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„Bildungsmesse“ mit Muslimbrüdern?

Burkhard Freier Foto: © Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons) Lizenz: CC BY-SA 4.0


Am Sonntag findet in Hürth bei Köln die erste „Islamische Bildungsmesse“ statt. Als Referenten sind überwiegend langjährig bekannte Akteure aus dem Aktionsgeflecht der Muslimbruderschaft eingeladen. „Landesverfassungsschutz-Chef Burkhard Freier und Innenminister Herbert Reul warnen völlig zu Recht so eindringlich vor der Muslimbruderschaft“, meint die Islamismus-Expertin Sigrid Herrmann-Marschall. „Und jetzt treffen sich bekannte Personen aus deren Netzwerk unbemerkt von der Öffentlichkeit vor den Toren Kölns. Da sollten eigentlich alle Alarmglocken läuten.“

Erst am 11. November warnte der Chef des nordrhein-westfälischen Verfassungsschutzes, Burkhard Freier, in einem Interview der FAZ vor der Muslimbruderschaft. „Nach außen erklärt man (die Muslimbruderschaft), dass man sich der Demokratie anpassen wolle. Nach innen wird aber deutlich, dass die eigentliche Ideologie eine andere ist. Deswegen sagen wir: Die Ideologie der Muslimbrüder ist verfassungsfeindlich. Aber der verfassungsfeindliche Charakter ist nicht so deutlich erkennbar wie beim gewaltbereiten Salafismus, der explizit alle Ungläubigen töten und die Demokratie abschaffen will“, sagte er unter anderem.

Die Warnung von Burkhard Freier vor der Muslimbruderschaft war nicht neu: Bereits seit rund zwölf Monaten warnt der Landesverfassungsschutz-Chef immer eindringlicher vor deren Netzwerken und einer bestehenden Unterwanderungsgefahr. Ebenso Landsinnenminister Herbert Reul (CDU), der erst Ende September im Innenausschuss des Düsseldorfer Landtags den „traditionelle Islamismus, der zunehmend in die Gesellschaft eindringt“, als „Gefahr für die Demokratie“ bezeichnet hatte. Als Beispiel dafür nannte Reul die Muslimbruderschaft, die sich seinen Worten zufolge „zunehmend als gesellschaftlich akzeptable Alternative zum Salafismus präsentiert“. Auch in den aktuellen Verfassungsschutzberichten von Bund und Ländern nehmen die Warnungen vor der Muslimbruderschaft entsprechenden Raum ein.

Am 8. Dezember findet in Hürth bei Köln die laut Veranstaltungsankündigung „erste Messe für islamische Bildung im deutschsprachigen Raum“ statt. Veranstalter ist der Freie Verband der Muslime e.V. Auffällig ist, dass der in der Ankündigung genannte Veranstaltungsort, ein Saal, der üblicherweise für türkische Hochzeiten genutzt wird, nur wenige Hundert Meter vom türkischen Generalkonsulat in Hürth entfernt ist.

Bei den im Programm der „Islamischen Bildungsmesse“ genannten Referenten handelt es sich überwiegend um langjährig bekannte Akteure aus dem Aktionsgeflecht der Muslimbruderschaft. Darunter sind auch Amir Zaidan sowie Ferid Heider, ein bundesweit bekannter Prediger aus Berlin. Auf der Internet-Seite der „Bildungsmesse“ sind auch noch Ismail Gunija und Yusuf Dreckmann als Referenten angekündigt.

„Burkhard Freier und Herbert Reul warnen völlig zu Recht so eindringlich vor der Muslimbruderschaft. Das Zusammentreffen von Vertretern der türkischen Religionsbehörde Diyanet und solchen der Muslimbruderschaft in der Kölner Zentralmoschee ist noch nicht mal ein Jahr her“, meint die Islamismus-Expertin Sigrid Herrmann-Marschall. „Und jetzt treffen sich bekannte Personen aus dem Netzwerk der Muslimbruderschaft unbemerkt von der Öffentlichkeit direkt vor den Toren Kölns, nur wenige Hundert Meter vom türkischen Generalkonsulat. Da sollten eigentlich alle Alarmglocken läuten.“

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