Mit dem Ende der SG Wattenscheid 09 ginge ein liebenswertes Stück Ruhrgebiet verloren

Es könnte das Ende einer echten Ruhrgebietslegende gewesen sein. Am Wochenende mobilisierte die traditionsreiche SG Wattenscheid 09 noch einmal alle ihre Kräfte, zog 1400 Zuschauer in die heimische Lohrheide und bezwang dort im angesetzten Regionalligaspiel die U23-Auswahl von Fortuna Düsseldorf mit 3:0.

Noch immer ist die Zukunft des Vereins ungeklärt. Seit Monaten schon ist die Situation beim finanziell angeschlagenen Klub nicht abschließend zu beurteilen. In dieser Woche soll endgültig eine Entscheidung fallen, ob der Spielbetrieb weiter fortgesetzt werden kann, oder ob ab sofort Schluss sein muss.

Die Insolvenzverwalterin Dr. Anja Commandeur hält sich noch bedeckt, will sich erst in den kommenden Tagen in einer Pressemitteilung äußern, ob und wie es weitergeht. Bis zur Mitte der Woche werden angeblich 135.000 Euro benötigt.

Sollte der Verein in ein paar Tagen tatsächlich und endgültig Geschichte sein, dann würde sich für mich, so wie garantiert auch für viele andere hier, ein ganz persönliches Stück Sportgeschichte schließen.

In den 1990er-Jahren, Wattenscheid spielte seinerzeit zeitweise in der 1. Liga, war ich bei etlichen Spielen der SG zugegen. Würde dieser besondere Verein jetzt komplett von der Landkarte verschwinden, es wäre mehr als bedauerlich.

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Pflegefall VfL Bochum: Kein Heimsieg, kein Konzept, keine Zukunft?

In Bochum war das Stadion zuletzt nur selten voll. Foto: Claudia Bender

Der FC Schalke 04 schafft es, trotz einer ordentlichen Leistung, bei der TSG 1899 Hoffenheim nicht Tabellenführer der Fußball-Bundesliga zu werden, unterliegt im Kraichgau mit 0:2. Der BVB ringt Borussia Mönchengladbach mit 1:0 nieder, bringt damit etwas Ruhe ins Umfeld des Vereins.

Und doch ist mein Fußballthema des Bundesliga-Wochenendes ein völlig anderes: In Liga 2 blieb der VfL Bochum durch ein 3:3-Unentscheden gegen den Aufsteiger Karlsruher SC daheim weiterhin sieglos, liegt mit nur einem Sieg aus zehn Spielen in der Tabelle auf dem Relegationsplatz 16. Für einen sich vor Wochen noch als Geheimfavorit auf den Aufstieg sehenden Klub eine desaströse Zwischenbilanz. Was stimmt nicht mit dem VfL?

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Eintracht Frankfurt als Mahnung: Das passiert, wenn man den Ultras zu viel Macht zugesteht

Die Frankfurter Commerzbank Arena. Foto: Mario Thurnes

Fußball-Bundesligist Eintracht Frankfurt muss zwei Auswärtsspiele in der Europa League ohne eigene Fans austragen. Das hat die Kontrollkammer der Uefa jetzt entschieden. Eine harte Entscheidung, gar keine Frage!

Schließlich haben Fans und Mannschaft gerade von diesen Reisen quer durch Europa lange geträumt, sich in einer langen und harten Saison überhaupt erst für diese besonderen Auftritte auf der großen Bühne qualifiziert. Als Fan jetzt in London und Lüttich nicht dabei sein zu können, das ist für tausende Anhänger bitter. Und für das Team natürlich auch, fehlt der Mannschaft doch jetzt dort die Unterstützung des eigenen Anhangs..

Dennoch ist die Entscheidung nachvollziehbar und nur konsequent. Streng genommen war sie sogar längst überfällig.

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Raphael Guerreiro verlängert beim BVB bis 2023

Foto: BVB

Der portugiesische Nationalspieler Raphael Guerreiro hat seinen Vertrag beim Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund vorzeitig bis zum 30. Juni 2023 verlängert.

