Katastrophe. wir wissen von der Ahr, das es dort teilweise noch schlechter gelaufen ist und dort regiert die SPD das Land.
    Wenn die Fluthilfe nun so ausgezahlt wird wie versprochen hat die CDU sogar einen eins minus Job erledigt, anders als die SPD, die immer verspricht und nie liefert, auch bei Fluthilfen.

  • #10
    Lotte Grevenberg

    Ganz kurz nur, um den Sozialwissenschafts-Studenten raushängen zu lassen:
    JA, grundsätzlich ist jede Umfrage erst einmal valide &
    JA, grundsätzlich kann auch eine Mini-Umfrage die Wirklichkeit akkurat widerspiegeln
    ABER
    Es ist immer ratsam bei der Analyse und Interpretation der Daten auf das Setup zu achten.
    WER hat die Umfrage durchgeführt/Beauftragt? In diesem Fall die Bild, die Laschet mittlerweile fallen lässt, wie eine heiße Kartoffel und für die die Grünen doch mehr ein rotes Tuch sind.
    WIE VIELE wurden befragt? Ist hier durchaus aussagekräftig, da knapp 1.000 Leute befragt wurden (im Gegensatz zu tw. nur 100-500 Befragten), kommt aber immer drauf an wie und wo.
    WIE UND WO wurde Befragt? Online. Dort zieht es die Teilnehmer doch eher aufgrund des Alters oder der Affinität zu den radikaleren Positionen Links und Rechts.

    Hinzu kommt ja noch, dass sich beide Parteien aktuell mehr oder weniger komplett neu aufstellen müssen, nach dem Wahldebakel auf der einen (Union) Seite und dem (wenn auch kleiner als spekulierten) "Erfolg" auf der anderen (Grüne) Seite. Bis zum nächsten Jahr ist noch viel Zeit und ich fürchte, dass auf uns alle ein erneut sehrt schmutziger (im Fall der CDU im wahrsten Sinne des Wortes) Wahlkampf auf uns alle zu kommt. Ich habe da jetzt schon keine Lust drauf.

  • #11
    Berthold Grabe

    Wirtschaftspolitisch sind die etablierten Parteien CDU und SPD eher ins ultrakapitalistische Lager abgedriftet.
    Die SPD, wie alle linken Parteien war im Grunde schon immer da, sie wechselten nur vom Staatskapitalismus zum Privaten Kapitalismus mit staatlich umverteilender Kompensation.
    Die CDU hat letztlich ihr erhardsches Sozialmodell aufgegeben, das sie zur Partei der Mitte und Volkspartei gemacht hat.
    Das erhardsche Sozialmodell sieht auskömmliche Löhne vor nicht direkte Umverteilung durch intermediäre, deren Provisionen letztlich höher sind als der umverteilende Effekt.
    Das Eigeninteresse ist eben bei privaten Eigentümern nicht problematischer als bei den Staatsalimentierten.
    Ob es sich nun um ein demokratisches System handelt oder eine Feudales ändert daran nichts.
    Mit Schröder sind diese beiden "Kapitalisten" eine unheilige Allianz zulasten Dritter eingegangen, so wie es auch im Feudalsystem gewesen ist.
    Selbst die propagierten Ansprüche (früher der Kirchen) unterscheiden sich dabei wenig,

    Es gut zu meinen bedeutet nicht, das die Realität einen nicht einholen kann

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