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Ausgerechnet Kraft muss Schulz retten

Für die SPD steht am kommenden Sonntag in NRW viel aus dem Spiel: Wird sie in NRW nicht stärkste Kraft, hat Hannelore Kraft (SPD) nicht nur den Anspruch auf den Amt der Ministerpräsidentin verloren, sondern den gesamten Bundestagswahlkampf von Martin Schulz ruiniert. Auch wenn Rot-Grün  in NRW schon lange keime Mehrheit mehr hat, war es lange klar, das die SPD stärkste Partei bleiben würde und Kraft damit gute Chance hätte, ihr Amt zu behalten – in welche Koalition auch immer. Doch das ist vorbei. Der Schulz-Hype ist verpufft,  in den letzten Umfragen hat die CDU aufgeholt und liegt nun auf Augenhöhe mit den Sozialdemokraten, die Bürger sind  mit Krafts Arbeit als Regierungschefin unzufrieden und die ums Überleben kämpfenden Grünen setzen sie mit einer Zweitstimmenkampagne zusätzlich unter Druck.

Als Schulz im Januar als Nachfolger von Sigmar Gabriel auf das Schild gehoben wurde, schien die Dramaturgie bis zur Bundestagswahl klar: Wie Wahl an der Saar galt als eher kleines Problem, die Siege von Torsten Albig in Schleswig-Holstein und Hannelore Kraft in NRW waren fest eingepreist. Gestern hat Albig  in Schleswig-Holstein verloren – folgt ihm am kommenden Wochenende Kraft, kann sich Schulz schon einmal auf das Amt des Vizekanzlers und Aussenministers einrichten. Und die SPD sollte langsam damit beginnen, auf den Mann zu setzen, der 2021 wohl die besten Chancen hat, Kanzler zu werden: Olaf Scholz,  der Erster Bürgermeister  Hamburgs. Niemand in der SPD hat Scholz Potential.

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29 Kommentare zu “Ausgerechnet Kraft muss Schulz retten

  • #1
    GMS

    Wenn jemand den Wahlkampf von Schulz verbockt hat dann ist das in aller erster Linie Schulz selber. Nicht Frau Relinge, nicht Herr ambig und auch nicht Frau Kraft, sollte sie denn verlieren.
    Ein Kandidat der nach einem initialem Wirbel einfach abtaucht ist eine Fehlbesetzung. Da spielen Wischt-Waschi Argumente noch nicht einmal eine Rolle, denn die haben fast alle.

  • #2
  • #3
    Arnold Voss

    Schulz hat sein Grossthema Soziale Gerechtigkeit bis heute nicht griffig konkretisiert. Stattdessen wurde er immer schwammiger und geschwätziger. So kann man Menschen nicht dauerhaft mobilisieren. Im Gegenteil.

  • #4
    Helmut Junge

    @Arnold Voß (2), den Eindruck habe ich auch. Vermutlich hat man ihm intern gesagt, daß es für diese Pläne keine Mehrheit in der Partei geben wird, denn wenn die SPD diese Richtung hätte gehen wollen, wäre Steinmeier-Steinbrink auch schon drauf gekommen. Sind es doch uralte Anliegen dieser Partei.
    Schulz hat sich jedenfalls darauf verlegt zu warnen, vor der AFD und jetzt bald vor der Gefahr, daß es eine Bundesregierung ohne SPD-Beteiligung geben könnte. Und das wird nicht reichen. Aber etwas anderes hätte Gabriel an seiner Stelle aber auch nicht gemacht.
    Aber die Wahlforscher haben wieder allesamt danebengelegen, oder was auch möglich ist, Der Schulzhype war eine reine Erfindung. Es ist nämlich ein Trick aus meinen Kindertagen, zu sagen: Ich "sehe was, was du nicht siehst" und wenn man dann hinguckt: "aber gerade war es noch da."

