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Das Elend der SPD wird Ihnen präsentiert von Soenke Rix

Sönke Rix (SPD), MdB Foto: Gerd Seidel Lizenz: CC BY-SA 3.0

Gestern nahm die SPD an einer Veranstaltung zum Equal-Pay-Day in Berlin Teil. Auf Twitter wurden kurze Statements von Abgeordneten gepostet. Einer von ihnen war Soenke Rix, der Sprecher der Arbeitsgruppe Familie, Senioren, Frauen und Jugend der Bundestagsfraktion. Was er sagte zeigt, was in der SPD falsch läuft, warum diese Partei bei den Umfragen wieder bei 16 Prozent steht und warum das auch verdient ist. Rix sprach sich dafür aus, die Gehälter in Pflege und Erziehungsberufen zu erhöhen – eine Forderung, die man als Sozialdemokrat stellen kann. Dumm war nur der Vergleich, den Rix heranzog: „Jemand der Autos zusammenschraubt, sollte nicht mehr verdienen als jemand, der auf Kinder aufpasst und sie betreut.“

Dass Rix sich nicht für höhere Löhne für Berufe, in denen viele Frauen arbeiten, aussprechen konnte, ohne die Tätigkeit von Industriearbeiter abzuwerten, zeigt das Elend der SPD. Es hätte viele andere, bessere Beispiele gegeben:

„Jemand der HartzIV-Anträge  ablehnt, sollte nicht mehr verdienen als jemand, der auf Kinder aufpasst und sie betreut.“

„Jemand der für einen Abgeordneten im Büro arbeitet, sollte nicht mehr verdienen als jemand, der auf Kinder aufpasst und sie betreut.“

„Jemand der nur wegen des  richtigen Parteibuch einen führenden Job in einem öffentlichen Unternehmen hat, sollte nicht mehr verdienen als jemand, der auf Kinder aufpasst und sie betreut.“

Aber das hat Rix alles nicht gesagt. Rix ist gelernter Erzieher. Gut möglich, dass er nach der nächsten Bundestagswahl wieder in seinem alten Job arbeiten wird. Eine gute Nachricht ist das nicht: Man wünscht sich für die Kinder klügere Erzieher.

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9 Kommentare zu “Das Elend der SPD wird Ihnen präsentiert von Soenke Rix

  • #1
    Chris

    "Autoschrauber" = männlich, Klischee von männlich

    "auf Kinder aufpassen" = weiblich, Klischee von weiblich

    Soenke Rix setzt die Klischees gegeneinander, als rhetorisches Mittel.

  • #2
    walter stach

    Stefan Laurin,
    leider, leider aus "Sozi-Sicht";,

    Oft -viel zu oft- wird von sozialdemokratischem Spitzenpersonal eine in der Sache naheliegende Forderung -naheliegend jedenfalls für alle, die für eine " leistungsgerechte" Bezahlung streiten- "mißglückt" formuliert -vorsichtig formuliert.

    Warum hat er nicht statt von "Autoschraubern" zu reden, z.B. sinngemäß gesagt;

    "Angesichts rapider gesellschaftlicher Veränderungen ist es an der Zeit, die Wertigkeit von Produkten und Dienstleistungen für die Gesellschaft zu überdenken und ggfls. anders als bisher zu definieren mit Folgen für deren "Bezahlung".
    Das kann u.a.die Frage aufwerfen, ob nicht die Dienstleistungen , die z.B. Menschen in der Altenpflege erbringen oder in der Betreuung der Kinder , in ihrer Wertigkeit ähnlich einzustufen sind wie die Arbeitsleistung von Facharbeitern/Facharbeiterinnen -mit entsprechenden Folgen für die Höhe des zu zahlende Entgeltes."

    Stefan Laurin, ich denke, da Rix das auch so gemeint haben dürfte, scheint mir Deine Rix-Schelte "überzogen", aber ihre Kernaussagen sollte die SPD nachdenklich stimmen mit Blick auf ihr (früheres) Stammklientel ; "die Facharbeiter".

    Wie "man" als Partei-Politiker in der Sache und in der Wortwahl geschickt öffentlichkeitswirksam agieren kann, hat für für mich aktuell -‘mal wieder ! – Wolfgang Kubicki demonstriert -sh. seine Äußerungen / Forderungen zur Person/zur Arbeit des derzeitigen US-Botschafters in Berlin.
    "Gut das es ihn gibt", den Politiker Wolfgang Kubicki; gut, nicht nur für seine FDP, sondern "gut für Deutschland".