Nach der Rückkehr von einer Länderspielreise unterschrieb der 25-Jährige am Donnerstagmittag den neuen Kontrakt.

„Raphael ist ein international erfahrener und technisch erstklassiger Fußballer, der flexibel auf mehreren Positionen einsetzbar ist und innerhalb unseres Kaders eine hohe Wertschätzung genießt“, betont BVB-Sportdirektor Michael Zorc.

Guerreiro, der in Frankreich aufgewachsen war, wechselte im Sommer 2016 vom FC Lorient zum BVB und absolvierte seitdem 61 Bundesliga-Spiele (zehn Tore) für die Schwarzgelben. Sein ursprünglicher Vertrag wäre im Sommer 2020 ausgelaufen.

„Borussia Dortmund ist ein großartiger Verein, in dem ich mich – mit meiner Familie – seit drei Jahren sehr wohl fühle. Ich werde alles dafür tun, um unserer Mannschaft dabei zu helfen, ihre Ziele zu erreichen. Am besten fangen wir am Samstag mit einem Heimsieg gegen Gladbach an.“

Hakoah: Die Muskeljuden

Hakoah
Hakoah-Mannschaft von 1964/1965 © Dudi Shuruk

Wie eine in Österreich gegründete Fußballmannschaft israelischer Fußballmeister wurde. Die Geschichte von Hakoah von der Gründung bis heute. Ein Gastbeitrag von Oliver Vrankovic.

Anmerkung: Der Artikel sollte ursprünglich anlässlich des Länderspieles Österreich-Israel am 10.10. erscheinen. Aufgrund des Anschlages in Halle entschieden wir uns für eine Veröffentlichung zu einem späteren Zeitpunkt.

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Promi-Falle ‚Social Media‘: Wer aus seinen Fehlern nicht lernt, der verspielt jedes Verständnis

Ex-BVB-Profi Ilkay Gündogan steht einmal wieder in der Diskussion. Archiv-Foto: Robin Patzwaldt

Man mag es eigentlich gar nicht so recht glauben, aber der Deutsche Fußball hat tatsächlich eine weitere Debatte über vermeintliches Fehlverhalten einiger seiner Repräsentanten in den Sozialen Medien zu verzeichnen.

Einmal mehr ist der Ex-Dortmunder Ilkay Gündogan daran beteiligt. Was ist passiert? Weil sie bei Instagram kurzzeitig ein Bild likten, auf dem türkische Nationalspieler salutieren, haben Gündogan und Emre Can für viel Wirbel gesorgt.

Die laufende türkische Militäroffensive in Nordsyrien wird international scharf kritisiert. Die beiden DFB-Auswahl-Spieler jedoch likten bei Instagram ausgerechnet in diesen Zeiten ein von Cenk Tosun verbreitetes Foto, auf dem zu sehen ist, wie dieser und andere türkische Nationalspieler beim 1:0-Sieg gegen Albanien beim Jubeln salutieren.

Der dazu eingestellte Begleittext lautete übersetzt: „Für unsere Nation, vor allem für jene, die für unser Land ihr Leben riskieren“.

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Lit.RUHR 2019: Klopp und Watzke lassen Herzen von BVB-Fans in Dortmund schwer werden

Aki Watzke und Jürgen Klopp in Dortmund. Foto: Robin Patzwaldt

Als wäre die aktuelle Lage rund um den BVB in diesen Tagen nicht schon angespannt genug, rangiert der als selbsternannter Meisterschaftsanwärter aus Dortmund nach drei Unentschieden in der Liga hintereinander, aktuell nur noch im Mittelfeld der Bundesliga-Tabelle, machten Aki Watzke und Ex-BVB-Coach Jürgen Klopp die Herzen der schwarz-gelben Anhängerschaft am Donnerstagabend gleich noch einmal doppelt so schwer.