  • #5
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @meyer: 48 Prozent für die SPD: http://www.wahlrecht.de/umfragen/landtage/hamburg.htm

  • #6
    discipulussenecae

    Es tut mir leid. Aber allein, wenn ich schon diese "Handschrift" sehe …
    Und dazu: Die SPD verbockt gewöhnlich eine Menge. Aber warum sollte Martin Schulz "Vizekanzler und Aussenminister" werden? Diese beiden gut dotierten und mit hohem Ansehen versehenen Jobs hat sein Vorgänger doch schon längst kassiert.
    Aber zu Olaf Scholz gebe ich Ihnen Recht! Der wird nach alter sozialdemokratischer Manier rechtzeitig aus der Deckung kommen.
    Allerdings muß mann auch zugeben: bei Angela Merkel war es nicht anders …

  • #7
    Davbub

    "Soziale Gerechtigkeit" im Sinne der SPD in D bedeutet im alltäglichen, also von uns allen gelebten Leben:
    Steuerhinterziehung wird zu Recht als Straftat verfolgt und geahndet. Die Erschleichung von Sozialleistungen, die mit Steuergeld finanziert werden, gelten als Ordnungswidrigkeit.

    Arbeitgeber, die schwarz arbeiten lassen, sind asozial. Sozialleistungsempfänger, die ihren staatliche finanzierten Lebensunterhalt mit Schwarzarbeit aufbessern, sind arme Opfer.
    Diese Auflistung ließe sich erweitern, soziale Ungerechtigkeiten definiert jeder für sich.
    In den Umfragen wird sich dem jeder anschließen, in der Einsamkeit der Wahlkabine jedoch werden auch durchaus egoistischer Motive eine Rolle spielen.
    Das erklärt u.A. die Diskrepanz zwischen der Rolle der "sozialen Gerechtigkeit" in unseren Medien und den tatsächlichen Wahlergebnissen.

  • #8
    Walter Stach

    Als Sozialdemokrat am Morgen nach dem Wahlsonntag:

    Große Freude über die rd. 66 % Wählerstimmen für Macron.

    Enttäuschung über das Wahlergebnis "meiner "Partei in Schl.Holstein ("höllisch geärgert wie Schulz habe ich mich nicht:)

    Gedanken über….
    a.)
    die Ursachen für den Erfolg Macrons und die Niederlage der SPD in Schl.H.? Da gibt es meinerseits viele, die aber allesamt nur sehr wage sind, weniger auf gesicherte Fakten, denn auf Mutmaßungen
    beruhen und die ich deshalb zunächst ‚mal " für mich behalte werde";
    b.)
    die Folgen des Erfolges von Macron und über die Folgen der SPD-Niederlage in Schl.H.
    -die kurzfristigen, die mittel- , die langfristigen -sh.a.)-

    Ich denke, über die mittelfristigen Folgen der Macron-Wahl und der Wahl in Schl.-H. wird erst dann fundierter als derzeit diskutiert werden können, wenn die Parlamentswahlen in Frankreich im Juni und die Wahlen in NRW sowie auf Bundesebene im Sept.2o17 gelaufen sind.

    Zu den aktuellen Kommentaren in den Medien zwei kritische Anmerkungen:
    1.
    Wenn der Anstieg der Wahlbeteiligung in Schl.H. von rd. 6o% auf rd. 65 % als Beweis dafür herhalten muß, Politik-, bzw. Parteien- oder gar Staatsverdrossenheit seien nicht existent, dann ist sollte diese Aussage zumindest relativiert werden angesichts von immerhin rd. 35 (!!) Nichtwählern.
    2.
    Die Freude über den Wahlsieg von Macron führt nach meiner Wahrnehmung der Kommentierungen in den Medien dazu, daß in problematischer, daß in bedenklicher Weise "medial" nicht hinreichend darauf eingegangen wird, daß sich für Le Pen rd. 35% (!!) der Wähler ausgesprochen haben, also für eine Kandidatin, die mit nationalistischen, faschistoiden, rassistischen, antieuropäischen Parolen um Wählerstimmen geworben hat.

