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Beck: Die Grünen und ihre Glaubwürdigkeit

Volker Beck Foto: Stefan Kaminski
Volker Beck Foto: Stefan Kaminski

Volker Beck Foto: Stefan Kaminski


Dass die NRW-Grünen Volker Beck nicht mehr im Bundestag haben wollen war seit mindestens einem halben Jahr intern entschieden. Alle Beteiligten wussten es. Und sie, die langgedienten Grünen Funktionäre, „zogen ihr Ding durch.“ Nun ist es auch formal entschieden. Von unserem Gastautor Roland Kaufhold

Volker Beck wird dem neuen Bundestag nicht mehr angehören. Die NRW-Grünen haben ihn mit ¾ Mehrheit fallen lassen. Für sie war er nur noch ein Hindernis. Als Scheinargument wurde eine Verjüngung der Grünen vorgeschoben. Sein Gegenkandidat Ostendorff ist sieben Jahre älter als Volker Beck…

Einen Tag nach seinem Fallenlassen feierten sie Beck auf ihrem Landesparteitag mit Standing Ovations. Mir läuft es kalt den Rücken runter.

Einen Kommentar in Queer zu „Becks Abstrafung“ verglich ein führender Kölner Grüner mit dem Prawda-Niveau der 80er Jahre – und beklagte sich zugleich über Unterstützer-Briefe für Beck aus Jüdischen Gemeinden, die die Kölner Grünen erhielten…

Es hat mich mich nicht überrascht. „Wir“ alle wussten es. Und doch ist es enttäuschend, obwohl es vorhersehbar war. Entschieden haben die Grünen hiermit jedoch auch über ihre eigene Glaubwürdigkeit. Ihre Wählbarkeit.

Der rechtsradikale Mob – sorry, der „Rechtspopulismus“, Pegida: also der Bevölkerungsanteil, bei dem Schwulen- und Lesbenfeindlichkeit schon immer verbunden war mit dem guten deutschen Antisemitismus – das deutsche Ressentiment triumphiert. „Beck ist weg!“ schallt es überall auf Twitter. Der Vorkämpfer für Schwule und Lesben, der zuverlässige Ansprechpartner für die jüdischen Gemeinden, der Träger des Leo-Baeck-Preises: Volker Beck war schon immer ihr größtes Feindbild.

Dies haben die Kölner und die NRW-Grünen sehr wohl gewusst. Volker Beck war der nahezu einzige Spitzenpolitiker, der einer Frauke Petry in Fernsehduells Paroli zu bieten vermochte. Er legte ihr antidemokratisches Ressentiment, ihren gefährlichen Populismus, ihren latenten Antisemitismus frei. Von den Spitzengrünen ist ansonsten niemand hierzu in der Lage. Aber diese Kompetenz ist in der heutigen Zeit, in der die AfD bald in alle Parlamente mit 10 plus x Prozenten einziehen wird, offenkundig entbehrlich.

„Das Ergebnis der Landesdelegiertenkonferenz (LDK) ist ebenso enttäuschend, wie es vorhersehbar war“, schreibt Axel Hochrein, Initiator einer parteiübergreifenden Initiative für Volker Beck, die von 100 „Prominenten“ unterzeichnet wurde. Sie alle setzten sich über Monate für diesen glaubwürdigen Vorkämpfer für Minderheitenrechte ein, unabhängig von Parteipräferenzen. Für einen Menschen, der auch in Gefahrensituationen, in Polen und in Moskau, seine Prominenz nutzte, um das gemeinsame Anliegen zu vertreten. Der dafür verprügelt, verletzt wurde. Für Volker Beck war ein solches Engagement eine existentielle Verpflichtung. Eine Selbstverständlichkeit. Auch dies zeichnet ihn aus.

