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Corona-Impfstoff: Wenn einem soviel Gutes wird beschert, das ist für Linkspartei, Grüne und Attac schon eine Enteignung wert…

Andrej Hunko auf dem Bundesparteitag der Linkspartei 2014 in Berlin. Foto: DIE LINKE Nordrhein-Westfalen Lizenz: CC BY-SA 2.0

Nachdem der Karneval in diesem Jahr in Köln wegen Corona ausfallen musste, treibt es nun Narren von Linkspartei, den Grünen und Attac auf die Straße.

Es war das Wunder, auf das alle zu Beginn der Pandemie hofften, aber an das nur wenige glaubten: Im November 2020 standen Impfstoffe gegen Corona zur Verfügung. Zuerst von Biontech, dann zogen Moderna und Astrazeneca nach. Die Welt konnte aufatmen, es gab eine Waffe gegen Corona.

Doch für viele Aktivisten hatte der Impfstofferfolg gleich mehrere Haken: Die wirksamsten und verträglichsten Impfstoffe beruhten auf gentechnischen Verfahren und gegen die hatte man ja Jahrzehntelang protestiert. Biontech, Moderna und Curevac, deren mRNA-Impfstoff kurz vor der Zulassung steht, waren nur dank des langfristigen Engagements von Finanzinvestoren erfolgreich und weil diese Biotech-Startups klein waren, sorgten Big Pharma und die Industrie für die nötige Schlagkraft bei der Produktion und der Bereitstellung von Grundstoffen. Ohne Pfizer, Bayer und Evonik wären die Impfstoffe noch knapper, als sie es zurzeit noch sind. Aber es kam noch schlimmer: Die Initiative Covax wurde maßgeblich von Bill- und Melinda Gates Stiftung finanziert und vorangetrieben. Die Aktivisten der Zivilgesellschaft*in standen am Spielfeldrand und mussten tatenlos zuschauen wie naturwissenschaftliche Forschung, Finanzkapital und Großunternehmen dabei waren, die größte Krise seit dem Ende des zweiten Weltkriegs zu lösen.

Nachdem erste Forderungen die Impfstoffpatente aufzuheben kaum jemanden interessierten, kam die Hilfe in der Aktivistennot ausgerechnet aus den USA. US-Präsident Joe Biden, dessen Land bis dahin weder Impfstoffe noch Vorprodukte auslieferte, gelang mit der Forderung, die Patente aufzuheben, ein PR-Coup, mit dem er von der eigenen Coronapolitik ablenken konnte. Zum Glück haben sich sowohl EU als auch Bundesregierung nicht auf Tricky-Joes Vorschlag eingelassen. Aber viele kleine Geister, deren Lebenszweck darin besteht, andere Menschen dabei zu behindern, etwas aufzubauen und zu leisten, glauben nun, Oberwasser zu haben. Und so gehen sie in der dritten Welle der Pandemie am Samstag in Köln auf die Straße und fordern die „Freigabe der Corona-Patente.“ Attac ist dabei, eine Organisation die wie Donald Trump und die AfD, gegen die Globalisierung kämpft, der Linkspartei Bundestagsabgeordnete Andrej Hunko, ein wackerer Kämpfer gegen den Westen, der noch vor einem Jahr auf einer „Hygienedemo“ auftrat und sich gegen die „starke einseitige Ausrichtung auf Impfprogramme“ aussprach und die Landtagsabgeordnete Berivan Aymaz, die sich sonst um Integrationspolitik kümmert und wohl froh ist, überhaupt einmal wieder auf ein Podium eingeladen zu werden.
Sie alle werden in ihrem Engagement weder von Sorge um Corona noch von Wissen getrübt. Die eigene ideologische Agenda ist ihnen offenbar wichtiger als der Kampf gegen die Pandemie. Dass es nicht am Patentschutz, sondern an zu geringen Produktionskapazitäten, die allerdings gerade rasant von der Industrie ausgebaut werden, liegt, das Impfstoff knapp ist, interessiert sie nicht. Auch dass die komplexe Produktion der mRNA-Vakzine nur in hochentwickelten Industriestaaten möglich ist, dass nicht der Preis des Impfstoffs die Impfung teuer macht, sondern Transport, Lagerung und die Kosten des medizinischen Personals spielt für sie keine Rolle. Dass es in vielen Ländern der Dritten Welt weniger am Mangel an Impfstoffen, sondern eher an schlechter Infrastruktur liegt, wenn die Bevölkerung nicht geimpft werden kann, ist ihnen egal.