  • #9
    thomas weigle

    @ Walter Stach "Große Freude," nein, Erleichterung, das ja, wohl wissend, dass dieses Ergebnis für Frankreich die letzte Ausfahrt Richtung Europa war. Wenn Macron es verkackt, und das liegt nicht nur an ihm, sondern auch an Berlin und Brüssel, dann GUTE NACHT MARIANNE!!! GUTE NACHT EUROPA!!
    FJS hat mal vor vielen Jahren gesagt: "Bayern ist unsere Heimat, Deutschland unser Vaterland, Europa unsere Zukunft!" Bayern sind wir nicht, logo, in jeder Hinsicht nicht,Vaterland, nun ja, aber letzteres stimmt mehr denn je, im Guten wie im Bösen. "Man kann gegen alles Politik machen, aber nicht gegen die Geographie" habe ich ja vor kurzer Zeit hier schon mal Stalin zitiert. Entweder wird ein freiheitliches und gerechtes Europa sein oder Deutschland wird nicht sein, jedenfalls nicht so, wie wir es kennen und letztlich auch schätzen.

  • #10
  • #11
    Robert Müser

    Moin, moin!

    Ich halte es inzwischen es für wahrscheinlich dass H. Kraft / S. Löhrmann die Wahl versammeln werden.

    Neben der Schwäche der Grünen ( u.a. wg. der Schulpolitik) kommt noch ein hausgemachtes Problem der SPD dazu: Der Jäger-Effekt

    Ich habe in den letzten Tage tw. hitzige Debatten an den Wahlkampfständen der SPD mitbekommen, wo der "gemeine" Wähler seinen Frust über diesen Minister Jäger ausgelassen hat. Die innere Sicherheit scheint das Wahlvolk scheinbar mehr als der Kuschelwahlkampf #NRWIR zu beschäftigen. Die gefühlte Sicherheit hat zwar nichts mit der tatsächlichen Sicherheitslage zu tun, aber da kommt nichts von der SPD was die Wähler wieder einfangen könnte. Oder mit "Der Partei" zu sprechen:
    Der SPD-Wahlkampf ähnelt z.Z. eher #NRWIRR als #NRWIR …

    Zum Thema Schulz noch eine kurze Beobachtung aus dem privaten Umfeld:

    "Martin Schulz, gibt es den eigentlich noch?"

    Diese Frage kam am Wochenende auf, er ist derart für mein Umfeld aus dem Blckfeld verschwunden, dass dort schon die Vermutung aufkam, er wolle nicht Bundeskanzler werden.

    Wenn Schulz jetzt nicht langsam anfängt mit Themen und Inhalten Wahlkampf zu machen, dann wird das im September nichts …

  • #12
    der, der auszog

    @Helmut Junge (#4)
    "Aber die Wahlforscher haben wieder allesamt danebengelegen, oder was auch möglich ist, Der Schulzhype war eine reine Erfindung."

    Das Problem der Wahlforscher ist, dass sie Szenarien schaffen, die nicht existieren und das, was früher Prognose hieß und heute mit dem Vermerk "Achtung, dies ist keine Prognose sonder nur eine Momentaufnahme" versehen wird, völlig an der Realität vorbei geht. Schauen wir uns den Hype mal genauer an:

    Am 24. Januar ist Schulz offiziell zum Kanzlerkandidaten gekürt worden. Einen Tag später, am 25. Januar verkündeten die Tagesthemen: "Schulz und Merkel gleichauf". Grundlage für diese Feststellung war der Umstand, dass 41 Prozent der Befragten zu diesem Zeitpunkt Martin Schulz zum Kanzler wählen würden, genauso, wie 41 Prozent der Befragten Angela Merkel zur Kanzlerin wählen würden. Das irreale an der Geschichte: Noch nie ist in Deutschland der Bundeskanzler von der Bevölkerung gewählt worden.

    Eine Woche später geht der Quatsch vom ARDDeutschlandtrend dann weiter: Eine Mehrheit der Befragten wünscht sich eine Fortsetzung der Großen Koalition. Geführt werden soll die GroKo von der SPD, meinen zumindest 50%. Nur 39% wollen, dass sie CDU geführt ist. Wären an diesem Tag Wahlen gewesen, wäre die CDU laut Umfrage auf 34%, die SPD nur auf 28% gekommen. Bei einem solchen Wahlausgang würde sich allerdings die Frage, ob Schulz Kanzler wird, gar nicht erst stellen. Ellen Ehni und Jörg Schöneborn stellen sie aber trotzdem…

    Wahlprognosen und Deutschlandtrends sind so gestaltet, dass für jeden was dabei ist. Für Sozialdemokraten und Linke ist es natürlich toll, wenn sie Zahlen präsentiert bekommen, aus denen sie Hoffnung schöpfen können und so ähnlich wie Schalke vor 16 Jahren "Meister der Herzen" wurde, wird Schulz im Herbst unter Umständen "Kanzler der Herzen", ohne dass er Merkel wirklich jemals gefährlich war.