Die Liste der Unterstützer war imposant, unter ihnen: Güner Balci, Sibylle Berg, Jürgen Becker, Micha Brumlik, Frank Bsirske, Mehmet Gürcan Daimagüler, Herta Däubler-Gmelin, Jan Feddersen, Patrick Gensing, Avitall Gerstetter, Bertold Höcker, Anetta Kahane, Mouhanad Khorchide, Stephan J. Kramer, Maren Kroymann, Ahmad Mansour, Andreas Nachama, Cigdem Toprak, die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker, Katja Riemann, Romani Rose, Hella von Sinnen, Josef Schuster, Ali Ertan Toprak, Biggi Wanninger und Günter Wallraff.

Michael Rados Stellungnahme im Rahmen einer von Avitall Gerstetter initiierten Aktion zur Unterstützung von Beck hat mir besonders imponiert.

Axel Hochrein, der viele Jahre lang bayrischer Landesvorsitzender der „Lesben und Schwulen in der Union (LSU)“ war, fügt hinzu: „Parteien sind wie geschlossene Fonds, risikoreich und es ist fast unmöglich von außen etwas zu ändern. Insofern gilt für alle Mitstreiter_innen: „Wir hatten keine Chance, aber wir haben es versucht.““

Mit „meinen“ Grünen verbinde ich nostalgische Erinnerungen: 1979 zogen sie in „meiner“ Industriestadt in NRW erstmals mit 5 Prozent in den Stadtrat. Dies gelang seinerzeit nur in wenigen NRW-Kommunen. Selbst in der Universitätsstadt Köln gelang dies erst fünf Jahre später, 1984. Auf Anhieb erlangten sie 10.8 Prozent. Damals, 1979, war ich 18. Ein paar Mal war ich bei Parteiversammlungen in meiner damaligen Stadt dabei, auf den Tischen standen viele Bierflaschen. Für mich war dies seinerzeit ein gewöhnungsbedürftiger Anblick. Die Anti-AKW-Aufkleber und die „Friedenstauben“ waren allgegenwärtig. Einige Male machte ich auch beim Erstellen der lokalen Parteizeitung – seinerzeit noch mit Letraset – mit. Kurz danach begann der Siegeszug der Grünen. Vier Jahre später, 1983, zogen sie erstmals in den Deutschen Bundestag – einige seinerzeit noch mit Latzhose und wildem Bart. Es war eine Aufbruchstimmung, ein Versuch einer demokratischen Neuorientierung. Niemand hatte es für möglich gehalten, dass das traditionelle Drei-Parteiensystem einmal aufgebrochen werden könnte. „Jede Stimme für die Grünen ist eine verschenkte Stimme“, war die allgegenwärtige Drohung der Sozialdemokraten. Seitdem habe ich „meine“ Grünen fast immer gewählt, über 30 Jahre lang. Irgendwo sollte man sich doch zugehörig fühlen. Und ihr Wirken erscheint mir im Rückblick auch keineswegs als unbedeutend. Ohne sie hätten sich auch die anderen Parteien nicht bewegt. Und Volker Beck war in vielen Bereichen, meist im Alleingang, der Impulsgeber, derMotor. Nun, wo sie Volker Beck vorsätzlich haben fallen lassen, mag ich sie nicht mehr wählen.

In Köln, Volker Becks Heimatstadt, wurden sie in den 1980er Jahren als Folge einer korrupten, jahrzehntelang regierenden SPD groß. Hier erschienen sie als eine Alternative. Wenn ich mir nun die Reaktionen insbesondere führender Kölner Grünen auf das bewusste Fallenlassen des in seiner Prinzipienfestigkeit gelegentlich nervenden „Moralisten“ Volker Beck anschauen – dem sie sehr viel zu verdanken haben – so packt mich wirklich kaltes Entsetzen. Sie haben die Klaviatur des Machtspiels, der Parteiintrige, des sich Durchsetzens unabhängig von Inhalten schneller gelernt als ihr einstiger Gegenpart, die Kölner SPD.