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Die Entwicklung rund um die Nationalmannschaft als Mahnung für die Bundesliga

Das Stadion in Dortmund. Foto: Robin Patzwaldt

Die Deutsche Fußball-Nationalmannschaft fremdelt seit Jahren schon mit ihren Fans. Auch hier im Ruhrgebiet. Nicht nur, dass das DFB-Museum in Dortmund langsam aber stetig an Anziehungskraft verliert, offensichtlich inzwischen sogar zum Problem zu werden scheint, auch die jüngste Zuschauerzahl des Länderspiels Deutschland gegen Argentinien (2:2) am Mittwoch war ein weiterer Beleg in diese Richtung, der den Verantwortlichen des Verbandes Grund zum Nachdenken liefern sollte.

Offiziell waren es rund 45.000 Zuschauer am Mittwoch im Westfalenstadion, die dem Unentschieden der Löw-Truppe vor Ort die Ehre ihrer Anwesenheit gaben. Optisch sah es deutlich leerer aus. Ein Stadion, das der BVB in jedem noch so bedeutungslosen Spiel gefüllt bekommt, war an diesem Abend nur zur Hälfte gefüllt. Und das bei einer Neuauflage des WM-Endspiels von 2014.

Klar, es war nur ein Testkick, doch ist die Resonanz auf den Besuch der Argentinier hier bei uns im Ruhrgebiet schon sehr enttäuschend ausgefallen. Zumal zu Spielen des DFB ja auch immer Besucher aus anderen Teilen des Landes unter den Gästen sind.

Am Mittwoch wurde jedoch einmal mehr deutlich, dass sich der DFB schon seit längerem auf einem Irrweg befindet. Das künstliche Image, dass der Verband der ‚Mannschaft‘ zulegt, kommt bei den Fans nicht an.

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Der BVB will nach dem erneutem Rückschlag Trainer Thomas Tuchel zurück nach Dortmund holen

Thomas Tuchel in Dortmund. Foto: Robin Patzwaldt

Das wäre tatsächlich eine riesige Sensation! Der BVB plant nach dem enttäuschenden 2:2-Unentschieden vom Samstagnachmittag beim SC Freiburg, bei dem die Dortmunder im dritten Bundesligaspiel in Folge eine eigene Führung noch verspielt haben, offenbar einen spektakulären Trainerwechsel in der jetzt anstehenden Länderspielpause.

Gewöhnlich gut unterrichtete Kreise berichteten diesem Blog nach dem Abpfiff in Freiburg exklusiv davon, dass die Schwarz-Gelben offenbar sogar schon Kontakt zu ihrem Ex-Trainer Thomas Tuchel aufgenommen haben, der aktuell noch für Paris Saint-Germain tätig ist, in Frankreich bisher aber nicht wirklich glücklich geworden sein soll.

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Ruhrbarone-Buchtipp: Bundesliga anders – Der SC Freiburg und die Ära Streich

Der SC Freiburg ist anders als andere Fußball-Bundesligisten. Das wird auch Borussia Dortmund an diesem Wochenende wieder zu spüren bekommen, wenn die Westfalen ihr Gastspiel an der Dreisam bestreiten müssen. Es gibt angenehmere Aufgaben als in Freiburg antreten zu müssen.

Das kleine, enge aber stimmungsvolle Stadion, die große Leidenschaft von Mannschaft, Trainer und Fans, das sind Garanten dafür, dass die ‚kleinen‘ Freiburger nicht nur in dieser laufenden Bundesliga-Saison bisher so überraschend erfolgreich sind. Ruhiges und konstantes Arbeiten zeichnet die Breisgauer schon länger aus.

Den SC erfreut sich zudem einer sehr großen Beliebtheit in ganz Deutschland. Kaum jemand unter den Sportfreunden, der den Freiburgern nicht ihre hart erarbeiteten Erfolge in der höchsten deutschen Spielklasse gönnen würde.

Dabei ist der Klub aus dem Süden noch nie Deutscher Meister geworden. Und doch wird kein Vereinsname öfter genannt, wenn es darum geht, wie man mit wenig Geld erfolgreich im Profifußball bestehen kann.

Der Journalist Christoph Ruf hat die Freiburger Profi-Kicker in den letzten 15 Jahren stets intensiv begleitet und porträtiert jetzt in seinem frisch erschienenen Buch ‚Bundesliga anders – Der SC Freiburg und die Ära Streich‘ diesen ungewöhnlichen Verein.

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