    Aber zurück zur SPD. Will man den Zustand der Sozialdemokratie in Deutschland einigermaßen exakt bewerten, dann sollte man nicht auf Prognosen zurückgreifen sondern auf Fakten, die da wären:

    Die SPD kommt 2017 im Saarland auf 29,6% und hat gegenüber der Wahl 2012 um 1% verloren
    Die SPD kommt 2017 in Schleswig Holstein auf 27,2% und hat gegenüber der Vorwahl sogar 3,2% verloren
    Die SPD in NRW wird nächsten Sonntag auf x % kommen und im Vergleich zur Wahl 2012 wenigstens genauso viel verlieren wie die SPD in Schleswig Holstein, vermutlich sogar 1-2 Prozentpunkte mehr.

    Vermutlich wird das einen echten Sozialdemokraten aber nicht weiter jucken, solange man ihn bis zum 24. September weiter träumen lässt.

  • #13
    der, der auszog

    Ergänzend zu #12 lohnt auch der Blick ins Wahljahr 2016. Bis auf Rheinland Pfalz baute die SPD bei jeder Landtagswahl ab, teilweise äußerst massiv. In Mecklenburg-Vorpommern um 5%, in Berlin um 6,7%, in Baden-Württemberg um 10,4% und in Sachsen-Anhalt um 10,9%. Dort drohte sie fast einstellig zu werden und auch in Baden-Württemberg kann man mit 12,7% nicht mehr wirklich von einer Volkspartei reden. Sicherlich muss man in 2016 die Flüchtlingsproblematik berücksichtigen, die auch der CDU Verluste beschert hat. Die CDU hat sich aber scheinbar von ihrem Abwärtstrend erholt. Für die SPD geht der Sinkflug weiter, egal ob mit oder ohne Martin Schulz.

  • #14
    Helmut Junge

    @DDA, @Robert Müser, nach der NRW-Wahl wird es Schulterschluß statt Diskussionen innerhalb der SPD geben, Und Schulterschluß statt Diskussion gab es in dieser Partei seit den Bismarckschen Sozialistengesetzen deshalb, weil der übermächtige politische Gegner, vereinfacht "Klassenfeind" stets mithört. Das ist auch der Grund, warum es erst jetzt bei den Wahlkampfständen zu zwangsweisen Kenntnisnahmen der Stimmung im Wahlvolk kommt. Das was da gesagt wird, wurde innerhalb nie diskutiert! Ich habe einen Sozialdemokraten, der heftig über einen Beschluß im Rat gegenüber seinem Ausschußvorsitzenden geschimpft hat, beschwichtigend sagen hören:"Das soll jetzt aber keine Kritik sein!"
    Nee, "Kritik" geht gar nicht. Darum bleibt auch nur der Traum dda.("Vermutlich wird das einen echten Sozialdemokraten aber nicht weiter jucken, solange man ihn bis zum 24. September weiter träumen lässt.") Es juckt schon, aber nicht genug, daß man die Klappe aufreißt.
    Diese Partei wird sich nicht an die rauhe Wirklichkeit anpssen können. Evolution heißt der Prozeß übrigens, der dann entscheidendet, ob es weitergeht, oder eben nicht. In Frankreich haben die Sozialisten schlagartig keine Rolle mehr gespielt.

  • #15
    Walter Stach

    DER,DER…..
    "echte" Sozialdemokraten…"weiter träumen"……..
    Ich weiß nicht, was ein "echter" Sozialdemokrat ist und was einen "unechten" ausmacht.