Volker Beck hatte quasi im Alleingang die Eingetragene Lebenspartnerschaft sowie die Entschädigung von Zwangsarbeitern politisch durchgesetzt, gegen hartnäckige Widerstände. Und immer wieder klagte er eine Gleichbehandlung der jüdischen „Kontingentflüchtlinge“ mit russischen Spätaussiedlern ein.

Insbesondere während des Gazakrieges 2014 trat Volker Beck als Vorsitzender der deutsch-israelischen Parlamentarierkommission immer wieder für die legitimen Sicherheitsinteressen Israels ein. Auf jeder Demonstration, gerade auch gegen Nazis und Pegida, war er präsent. Noch in dieser Woche hate er in der Jüdischen Allgemeinen zu den Bränden in Israel Stellung bezogen, von denen ein Teil offenkundig aus politischen Gründen gelegt wurde: „Der Umstand, dass es sich mutmaßlich in einigen Fällen um vorsätzliche Brandstiftung handelt, bereitet uns große Sorge. Solche Taten wären durch nichts zu rechtfertigen. Doch es gilt nicht nur, gegen die tatsächlichen Brandstifter vorzugehen. Auch geistige Brandstiftung muss konsequent verfolgt werden. Was wir in dieser Zeit vor allem im Internet gesehen haben, war Schadenfreude über die Brände und Häme über die Betroffenen.“

Auf dem schmiegsamen Weg hin zu einer Koalition auf Bundesebene mit der CDU – gegen die im parlamentarischen System prinzipiell durchaus nichts einzuwenden ist – wurde ein Volker Beck nur noch als ein Hindernis, ein Störenfried, betrachtet. Und auf eine Wählergruppe wie „die Juden“, die 0.3 Prozent der Bevölkerung ausmachen, darauf glauben die Grünen wirklich verzichten zu können. Der Besuch einmal pro Jahr auf feierlichen Gedenktagen genügt offenkundig. Und vielleicht wird man auch einmal pro Jahr pflichtgemäß zum lokalen Israeltag gehen. Die Chance, ihn loszuwerden, war durch seine kleinen Fehler – von denen wir alle, zum Glück, nicht frei sind – gegeben. „Spinnen die? Haben sie diesem Politiker ernsthaft übel genommen, dass er von der Polizei mit einer illegalen Droge erwischt wurde?“ fragt Jan Feddersen in der taz zu Recht. Und er endet mit: „Politische Nervbolzen des Kalibers Becks sind unberechenbar. Das exakt war das Problem. Es ist deprimierend.“

Ja, es ist deprimierend. Absolut. Meine jugendlichen, nostalgischen Illusionen, meine Loyalitäten jedoch sind hinweg.

Um die Zukunft von Volker Beck mache ich mir wirklich keine Sorge. Ich würde es ihm gönnen, wenn er nach dem Ende seines Bundestagsmandates 2017 weniger arbeitet. Volker Beck wird auch zukünftig, sei es innerhalb der Grünen oder als Privatperson, weiterhin für seine Ziele streiten. Daran habe ich keinen Zweifel.