  • #3
    David Bockisch

    Das Elend des Online-Journalismus wird Ihnen präsentiert von Stefan Laurin

    „Jemand der Autos zusammenschraubt, sollte nicht mehr verdienen als jemand, der auf Kinder aufpasst und sie betreut.“ – da muss man schon sehr lange Extensions an die Haare dranmontieren, um daran eine "Abwertung der Tätigkeit von Industriearbeitern" heranziehen zu können.
    Vielleicht können wir uns ja darauf einigen:
    "Wer Kinder betreut und wer Autos zusammenschraubt, sollte auf jeden Fall mehr verdienen als jemand, dem nichts besseres einfällt, als Leuten die Worte im Mund umzudrehen und die SPD zu bashen, weil’s gerade so schön in Mode ist."

  • #4
    Nina

    Natürlich ist das eine Herabwürdigung von Rix. Spielen wir doch mal Beruferaten, au ja! Wie heisst jemand, der Autos zusammenschraubt? Na, da kommst du nicht drauf. Und wie heisst jemand, der auf Kinder aufpasst? Na, wie nennt man den? Oma, Opa, Tante?
    Ich bin ganz akut von Politikverdrossenheit bedroht.

  • #5
    ke

    Equal Pay Day? Was soll der Quatsch. Insbesondere wenn immer noch mit Werten von über 20 Prozent gearbeitet wird, was sich auch am Kalendertag ausdrückt.

    Leibe Frauen geht 40 Stunden arbeiten und sucht euch Jobs, die gut bezahlt werden, wenn ihr viel verdienen wollt.
    Ein Job und ein Leben besteht nicht nur aus bezahlter Arbeit.

    Es gibt auch viele Frauen, die einfach mit deutlich weniger als 40h Arbeit auskommen.

    Es ist immer wieder lustig, dass diejenigen, die sich immer über die typischen Klischees aufregen, sie häufig ständig nutzen :-).

  • #6
    Helmut Junge

    Gleicher Lohn für diese unterschiedlichen Tätigkeitsfelder hätte zur Folge, daß bei freier Berufswahl Männer häufiger den Wunsch hätten, im Bereich Erziehung arbeiten zu wollen. Das wäre gut für die Kinder.
    Aber was machen dann diejenigen unter den Frauen, die dann in diesem Bereich keinen Job kriegen, weil dort durch die Männer der Konkurrenzdruck größer wird?
    Die Zahl der Arbeitsplätze würde ja nicht größer.
    Ich stelle mir vor, daß diese Frauen dann in die Berufe drängen, die sie jetzt meiden, denn bei den Autozusammenschraubern fehlten ja genau so viele Arbeitsplätze, wie Männer in den Erziehungsbereich abwanderten.
    Nur eigentlich könnten die Frauen solche Arbeitsplätze jetzt schon haben. Dort sind jetzt schon Plätze frei.
    Aber insgesamt bin ich genau deswegen für gleichen Lohn für ungleiche Arbeitsplätze. Zusammenschrauben können Frauen schließlich auch. Dann gibt es auch sofort mehr Knete.
    Jetzt wäre es noch freiwillig, später wegen des Konkurrenzdrucks.

  • #7
    abraxasrgb

    Klar, logische Idee zur Demokratisierung: Wiedereinführung der Wehrpflicht, diesmal für Frauen und Männer. Wie in Israel. 😉

  • #8
    ke

    Erzieher und Grundschullehrer bestimmen die Diskussion der Gehälter in letzter Zeit. Warum eigentlich?
    – Feste Arbeitszeiten
    – Fester Arbeitsort
    – Kein ständiges Fortbilden wg. des Fortschritts erforderlich. Die Einführung von Tablet wäre schon eine Technikrevolution.

    Die bseondere Anforderung liegt an sich ändernden Menschen und das im Mehrjahresrhythmus. Bei weiterführenden Schulen ist dies ähnlich. Manche Fächer ändern sich rasant. In anderen Fächern tut sich fast nichts (Physik, Mathe, Deutsch, Sport, …). Natürlich ist der Stoff komplexer.

    Ich sehe hier keine besonderen Anforderungen!
    Mechaniker haben ständig neue Anlagen/Techniken, müssen unterwegs sein, haben Kundenkontakt.
    Bei Altenpflegern und Krankenschwestern ist dies ähnlich. Dann gibt es noch den Fortschritt, Schichtarbeit, …

    Dann gibt es einfache, aber gefährliche Berufe. Hier müsste eigentlich der Lohn steigen, häufig halfen hier in der Vergangenheit Menschen, die im Land starten aus, die Lücke zu schließen. Wir werden sehen, wie sich das weiterentwickelt.

    Insgesamt sind Löhne bei Berufen nicht vergleichbar.
    Unterschiedliche Firmen einer Branche zahlen unterschiedlich.
    Jeder ist seines Glückes Schmied und muss final sehen, wo er arbeitet und wie er verhandelt. Gewerkschaftlich organisierte Nischen haben hier natürlich Vorteile (Flugzeugabfertigung, Lotsen, …). Danach noch Berufe mit hohen Eintrittsbarrieren.

  • #9

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