    Als an Lebens- und Mitgliedsjahren altem Mitglied der SPD habe ich zudem "in der Politik" nie geträumt, sondern mich an Fakten orientiert, z.B. dann, wenn es um die Wahlchancen der SPD ging und geht.
    Zu den Fakten im politischen Alltag gehören allerdings auch die sog. Wahlumfragen, die gelesen/gehört werden, und die gewollt oder ungewollt irgend etwas bei jedermann bewirken -wie und was auch immer.Die Parteien interpretieren sie -so oder so- und sie nutzen sie -so oder so-. Ob sie damit dazu beitragen, daß es bei einigen ihrer Mitglieder/ihrer Anhängern zu Träumen oder zu Albträumen kommt, kann angenommen werden -warum auch nicht und das dann jeweils mit allen denkbar unterschiedlichen Folgen.

    DER,DER….
    Die im vorletzten Absatz Ihres Beitrages -12- abgegebene Prognose kann (!) zutreffen. Und dann….?

    Da ich nicht von wünschenswerten Wahlergebnissen träume und mich erst recht nicht auf Diskussionen über Prognosen Tage vor einer Wahl einlasse, denke ich seitjeher vor einer Wahl über alle möglichen Wahlausgänge nach und darauf gestützt über denkbare Konsequenzen, z.B. bezogen auf eine Regierungsbildung. Ich habe vor einigen Wochen hier bei den Ruhrbaronen alle denkbaren Koalitionsmöglichkeiten aufgezeigt -für den Bund, für NRW- und darauf bezogen für mich festgestellt, daß ich mit allen denkbaren Koalitionen, solange nicht die AFD beteiligt ist, politisch gut leben kann, was nicht in Widerspruch steht zu meinem Wunsch als SPDler, daß "meine" Partei an Koalitionsregierungen beteilgt sein sollte -z.B. in NRW- und dann "am besten" als stärkste Partei. Diesen Wunsch ergänze ich regelmäßig mit der Anmerkung : Aber möglichst nicht an einer weiteren großen Koalition -im Bund und in NRW-; dann doch"lieber " Opposition.

    Wenn die Wähler mittels ihres Votums die Realisierung meiner Wünsche verhindern, akzeptiere ich das -selbstverständlich-. Und zwar nicht "höllisch verärgert", sondern lediglich "ein wenig" enttäuscht.
    Das gilt konkret "hier und heute" für das Wahlergebnis in Schl.H. und für jede Koalition, die dort jetzt zu bilden ist.
    Ich hoffe, daß die hier bei den Ruhrbaronen besonders aktiven " radikalen Gegner der Grünen" sich ähnlich verhalten, wenn die Grünen in Schl.H. mit der CDU und der FDP koalieren werden -und demnächst in NRW und demnächst auf Bundesebene?

    PS
    Noch eine sehr persönliche Anmerkung:

    Wenn meine private wirtschaftlich-finanzielle Situation für mich maßgebend bzw. ausschlaggebend wäre für mein jeweiliges Wahlvotum oder für meine "Wunschkoalition", dann müßte ich für die Steuersenkungs-Partei FDP votieren!
    Das geschieht nicht, auch nicht deshalb, weil ich die persönliche Leistung von Lindner als FDP-Chef höchst beachtlich und anerkennenswert finde.

    Und noch eine Mutmaßung zu den Wahlausgängen im Saarland und in Schl.H.:

    Mir scheint, wie hier durch mich bei den Rurhbaronen schon mehrfach angemerkt, daß viele Wähler -mit zunehmender Tendenz- ihr Votum von ihrer personenbezogenen Wertschätzung der jeweiligen Spitzenkandidaten abhängig machen; auch im Saarland, auch in Schl.H.

    So ist z.B. "mein Genosse Albig" bei mir wegen seiner von mir so wahrgenommen Arroganz auf wenig Sympathien gestoßen ,und er hat zudem mit seinem mittlerweile "berüchtigtem Interview in der BUNTEN" weniger Tage vor der Wahl, , konkret mit den Bemerkungen über seine bisherige Ehefrau, nicht nur für absolutes Unverständnis bei mir gesorgt ,sondern bei mir zu einem kritischen Nachdenken über seine Charakter geführt –auch bei dem einen oder dem anderen Wähler in Schl.H.????