Ob die Grünen „hierbei“ jedoch ein Alleinstellungsmerkmal haben, das hat sich für mich endgültig als eine nostalgisch verklärte Illusion erwiesen. Politisch werden sie nicht mehr oder weniger gebraucht als andere demokratische Parteien. Auch die SPD hat eine Abgeordnete wie Michaela Engelmeier, die sich unbeirrbar für die jüdischen und israelischen Themen engagiert. Sergey Lagodinsky macht dies in Berlin für die Grünen. Ralf Unna für die Grünen in Köln. Tobias Huch macht dies innerhalb der FDP. Und auch die Linke – deren mehrheitlich strikt antizionistischer Landesverband NRW unwählbar ist – hat mit Katharina König und Petra Pau zwei tolle, glaubwürdige, mutige Abgeordnete. Und Angela Merkel ist ein Garant dafür, dass die aus historischer Verantwortung und politischer Einsicht erwachsene Verantwortung gegenüber dem Staat Israel bestehen bleibt. Zuvor hatte Joschka Fischer hierfür gestanden. Auch einem Joschka Fischer vertrauten viele Juden und viele Israelis. Merkels Standfestigkeit, auch in der „Flüchtlingsfrage“, ist imponierend. Barack Obama hat recht: Angela Merkel ist als Bundeskanzlerin der wichtigste Stützpfeiler für ein leidlich stabiles Europa in den Zeiten eines gefährlichen, antidemokratischen und antisemitischen Rechtspopulismus. In diesem Sinne hat der Regisseur Leander Haußmann soeben einen „offenen Brief“ an Merkel geschrieben. Wenn die Grünen einen so entschiedenen, prinzipientreuen Menschen- und Bürgerrechtler wie Volker Beck fallen lassen, dann kann man vielleicht auch direkt CDU wählen. Also: Es gibt viele Möglichkeiten.

Eine 34 Jahre zurückliegende Szene imponiert mir: In einer Fernsehdokumentation, in der sich einige der damaligen Protagonisten an die 30 Jahre zurück liegende „Wende“ der FDP hin zu Kohl erinnern, tritt Helga Schuchardt auf. Die 1939 Geborene war eine Vorkämpferin des in der damaligen FDP organisierten Linksliberalismus. Eine Vertreterin der „Freiburger Thesen“, die natürlich entschieden mehr Papier als gesellschaftliche Realität widerspiegelten. Nach der „Wende“ trat Helga Schuchardt aus der FDP aus, schloss sich jedoch – im Gegensatz zu vielen Anderen (von denen ein größerer Teil den jungen Grünen beitrat und dort Karriere machte) – keiner anderen Partei mehr an. Dennoch wurde sie Jahre später als Parteilose in SPD-Landesregierungen Kultursenatorin in Hamburg und Niedersachsen.

Die wirklich wortgewaltige, couragierte Helga Schuchardt versucht ihre Motive zu formulieren, warum sie 1982 zusammen mit 18 FDP-Abgeordneten gegen Helmut Kohls Wahl zum Bundeskanzler stimmte. Und auch 30 Jahre danach ringt sie mit den Worten, so ausgeprägt ist ihre Empörung über den Wortbruch, ihre Antipathie gegen „den Pfälzer“ Helmut Kohl: „Mir wäre die Hand abgefallen“, ringt sie nach Worten, „wenn ich Kohl im Bundestag hätte wählen müssen.“

Ja, ganz ähnlich geht es mir auch. Bei der Vorstellung, bei der kommenden Landtags- und Bundestagswahl erneut, wie bisher, die Grünen zu wählen…

Crosspost: Der Text erschien bereits auf Hagalil

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13 Kommentare zu “Beck: Die Grünen und ihre Glaubwürdigkeit

  • #1
    Benjamin

    Auf der verlinkten Liste der Unterstützer erscheinen, im Gegensatz zu dem, was im Artikel behauptet wird, weder Herta Däubler-Gmelin, noch Frank Bsirske…

  • #2
    David

    Mich stört gewaltig, dass in der Diskussion um Volker Beck ganz viele Aspekte in einen Topf geworfen werden und die demokratische Entscheidung, ihn nicht wieder für den Bundestag wieder aufzustellen, derart moralisch aufgeladen wird.

    Als Grüner habe ich hohen Respekt vor der politischen Leistung von Volker Beck und trotzdem halte ich die Entscheidung, ihn nicht wieder aufzustellen, für richtig. Grüne haben immer für die Begrenzung von Amts- und Mandatszeiten und gegen Personenkult gestanden. Auch wenn das heute nicht mehr so konsequent beachtet wird wie früher – richtig ist das m. E. trotzdem. Nach sechs Legislaturperioden im Bundestag sollte es wirklich genug sein. Es ging nicht um Verjüngung im Sinne von Lebensjahren sondern in Hinblick auf die Mandatszeit. Das ist kein Scheinargument, wie vom Autor behauptet.

