Abschaffung des Islamischen Religionsunterrichts: Eine notwendige Neuausrichtung

Henning Höne Foto: James Zabel


Ein Gastbeitrag von 
Henning Höne, Vorsitzender der FDP-Landtagsfraktion NRW und der FDP NRW. 

Wir Freie Demokraten im Landtag NRW fordern von der Landesregierung, den islamischen Religionsunterricht an unseren Schulen abzuschaffen. Wie Sie sich denken können: Diese Entscheidung ist nicht leichtfertig getroffen worden. Sie basiert auf einer nüchternen Analyse der aktuellen Herausforderungen und Probleme, die der islamische Religionsunterricht mit sich bringt. Wie kam es zu dieser Entscheidung?

Widersprüche und konservative Einflüsse

Ein Hauptgrund für unsere Forderung ist eine besorgniserregende Studie der Universität Münster. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass viele der 252 befragten angehende Lehrkräfte für Islamunterricht antisemitische und extremistische Positionen vertreten. Die Studie ergab unter anderem, dass 60 % der Studienteilnehmer anti-westlich und 37 % judenfeindlich eingestellt sind. Mehr als jeder zweite Befragte spricht Israel das Existenzrecht ab. Dieser Widerspruch gefährdet das zentrale Ziel des islamischen Religionsunterrichts: nämlich dem wachsenden Islamismus in beziehungsweise aus den Hinterhofmoscheen entgegenzutreten.

Ein weiterer Grund ist der erhebliche Einfluss konservativer Islamverbände auf muslimische Religionslehrerinnen und -lehrer. Diese Verbände können die Einstellungschancen der Lehrkräfte erheblich beeinflussen, was den liberalen Anforderungen von Politik und Universitäten widerspricht. Viele Schulleitungen stehen dem islamischen Religionsunterricht skeptisch gegenüber, da es schwierig ist, genügend qualifizierte Lehrkräfte zu finden. Nur 6 % der muslimischen Schülerinnen und Schüler nehmen am islamischen Religionsunterricht teil, was zeigt, dass es sowohl an Lehrkräften als auch an Akzeptanz seitens der Eltern mangelt.

Ethikunterricht als Alternative: Warum ist das sinnvoll?

Vor diesem Hintergrund ist es notwendig, den islamischen Religionsunterricht in seiner jetzigen Form zu beenden und stattdessen einen verpflichtenden Ethikunterricht für alle Schülerinnen und Schüler einzuführen, die nicht am konfessionsgebundenen Religionsunterricht teilnehmen.

In diesem Ethikunterricht, oder Unterricht in Praktischer Philosophie, sollen Werte, Weltanschauungen und philosophische Fragen im Vordergrund stehen. Dadurch können wir sicherstellen, dass alle Schülerinnen und Schüler eine fundierte moralische und ethische Bildung erhalten, unabhängig von ihrer religiösen Zugehörigkeit. Denken Sie nicht auch, dass dies ein gerechter und zukunftsweisender Ansatz ist?

Umfassende Maßnahmen gegen Extremismus

Ein verpflichtender Ethikunterricht ist nur ein Teil der Lösung. Wir benötigen eine umfassende Strategie gegen extremistische Tendenzen. Dazu gehören konsequente Disziplinarmaßnahmen an Schulen, die Stärkung des Verfassungsschutzes und strenge Maßnahmen gegen radikalen Islamismus und Salafismus. Der Staat muss entschlossen gegen Gruppen und Moscheen vorgehen, die den politischen Islam verbreiten und Terror verherrlichen.

Prävention und Zusammenarbeit sind ebenso wichtig: Schulen, Polizei, Justiz und Jugendhilfe müssen enger zusammenarbeiten, um frühzeitig gegen Extremismus vorzugehen. Lehrkräfte sollen in Extremismusbekämpfung geschult werden, und die Kooperation zwischen Moscheevereinen und Behörden muss intensiviert werden.

Ein weiterer zentraler Punkt ist die Demokratieerziehung und der interreligiöse Dialog. Demokratieerziehung sollte bereits in der Grundschule beginnen, und Gedenkstättenfahrten an weiterführenden Schulen sollen ausgebaut werden, um Schülerinnen und Schüler für Rassismus und Antisemitismus zu sensibilisieren. Lehrpläne sollten vergleichende Religionswissenschaft und die Gefahren von Radikalisierung stärker betonen.

Fazit und Ausblick: Eine offene, liberale Gesellschaft fördern

Die aktuellen Herausforderungen und Probleme des islamischen Religionsunterrichts in Nordrhein-Westfalen erfordern eine grundlegende Neuausrichtung. Die Beendigung des islamischen Religionsunterrichts und die Einführung eines verpflichtenden Ethikunterrichts sind notwendige Schritte, um den Einfluss konservativer Islamverbände zu minimieren, extremistische Tendenzen frühzeitig zu bekämpfen und eine offene, liberale Gesellschaft zu fördern. Für ein neues Modell des islamischen Religionsunterrichts in der Zukunft sind wir grundsätzlich offen. Diese Türe schlagen wir nicht zu! Aber ein solches Modell müsste im überparteilichen Konsens erarbeitet werden. Und wir müssten es auf dem weißen Blatt Papier ganz neu erarbeiten, nicht im laufenden Betrieb.

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