  • #16
    Walter Stach

    Nachtrag:
    Wie schon mehrfach hier bei den Ruhrbarone aus vergleichbaren Anlässen"nachgefragt", frage ich auch jetzt:
    "Warum echauffieren sich die bekennenden "radikalen" SPD-Gegner hier bei den Ruhrbarone über die Wahlniederlage der SPD in Schl.H. und warum verschafft es ihnen offenkundig "politische Befriedigung", wenn sie meinen, darauf gestützt weitere Niederlagen der SPD prognostizieren zu sollen?"

    Wäre es nicht naheliegender, sich stattdessen über den Wahlsieg von…….zu freuen und sich der guten Hoffnung hinzugeben, daß der Wahlsieger (die Wahlsieger )jetzt "die richtige Politik" machen werden?

    (Wenn "mein BVB" gegen S04 gewinnt, freue ich mich darüber und echauffiere mich nicht primär über den unterlegenden S04 bzw. prognostiziere nicht dessen weiteren Niederlage oder gar mit Häme dessen Untergang, -warum sollte ich?)

  • #17
    Klaus Lohmann

    @Walter Stach: Mal ganz ohne Flachs – wer von den SPD-Stammwählern liest bitte die BUNTE???

  • #18
    Helmut Junge

    Wenn jetzt der Genosse Albig an Allem Schuld haben soll, frage ich mich, was die sozialdemokratische Wahlanalyse nächsten Montag sagen wird. Aber das wird nicht mehr wichtig sein, denn es wird keine Kritik am Vorstandskurs geben. Und das ist entscheidend, denn das wäre Kritik, und die gibt es nicht. Genosse Albig ist nur ein Bauernopfer.

  • #19
    der, der auszog

    @Walter

    wenn von 605 Sozialdemokraten Sechshundertfünf ihren Martin zum Vorsitzeden wählen, dann könnte man eigentlich schon von "Einheits"-sozialdemokraten sprechen. Um allerdings Verwechselungen mit der SED und Erich Honecker vorzubeugen, rede ich lieber von "echten" Sozialdemokraten.

    Was Genosse Albig angeht: Die Chance für eine Ampelkoalition und damit eine Regierungsbeteiligung der SPD wäre um einiges günstiger, hätte Albig unmittelbar nach der Wahl seinen Hut genommen und als Ministerpräsident abgedankt. Habecks Grüne favorisieren die Ampel und Kubickis FDP wäre auch nicht abgeneigt, wäre da nicht Albig. Weil der aber bislang keinen Fehler bei sich sieht und das Heilfasten mit seiner neuen Flamme unter Umständen die Energieflüsse seine Chakras entschlackt hat, denkt er gar nicht daran, abzusatteln. Und so läuft wohl alles auf eine Jamaica Koalition hinaus.

  • #20
    Walter Stach

    DER, DER….
    für eine demokratische Partei war das Wahlergebnis für Schulz außergewöhnlich, aber für mich nicht überraschend, denn "der Martin" erschien nun ‚mal der "überwälitgenden Mehrheit" der Parteigenossen " als Erlöser aus allem politischen Elend". Und solchen "Erlösern" veweigert man sich nicht, man begeistert sich für sie und folgt ihnen.

    Ich habe mich im Vorfeld der Entscheidungsfindung "ohne Wenn und Aber" für Martin Schulz augesprochen, ohne ihn jedoch als "den Erlöser" aus allem SPD-Elend zu betrachten. Ich halte seine Nominierung als Kanzlerkandidat und seine Wahl zum Parteivorsitzenden nach wie vor im Interesse der SPD für sinnvoll, für zweckmäßig. Ob ich mich diesbezüglich irre? Wir werden sehen.

    Zu Albig:
    Ja, sehe ich auch so!
    Ich gehe derzeit davon aus, daß "Jamaica" kommen wird, auch wenn das für die Grünen in Sch.l-H nur die "zweite Wahl" ist, eine Koaltionsentscheidung, die ihnen viel mehr Probleme bereiten wird als eine Koalition mit SPD/FDP, die deshalb aus Sich der Grünen trotzdem getroffen werden kann -und vermutlich auch getroffen werden wird.