    Aufgrund dieser Entscheidung die Wählbarkeit und Glaubwürdigkeit der Grünen in Frage zu stellen, kann ich überhaupt nicht nachvollziehen. Auch andere Politiker setzen sich für diese Ziele und Inhalte engagiert ein. Zahlreiche inhaltliche Fragen lohnen den Streit – auch in Hinblick auf Wählbarkeit und Glaubwürdigkeit. Aber bitte ohne Verknüpfung mit Personalfragen.

    Wenn man die "Verhauptamtlichung" der Parteiapparate (nicht nur der Grünen) kritisieren will, kann man das gerne machen – das Beispiel Volker Beck eignet sich dafür aber überhaupt nicht.

    Ich würde es begrüßen wenn Volker Beck an anderer Stelle politische Verantwortung nimmt.

  • #3
    hardy

    @David

    so ist das.

    ich wähle grün, seit man das kann, aber ich weiss nicht, ob ich volker beck weiter ertragen möchte. was mich richtig gehend wütend auf ihn machte, war sein versuch, einen jamaikanischen musiker an der einreise hindern zu wollen – ich habe ihm damals eine email geschickt mit dem hinweis, daß wir nicht die CDU ins schwul/lesbisch sind. seine antwort hat mir damals geholfen, zu verstehen, warum andere, die nie grün gewählt haben, die partei mittlerweile für eine halten, die nur zu gerne verbieten würde.

    die verdienste von beck sind unbestritten. unbestritten ist auch, daß er mit crystal meth erwischt wurde. der mann soll ruhig mal pausieren und von seinem arroganten hohen ross herunter kommen. vor allem sollten jetzt mal jüngere eine chance bekommen, sich zu profilieren.

  • #4
    Juppschmitz

    Jamaika Katalonien? Der alte antisemitische, pardon antizionistische war für die Grünen erst ein Problem als er bei Jürgen w. Moellemann angeheuert hatte, und Kerstin Müller ist für die meisten Grünen bis heute kein Problem, da ist es doch nur ehrlich, wenn Volker Becker abgewählt wird. Allies gute Volker, du bleibst immer an unserer seite!

  • #5
    Roland Kaufhold

    Hallo Benjamin,
    zu: "Auf der verlinkten Liste der Unterstützer erscheinen, im Gegensatz zu dem, was im Artikel behauptet wird, weder Herta Däubler-Gmelin, noch Frank Bsirske…". Dies ist ein Missverständnis. Es gab, wie im Beitrag erwähnt und auch verlinkt, gleich zwei Initiativen, die sich in einem Appel bzw. in diversen Videos für die Kandidatur und den Wiedereinzug von Volker Beck eingesetzt haben: Zum einen die Initiative von Axel Hochrein (auf die Sie Bezug nehmen): https://wirfuervolker.wordpress.com/impressum/ Hierzu sei noch ergänzend angemerkt, dass dort, als die Zahl von 101 "prominenten" Unterstützern erreicht wurde, auf weitere Aktualisierungen im Netz verzichtet wurde. So hat beispielsweise auch der in Köln lebende deutsch-türkische Schriftsteller Dogan Akhanki den Aufruf unterzeichnet.
    Weiterhin gab es, parallel hierzu, die Initiative von Avitall Gerstetter (Berlin, s. Wikipedia). Von ihr wurden vom 9.11. – 3.12. diverse Kurzfilme sowie weitere Stellungnahmen von zahlreichen weiteren Prominenten veröffentlicht. Sie finden die Filme hier: https://www.facebook.com/volkerswahlkalender/
    In meinem Beitrag hatte ich diese Initiative an dieser Stelle kurz vorgestellt und verlinkt: "Michael Rados Stellungnahme im Rahmen einer von Avitall Gerstetter initiierten Aktion zur Unterstützung von Beck hat mir besonders imponiert." Weitere Filme & Stellungnahmen – neben der von Dr. Michael Rado vom Vorstand der Jüdischen Gemeinde Köln – stammen, wie Sie sehen können, von Frank Bsirske, Anbid Zaman (Bangladesch), Deidre Berger, Jürgen Becker, Romani Oskar Rose, Martin Kloke, Elisa Klapheck, Dieter Graumann, Günter Burkhardt, Andrea Livnat (haGalil.com), Josef Schuster, Simone Graumann, Andreas Nachama, Herta Däubler-Gmelin, Günter Wallraff und Henriette Reker.