Die Aufhebung des Patentschutzes würde die Unternehmen bestrafen, die in die Impfstoffentwicklung investiert haben und mit ihren Gewinnen nun weitere Impfstoffe und Krebsmedikamente entwickeln werden. Auch das interessiert Attac, Hunko und Aymaz wohl nicht. Hetze gegen Unternehmer, Wissenschaftler, und Kapitalismus sind offenbar wichtiger als Menschenleben und Fortschritt. In Köln sind die Narren unterwegs und sie haben ihre Hasskappen aufgesetzt.

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4 Kommentare zu “Corona-Impfstoff: Wenn einem soviel Gutes wird beschert, das ist für Linkspartei, Grüne und Attac schon eine Enteignung wert…

  • #1
    Emscher-Lippizianer

    "In Köln sind die Narren unterwegs und sie haben ihre Hasskappen aufgesetzt."

    Und ich bin sicher, daß diese Narren von den Mit-Närrinnen, -Narren (Narrenden?) einer Rundfunkanstalt, die überregional für die personelle und redaktionelle Qualität bemitleidet aber für die materielle Überversorgung beneidet wird, Unterstützung findet.

    Wenn die Patentfreigabe nicht ein so verheerendes Signal wäre, sollte man es machen. Und zwar um der ganzen Analphabetenbande zu zeigen, wie doof sie ist.
    Man stelle sich die Situation vor: UvdL hält die Papierausdrucke der Patente in der Hand. Digital geht ja nicht. Neuland und so. Also per reitenden Boten (wg. kaputter Straßen, Brücken und so) ins Kanzleramt. Dort mit der Rohrpost des Hauses an Honeckers Rache zugestellt. Und dann? Eine Task-Force "Impfstoffherstellung" unter der Leitung von Scheuer, Spahn und Altmeier? Vielleicht auch schon mal Kevin Kühnast zum Leiter der in dreißig Jahren fertigwerdenden Fabrik ernennen? Da ist der Dschungel von Zentralafrika eher durchgeimpft, als das diese gelinde gesagt "unfähigen" Personen mit den geklauten Patenten auch nur eine Dosis produziert haben. Von der zu erwartenden Qualität und Schwankung fange ich gar nicht erst an….

  • #2
    ccarlton

    Kritik an Donald Trump ist grade in diesem Zusammenhang sehr unangebracht, war es doch seine Operation Warp Speed, die nicht unwesentlich zur schnellen Entwicklung zahlreicher Impfstoffe beigetragen hat. Wofür man ihn anfangs natürlich verlacht hat: Impfstoffe, die schon in diesem Jahr(2020) einsatzbereit sind? Was für ein Schwätzer!

  • #3
    Psychologe

    "Ohne Pfizer, Bayer und Evonik wären die Impfstoffe noch knapper, als sie es zurzeit noch sind. "

    Man stelle sich die Impfstoff-Produktion in staatlicher Hand vor: Beratung, Ausschuss, noch ein Ausschuss, Sondierungsgespräche, Vertagung, Studien, Ausschreibung, Neuausschreibung, Baubeginn der Impfstoffwerke, Baustopp wegen Gutachten über die Brutplätze der gemeinen Sumpfschnatterdohle, Ausschuss, Ausschuss, Untersuchungsausschuss….
    …am Rande Bürgerinitiativen ("Oberunteröttingen sagt nein zur Gen-Impfe!")…

    " Auch dass die komplexe Produktion der mRNA-Vakzine nur in hochentwickelten Industriestaaten möglich ist, dass nicht der Preis des Impfstoffs die Impfung teuer macht, sondern Transport, Lagerung und die Kosten des medizinischen Personals spielt für sie keine Rolle. "

    Verwirren Sie hier doch nicht mit Fakten! Lassen Sie uns lieber über postkolloniale patriarchalische Konstrukte alter weißer Männer als Ursache des Impfstoffmangels diskutieren.

  • #4
    DAVBUB

    @3, Psychologe: "Man stelle sich die Impfstoff-Produktion in staatlicher Hand vor: "
    Wie z.B. die Energiewende? die Verkehrswende? Sie haben in der Aufzählung der Vorarbeiten noch die Machbarkeits- und Profitabilitätsstudie sowie die Untere Wasserbehörde , den Rahmenenwicklungsplan, die Diversitätsabschätzung uvm. vergessen. Dann hätten wir zwar irgendwann das schönste und vor allen Dingen teuerste Impfstoffwerk der Welt, allerdings wären die meisten Deutschen dann schon mit Impfstoff made in Myanmar geimpft.
    Das Grauen hat keine Namen, aber viele Gesichter.

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