    Klaus Lohmann -17-
    Nach meinen Informationen soll es -angeblich- vor allem unter den Wählerinnen in Schl.H. viele (!!) gegeben haben, die ihn wegen seiner auch für mich nicht akzeptablen Auslassungen über seine bisherige Ehefrau nicht gewählt haben; darunter angeblich "sogar" etliche Funktionsträgerinnen" in der SPD des Landes Schl.H.

    Im übrigen :
    Ich weiß bis jetzt nicht, was denn letztendlich ausschlaggebend war für den Sieg der CDU und die Niederlage der SPD.
    Ich habe bisher nur gemutmaßt und abschließend in meinem Beitrag -15- unter PS so nebenbei kritisch die Persönlichkeit des Spitzenkandidaten hinterfragt.
    Insofern(!) verstehe ich die Bemerkung von Helmut Junge -18- nicht: "Wenn jetzt der Genosse Albig an allem Schuld haben soll….".

  • #21
    Helmut Junge

    Walter Stach, Wieso verstehst du meine Bemerkung nicht? Wenn letzten Sonntag in NRW Wahlen gewesen wären, hätte die SPD auch 3% unter den Umfragewerten von vor einer Woche zuvor gelegen. Ende April lag Sie übereinstimmend noch bei 35% und am 4.5. lag sie sowohl bei ARD als auch ZDF nur noch bei 32%. Das wäre der genau der gleiche Verlust wie in Schleswig. 3% in einer Woche! Und der Bundestrend scheint noch viel radikaler zu sein. Und wird man dann Genossin Kraft dafür die Verantwortung zuschieben? Von den 39% beim letzten mal, liegt sie übrigens bereits 7% entfernt.
    Alle Umfragen auf einen Blick:
    http://www.wahlrecht.de/umfragen/index.htm
    Die SPD ist, gemessen am Spitzenwert des Schulzhype, bundesweit im freien Fall. Da es während der Schulzeuphorie ja keine Wahlen gegeben hat, können wir sowieso niemals herauskriegen ob es diese Euphorie überhaupt gab. Nur Wahlergebnisse sind ehrlich. Umfragen sind zur Zeit so ungenau wie nie zuvor.

  • #22
  • #23
    Walter Stach

    Helmut Junge,
    wenn Du meine Anmerkung bezogen auf die von mir angeführte ganz konkrete Behauptung von Dir beziehst, könntest Du evtl.mein " Nichtverstehen" nachvollziehen.

    Im übrigen: sh. -16-.
    Ich neige mittlerweile diesbezüglich zu der Auffassung, hier einem interessanten psychologisches Problem bei jedem neuen Anlaß – ggfls. demnächst nach der NRW-Wahl, nach der Bundestagswahl-etwas näher zu kommen.
    Im übrigen:
    Was soll ich, was kann mit Aussagen anfangen wie " nur Wahlergebnisse sind ehrlich" oder -sh.Arnold Voss -22- "Der größte Feind der SPD ist sie selbst" ?
    Ich nehme sie also unkommentiert zur Kenntnis.

  • #24
    Walter Stach

    Nachtrag:
    Wenn es denn so kommen sollte, daß es demnächst in Schl.H., in NRW und im Bund die sog. Jamaica-Koalition geben wird, nehme ich das -selbstverständlich- als vom Wähler legitimiert zur Kenntnis, und zwar unaufgeregt, weil dann a.) drei demokratische Parteien gemeinsam eine Koalition bilden und weil ich b-) darauf baue, daß "liberalistische Exzesse" zu Lasten der sozial schwachen Schichten durch die Grünen und durch den sog. Arbeitnehmerflügel der CDU , aber auch durch Frau Merkel verhindern werden, dh., daß zumindest eines der wichtigsten politischen Ziele der SPD-mehr soziale Gerechtigkeit- in einer Jamaica-Koaltion nicht in sein Gegenteil verkehrt werden würde.
    "Jamaica" -in Schl.H, in NRW, im Bund- wäre für mich kein "politischer Weltuntergang", der mich schlaflos machen würde.
    Dass ich es im Interesse Deutschlands und Europas für zweckmäßiger, für zweckgerechter halte -insbesondere mit Blick auf die Außen-, die Europa-, die Verteidigungs-, die Wirtschafts- , die Bildungs- und vor allem die Sozialpolitik-, wenn in den beiden Bundes-ländern und im Bund die SPD-Regierungspartei bleiben würde, steht zu dem vorher Gesagten nicht in Widerspruch, aber möglichst nicht in einer weiteren großen Koalition.