    Heute sind noch, neben dem bereits erwähnten und verlinkten taz-Kommentar von Jan Feddersen, noch diese beiden deutlichen Reaktionen in der Presse:

    http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/27198

    http://mobil.siegessaeule.de/index.php?id=5533&tx_ttnews%5Btt_news%5D=3081&cHash=0956a55417ae77853ac3577966711294

  • #6
    Helmut Junge

    Mir ist der Gedanke, eine Partei nur deshalb nicht (mehr) zu wählen, weil eine bestimmte Person nicht mehr kandidiert, völlig fremd. Ich treffe solche Entscheidungen nie wegen einzelner Kandidaten.
    Noch nicht einmal im umgekehrten Sinne, daß ich wegen der Kandidatur bestimmter Leute, die ich nicht ausstehen kann, deren Partei nicht wählen würde, obwohl das eher mein Wahlverhalten beeinflussen könnte.

  • #7
    Yilmaz

    "Crystal-Beck" hätte schon früher sein Mandat verlieren MÜSSEN:

    https://www.bayernkurier.de/inland/13115-doppelmoral-fuer-crystal-beck

    Doppelmoral für „Crystal Beck“

    Kommentar

    Anfang März wurde der grüne Bundestagsabgeordnete Volker Beck mit Crystal Meth erwischt. Aber sowohl er als auch die Grünen machen weiter, als ob nichts Ernstes geschehen wäre. Moralapostel Beck behält nicht nur sein Mandat, sondern auch wichtige Funktionen in der Fraktion. Damit zeigt die Ökopartei mal wieder ihre Doppelmoral und dass sie Verfehlungen von Politikern mit zweierlei Maß misst.

  • #8
    Mike

    Der Autor hat ja da viel zusammen gedchrieben-liest sich schon wie ein Nachruf.

    Aber irgendwann hört man dann auf zu lesen. Ich mochte Beck, er war ein guter und sympathischer Politiker . Allerdings hat er der Partei der Grünen dadurch, dass er sich mit illegalen Amphetaminen erwischen ließ.schwer geschadet. So konnte man mit ihm keinen Wahlkampf führen.

    Das mag spießig sein, aber es ist nunmal so und daher folgerichtig.
    Beck hätte sich das mit einem freiwilligen Rücktritt ersparen können..
    Eine Dauerdidkussion über seinen illegalen Drogen kauf und-Konsum hätte einen inhsltlixhen Wshlkampf mit ihm unmöglich gemacht.

  • #9
    hardy

    @helmuth

    > Mir ist der Gedanke, eine Partei nur deshalb nicht (mehr) zu wählen,
    > weil eine bestimmte Person nicht mehr kandidiert, völlig fremd.

    es ist der selbe hysterische ton, den normalerweise nur "besorgte" bürger anschlagen. hier ist die besorgnis allerdings eher seiner sympathie für israel geschuldet, aber die tonlage ist die selbe.