    Also…
    "Ett iss wie ett iss" und "ett kütt wie ett kütt".

  • #25
    abraxasrgb

    Hat Hanni der "Bunten"(sic!) schon prophylaktisch ein Interview gegeben? 😉

  • #26
    thomas weigle

    Bei INSA heute SPD 33,CDU30, Grüne 7, FDP13, Linke5 und AFD7. Wie vor 5 Jahren scheint SH den Trendsetter für die Linke zu sein. Erst flogen sie in Kiel raus, eine Woche später dann in D´dorf.

  • #27
    Walter Stach

    ThomasWiegle -26-
    apropos "LINKE"

    Seit einige Zeit "erwische ich mich häufig" auf ketzerischem Weg, dh. als Sozialdemokrat, so scheint es mir jedenfalls bei einer selbstkritischer Betrachtung, meinerseits, entwickle ich Sympathien für Sara Wagenknecht, was bis dato für mich unvorstellbar war.
    Gründe dafür -emotionale, rationale? Ich weiß es nicht. Ich will darüber auch nicht weiter nachdenken, aber dieses Phänomen -jedenfalls ist es für mich eiens- hier ‚mal ergänzend zum "Rausfliegen" der Linken aus……erwähnen. Ich denke, bei der Bundestagswahl kann ein "Rausfliegen" der Linken realistisch nicht erhoff -oder befürchtet- werden.
    Ich kann mir im übrgine denken, daß Dich, Thomas Weigle, dass das von mir zu Wagenknecht angemerkte, eschrecken bzw. sogar provozieren könnte, angesichts Deiner persönlichen Erfahrungen mit dem "real-existierenden" Sozialismus in der DDR bzw. mit dessen Protagonisten und mit deren "Nachfolger". Aber gerade deshalb erwähne ich es, weil ich selbst ,nicht erschrocken, aber doch nachdenklich geworden bin ob meiner neuerdings festzustellen Sympathien für Sara Wagenknecht.

    Thomas Weigle,
    wenn denn die Umfragen……….
    Danach wäre jedenfalls in Sachen "Koalitionsregierung" weiterhin alles möglich -ohne AFD-, dh. auch eine große Koalition -unter Führung der SPD-, die , wie mehrfach angesprochen und egal unter wessen Führung,, nicht meine "Wunschkoalition wäre. Da es aber in der Politik im großen wie im kleinen nicht um das Wünschenswerteste geht…………..

  • #28
    thomas weigle

    Walter Stach -27- Frau Wagenknecht sagt ja einiges, was vernünftig ist, gerade zu Erdogan, da war ich doch angenehm überrascht. Dies ändert aber nix daran, dass die NRW-Linke nicht wählbar ist. Man wird abwarten müssen, wie sich die Linke in Zukunft bundesweit entwickeln wird. Ich bin jedenfalls der Meinung, es braucht eine linkssozialistische Partei, eine USPD, die allerdings kein Tummelplatz für Marxisten-Leninisten, Stalinisten und Trotzkisten sein darf, will sie auf Dauer Erfolg haben und regierungsfähig sein.
    Zum jetzigen Zeitpunkt gehe ich allerdings davon aus, dass die Zeit für einen entsprechenden Klärungsprozess in der PdL noch nicht gekommen ist, auch weil ich wie Du davon ausgehe, dass die Linkspartei auch 2017-21 wieder im Bundestag vertreten sein wird. So lange auch in der PdL wesentliche Teile den Antikommunismus als zu bekämpfende Einstellung sehen, wird die PdL über eine marginale Rolle nicht hinaus wachsen.

  • #29
    Walter Stach

    -26-
    ThomasWeigle,
    ja, kann "man" so sehen.
    Zunächst bin ich -u.a.- sehr gespannt, ob die LINKE in NRW die 5 % Hürde bewältigen wird; sicher scheint das noch nicht zu sein.

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