  • #10
    Helmut Junge

    @hardy, wenn bei den Grünen eine Position frei geworden ist, findet sich schnell jemand, der sie übernimmt, außer wenn es um Technik und Naturwissenschaften geht. Da haben sie nicht viele Mitglieder, die davon was verstehen und gegen Windmühlen anreden müssen. Der Bereich wird traditionell über Ideologie abgedeckt. Aber das was Volker Beck abgedeckt hatte, können viele abdecken. Keine Sorge.

  • #11
    hardy

    helmut, ich mache mir keine sorgen um die grünen und als programmierer seit 30 und grünenwähler seit 40 jahren habe ich mich auch einmal darüber geärgert, daß die partei so blöd war, das, was dann die chaotischen piraten in die diskussion eingebracht haben, nicht umgehend aufgegriffen haben. hat halt zu dem zeitpunkt niemand richtig verstanden, wie einiges nicht dann verstanden wird, wenn es zeit wäre.

    hier geht es, denke ich mal, darum, einem israelfreundlichen grünen nachzuweinen, weil man fürchtet, der nachfolger könne anfangen zwischen den israelis, mit denen ein grüner eigentlich sympathisieren müsste (sagen wir einmal die bewegung "Das Schweigen brechen") und denen, die israel in den abgrund führen (bibi) zu unterscheiden.

    so gesehen ist beck kein großer verlust.

  • #12
    Roland Kaufhold

    Ein Nachtrag: Michael Rubinstein, Geschäftsführer des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden Nordrhein – er hat gemeinsam mit Lamya Kaddor 2013 das Buch "So fremd und doch so nah" herausgegeben – hat soeben einen treffenden Kommentar zum Thema veröffentlicht, dem ich mich gerne anschließe. Auszüge hieraus: "Schade, nicht nur für uns in NRW": Jüdische Allgemeine, 8.12.2016: Volker Beck ist in seiner politischen Karriere hoch geflogen, tief gefallen und immer wieder aufgestanden. Er war nie Leisetreter, nie ein angepasster Schön-Wetter-Politiker, sondern zeigte klare Kante, unabhängig von Parteiräson und immun gegen Anfeindungen. Dass damit nicht jeder, und vor allem nicht jeder in seiner Partei, glücklich oder einverstanden sein konnte, war Beck bewusst. Doch er hielt es nach dem rheinischen Grundgesetz: Et hätt noch immer jot jejange.
    Bis letzten Sonntag. Ende, aus. Nicht völlig unerwartet, aber letztlich doch überraschend. Nach dem Tod Peter Hintzes und dem angekündigten Rückzug von Bundestagspräsident Norbert Lammert also der nächste politische Freund, den wir verlieren. Ziemlich viele auf einmal. Die Reihen derjenigen in der Politik, die sich unabhängig von ihrem Parteibuch offen zu Israel bekennen und deutlich gegen Antisemitismus eintreten, lichten sich merklich.
    Vor allem diejenigen, die wie Volker Beck nicht von »den Mitbürgern« oder »den Israelis« sprechen, sondern von »wir« und »uns«. Nicht als Beobachter also, sondern als Beteiligter. Als Freund. Bleibt zu hoffen, dass von künftigen Politikergenerationen ebenfalls das Bekenntnis zu einem sicheren jüdischen Leben in Deutschland und zu Israel zu hören ist. Öffentlich, eindeutig und nachhaltig.

    http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/27198

  • #13
    hardy

    > das Bekenntnis zu einem sicheren jüdischen Leben in Deutschland

    ich denke, dieses bekenntnis ist für jeden humanistisch gesinnten, eine selbstverständlichkeit

    > und zu Israel

    zu wessen israel?

    es gibt so wenig "die israelis" wie es "die juden" gibt. es gibt immer so’ne und so’ne. "meine" israelis machen sich sehr viel sorgen um den zustand, in den ihr land gerät.

    http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2016/07/10/israelische_dichterinnen_ueber_meinungsmache_in_ihrem_land_dlf_20160710_1752_dba24653.mp3

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